Dynamisches Lastmanagement für Tiefgarage

Moin zusammen,

seit mehreren Jahren bereite ich mich vor, unsere Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses mit einer Ladelösung zu versehen. Allerdings gestaltet sich der Markt noch immer recht unübersichtlich. Daher würde ich gerne hören, ob ihr Erfahrungen oder Ideen habt, die ich noch nicht in Betracht gezogen habe.

Hier die Fakten:
13 Wohneinheiten (Eigentumswohnungen) mit je 1 Tiefgaragenstellplatz ( = 13 Tiefgaragenstellplätze)
Hausanschlussleistung 78 kW (125A/Phase), Erhöhung der HA-Leistung wurde vom Netzbetreiber zunächst abgelehnt
Installiert werden sollen zunächst 3-5 Wallboxen für Miteigentümer mit Ladebedarf auf dem jeweils eigenen Stellplatz. Das System soll aber skalierbar/erweiterbar sein auf bis zu 13 Wallboxen, damit auf lange Sicht keiner benachteiligt wird.
Die jeweilige Wallbox soll durch den Lieferanten des jeweiligen Wohnungseigentümers versorgt werden - also Anschluss hinter dem Haushaltszähler. Separat die Energiemengen unter uns aufteilen wollen wir eigentlich nicht.
Um die Hausanschlussleistung bestmöglich auszureizen, benötigen wir also dynamisches Lastmanagement, welches die zur Verfügung stehende Leistung des Hausanschlusses optimal auf die Wallboxen verteilt. Wenn also ein Mitbewohner seine Sauna anschmeißt, dann müssen die Wallboxen entsprechend Ladeleistung reduzieren.
Ich habe eine kleine Skizze im Anhang angefertigt, um das Anschlussvorhaben zu verdeutlichen.

Was ich bisher herausgefunden habe:

Innogy: Kein Angebot für Privatkunden.

BS Energy: Vertrieb von Mennekes-Produkten, derzeit noch keine Lösung im Portolio. Bisher nur statisches Lastmanagement.

Charge.ON: Nur Statisches Lastmanagement.

ChargeIT: Hat u.a. das Dörnberg in Regensburg ausgestattet, Ladelösung für 400+ Stellplätze. Ist tauglich, aber mit Kanonen auf Spatzen und dementsprechend sehr teuer.

The Mobility House: Dynamisches Lastmanagement als Kauflösung ohne Folgekosten, jedoch müssen alle Wallboxen (Alfen Eve Single) über eine separat gemessene Unterverteilung angeschlossen werden. Macht einen Beschluss zu einem gemeinsamen E-Mobility-Energielieferanten sowie eine separate Energiemengenabrechnung erforderlich.

Keba: Kombination aus P30x (Master) und P30c (Slave) beherrscht nur statisches Lastmanagement bzw. dynamisches Lastmanagement der Wallboxen bei statischer Vorgabe der Gesamtladeleistung.

Webasto: Wallbox als Master- und Slave-Kombination ermöglicht genau das, was wir benötigen. Energiebezug über den Haushaltsstromlieferanten, dynamisches Lastmanagement unter Einbeziehung des Gebäudebezugs, dynamische Verteilung der Leistung an die Wallboxen.

Bisher sind also nur Webasto und ChargeIT in der Lage, unseren Bedarf zu bedienen. Dabei ist Webasto deutlich günstiger, da das Lastmanagement offline in der Wallbox stattfindet und nicht wie ChargeIT ein Online-Backend nebst zentraler Infrastruktur erfordert.

Daher würde ich mich freuen, wenn ihr vielleicht weitere Tips oder Erfahrungen habt, die ich im Vorfeld unserer kommenden Eigentümerversammlung im April aufnehmen kann.

