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Leasing und Finanzierung

Themenstarteram 1. September 2004 um 13:06

Hallo liebe Forumsteilnehmer,

ich möchte mich vorab für eure Zeit und euren Rat bedanken.

Meine Fragen zielen auf den Vergleich von Leasing/Finanzierung für Gewerbetreibende. Falls diese Fragen bereits in ähnlicher Form beantwortet wurden, bin ich auch für Links auf entsprechende Threads dankbar.

- Leasingsonderzahlung und monatliche Raten: Sind diese in voller Höhe als Aufwand absetzbar? Kann die zusätzliche MwSt. vollständig von der Vorsteuer abgezogen werden?

- Muss ich bei Privatnutzung eines geleaseten Wagens 1% des Neupreises als geldwerten Vorteil jeden Monat einkalkulieren?

Im Unterschied dazu, wie sieht es bei einem finanzierten Wagen aus:

- Anzahlung: Ist die MwSt. des Gesamtneupreises zu 100% abzugsfähig? Stellt der Rest wiederum Aufwand dar, den ich sofort geltend machen kann?

- Gelten die monatlichen Raten ebenso als Aufwand?

Vielen Dank.

Christoph

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8 Antworten

Hi,

das ist eine Abhandlung die ganze Seiten füllen kann. Diese Themen wurden hier schon behandelt aber eine optimale Lösung kann nur persönlich für jeden selbst zusammen mit seinem Steuerberater gefunden werden.

Die Behandlung ist unterschiedlich z.B. nach Gesellschaftsform oder Form des Jahresabschlusses und ganz besonders der persönlichen Situation. In der Vorsteuerbehandlung kann es auch Unterschiede geben. Auch gibt es noch Unstimmigkeiten zwischen Europa und D zwischen der Behandlung einer Beschränkung des Vorsteuerabzuges bei gemischt genutzten Fahtzeugen ab 2004.

Vereinfacht ausgedrückt dürfte es im Augenblick noch so sein:

Beim Leasing sind die einzelnen Raten (auch die Sonderzahlung) Aufwand zum Zeitpunt des Enstehens der Zahlungsverpflichtung und die Vorsteuer daraus Abzugsfähig.

Bei der Finanzierung sind die Zinsen des Fahrzeuges Aufwand, ebenso wie die anteilige Abschreibung. Die Vorsteuer des kompletten Kaufpreises ist am Anfang abziehbar.

 

In beiden Fällen wird (es sei denn, es ist ein Fahrzeug welches man nicht privat nutzen kann z.B ein LKW oder Werkstattwagenumbau) eine Anrechnung der Privatnutzung geben. Dies wird üblicherweise über ein Fahrtenbuch oder die sog. 1% Regel verrechnet und privat ver(s)teuert.

Ich kenne von "früher" noch die Möglichkeit bei Einzelunternehmen einen bestimmten %Anteil als Privatentnahme bzw -nutzung anzunehmen. Dieser Anteil war dann keine Betriebsausgabe. Ob es dies heute noch gibt weiss ich leider nicht.

Und ist jetzt alles klar? - bei mir nicht - aber das ist man auf diesem Gebiet ja gewohnt ;)

cu

pp

Hallo,

ich gehe mal davon aus, dass es sich in deinem Fall um ein Einzelunternehmen handelt. Bezüglich des Vorsteuerabzugs muss hierbei beachtet werden, dass ein Fahrzeug nur dann als Firmenfahrzeug anerkannt wird, wenn es zu mehr als 10 Prozent geschäftlich genutzt wird. Im Zweifelsfall sollte dann statt der 1%-Regelung ein Fahrtenbuch geführt werden, damit man dies gegenüber dem Finanzamt nachweisen kann.

Hallo,

es ist grundsätzlich so, dass der PKW zumindest zu 5 Prozent betrieblich genutzt werden muss, damit ein Vorsteuerabzug zu 100% möglich ist. Die bereits erwähnten Möglichkeiten bezüglich des 50 % Vorsteuerabzuges für Fahrzeuge die nach dem Stichtag 01.04.1999 angeschafft wurden hat der BFH folgendermaßen erklärt.

Für Fahrezeuge die nach dem 01.01.2003 angeschaftt wurden ist nunmehr wieder ein Vorsteuerabzug von 100% möglich. Der Eigenverbrauch ist aber der Umsatzsteuer zu unterwerfen. (1% bzw. Fahrtenbuch)

Es ist aber auf jeden Fall zu klären, zu wieviel Prozent der PKW betrieblich genutzt wird. In manchen Fällen kann die Kilometergeldpauschale sogar günstiger sein, als den PKW in das Betriebsvermögen einzubringen (km gesamt jährlich x 0,30 = ....EUR). Der Betrag ist dann voll als Betriebsausgabe anzusetzen. Ein Eigenverbrauch muss somit nicht angesetzt werden.

Nun zur Problematik Finanzierung/leasing: Hier kann meines Erachtens bezüglich der gesamt zu erwartenden Kosten schon eine pauschale Aussage getroffen werden. Eine Finanzierung ist grundsätzlich Preisgünstiger als ein Leasinggeschäft. Bezüglich der Vorsteuerabzugsfähig haben meine Vorredner bereits alles gesagt.

Um abschließend klären zu können, was für Dich günstiger wäre müsste mann noch mehr Details erfahren. Beispielsweise ob du für dein Unternehmen eine Bilanz oder eine Gewinnermittlung erstllen musst. Weiterhin müsste man wissen, ob du laufende Darlehen bei Deiner Bank hast, da Du ja denen dann eventuell den Jahresabschluss vorlgen musst.

