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Nachfahrmessung bei Nacht

Themenstarteram 7. April 2020 um 7:32

https://www.anwaltsregister.de/.../...ittelte_Tempoverstoss.d7352.html

Gleichbleibender Abstand kann nicht sicher erfasst und geschätzt werden

36 Antworten

Zitat:

@new-rio-ub schrieb am 7. April 2020 um 07:32:15 Uhr:

https://www.anwaltsregister.de/.../...ittelte_Tempoverstoss.d7352.html

Gleichbleibender Abstand kann nicht sicher erfasst und geschätzt werden

Im zitierten Urteil steht es etwas anders:

 

Zitat:

Damit hatte er vor dem OLG Erfolg. Denn das verurteilende Gericht hätte weitere Feststellungen treffen müssen, um sicherzustellen, dass der Abstand genau eingehalten werden konnte. Denn bei einem Abstand von 150 Metern könne das Abblend­licht des folgenden Polizei­autos die Distanz bis zum Fahrzeug des Betroffenen nicht komplett ausleuchten. Daher könne so ein gleichbleibender Abstand nicht sicher erfasst und geschätzt werden. Um die Messung nachvollziehbar zu machen, hätte das Amtsgericht in der Beweiswürdigung weitere Anhalts­punkte ermitteln müssen.

Es ist also nicht per se unmöglich, bei Nacht den Abstand mit ausreichender Sicherheit zu schätzen, sondern es bedarf weiterer Anhaltspunkte als eine Messung bei Tag, um die Messung nachvollziehbar zu machen. Auch bei Nacht ist also eine Nachfahrmessung prinzipiell möglich.

 

Grüße vom Ostelch

Zitat:

@Ostelch schrieb am 7. April 2020 um 08:27:39 Uhr:

Es ist also nicht per se unmöglich, bei Nacht den Abstand mit ausreichender Sicherheit zu schätzen, ...

Schon gar nicht bei 1,5km Messtrecke. Da kann man auch einfach über die gefahrene Strecke und die benötigte Zeit die Durchschnittsgeschwindigkeit ermitteln (wäre wesentlich einfacher und definitiv genauer).

Gruß Metalhead

Zitat:

@metalhead79 schrieb am 7. April 2020 um 09:03:11 Uhr:

Zitat:

@Ostelch schrieb am 7. April 2020 um 08:27:39 Uhr:

Es ist also nicht per se unmöglich, bei Nacht den Abstand mit ausreichender Sicherheit zu schätzen, ...

Schon gar nicht bei 1,5km Messtrecke. Da kann man auch einfach über die gefahrene Strecke und die benötigte Zeit die Durchschnittsgeschwindigkeit ermitteln (wäre wesentlich einfacher und definitiv genauer).

Gruß Metalhead

Es sollte doch heute kein Problem mehr sein, die in den aktuellen Fahrzeugen vorhandenen Radargeräte zur Abstandsmessung (ACC) zu nutzen. Die ermöglichen doch wunderbar ein Hinterherfahren mit konstantem Abstand. Das bekommt man sicher auch eichfähig hin.

Jedenfalls bedeutet, das (falsch) zitierte Urteil nicht, dass man nachts unbesorgt etwas flotter fahren kann, weil eine Nachfahrmessung unmöglich sei.

 

Grüße vom Ostelch

Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 7. April 2020 um 10:13:22 Uhr:

Es sollte doch heute kein Problem mehr sein, die in den aktuellen Fahrzeugen vorhandenen Radargeräte zur Abstandsmessung (ACC) zu nutzen. Die ermöglichen doch wunderbar ein Hinterherfahren mit konstantem Abstand. Das bekommt man sicher auch eichfähig hin.

Glaub ich nicht, weil "billig" und auch die relative Position des eigenen Fahrzeugs sich ständig ändert (besonders bei Lenkbewegungen).

Wenn ich sehe wie oft mein Kollisionswarner piepst würde ich darauf keine verlässliche Messung stützen.

Es wäre doch viel einfacher den geeichten Wegstreckenzähler einfach nach v=s/t zu verwenden. Wenn s hinreichend groß ist, ist die Messung deutlich genauer als jede Radarmessung.

Kann man natürlich dann nicht in 100m Messtrecke machen, aber meist wird ja doch deutlich länger hinterher gefahren.

Gruß Metalhead

Zitat:

Denn bei einem Abstand von 150 Metern könne das Abblend­licht des folgenden Polizei­autos die Distanz bis zum Fahrzeug des Betroffenen nicht komplett ausleuchten.

Das ist absoluter Blödsinn und der Richter hat hiervon ...

Der stets gleich­bleibende Abstand, der dabei besonders wichtig ist, sei durch das Anstrahlen der Leitpfosten und Leitlinien mit den Frontschein­werfern des Polizei­wagens problemlos möglich gewesen, ...