Beste Grüße
Martin

Beste Antwort im Thema

Ich danke euch für die kontroverse Diskussion, die mir auch einige Denkansätze bieten. Ich kann nicht auf jedes Argument detailliert eingehen. Aber in Summe:

Wenn nach Holgors Ansatz jeder sein eigenes Ladesüppchen kocht, dann wird die billige 400 EUR-Wallbox gekauft oder ein CEE16-Anschluss gelegt zum Stellplatz. Das machen 4 Leute und dann ist die Anschlussleistung erschöpft. Das ist Wildwuchs pur, das muss vermieden werden.

Die Idee, später ein Lastmanagement zu kaufen, funktioniert nur, wenn die Wallboxen von vornherein kompatibel dazu sind, sonst wird das Lastmanagement zu teuer. Und ja, das Lastmanagement soll auf die mitmachenden Nutzer umgelegt werden, später hinzukommende Miteigentümer können sich dann in die Lösung einkaufen. Daher gefällt mir die Webasto-Lösung so gut, da gibt es keine zentralen Komponenten (von ein bisschen Netzwerktechnik und einem MBUS-Zähler mal abgesehen).

Den Vergleich mit der Küche und dem Küchenbauer verstehe ich nicht. Eine Küche hat recht standardisierte Verbraucher (Ofen, Kochfeld, Mikrowelle) und die Hausanschlussleistung ist von vornherein auf 13 Wohneinheiten MIT Küche konzipiert. Und ein Kochfeld muss auch nicht heruntergeregelt werden, da es in der Regel nicht 3-8 Stunden mit Volllast läuft. Da ist die Wahrscheinlichkeit einer hohen Gleichzeitigkeit sehr gering und statistisch gesehen gibt die Hausanschlussleistung das locker her.

Bei 3-4 unter Volllast ziehenden Autos (11kW) ist jedoch ein großer Block der Hausanschlussleistung dauerhaft blockiert. Das geht nicht. Es darf keiner am Kochen gehindert werden, weil andere ihre Autos laden. So ist zumindest mein Empfinden von Fairness. Daher müssen die Autos bei Engpässen immer zurückstecken.

Gewollt ist, dass jeder seinen Stromlieferanten nutzen kann und keine separate Abrechnung stattfindet. Gewollt ist eine Lastmanagementlösung, die die Wohnungen priorisiert und die restliche Leistung den Autos zur Verfügung stellt, alles andere wird nicht mehrheitsfähig. Und gewollt ist auch, dass die Verdrahtung hinter dem Wohnungszähler stattfindet, ein späterer Stellplatzwechsel ist nahezu absolut ausgeschlossen, da die Stellplätze alle im jeweiligen Eigentum des Wohnungseigentümers sind. Dies ist kaufvertraglich und notariell fixiert, ein späterer Wechsel ist so gut wie ausgeschlossen und wenn dann nur in Absprache einzelner Eigentümer untereinander leihweise möglich. Und selbst wenn jemand tauschen will (Wahrscheinlichkeit nahe 0 %), dann ist das deren Sache das neu zu verdrahten. Sind dann halt ein paar Kabel im Hausanschlussraum.

Was das Template angeht: Wenn ich die Idee richtig verstanden habe, dann mache ich genau das jetzt gerade. Das System wird so konzipiert, dass insgesamt 13 teilnehmen können. Und wenn's zu Anfang nur n=2 sind, dann tragen die alle anfallenden Kosten (zentrale Kosten geteilt durch n, jeder trägt seine eigenen Wallbox-Kosten). Da ist das Lastmanagement zwar etwas unterfordert, aber problemlos skalierbar, wenn's dann mal 4 oder 13 werden. Erneut: Webasto hat kaum zentrale Kosten und ist auf 13 skalierbar.

