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Lenkhilfe

Themenstarteram 19. August 2014 um 8:47

Hallo, Frage: gibt es heutzutage eigentlich noch irgendein Auto ohne Lenkhilfe?

In jedem Kleinstwagen ist doch meine ich eine solche verbaut.

Früher war das nur in großen PKWs eingesetzt,die kleinen brauchten das nicht,die

ließen sich auch ohne superleicht lenken.

Es interessiert mich nur ein wenig,da man ja von hydr. Lenkhilfen auf elektrische

umgestiegen ist,nur um etwas Kraftstoff zu sparen.

Zumal man auch öfters von der Störanfälligkeit der "elektrischen" hört.

Da könnte man doch die Übersetzung so ändern,dass man erst gar keine Lenkhilfe braucht.

Zumindest in der preiswerteren Klasse.

Jan.

Beste Antwort im Thema

Zitat:

Original geschrieben von Rostklopfer

Es gab mal den "negativen Lenkrollradius " (Golf) . Damit ging die Lenkung so leicht , wie mit Lenkhilfe .

Der hat bei üblichen Werten nur wenig mit leichtgängiger Lenkung zu tun und auch heute noch haben die meisten Autos einen negativen Lenkrollradius. Der dient vorrangig zur Selbststabilisierung bei Bremsvorgängen, hat man links/rechts unterschiedliche Traktion lenkt das Auto damit quasi alleine gegen.

Er bewirkt nebenbei etwas leichteres Lenken da der Reifen nicht "im Stand" gelenkt wird sondern sich durch den Hebel auch etwas vor bzw. zurück bewegt.

Am Ende ist das Thema Servo oder nicht auch von der gewünschten Lenkübersetzung abhängig. Wie fährt es sich mit 5 oder mehr Lenkumdrehungen Anschlag-Anschlag? Direktes Lenkverhalten, kein wildes Gekurbel beim Einparken und auch wenn man mal ein Ausweichmanöver fahren will - daher gibt es "Mit ohne Servo" nur noch bei Basisausstattung Kleinstwagen wo der Kostendruck überwiegt.

Störanfälliger ist die E-Servo auch nicht unbedingt, die "alten" hydraulischen hatten auch durchaus mal Probleme. Mal eine Dichtung kaputt, Leitung undicht, Ölfilter zu, durchrutschender Keilriemen, ...

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Hi,

vereinzelt gibt es auch noch Modelle ohne Servo. Z.b. den Seat Mii in der Basisausstattung. Sobald man da aber ein paar Extra´s ordern möchte muß man eine höhere Ausstattungsvariante nehmen wo die Servo dann wieder mit drin ist.

Bei Smart kostete die Servo bisher auch Aufpreis,wie es beim neuen Modell aussieht weiß ich aber noch nicht.

Beim neuen Citroen C1 ist in der Basisversion auch keine Servo an Bord.

Du siehst also vereinzelt gibt es das noch zu bestellen,wird in der Praxis aber eher selten sein. Gerade die Kleinstwagen fahren ja viel in der Stadt und da ist selbst bei denen eine Servo sehr angenehm.

Gruß Tobias

Früher war eben alles besser! :)

Nein im Ernst! Die Anforderungen, die heute an ein modernes Fahrwerk gestellt werden, lassen keine "leichtgängige" Lenkgeometrie mehr zu, weshalb man heute einen "starken Helfer" am Lenkrad benötigt.

Elektrische Systeme haben gegenüber den rein hydraulischen den Vorteil, dass man sie besser auf unterschiedliche Anforderungen reagieren lassen kann. Z.B. eine große Unterstützung beim Einparken, unterschiedliche Kennlinien im Sport- oder Komfortmodus und schließlich auch so Späßchen wie Spurhalteassistent.

Dass elektrische Systeme immer wieder in die Kritik geraten liegt meiner Ansicht nach daran, dass Viele einfach das Neue grundsätzlich ablehnen, aber auch am "Sparmodus" der Autohersteller...

Naja, ich seh das ein bisschen anders. Mein erstes Auto war ein Corsa ohne Servolenkung. Solange man fährt alles kein Thema, da geht das alles noch relativ leicht von der Hand. Aber wenn man dann mal im Parkhaus rumrangieren muss werden schnell die Arme schwer. Man kann auch die Übersetzung nicht beliebig vergrößern, das führt ja bekanntlich zu längeren Lenkwegen, also ist man nur noch am Kurbeln. Das würde sich selbst beim Geradeausfahren bei minimalen Lenkkorrekturen als sehr stressig erweisen.

