Jede vierte Zankfüllung mit Benzin fahren???

Ich würde gern meinen E39 535i umrüsten lassen und war schon bei einigen Umrüstern. Gestern sagte mir einer das ich jede vierte Tankfüllung mit Benzin durchfahren müßte, weil sich durch das fahren mit Benzin eine dünne schwarze Schicht über Ventile setzt, dadurch werden sie geschützt, beim Gasbetrieb hätte man das nicht. Sonst würde der Motor nicht lange halten. Das hatte ich vorher überhaupt noch nicht gehört. Dann läßt er sich das auch unterschreiben das er es gesagt hat und Garantie gibt es nur auf die Anlage, auf Motor bzw. Ventile nicht.
Er würde eine Prins Anlage verbauen und sollte komplett mit Eiintragung 2600€ kosten.

Was haltete ihr von der Aussage und sollte ich mir vielleicht einen anderen Umrüster suchen?

21 Antworten

Hallo,

wo ist das Problem? Wenn ich mir meine Fahrzyklen so anschaue,
kommen pro Jahr ca. 35000 Km zusammen, das Ganze mit
2 Tankfüllungen LPG pro Woche und 4-5 Tankfüllungen (200-250l
insgesamt) Benzin pro Jahr. (Fahrzyklus: Montag und Freitag je 400 km,
Dienstag-Donnerstag 2 * 5 km (2 Kaltstarts), Wochenende auch
nur Kurzstrecken). Ist halt ein Fahrzeug und kein Stehzeug.
Allerdings hat man mir beim freundlichen auch geraten, so
ca. 2 Tankfüllungen Benzin pro Jahr zu verfahren, damit die
Startfähigkeit des Benzin nicht leidet. Benzin ist halt ein
Cocktail aus allem möglichen (gesundheitsschädlichen)
Zeugs, das seine Eigenschaften im Laufe der Zeit verändert,
Butan macht bein 'Schnüffeln' high (und verursacht
Gehirnschäden, also nicht zur Nachahmung empfohlen!).
Die flüssigeinspritzenden Anlagen, und alle, die direkt auf LPG
starten können, bekommen natürlich irgendwann ein Problem,
wenn sie das 'Startbenzin' nur spazierenfahren, genauso wie der
Rasenmäher mit dem alten Sprit vom letzten Sommer im Frühjahr
nicht wirklich gut anspringt... Also: don't panic!

mfg

Gas_A4

Aussage "Man muss regelmäßig längere Strecken auf Benzin fahren"

Begründung: Ansonsten leidet die Benzinpumpe samt Leitungen, etc.

Realität: Zumindest bei meinem VW (wie auch bei vielen anderen Fahrzeugen) läuft die Benzinpumpe permanent. Während dem Betrieb auf LPG wird das Benzin einfach über den Rücklauf zurück in den Tank gepumpt. Somit ist die oben angeführte Erklärung sinnfrei.

Eigene Erfahrungen bzw. Erfahrungen von Personen welche seit über 8 Jahren mit demselben Fahrzeug und LPG unterwegs sind: Benzinpumpe, Leitungen, etc. funktionieren einwandfrei. Und das obwohl so gut wie nie mit Benzin gefahren wurde.

Aussage "Man muss den Benzintank leerfahren da das Benzin sonst altert"

Begründung: Benzin altert dadurch, dass Bestandteile verdunsten bzw. sich Wasser am Tankboden ansammelt.

Realität: Den Benutzern von Fahrzeugen mit Saisonkennzeichen oder "07er" wird von fast allen Mineralölkonzernen empfohlen den Tank möglichst voll zu halten, da das Benzin binnen 12 Monate keine messbare Verschlechterung aufweist bzw. sich bei einem vollen Tank wegen der kleineren Oxidationsfläche weniger Bestandteile verflüchtigen können.

Eigene Erfahrungen: Ich konnte keine Startprobleme mit "altem Benzin" feststellen und bin bei 15.000 km pro Jahr ca. 500 km (max) mit Benzin gefahren. Startprobleme? Fehlanzeige.

Aussage "Benzin wäscht Rückstände an den Ventilen ab"

Begründung: Bei der Verbrennung entstehen Rückstände, welche von dem verdampften Benzin "abgewaschen werden".