Wenn die Eigentümergemeinschaft einen Beschluss fasst, dann ist der bindend. Wenn später jemand seine eigene ungeregelte Wallbox an die Wand baut, darf die Eigentümergemeinschaft die Entfernung verlangen. Wenn also jemand eine Wallbox will, dann muss er halt das beschlossene System verwenden und sich an den zentralen Kosten beteiligen. Das ist in meinen Augen Fairness. Niemand wird bevorteilt oder verschafft anderen einen Nachteil. Ebenso ist es in meinen Augen Fairness, dass eine Sauna (die's immer noch nicht gibt bei uns), ein Elektrogrill oder ein Kochfeld technisch bevorzugt wird und den Autos Ladeleistung nimmt, weil die letztgenannten Verbraucher nur kurzzeitig laufen. Sind die wieder aus, bekommt das Auto die Ladeleistung zurück. Das wird immer noch reichen, dass das Auto am nächsten Tag voll sein dürfte.

Oder liege ich mit der Beurteilung völlig falsch?

Der Vorschlag einer GbR ist begründet, wäre im Falle einer PV auf dem Dach ja auch zu überlegen. Aber ich glaube, in unserem Fall ist das nicht unbedingt notwendig, solange das Wallbox-System von jemandem koordiniert wird (und das bin in diesem Fall ich - sollte ich mal ausziehen: nach mir die Sintflut 😁 ).

VG
Martin
PS: Hab's noch nicht geschafft, dem Elli-VW-System hinterherzutelefonieren.
PS2: ups, sorry, sehr langer Beitrag...

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Euer Weg da ist letztlich in Summe sehr teuer. Klar, ihr könnt die Kosten vereinzeln, aber Grundpreis von x plus 19x eine Summe pro Wallbox wird eine fette Summe.

Überlegt euch mal so eine Alternative: https://chargex.de/
Oder auch Easee.

Bei eurem Weg von "jeder macht seins" schraubt alle Nase lang dann jemand was an der Verteilung rum. Oder konfiguriert in der Software was rum. Und ihr habt 19 Implementierungen des Lastmanagements wenn jeder seine Wallbox kauft: 19x Mini-Planung, 19x Anfahrten, 19x Unterbrechung für alle, das nervt doch.

Kein Elektriker will alle Nase lang mal eine neue Wallbox dazu bauen. Also solltet ihr eher Ausbauschritte planen, 5+5+5+4. Oder 6+6+7. Und dann immer die Schritte komplett realisieren.

Und ihr solltet Einmal- und Folgekosten (z.B. für die Abrechnung) im Blick haben.

Warum Lastmanagement nur nachrüstbar?

Mit den Punkten, die du da genannt hast, passiert doch praktisch noch gar nix.

Und aus meiner Sicht ist eine Planung dann nicht abgeschlossen, wenn nicht irgendwas dazu drin steht, wie eine Gebäude-Photovoltaik mit eingebunden wird oder werden kann. Mindestens konzeptionell muss das mit einbezogen werden. Selbst dann, wenn sich die Mehrheit dagegen entscheidet (und z.B. lieber in ein Solarfeld am Stadtrand investiert), sollte der Gedanke dazu dabei sein.

Zitat:

@Grasoman schrieb am 14. März 2021 um 09:07:47 Uhr:


Überlegt euch mal so eine Alternative: https://chargex.de/
Oder auch Easee.

Bei eurem Weg von "jeder macht seins" schraubt alle Nase lang dann jemand was an der Verteilung rum. Oder konfiguriert in der Software was rum. Und ihr habt 19 Implementierungen des Lastmanagements wenn jeder seine Wallbox kauft: 19x Mini-Planung, 19x Anfahrten, 19x Unterbrechung für alle, das nervt doch.

Die 19-malige Erweiterung könnte sich in der Praxis auf z.B. 19 Jahre verteilen, weil erst dann auch der letzte Eigentümer eine Wallbox haben will.

Bei ChargeX habe ich die Website angeschaut und den Eindruck bekommen, dass deren Lösung auf max. 8 Wallboxen und 11 oder 22kW Gesamtleistung begrenz ist. Oder habe ich etwas übersehen?

Generell wäre wohl ein Anbieter sinnvoll, der auch in 19 Jahren noch Erweiterung, Service, Ersatzteile bieten kann. Aber wo weiß man das schon auf so lange Sicht.

