Der Saugdiesel - ein toter Motortyp?
Hallo,
auf den ersten Blick macht der Saugdiesel wegen seiner geringen Leistung und seines relativ hohen Verbrauchs einen vollkommen veralteten Eindruck, allerdings gibt es ja immer noch viele Freunde dieses Motortyps, die einen Saugdiesel den modernen hochverdichteten Turbo-Einspritz-Dieseln vorziehen. Nun würde ich gerne wissen, warum einige von Euch so stark von den Saugdieseln überzeugt sind, obwohl Dieselfahrverbote und teures Pflanzenöl die einstigen Vorteile dieses Motortyps teilweise aufheben.
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Ein Arbeitskollege hat in einem Chevy einen 6.3l-V8-Saugdiesel mit 150PS. Bollert ordentlich, säuft 15-17l/100km und ist nicht mal sonderlich haltbar. Ziemlicher Mistmotor...
Die taugen ja auch wirklich nichts. Aber man kann prima Benziner aus den Blöcken machen, mit denen man richtig gute Schweinereien anstellen kann.🙂
Zitat:
@Zephyroth schrieb am 7. Juni 2023 um 19:57:16 Uhr:
Ein Arbeitskollege hat in einem Chevy einen 6.3l-V8-Saugdiesel mit 150PS. Bollert ordentlich, säuft 15-17l/100km.
Man sollte aber auch bedenken ein Standart Chevy K30 ohne Reserverad wiegt schon 2500kg.
Dazu kommt ein cw-wert wie Omas Schrankwand, zuschaltbarer Allradstrang, Automatik und weitere Ausstattung wie ein Hardtop.
Zitat:
und ist nicht mal sonderlich haltbar. Ziemlicher Mistmotor...
Die einzige Problem an dem Motor ist seine Kopfdichtung, die besteht wie früher üblich aus Pappe.
Gerade US Army Depot Fahrzeuge leiden darunter weil sie kaum genutzt werden und die dichtung gammelt im Kühlwasser vor sich hin.
Es gibt für den 6.2l aber Metallkopfdichtungen, damit ist das Problem behoben.
Der tausch ist an einem Samstag vormittag gemacht.
@SpyderRyder Warum haben die Diesel-Wanderdünen geringere Gesamtkosten verursacht als vergleichbare Benziner? Ich habe ein paar Scans aus dem 94er Autokatalog angehängt.
Zitat:
@Anarchie-99 schrieb am 7. Juni 2023 um 22:22:32 Uhr:
Die einzige Problem an dem Motor ist seine Kopfdichtung, die besteht wie früher üblich aus Pappe.
Auf der englischen Wiki liest sich das etwas anders:
Zitat:
Main Bearing Web Crack: In both 6.2L and 6.5L engines this is reportedly fixed with a combination of improved higher nickel cast iron alloy and lower block re-design including, but not limited to, a main bearing girdle. These features are in the new for 2007 AM General GEP P400 6500 Optimizer enhanced 6.5L diesel presently being sold to the US Government for the 6 ton armored HMMWV.
Crank Failure: Related to age failures of the harmonic balancer, the vibration-dampened accessory drive pulley, or the dual mass flywheel.
Pump Mounted Driver: Relates to thermal failures. The PMD is screwed to the DS-4 injection pump on the 1994-2001 GM 6.5 diesel utilizing fuel flow to dissipate heat. The injection pump is mounted in the intake valley (a high heat area). The PMD contains two power transistors that should be cooled by proper contact with the injection pump body. If the pump is not precisely machined to make complete contact with the transistors via the silicone thermal gasket and paste, the PMD is improperly installed without the gasket or paste, the PMD is installed off center with the pump body, or corrosion develops on the mounting surface the PMD will overheat. Several companies manufacture an extension harness and heat-sink kits. These allow an owner or their mechanic to relocate the PMD away from the injection pump to a lower heat environment and/or a place that can get more air flow.