Sollten bereits einige Verbindlichkeiten bei der Bank bestehen(Darlehen, etc.), kann ich dir trotz der günstigeren Kosten von einer Finanzierung abraten, da dadurch die Verbindlichkeiten erhöht werden. Bei einem Leasinggeschäft bleiben die Verbindlichkeiten gleich groß. (zur Vereinfachung habe ich unterstellt, dass keine Darlehen aufgenommen wurden)

Abschließend ist dabei keine pauschale Aussage möglich, mann muß immer die einzelne Situation genau betrachten.

Ich hoffe die Problematik ist nun ein wenig klarer geworden.

Hier noch die Antworten zu deinen fragen:

-Raten und Sonderzahlung sind vollständíg als Betriebsausgabe absetzbar, Vorsteuer ist abzugsfähig.

-die Privatnutzung ist monatlich zu berechen (1% oder Fahrtenbuch), wobei die Fahrtenbuchmethode erst bei einer betrieblichen Nutzung von über ca. 70% von Vorteil ist)

-die Umsatzsteuer vom Bruttopreis ist zu 100% abzugsfähig. Anzahlung und monatliche raten stellen keinen Aufwand dar, da der PKW ja abgeschrieben wird.

Hierzu eine Beispiel:

Bruttopreis 23200,-

abzügl. Vost 3200,-

Netto 20000,-

Der PKW wird dann auf jahre Jahre (Neuwagen)abgeschrieben.

Die jährliche Betriebsausgabe beträgt somit 4.000Euro unanhängig von der Höhe der Anzahlung oder der Höhe der monatlichen raten.

MFG

markus

Hi,

eine Anmerkung hierzu noch: es sind wirklich 10%. Ab diesem Wert nennt man dies gewillkürtes Betriebsvermögen und das geht glaube ich bis 50% ab da ist es immer Betriebsvermögen.

Aber der % ist eigentlich philosphisch, da man in diesem Bereich die "fehlenden" 5% immer nachweisen könnte ;)

Der beschränkte Vorsteuerabzug ist auch noch nicht vom Tisch, da die Verwehrung des Vorsteuerabzuges auf den privaten Anteil von der EU angemahnt/verwehrt oder was auch immer wurde und im Augenblick in Dutschland ausgesetzt/auf Eis gelegt oder nicht verfolgt wird. Um das mal lapidar zu sagen.

cu

pp

Hallo,

die Thematik bezüglich des Vorsteuerabzuges ist definitiv vom Tisch!!!

Der Europäische Gerichtshof hat mit seinem Urteil vom 29.04.2004 die Rechtslage abschließend geklärt.

Wers genau wissen will:

Das Urteil besagt, dass wie folgt zu verfahren ist:

-Für Fahrzeuge die vor dem 01.04.1999 oder nach dem 31.12.2003 angeschaft wurden ist grundsätzlich der volle Vorsteuerabzug zulässig. Für die private Nutzung ist die 1% Regelung bzw. die Fahrtenbuchmethode anzuwenden. Sie unterliegt der Umsatzsteuer!

-Fahrzeuge die nach dem 31.03.1999 und vor dem 04.03.2000 angeschafft wurden kann für diesen Zeitraum entweder der volle Vorsteuerabzug in Anspruch genommen und die Eigenverbrauchsbesteuerung vorgenommen werden; auf Antrag die 50%-ige Kürzung der Vorsteuer aus den Anschaffungskosten und den laufenden Kosten für diesen Zeitraum wobei der Eigenverbrauch nicht der Umsatzsteuer unterliegt; ab 01.01.2003 ist für diese Fälle der volle Vorsteuerabzug wieder vorzunehmen; ab 01.01.2004 ist Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch zu zahlen

-Fahrzeuge, die nach dem 03.03.2000 und vor dem 01.01.2003 angeschafft wurden ist ebenfalls aus den AK sowie den laufenden Kosten ein 50%-prozentiger Vorsteuerabzug vorzunehmen; ab 01.01.2003 kann wieder der volle Vorsteuerabzug aus den lfd. kosten vorgenommen werden; Eigenverbrauch für diese Fälle ab 2004 wieder steuerpflichtig!

d.h. ab 01.01.2003 können wieder 100% Vorsteuerabzug für alle Fahrzeuge geltend gemacht werden!!

Eine Vorsteuerabzugsbegrenzung auf 50% gibt es seit diesem Zeitraum nicht mehr.

MFG Markus

Hi,

ich möchte eigentlich sagen, daß was im Augenblick vom Tisch ist durchaus durch die Hintertür in anderer Form wieder hereinkommen kann - wär ja nicht das erste mal ;)

cu

pp

Hallo,

da kannst du wohl recht haben, mann weis ja nie!

Zitat:

Original geschrieben von Markus82

Für Fahrezeuge die nach dem 01.01.2003 angeschaftt wurden ist nunmehr wieder ein Vorsteuerabzug von 100% möglich. Der Eigenverbrauch ist aber der Umsatzsteuer zu unterwerfen. (1% bzw. Fahrtenbuch)

 

MFG

markus

Hallo,

kann man dieser 1% Regelung bzw. einem Fahrtenbuch durch einen Zweitwagen entgehen?

Ich meinte es hier irgendwo schon gelesen zuhaben, aber kann es leider nicht mehr finden.

Vielen Dank im Vorraus!

Gruß,

Cem

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