Charge X kann in der Tat nur maximal 8 Ladepunkte pro Einheit bedienen. Für Walter wären daher 3 Systeme dieser Art notwendig. Problematisch kann auch sein, wenn die ersten 8 Teilnehmer weit auseinander liegen. Da macht es ggf. SInn, gleich die 3 Anfangspunkte zu kaufen und später nachzurüsten. 11 oder 22 kW ist machbar, diese Leistung wird im Zeitslot-Verfahren jeder Slave-Wallbox zur Verfügung gestellt, also lädt jedes Fahrzeug für einen kurzen Zeitraum mit 11 kW (bzw. 22 kW) bis das nächste dran ist. So lange geht es reihum, bis alle voll sind.

Auch ich stelle mir die Frage, ob das junge Startup Charge X in 5 oder 10 Jahren noch existiert, da es anders als Mennekes, Webasto, ABB oder ABL (um nur ein paar Beispiele zu nennen) kein weiteres Geschäft als Standbein hat. Auch große Unternehmen können Insolvenz anmelden, aber das Insolvenzrisiko schätze ich bei Startups als ungleich höher ein.

Fragen an Walter: Wie plant ihr jetzt die Wallboxen ein, wenn dynamisches Lastmanagement später optional nachgezogen werden soll? Genehmigt euer Netzbetreiber für das dynamische Lastmanagement eine Installation im Vorzählerbereich? In meinem Fall wurde dies von der Braunschweiger Netz GmbH abgelehnt, auch sonst ist der Verein extrem sperrig beim Thema Elektromobilität und verhindert nahezu alles.

Wenn bei euch auch solche Betonköpfe sitzen, dann kläre bitte frühzeitig mit einem Elektriker, was möglich ist. Sonst verrennt ihr euch total. Ich fange daher auch wieder bei fast Null an, weil bei uns dynamisches Lastmanagement nahezu unmöglich umzusetzen ist.

Wenn es sich über 19 Jahre verteilt, hat man halt auch alle Arten von Problemen während der Zeit. Veraltete Produkte, Sachen die nicht mehr kompatibel sind, veraltete Protokolle und Standards.
Und man hat aus meiner Sicht eine schlechte Kosteneffizienz.

Zitat:

Bei ChargeX habe ich die Website angeschaut und den Eindruck bekommen, dass deren Lösung auf max. 8 Wallboxen und 11 oder 22kW Gesamtleistung begrenz ist. Oder habe ich etwas übersehen?

Ja, hast du. chargex verkettet die Wallboxen ja seriell, x Boxen teilen sich einen Strang, sie sind damit an einem Strang parallel geschaltet.
Jeder Strang an sich ist begrenzt auf z.B. 4 oder 8 Boxen und 22 kW Gesamtleistung. Noch mehr ergibt auch kaum Sinn.

Und einen Strang bis 4 oder 8 Wallboxen ist die Hardware zum Komplettpreis zu haben. Ähnlich an sich zu den Tesla Destination Chargern, die ja ähnliche Beschränkungen haben.

Aber man kann ja weiter parallelisieren in der Anzahl der Stränge.
https://chargex.de/projekte/
Da ist auch ein realisiertes Projekt mit 16 Wallboxen.
Sachen mit mehr als 4 oder 8 Boxen sehen sie dann als Individallösungen. Die sie sicherlich aber wieder aus ihren Standard-Strängen zusammenbauen.

Eins muss klar sein: chargeX ist in gewisser Hinsicht eine "Billiglösung" mit dem Timesharing. An sich ideal, wenn jemand Ladeinfrastruktur aufbauen "muss", aber so billig und einfach wie möglich dabei wegkommen will. Oder wenn jemand z.B. für x EUR das maximale rausholen will.

Denn man kann das dann z.B. so implementieren:

2021: der erste Strang mit 6 Wallboxen, die sich 22 kW im Timesharing teilen.
2024: der zweite Strang, und das muss nicht mal aus chargeX Wallboxen bestehen.
2027: der dritte Strang.