Realität: Also bei mir kommt das verdampfte Benzin nur mit den Einlassventilen in Kontakt. Diese sind während Kompression, Verbrennung und Auslass geschlossen. Wie kann dann a) der Benzindampf die Auslassventile reinigen und b) wie kommen Verbrennungsrückstände auf die Einlassventile?

Meine Erfahrung: Steht noch aus, habe meinen Motor noch nicht zerlegen müssen da auch nach über 60.000 km noch keine Probleme mit den Ventilen aufgetreten sind.

Erfahrungen anderer: Nach über 120.000 km auf LPG wurde ein VR6 zerlegt. Kein überdurchschnittlicher Verschleiß und auch keine außergewöhnlichen Ablagerungen.

Grüße, Martin

Zitat:

Original geschrieben von Gas_A4


[...]
Die flüssigeinspritzenden Anlagen, und alle, die direkt auf LPG
starten können, bekommen natürlich irgendwann ein Problem,
wenn sie das 'Startbenzin' nur spazierenfahren, [...]

Jedoch haben LPI-Anlagen i.d.R. eine "Vorpumpzeit" von 55 Sekunden. In dieser Zeit fährt das Fahrzeug auf Benzin. Die Fahrzeuge fahren somit nicht sofort auf Benzin los, sondern müssen warten bis im System komplett der benötigte Druck durch die Pumpe im LPG-Tank aufgebaut wurde.

Anders bei meiner Multipoint: Im Sommer schaltet die Anlage binnen Sekundenbruchteile von Benzin auf LPG um - vorausgesetzt das Kühlwasser hat die entsprechende Temperatur. Die Wartezeit bis die Lambdasonde die Arbeitstemperatur erreicht hat wurde deaktiviert.

Grüße, Martin

hi, hab jetzt mit meiner gas anlage in 6monaten ca 30000km gemacht, gefahren auf benzin taeglich 2km bis sich die anlage selbst auf gas umgestellt hat , nachdem das fahrzeug warm ist schaltet sich bei jedem start nach 3sek die gasanlage an.
da ich schon eine der neueren anlagen habe kann ich sleber per knopfdruck nicht im sommer nur auf gas starten, in der geht alles automatisch ist zu wenig gas im tank faehrst du auf benzin , doch wenn du stehst schaltet er wieder auf gas da es fuer leerlauf reicht.
bei den aelteren anlagen ruckelt es etwas wenn der gasbetrieb anfaengt, bei den neueren hast du normaler weisse eigene einspritduessen und so weiter so das es ruckel frei geht.

Ähnliche Themen

Zitat:

Original geschrieben von X_FISH


Aussage "Benzin wäscht Rückstände an den Ventilen ab"

Begründung: Bei der Verbrennung entstehen Rückstände, welche von dem verdampften Benzin "abgewaschen werden".

Grüße, Martin

Hallo Martin, ich bezog mich auf folgendes Posting vom User Querkopf im autogas4you-Forum, im o.g. Thread, den man leider nicht direkt verlinken kann. Allerdings habe ich sonst auch noch keine Postings über das geschilderte Problem gefunden in anderen Gasforen.

Zitat von Querkopf:

Das mit dem sauberern Motor usw. bei Gasbetrieb - da bin ich anderes GEWOHNT - das erlebe ich ANDERS!

Es wird bei reinem Gasbetrieb ein ASCHEARMES ist das Motoröl empfohlen. Das bedeutet eine besonders Aschearme VERBRENNUNG des ÖLS!

Warum ?

Öl das durch die Schaftdichtungen/Abstreifringe/Motorentlüftung in den Brennraum gelangen kann, verkokt auf den Einlaßventilen, Kolben und Brennraum. Bei Benzinbetrieb wird das ÖL vom eingespritztem Benzin gelöst, die Ventile "gewaschen" - bei Gasbetrieb versulzen und verkoken die Ventile - den Brennraum.

Ähnlich sieht es auf den Kolben aus!!!! Das sich dort ansammelnde ÖL verkokt diese.

Tja - das habe ich sogar exakt so bei meinem Nissan nach ca. 100tkm auf reinem Gasbetrieb so gesehen! Die Kolben waren mit einer dicken Rußschicht überzogen - die in mm dicken Placken leicht nach oben gewölbt abstand....

