Mercedes will Videodaten aus Kundenfahrzeugen ab Ende Juli 2025 auswerten

Mercedes E-Klasse W210

"Eine Datenerhebung zum Training von Assistenzsystemen und zur Verbesserung deren Umwelterkennung erfolgt erst nach Einwilligung der Fahrzeughalter."

Das berichtet ASP (Autoservicepraxis) am 17.07.2025:

https://www.autoservicepraxis.de/nachrichten/autobranche/autobauer-sammelt-videodaten-mercedes-schaut-zu-3689937

  • Welche Erfahrungswerte zum Thema liegen dir bereits vor?
  • Über welche gesammelten Erfahrungen in der Wahrnehmung und im Umgang mit allen Beteiligten kannst du künftig berichten?

Dazu weitere Informationen aus ASP, für Handynutzer besser lesbar:

Zitat Anfang

Videodaten aus dem realen Verkehrsgeschehen sind für die Entwickler von Assistenzsystemen Gold wert. Mercedes holt sich die Infos künftig gratis von der Kundschaft.

Mercedes wertet ab Ende Juli die Kamera- und Sensordaten von Kundenfahrzeugen aus. Die so gewonnenen Informationen sollen zur Entwicklung von Assistenzsystemen und automatisierten Fahrfunktionen genutzt werden. Die Datenerhebung erfolge ausschließlich nach Einwilligung der Halter, versichert das Unternehmen in einer Mitteilung. 

Mercedes interessiert sich vor allem für Kameraaufnahmen von kritischen oder ungewöhnlichen Situationen – etwa bei einem plötzlichen Bremsmanöver. Auch seltene Verkehrssituationen werden gesammelt. Mercedes nennt hier temporär geänderte Straßenführungen oder kurzfristig eingerichtete Pop-up-Radwege. Die Bilddaten sollen vor allem beim Training von Assistenzsystemen helfen und deren Umfelderkennung verbessern. Die Daten werden temporär im Fahrzeug gespeichert und dann selektiv an eine Cloud übertragen. Dort werden sie dem Hersteller zufolge „in der Regel“ anonymisiert und von der Fahrzeugidentifikation getrennt.

Mercedes will die Zustimmung seiner Kunden vor der Sammlung individuell abfragen. Die Halter können ihre Einwilligung zudem jederzeit widerrufen. Auch um zufällig ins Bild laufende Dritte will sich der Autohersteller kümmern: Verkehrsteilnehmende, die potenziell von den Fahrzeugkameras erfasst wurden, können sich unter Angabe von Ort und Zeit an Mercedes-Benz wenden und die Löschung möglicher Aufnahmen anfordern, heißt es in der Mitteilung. 

Mercedes begründet die Datensammlung vor allem mit dem langfristig positiven Einfluss auf die Verkehrssicherheit. Die Verbesserung von Assistenzsystemen käme nicht nur den eigenen Kunden zugute, sondern letztlich allen Verkehrsteilnehmern.

Zitat Ende

Andere redaktionelle Beiträge:

  • "Warum Mercedes-Benz auf Schwarmintelligenz setzt"

https://www.cio.de/article/4023962/warum-mercedes-benz-auf-schwarmintelligenz-setzt.html

  • "Die Datenaufzeichnung läuft aber nicht permanent. Die Videodaten aus den Kundenfahrzeugen werden laut Mercedes ausschließlich orts- oder ereignisbasiert erfasst – zum Beispiel beim starken Bremsen."

https://www.automobil-industrie.vogel.de/mercedes-bilddaten-kundenfahrzeug-fahrerassistenzsysteme-volkswagen-a-d5e6623ef62f69b09ead9e34e5bce517/

Fragen bleiben offen:

  • Müssen die fahrzeugseitige Datenspeicherung und die Übertragung - holen oder bringen - an eine Cloud erst aktiviert werden, oder sind diese Funktionen bereits in Betrieb, da die Strukturen und das Backoffice längst implementiert sind?
  • Betrifft die Einwilligung der Halter tatsächlich die Sammlung (Bedenken zerstreuende Interpretation des Redakteurs), sondern die Auswertung von bereits oder künftig in einer Cloud gespeicherten Daten (Glaubwürdigkeit der Herstellerinformationen aus zweiter Hand)?