Auch über die Stränge an sich sollte dann natürlich ein Lastmanagement laufen.

Ein großer Vorteil ist, dass man nicht auf 19 Boxen sternförmig verkabeln muss. Sondern eben verkettet verkabeln kann.

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Vielen Dank, @Grasoman und @motor-talking für euren Gedankenaustausch und für die Finger, die ihr in die Wunde legt.

Leider stehen hier 19 Pferde in den Boxen und nicht gleichzeitig am Start ...

Mit diesem ersten Schritt wird es nicht gleichzeitig um die konkrete Installation einer ersten und/oder zweiten Wallbox gehen, sondern um die Rechte der Eigentümergemeinschaft, über die Durchführung und Ausgestaltung der Maßnahme im Rahmen einer EG-Versammlung zu entscheiden.

Mit einem konkreten Beschluss hinsichtlich der Installation eines Verteilerkastens usw. im Gemeinschaftseigentum ab HAK und der Beauftragung eines Elektrikers wird ein Login in Bezug auf Konzeption und Lieferantenauswahl erfolgen. Bis zu 44 kW Anschlussleistung wird noch keine Hardware für ein Lastmanagement notwendig sein.

Wichtig erscheint mir, dass sich kein Miteigentümer bedrängt und überfordert fühlt und frei entscheiden kann, zu welchem Zeitpunkt er sich anschließen lässt. Abhängig vom Elektriker wird es wohl ein Login für die Firma Mennekes geben. Je nach Bedarf und Zeitpunkt soll im Sondereigentum ab Verteilerkasten zu jedem Ladepunkt je ein Energie-Kabel und eine Steuerleitung für das Lastmanagement verlegt werden.

Die Frage, ob womöglich in 19 Jahren die Hardware noch kompatibel mit der heutigen Technik ist, muss heute offen bleiben, jedoch sollte die spätere Antwort auf diese Problematik im Einklang mit §20 Abs. 4 Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz - WEMoG stehen.

Zitat:

Wemog § 20 Bauliche Veränderungen

(1) Maßnahmen, die über die ordnungsmäßige Erhaltung des gemeinschaftlichen Eigentums hinausgehen (bauliche Veränderungen), können beschlossen oder einem Wohnungseigentümer durch Beschluss gestattet werden.

(2) 1Jeder Wohnungseigentümer kann angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die
1. dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen,
2. dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge,
3. dem Einbruchsschutz und
4. dem Anschluss an ein Telekommunikationsnetz mit sehr hoher Kapazität

dienen. 2Über die Durchführung ist im Rahmen ordnungsmäßiger Verwaltung zu beschließen.

(3) Unbeschadet des Absatzes 2 kann jeder Wohnungseigentümer verlangen, dass ihm eine bauliche Veränderung gestattet wird, wenn alle Wohnungseigentümer, deren Rechte durch die bauliche Veränderung über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus beeinträchtigt werden, einverstanden sind.

(4) Bauliche Veränderungen, die die Wohnanlage grundlegend umgestalten oder einen Wohnungseigentümer ohne sein Einverständnis gegenüber anderen unbillig benachteiligen, dürfen nicht beschlossen und gestattet werden; sie können auch nicht verlangt werden.

Zitat:

Ende

LG, Walter

Zitat:

@Alfa.Tiger schrieb am 14. März 2021 um 15:39:41 Uhr:


Fragen an Walter: Wie plant ihr jetzt die Wallboxen ein, wenn dynamisches Lastmanagement später optional nachgezogen werden soll? Genehmigt euer Netzbetreiber für das dynamische Lastmanagement eine Installation im Vorzählerbereich?

Der hiesige Energieversorger ist rel. klein und gleichzeitig per Unterabteilung Netzbetreiber und hat so gut wie kein Konzept zu diesen Fragen. Es erfolgen z. B. keine konkreten Rückmeldungen auf Anfragen, auch wenn diese zuvor telefonisch zugesagt werden.