Von allen Motoren, die ich bis jetzt zerlegt habe ist der LPGMotor der am meisten verdreckte!!! Das kommt sicher NICHT von einer unsaubereren Verbrennung, sondern vom ÖL, das IMMER!!!!! in den Brennraum gelangt und sich als Film an der Oberfläche niederschlägt.

Daher!!!! kommt eventuell auch die Meinung, Zündkerzen bei Gasbetrieb häufiger zu erneuern, als es der Intervall vorsieht.

http://www.lpgforum.de/forum/attachment....40&d=1181379622

Auf Nachfrage, ob sein Nissan-Motor nicht einfach viel Öl verbraucht hat, hat Querkopf noch folgendes ergänzt:

Der Motor hat schon etwas Öl gebraucht - bei monatilch ca. 2tkm habe ich unter 1l nachgefüllt, was mit weniger als 0,5l auf 1000km nicht richtig viel ist. Das Motoröl ist immer sauber/bräunlich geblieben und NIE schwarz geworden.

Es ist eben nicht NUR LPG oder Benzin im Brennraum - den Ventilen und man kann NICHT nur von neuwertigen Motoren ausgehen.

Ist wie mit den Reparturanleitungen - da werden neue PKW zerelgt. Festgegeammele Schrauben oder Kolbenfresser gibt es da gar nicht. Die Zyklen die in der Entwicklung gefahren werden sind auch nur an die Realität angelehnt - das wahre Autoleben sieht ist doch ein wenig anders.

Wenn mir mal wieder ein LPG-Motor in die Finger kommt, werde ich den zerlegen....

Sicherlich war das schon ein erheblicher Ölverbrauch. Hier das angehängte Foto vom zerlegten Motor (für den o.g. Link muss man registriert sein): -- geht leider im Moment nicht, der Fotoserver ist nicht erreichbar. hole ich nach--

Zitat:

Original geschrieben von neu2003


Hallo Martin, ich bezog mich auf folgendes Posting vom User Querkopf im autogas4you-Forum, im o.g. Thread, den man leider nicht direkt verlinken kann. Allerdings habe ich sonst auch noch keine Postings über das geschilderte Problem gefunden in anderen Gasforen. [...]

Ich hatte diese Begründung schon anderweitig öfters gelesen bzw. sie wird auch als eine der Begründungen für das Verbauen von Flash Lube verwendet.

Seltsamerweise auch bei Motoren, welche zuvor Jahrelang ohne Flash Lube umgerüstet wurden bzw. bei denen so mancher Block ohne Überholung über 200.000 bis 300.000 km abgespult hat.

Jedoch: Dies waren fast alles Langstreckenfahrzeuge mit relativ viel Hubraum. Wie sich ein 1,2 l Lupo so macht und wie das im Vergleich mit meinem 2,8 l VR6 aussieht - da sind wohl auch vom Motor bzw. der Konstruktion selbst diverse Unterschiede vorhanden.

Hoher Ölverbrauch ist natürlich auch so ein Ding. Wäre wohl ein Glücksfall wenn man einen Benziner mit ähnlicher Laufleistung und ähnlichem Einsatz gleichzeitig zerlegen und die Bauteile vergleichen könnte.

Grüße, Martin

Ich beschäftige mich immer noch damit, inwieweit das gelegentliche Nutzen von EinspritzSystem-Reiniger gegen so ein Problem, wie Querkopf es beim Nissan offenbar hatte, helfen würde.

(Eine Empfehlung für so ein Reinigungsadditiv habe ich bisher nur für den Zeitpunkt *vor* dem Umbau gelesen.)

Also ein umgerüsteter Gebrauchtwagen, der auch Öl verbraucht (wobei ich das hier schon sehr viel fand - 0,5L/1000KM),
und der dann Einspritz-Reiniger im Benzintank hat.

Bsp.-Szenario für mich wäre dann, dass dieser - ab und zu, also z.B. 1 Tank auf 10tkm - mit Benzin fährt, um damit diese Ölrückstände aus seinem Brennraum etc. zu entfernen.

Was hältst Du von diesem Gedanken für Fahrer älterer Fzg. mit Ölverbrauch?

PS: Fotoserver geht wieder - hier das von Querkopf angehängte Foto, mit dem er die Verbrennungsrückstände des Motoröls im Brennraum seines Nissan illustriert hat:
http://img.photobucket.com/albums/v323/bochum2/12210005.jpg

Deine Antwort
Ähnliche Themen