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Lackschaden und Begriffsverwirrung

Themenstarteram 21. August 2010 um 15:34

Hallo allerseits,

es gibt ja so Wochen... Am Mittwoch erfahre ich aus dem Radio, daß meine Bank pleite ist, und gestern verliert meine Freundin beim Aussteigen aus dem Auto das Gleichgewicht und fällt ausgerechnet mit einer Kette dagegen. Nun sind am "Türrahmen" (ziemlich genau an der Kante, aber tendentiell eher Richtung außen, nein noch blöder kann ich's nicht erklären...) im Abstand von etwa einem Zentimeter fünf ca. 1,5mm große Löcher im Lack, wie es aussieht, bis auf's Blech - muß also wegen Rostgefahr schnell gemacht werden. Lack ist BMW Saphirschwarz metallic.

Ich habe also gestern den ganzen Abend vor dem Computer gesessen, um mich zum Thema Lackreparatur schlau zu machen, und bin jetzt verwirrter als vorher. "Spot Repair", "Smart Repair", "Lackdoktor"...

Ob es einen Unterschied zwischen den Verfahren gibt oder ob das nur alles verschiedene (Marken-)Namen für im Wesentlichen gleiche Vorgänge sind, habe ich als Laie aber nicht wirklich herausbekommen, geschweige denn, welches für meinen Fall am besten geeignet wäre.

Gibt es vielleicht eine (neutrale) Seite, auf der diese Begriffe oder Verfahren erklärt werden?

Eine Menge Einzelaussagen habe ich zwar gefunden von "Beilackieren sieht man immer" bis "perfekt, nicht mal der Gutachter hat's gefunden", von "mit Car Top hatte ich keine Probleme" bis "die wollen mich verklagen, weil ich mich öffentlich beschwert habe" und bei Sikkens "Nur eine Schadstelle pro Teil, nicht empfehlenswert bei Metallic-Lacken", aber wie gesagt, als Laie kann ich die halt kaum bewerten.

Letztlich geht es für mich um die Frage, ob ich zum Haus- und Hof-Karosseriebauer bei uns im Dorf gehe, der laut Homepage auch Spot Repair anbietet, zu Top Car in Offenbach oder lieber ganz woanders hin - und was ich dafür ungefähr loswerden würde. Für den am Ort spricht, daß er einen guten Ruf hat, für Car Top, daß sie eventuell doch ein besseres Verfahren und vor allem eventuell mehr Erfahrung haben könnten und ich von dieser Niederlassung auch noch nichts schlechtes gelesen habe.

Deshalb wäre ich für jeden Hinweis dankbar. Natürlich sollte es möglichst günstig sein (auch wegen s.o.), aber wichtig ist mir auch ein möglichst geringer Wertverlust.

Nebenbei: Lohnt es sich, die Privathaftpflicht meiner Freundin (Cosmos) mit dem Vorfall zu belästigen? Zum einen könnte man evtl. argumentieren, daß ein leichtes Taumeln noch keine Fahrlässigkeit darstellt und zweitens habe ich gehört, daß PHVs gern ganz schnell die Verantwortung abschieben, wenn sie was von Autos hören - mein Wagen ist auch bei Cosmos versichert (VK), aber mit hoher Selbstbeteiligung...

TIA,

Nonoa

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5 Antworten

Wenn die Haftpflicht der Freundin den Schaden übernimmt, bist Du fein raus. Dann würde ich das Karosserieteil komplett reparieren/lackieren lassen. Also hier würde ich als erstes mein Glück versuchen. Allerdings den Sachverhalt wahrheitsgemäß schildern und nicht so hinbiegen, dass es 100% ein Haftpflichtschaden wird... Wir wollen die Versicherung ja nicht betrügen. ;)

Wenn Du selbst zahlen musst, kommt evtl. ein Spotrepair in Frage. Ob es an der Stelle funktionieren wird, kann Dir die Werkstatt vor Ort dann sagen.

Ich habe mit Car Top - allerdings in WOB - ebenfalls gute Erfahrungen gemacht (schon mehrfach). Ich weiß nicht was an einer Komplettlackierung des betroffenen Bauteils besser sein soll.... Bei hellen Lacken (ist beim Threaderstellen ja nicht der Fall) find ich es eher nachteilig komplette Bauteile nachzulackieren, da es bei den heutigen Wasserlacken - und vor allem Metalliclacken - sehr schwer ist genau den gleichen Farbton zu treffen. Ich hatte mal einen silbernen e46 da sah man aus 100m Entfernung sofort alle komplett nachlackierten Bauteile...

An Deiner Stelle würde ich mal zu Car-Top und zu Haus- und Hof-Karrosseriebauer fahren und mir Angebote unterbreiten lassen und dann entscheiden.

am 21. August 2010 um 18:22

Zitat:

Original geschrieben von Exordium

Wenn die Haftpflicht der Freundin den Schaden übernimmt, bist Du fein raus. Dann würde ich das Karosserieteil komplett reparieren/lackieren lassen. Also hier würde ich als erstes mein Glück versuchen. Allerdings den Sachverhalt wahrheitsgemäß schildern und nicht so hinbiegen, dass es 100% ein Haftpflichtschaden wird... Wir wollen die Versicherung ja nicht betrügen. ;)

Wenn Du selbst zahlen musst, kommt evtl. ein Spotrepair in Frage. Ob es an der Stelle funktionieren wird, kann Dir die Werkstatt vor Ort dann sagen.