Der Schein, dass neuere Kleinwagen leichter sind als alte trügt gewaltig, durch den vermehrten Einsatz an Technik wurden die in den letzten Jahren eher schwerer. Das machts nicht besser.

Den Komfort einer Lenkhilfe möchte ich jedenfalls nicht mehr missen, auch nicht bei einem Smart :D

Von der Störanfälligkeit kann ich aus meiner Erfahrung sagen, ich hab noch keinen Ausfall zu beklagen gehabt, weder bei elektrisch noch hydraulisch.

Gruß Tobias

Es gab mal den "negativen Lenkrollradius " (Golf) . Damit ging die Lenkung so leicht , wie mit Lenkhilfe . Nach meiner Kenntniß wurde das wieder abgeschafft , weil man beim schnellen Rückwärtsfahren das Lenkrad festhalten mußte , sonst bog das Auto vom Weg ab . Und weil manche dusseligen Fahrer , besonders in Amerika , dann große Schadenersatzprozesse anstrengen , wurde das wieder abgeschafft . Vieleicht auch wegen der nicht so formschönen, schüsselförmigen ,Felgen . Jeder bekommt das Auto , das er verdient hat .

Gruß : Rostklopfer

Zitat:

Original geschrieben von Rostklopfer

Es gab mal den "negativen Lenkrollradius " (Golf) . Damit ging die Lenkung so leicht , wie mit Lenkhilfe . Nach meiner Kenntniß wurde das wieder abgeschafft , weil man beim schnellen Rückwärtsfahren das Lenkrad festhalten mußte , sonst bog das Auto vom Weg ab ...

Der negative Lenkrollradius (-Halbmesser) hatte nur indirekt mit einem unkontrollierbaren Rückwärtsfahrverhalten zu tun. Und diese Halbmesser sind heute negativer denn je, oder warum haben die Felgen heute so große Einpresstiefen?

Haben nicht die meisten Fahrzeuge nen neg. Halbmesser?

Warum man auf eine Lenkhilfe verzichten möchte ist mir nicht klar. Wenn man eine vielleicht störanfälligere "e-Servo" nicht möchte, kauf man ein anderes Auto, welche diese nicht hat. Aber, auf eine Servo verzichten? Würde ich nicht. Nehm ich eben die Hydraulische!

Ein Rückrüsten dürfte bei vielen Fahrzeugen die BE killen. Scheidet daher wohl aus.

Mein erster Wagen hatte keine Servo. Wenn er rollte, alles kein Problem. Auf dem Fleck zu lenken, war allerdings schon anstrengender. Freundinnen, die meinen Wagen fuhren und natürlich nicht rollten, sondern auch noch fest auf der Bremse standen, bekamen das Lenkrad kaum bewegt. Aber, ich bin auch froh meine 225er mit knapp ner Tonne auf der VA mit einem Finger bewegen zu können.

MfG

Hi,

die Servolenkungen werden einen nicht unerheblichen Anteil an den heutzutage oft frühzeitig verschlissenen Lenkern an den Vorderachsen haben. denn genau das lenken im Stand geht enorm auf die Gelenke.

Mein Fahrlehrer hat noch darauf bestanden das grundsätzlich nicht im Stand gelenkt wird! Obwohl der Astra F mit dem ich damals gelernt habe eine Servo hatte.

Ich hatte dann auch einige Auto´s ohne Servo (Golf II,Polo86C,Smart 451) man gewöhnt sich dran aber verzichten möchte ich da heute eigentlich nicht mehr drauf.

 

Gruß Tobias

Zitat:

Original geschrieben von Rostklopfer

Es gab mal den "negativen Lenkrollradius " (Golf) . Damit ging die Lenkung so leicht , wie mit Lenkhilfe .

Der hat bei üblichen Werten nur wenig mit leichtgängiger Lenkung zu tun und auch heute noch haben die meisten Autos einen negativen Lenkrollradius. Der dient vorrangig zur Selbststabilisierung bei Bremsvorgängen, hat man links/rechts unterschiedliche Traktion lenkt das Auto damit quasi alleine gegen.

Er bewirkt nebenbei etwas leichteres Lenken da der Reifen nicht "im Stand" gelenkt wird sondern sich durch den Hebel auch etwas vor bzw. zurück bewegt.