Das Konzept unseres Elektrikers sieht vor, direkt ab HAK neben den vorhandenen Abzweig in Richtung Zählerbereich für die Wohnungen nach Absprache mit dem Energieversorger einen zweiten Abzweig in Richtung Verteilerkasten mit Energie-Gesamt-Zähler für die Ladepunkte zu verlegen. Die erste und alle weiteren Wallboxen samt Lastmanagement werden später nach Bedarf installiert und haben dann jeweils Einzel-Energiezähler.

Zitat:

@Grasoman schrieb am 14. März 2021 um 16:04:13 Uhr:


Denn man kann das dann z.B. so implementieren:

2021: der erste Strang mit 6 Wallboxen, die sich 22 kW im Timesharing teilen.
2024: der zweite Strang, und das muss nicht mal aus chargeX Wallboxen bestehen.
2027: der dritte Strang.

Auch über die Stränge an sich sollte dann natürlich ein Lastmanagement laufen.

Ein großer Vorteil ist, dass man nicht auf 19 Boxen sternförmig verkabeln muss. Sondern eben verkettet verkabeln kann.

Das wäre dann wohl der zweite Schritt in der konkreten Umsetzung. Vermutlich wird der Elektriker einen anderen Lieferanten als Mennekes mangels Erfahrung mit ChargeX ablehnen.

Grundsätzlich besteht hier die Schwierigkeit darin, dass fast alle Miteigentümer dieses Thema noch gar nicht an sich herangelassen haben.

@Walter
Bist du Jurist?

Am Ende geht's doch nicht um Paragrafen, sondern um technische Kompatibilität, technische Dimensionierung, Kosten für jeden und installierte Wallboxen. Die 44 kW Anschlussleistung erreichst du schon, sobald 2 Stück Wallboxen a 22 kW verbaut wurden, oder 4 Stück a 11 kW. Dann ist schon Schicht im Schacht. Alles unter 11 kW kann man eh praktisch vergessen. Es stellt aus meiner Sicht keine leistungsfähige Ladeinfrastruktur dar. Wer z.B. 44 kW auf Wallboxen mit fest 3,6 kW aufteilen würde, und damit 12 Wallboxen ohne Lastmanagement betreiben würde.
Und dann immer noch 7 Parteien sagen müsste: sorry, für euch ist kein Strom mehr da.

Wenn du an deinem unabhängigen Ausbau-Szenario festhalten willst, gern. Es ist ja eine denkbare Alternative von vielen. Ich rate dir aber dazu, es nicht als einzig mögliche Alternative den Eigentümer-Parteien vorzustellen. Sondern noch 3-4 Alternativen daneben vorzustellen.

Zitat:

Auch ich stelle mir die Frage, ob das junge Startup Charge X in 5 oder 10 Jahren noch existiert,

Dieser Einwand ist sicherlich berechtigt.

Aber nur weil etwas eine große Firma ist, schützt es nicht vor technischer Inkompatibilität. Wer z.B. von Tesla damals einige Destination Charger gekauft hat (mit deren proprietärem Lastmanagement), bekommt die auch nicht mit anderen Lösungen zusammen. Ggf. wird man alle paar Jahre auch mal neue Infrastruktur verbauen müssen, wenn man gesamtoptimieren will, z.B. wenn dann Neuerungen wie Steuerbarkeit durch die Energieversorger, oder Vehicle-to-Grid-Laden kommen, also ne Menge Smart Grid Zeug.

Die trivialste Schnittstelle sind 230V Wechselspannung. Das unabhängigste Szenario sind also 19 für die Zukunft geplante Wallboxen a 2,3 kW (also 1 Phase, 10A), kann man auch noch als Schuko oder CEE blau realisieren.