... NULL KOMME KEINE Ahnung.

Natürlich reflektieren die Reflektoren der Leitfosten auf einer deutlich größeren Entfernung als der Lichtkegel des Ablendlichts auf die Straße reicht.

Demzufolge kann man Nachts sehr wohl beim Hinterfahren, an Hand der Leitpfosten, den Abstand ausreichend gut einschätzen und ihn somit auch konstant halten.

 

Man sieht ja mit Abblendlicht auch die Verkehrschilder auf deutlich größerer Entfernung, als der Lichtkegel weit reicht. Und die hängen noch um einiges höher, als ein Leitpfosten groß ist.

 

Der Richter ist da mal ne absolute NULL bei dieser Nummer.

Davon abgesehen das der Abstand nicht konstant sein muss, er darf nur nicht Kleiner werden. Vergrößert sich der Abstand während der Messung ist das ja nur von Vorteil für den Ertappten da seine Geschwindigkeit ja höher ist als die des Messenden.

Aber vor einigen Jahren meinte schon mal ein Richter über seine Kollegen das die richterliche Unabhängigkeit bei vielen seiner Kolllegen zu einer Unfehlbarkeit geworden sei.

Aber bei solchen Glückspilzen hält sich in der Regel der Lerneffekt in Grenzen und das sie nochmals einen solchen Richter erwischen dürfte eher ausgeschlossen sein.

Und selbst wenn man auf dem Video eventuell die etwas weiter entfernten Leispfosten nicht sehen kann, dann misst man halt den Abstand zw. den Rücklichtern aus und überprüft ihn alle 5 bis 10 Sekunden, ob er halbwegs konstant bleibt.

Es gibt genug Kammeras, die auch nachts noch gute Bilder liefern. Filme können zur Not auch nachgearbeitet werden.

Interessant sind immer wieder die Kläger, die wider besseres Wissen gegen ihre Strafe vorgehen. Es kann mir keiner erzählen, er wäre nicht wirklich zu schnell gewesen. Dazu passt aus unserer Zeitung der Spruch des Tages: "Das strengste Gericht ist das eigene Gewissen. Hier wird kein Schuldigen freigesprochen."

Voraussetzung ist natürlich, man hat ein Gewissen.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 07. Apr. 2020 um 19:43:56 Uhr:

Der Richter ist da mal ne absolute NULL bei dieser Nummer

Muss nicht am Richter liegen, der kann nur das beurteilen was die jeweiligen Anwälte vortragen. Also vielleicht war bis der eine Anwalt der bessere.

Zitat:

@freewindqlb schrieb am 08. Apr. 2020 um 09:46:51 Uhr:

Es kann mir keiner erzählen, er wäre nicht wirklich zu schnell gewesen.

Gerade deshalb klagen die doch. Diese Angelegenheit wäre deutlich weniger, wenn die jeweils gemessene Geschwindigkeit nur mit mehr Toleranz versehen würde, als gleich alles fallen zu lassen.

Zitat:

@metalhead79 schrieb am 7. April 2020 um 13:25:03 Uhr:

Zitat:

@Hannes1971 schrieb am 7. April 2020 um 10:13:22 Uhr:

Es sollte doch heute kein Problem mehr sein, die in den aktuellen Fahrzeugen vorhandenen Radargeräte zur Abstandsmessung (ACC) zu nutzen. Die ermöglichen doch wunderbar ein Hinterherfahren mit konstantem Abstand. Das bekommt man sicher auch eichfähig hin.

Glaub ich nicht, weil "billig" und auch die relative Position des eigenen Fahrzeugs sich ständig ändert (besonders bei Lenkbewegungen).

Wenn ich sehe wie oft mein Kollisionswarner piepst würde ich darauf keine verlässliche Messung stützen.

Da gäbe es sicher auch höherwertige Lösungen für Einsatzfahrzeuge, eichfähig müsste das ganze ja auch noch sein.

Ich denke es scheitert damit immer an der relativen Position des Messfahrzeuges (ob du den Kofferraum oder den Außenspiegel "anvisierst" macht schon einen unterschied was die berechnete Geschwindigkeit angeht).

Bin immer noch der Meinung das v=s/t die simpelste Lösung wäre und alle dafür nötigen Messinstrumente bei einem ProVida-Fahrzeug sowieso vorhanden sind.

Wird das wirklich nicht so praktiziert? Wenn nein, warum nicht? Zu einfach (Messung startet/stoppt Wegstreckenzähler und Stoppuhr, der Rest ist Grundschulmathematik. Der Abstand muß nur beim starten/stoppen ungefähr gleich sein, was dazwischen passiert ist völlig egal)?

Gruß Metalhead

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