Hallo,

warum sollte die PH den Schaden übernehmen? Es ist ja nicht so, dass eine PH sämtliche Schäden die ich als Versicherter verursache abdeckt. Beispiel: Wenn ich das Auto meines Kumpels, Nachbars etc. poliere und ich haue ihm einen Kratzer in den Lack wird der Schaden auch nicht von PH übernommen

Gruß

Polierer

Themenstarteram 22. August 2010 um 0:14

Wow, die Antworten kamen ja wirklich schnell, vielen Dank.

Ihr meint also, ich kann ruhig nach dem Preis entscheiden, und die Qualität wird schon in Ordnung sein, egal ob nun Spot Repair gemacht oder lackgedoktort wird? Und daß die Angabe, es dürfe bei Spot Repair nur einen Schaden pro Teil geben, so allgemein nicht gilt? (Kam mir in der Allgemeinheit auch unwahrscheinlich vor, aber wie gesagt, Laie.)

Komplettlackierung des ganzen Teils kommt für die kleinen Macken auf keinen Fall in Frage, dann mache ich es eher erstmal mit 'nem Lackstift, Hauptsache es rostet erstmal nicht und ist nicht auf den ersten Blick zu sehen.

 

@Polierer

Zitat:

warum sollte die PH den Schaden übernehmen?

Weil das ihr originärer Zweck ist? Eine Haftpflichtversicherung springt ein, wenn Du einem Dritten gegenüber schadenersatzpflichtig wirst (idR nach §§280 oder 823 BGB), es sei denn, Du hast vorsätzlich oder (je nach Police) grob fahrlässig gehandelt.

Zitat:

Es ist ja nicht so, dass eine PH sämtliche Schäden die ich als Versicherter verursache abdeckt. Beispiel: Wenn ich das Auto meines Kumpels, Nachbars etc. poliere und ich haue ihm einen Kratzer in den Lack wird der Schaden auch nicht von PH übernommen

Das ist aber ein Sonderfall, ein sogenannter Gefälligkeitsschaden: Wenn Du im Rahmen der Nachbarschaftshilfe unentgeltlich für einen anderen etwas tust, wird ein Haftungsausschluß zumindest für leichte Fahrlässigkeit als stillschweigend vereinbart angenommen. Die PHV leistet also nicht, weil die Anspruchsgrundlage fehlt (Der Nachbar könnte auch ohne Versicherung kein Geld von Dir verlangen.), und nicht (nicht), weil sie aus ihrer vertraglichen Verpflichtung Dir gegenüber befreit oder diese in dieser Hinsicht eingeschränkt wäre. (Es gibt übrigens auch PHVen, die Gefälligkeitsschäden in geringem Umfang ausdrücklich abdecken.)

Wo siehst Du da den Zusammenhang zu meinem Fall?

Meine Sorge war eher, daß eine deliktische Haftung nach 823 schuldhaftes Handeln oder Unterlassung (also Vorsatz oder Fahrlässigkeit) voraussetzt, und die Versicherung argumentieren könnte, daß ein plötzlicher unerwarteter Verlust des Gleichgewichts und ein daraus resultierendes Fallen gegen ein Auto eben keine auch noch so leichte Fahrlässigkeit darstellt. Dem könnte man zwar entgegnen, daß die im Verkehr erforderliche Sorgfalt einschließt, sich im Zweifelsfall abzustützen, aber ich hatte eigentlich nicht vor, meine Freundin vor Gericht zu verklagen...

(Oder kürzer: Die Theorie zu diesem Thema ist mir halbwegs vertraut, meine Frage zielte eher darauf, ob jemand Erfahrungen damit hat, wie sich Versicherungen in solchen Fällen in der Praxis verhalten.

Aber da geht probieren wohl vor studieren, natürlich nur mit wahrheitsgemäßen Angaben.)

Trotzdem Danke, Nonoa

Um auf deine Ursprünglichen Fragen zurück zu kommen: Lackdocktor, Spot-Repair, Beilackierung, etc., bezeichnet grob genommen, immer das selbige Verfahren. Wie talentiert sich der Ausführende dabei anstellt, hängt nicht von der Bezeichnung ab.

Natürlich kann der Leistungsumfang unterschiedlich sein. So kann der Lackdocktor z.B. nur Lackierarbeiten anbieten, der Spot-Repairbetrieb, bietet vielleicht noch Beulen entfernen an. Oder andersrum! Es ist kein festgelegter Rahmen vorhanden!

Und in deinem Fall, würde ich einfach mal deine Freundin bitten, ihre Haftpflicht zu unterrichten und dann sieht man, was raus kommt. Wenn man der Versicherung, gleich eine günstige Regulierung vorschlägt, nimmt diese auch oft an. Selbst, wenn es sowieso übernommen wird, muss man nicht zwangsläufig die teuerste Variante (komplette Lackierung durch die Vertragswerkstatt des Herstellers!) wählen.

Hast du mal nen Bild von dem Schaden?

MfG

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