Und jede Partei zieht sich ihr Stromkabel erst dann an den TG-Stellplatz, wenn sie es braucht. Und setzt die Art von Wallbox/Dose da dran, was sie für sich passend empfinden.

Dann hat jeder den gleichen Anteil, insofern wäre es maximal fair und simpel. Und es kommt ohne Intelligenz eines Lastmanagement aus. Dafür macht man es aber auch den Early Adoptern schwer, weil die nur einen total grottigen Anschluss bekommen.

Zitat:

Grundsätzlich besteht hier die Schwierigkeit darin, dass fast alle Miteigentümer dieses Thema noch gar nicht an sich herangelassen haben.

Na gut, dann mag dein Vorgehen passender sein. Das sind halt andere Voraussetzungen als die, von denen ich ausgehe. Wenn da 17 von 19 auch noch analog telefonieren, und nur 2 DSL brauchen, weil der Rest im Mittelalter lebt, dann wird ein Vorgehen erfolgreicher sein, das sagt: Ihr könnt eure Sachen lassen wie sie sind, und ich bau mir hier schon mal was kleines nettes daneben, was euch nicht weiter interessieren muss, aber euch praktisch auch nichts kostet. Dann können die anderen weiter im Dornröschenschlaf verweilen.

Ich würde die Innovationsfreude der ganzen Parteien also ein bisschen aus den Kommunikationsleitungen ableiten (Analog, ISDN, DSL, Breitband-Kabel, Glasfaser). Über die hattest du nichts geschrieben, nur Heizung und Warmwasserversorgung. Wie sieht es da aus?

Zitat:

@Grasoman schrieb am 14. März 2021 um 16:32:57 Uhr:


Die 44 kW Anschlussleistung erreichst du schon ...

Lt. Energieversorger muss spätestens ab 44 kW Anschlussleistung ein Lastmanagement für die Ladepunkte eingesetzt werden.

Zitat:

Die trivialste Schnittstelle sind 230V Wechselspannung.

Nein, 230 V Wechselspannung wird für die Ladepunkte nicht ins Auge gefasst. Einzelne Miteigentümer schließen für sich eine solche Lösung aber nicht aus.

Es wird auf den kleinsten gemeinsamen Nenner hinaus laufen: Wer zuerst kommt, kriegt die Braut und wer zu spät kommt, bestraft das Leben ...

Zitat:

@Grasoman schrieb am 14. März 2021 um 16:39:00 Uhr:


Ich würde die Innovationsfreude der ganzen Parteien also ein bisschen aus den Kommunikationsleitungen ableiten (Analog, ISDN, DSL, Breitband-Kabel, Glasfaser). Über die hattest du nichts geschrieben, nur Heizung und Warmwasserversorgung. Wie sieht es da aus?

ISDN und TAE Anschlusskabel und Speedport

@Grasoman

Ich finde deine Ideen und Vorschläge ja pragmatisch und plausibel, aber eine Frage:

Bist oder warst du mal Teil einer WEG mit so vielen oder mehr Parteien?

Nach meiner Erfahrung ist das WEG-Leben nicht von pragmatischen Lösungen geprägt. Das muss alles "Hand und Fuß" haben, doppelt und dreifach projektiert, abgesichert, versichert und bereist sein, und am Ende muss der Verwalter fähig genug sein, das alles umzusetzen.

Ich halte da das Vorgehen von @WalterE200-97 als Recht sinnvoll, denn damit kann man alle erstmal für die nötige Ertüchtigung der Infrastruktur ins Boot holen.

Zitat:

ISDN und TAE Anschlusskabel und Speedport

OK, die Antwort war jetzt nicht so erhellend. JFTR: ISDN ist in Deutschland praktisch abgeschaltet und zwangsweise durch VoIP ersetzt, das über DSL läuft. Und der Name Speedport wird für praktisch alle Home-DSL/Glasfaser-Router der Telekom verwendet.