Am Ende ist das Thema Servo oder nicht auch von der gewünschten Lenkübersetzung abhängig. Wie fährt es sich mit 5 oder mehr Lenkumdrehungen Anschlag-Anschlag? Direktes Lenkverhalten, kein wildes Gekurbel beim Einparken und auch wenn man mal ein Ausweichmanöver fahren will - daher gibt es "Mit ohne Servo" nur noch bei Basisausstattung Kleinstwagen wo der Kostendruck überwiegt.

Störanfälliger ist die E-Servo auch nicht unbedingt, die "alten" hydraulischen hatten auch durchaus mal Probleme. Mal eine Dichtung kaputt, Leitung undicht, Ölfilter zu, durchrutschender Keilriemen, ...

Themenstarteram 19. August 2014 um 15:26

Ok Leute, das sind alles Argumente. Dass ein schwerer PKW Lenkhilfe braucht ist wohl selbstverständlich.

Nur meinte ich ein leichter Kleinwagen braucht das nicht.

Wie schon geschrieben,es soll ja heute noch welche geben,ohne.

Der Kommentator," bei störanfälliger Lenkung" macht es sich leicht,wenn er meint

auf ein anderes Fahrzeug zugreifen.

Die Lenkhilfen werden doch sowieso von Zulieferern zugekauft,also vermutlich

überall das Gleiche drin.

Aber man ist mit dem Autofahren schon sehr bequem geworden,alles soll leicht und

möglichst von alleine funktionieren.

Erst heute lese ich wieder in der Zeitung,eine Frau landet in der Baugrube weil sie sich

zu sehr auf ihr Navi verlassen hat.

Es ist schon so,der Nachbar prahlt mit dem neuen Auto,ich habe das und jenes als Zubehör drin,um bei den Verkaufszahlen mitzuhalten muß die Konkurrenz das auch bieten.

Sonst wird das Modell womöglich nicht gekauft.

Ihr werdet jetzt über mich herziehen,bin was das betrifft noch ein wenig altmodisch,denn

ein bisschen sollte man ja schon noch mitarbeiten beim Autofahren.

So wie es aussieht kann man demnächst Autofahren,ohne selber zu lenken,tolle Erfindung.

Jan.

Zitat:

Original geschrieben von jan.h.

Ok Leute, das sind alles Argumente. Dass ein schwerer PKW Lenkhilfe braucht ist wohl selbstverständlich.

Nicht unbedingt. Mein damaliger Granada V6 hatte keine Servolenkung. Und das ging auch ohne Probleme.

@jan.h.,

wenn ich dich richtig verstehe, dann könnte man nicht nur auf Servolenkung, sondern auf jeden Fortschritt im Automobilbau verzichten?!

Wieso eigentlich überhaupt Autos? Eine Eselkarre hat doch auch Jahrhunderte lang funktioniert und ohne all den modernen Schnickschnack.

Alles was den Straßenverkehr sicherer macht und das Fahren dem Benutzer erleichtert, gehört heute in ein Auto.

Und wenn heutzutage Jemand nach einer instabilen Lenkgeometrie ruft, nur damit er auf eine servounterstützten Lenkung verzichten kann, sollte aus dem Straßenverkehr entfernt und kompostiert werden ;)...

Der Ford Granada hatte möglicherweise alles, nur keine instabile Lenkgeometrie.

Zitat:

Original geschrieben von jan.h.

Hallo, Frage: gibt es heutzutage eigentlich noch irgendein Auto ohne Lenkhilfe?

Ja.

Und der hat auch sonst nichts, was das Fahren komfortabel und gemütlich macht, nicht mal einen Bremskraftverstärker.

Kann man neu kaufen und man bekommt ihn auch problemlos zugelassen. ;)

Zitat:

Original geschrieben von trouble01

Der Ford Granada hatte möglicherweise alles, nur keine instabile Lenkgeometrie.

:D Beim Wenden oder Einparken war halt das große Kurbeln angesagt wenn man vom einen zum anderen Anschlag drehen mußte.

Nun ja, Viele hier kennen wohl keinen Autos ohne Servo aus eigener Erfahrung.

Ihnen sei gesagt das die Fahrwerksgeometrie nicht wirklich anderst als mit Servo war, nur hatte man nicht 2,5 Lenkradumdrehungen von Anschlag bis Anschlag sondern auch mal das Doppelte. Das Problem mit den Lenkkräften wurde schlicht und ergreifend über eine Übersetzung gelöst, dazu gehörte auch ein Lenkrad in etwas größerer Dimension als Heute.

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