Wie macht ihr denn die Fernsehversorgung? Breitband-Kabel, Satellit, Gemeinschaftsanlage, oder jeder für sich (rein IP-TV über DSL, DVB-T, jeder DVB-S über eigene Schüssel)? Gerade an solchen Infrastruktur-Leistungen kann man ja nach tragfähigen Beispielen suchen, wie die WEG zusammen wirkt. Und wie innovationsfreudig die anderen so sind.

@Xentres

Alle haben sich ja für die Wohnungseigentümergemeinschaft entschieden, sonst hätten sie ja auch jeweils ein eigenes Haus bauen können und/oder ihre Eigentumswohnung wieder verkaufen können, wenn sie mit den anderen nicht auf einen grünen Zweig kommen. Aber so teilen sie das Dach, die Heizung, den Keller, den Hausanschluss für Strom und Wasser und Kommunikation, die Tiefgarage und sicherlich einen ganzen Schwung an Leistungen für Gartenpflege, Hausreinigung, Hausmeister und Co.

Ich würde also sagen, der Wille zum Teilen von Ressourcen, zu Kooperation und Zusammenwirken, und zum Sparen, liegt den WEG-Mitgliedern auch irgendwie mit im Blut. Und die Bereitschaft, auch "fremde" Lösungen mit zu tragen.

@Grasoman

Kommt immer auf die individuelle WEG-Konstellation drauf an.

Daher auch meine Frage nach deiner Erfahrung mit WEG 🙂

Bei uns damals wurden regelmäßig Beschlüsse per Gerichtsverfahren von einzelnen Eigentümern angefechtet, gerade wenn es um Geld ging. Teils ging das noch mit Nichtzulassungsbeschwerde an den BGH, war aber nie erfolgreich.

Beim Arbeitskollegen wurde durch zwei Instanzen prozessiert, weil ein Eigentümer die Fällung eines Baumes (ja, genau - 1 Baum) nicht wollte.

Die Planung und Durchführung von Infrastrukturmaßnahmen hat bei uns regelmäßig mehrere Jahre gedauert - erstes Jahr (1. Eigentümerversammlung) Beschluss zur Planung, zweites Jahr Diskussion der Planung und Ausschreibung, drittes Jahr Beschluss zur Angebotsvergabe, viertes Jahr Durchführung. Wenn die Planung oder Angebote nicht passten, halt entsprechend länger.

Ich kann daher Walters Wunsch nach einem schnellen Beschluss für die grundlegende Infrastruktur sehr gut verstehen.

Also mein Tipp:
19x günstige Wallboxen, natürlich ordentlich und sicher installiert, mit Lastmanagement
19x 900 EUR = 17.100 EUR Förderung von der KfW abschnappen (private Lademöglichkeiten in Wohngebäuden, gefördert mit 900 EUR pro Ladepunkt), aktuell ist noch Geld im Topf. Diese Förderung wird es so nicht ewig geben, auch wenn der immer mal wieder aufgestockt wird.

Bedingungen: Versorgt mit Grünstrom, das kann man ja dann nur für den Zähler 20 machen, extern vom Versorger steuerbar, Wallboxen von der KfW-Liste, jede mit genau 11 kW angeschlossen, also bei euch: mit Lastmanagement.

Und dann einmal ringsrum installieren lassen, mit bestimmt 50% Förderquote.
Dann hat jeder einen minimalen Invest, jeder hat die gleiche Lademöglichkeit, und wer kein BEV oder PHEV laden will, bekommt einen Adapter auf Schuko und kann sein Auto daran aussaugen. Oder mal die Starterbatterie aufladen.

Zumindest mal als Szenario sollte das mit vorgestellt werden. Ggf. auch "nur" für erstmal 6 oder 10 Wallboxen (Stufenmodell siehe oben). Für den Teil der Leute, die eben die Chance der Stunde nutzen. Gerade all die Mietparteien, die mit Regelmäßigkeit oder demnächst ein neues Auto kaufen/leasen wollen und da sowieso problemlos ein PHEV oder BEV wählen könnten.

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