Cylinder Head Cracking: higher mileage 6.5 engines can exhibit stress related fractures in the cylinder head bowl. Stronger cylinder heads remedy this problem.
Oil Cooler Line Failure: Stock 1990s G.M. oil cooler lines are held together by a "C Clip" at the engine block and since the engine has no low oil pressure shutoff switch, if one clip fails the engine loses its oil and seizes. Aftermarket oil cooler lines that utilize compression fittings rectify this.
Ist schon etwas mehr als "nur" die Pappdichtung.
Grüße,
Zeph
Mein Bekannter mit dem 136-PS-Saugdiesel im 124er Mercedes hat sich jetzt auch so einen Aufkleber zugelegt. Er hat ihn bei mir gesehen und wollte dann auch.
Hier ist meiner:
Zitat:
Auf der englischen Wiki liest sich das etwas anders:
Der 6,2l wurde 10 Jahre lang produziert, in den Jahren blieben die Motoren nicht baugleich sondern wurden auch verändert.
Nur weil die ersten V8 Mängel hatten muss das nicht für alle Motoren gelten, das berücksichtigt wikipedia nicht.
Ein gutes Beispiel:
Die ersten 827er VW 1,6l GTI Motoren hatten am Anfang nur 4 Hauptlager und waren ein disaster für VW.
Die Motoren platzten schneller als Vw Austausch Motoren liefern konnten, Die Kunden waren sauer.
Der Motorblock wurde dann verändert und mit 5 Hauptlagern bestückt.
Nach der Änderung war der Motor unauffällig und wurde so mit kleinen Änderungen bis im Golf 4 verbaut.
Er zählt heute zu den haltbarsten/stabilsten Vw Motoren überhaupt.
Heute sind die URGTI Motorblöcke mit 4 Lagerstellen eine extrem seltene Rarität, ihr Gewicht wird in Gold aufgewogen.
Das gleiche gilt für die Golf 1 Trommelbremsen für vorne.
Zitat:
@Brot-Herr schrieb am 9. Juni 2023 um 11:32:58 Uhr:
Mein Bekannter mit dem 136-PS-Saugdiesel im 124er Mercedes hat sich jetzt auch so einen Aufkleber zugelegt. Er hat ihn bei mir gesehen und wollte dann auch.Hier ist meiner:
PEINLICH
Will grad ein WoMo kaufen, aber gerade das ist leider Hinderniss. Ein Benzinzer wäre passend, nur Turbo... keine Chance.
Schade!
Mein Nachbar fährt T5 Firmenwagen, nur Benziner. Weil nur sporadisch bewegt, wie wie viele mit einem WoMo im Endeffekt machen.Manche haben verstanden. Wobei ich mich manchmal Frage, warum überhaut.
Von dem Geld kauf ich mir ein E-Auto, mit AHK, und lebe wohin ich will und miete mal hier und da ein Mobil-Home mieten.
Zitat:
@Brot-Herr schrieb am 9. Juni 2023 um 11:32:58 Uhr:
Mein Bekannter mit dem 136-PS-Saugdiesel im 124er Mercedes hat sich jetzt auch so einen Aufkleber zugelegt. Er hat ihn bei mir gesehen und wollte dann auch.Hier ist meiner:
Und meiner hat mit 3 Liter auch ein ordentliches Lungenvolumen 😁
Zitat:
@Rael_Imperial schrieb am 9. Juni 2023 um 20:26:07 Uhr:
Zitat:
@Brot-Herr schrieb am 9. Juni 2023 um 11:32:58 Uhr:
Mein Bekannter mit dem 136-PS-Saugdiesel im 124er Mercedes hat sich jetzt auch so einen Aufkleber zugelegt. Er hat ihn bei mir gesehen und wollte dann auch.Hier ist meiner:
Und meiner hat mit 3 Liter auch ein ordentliches Lungenvolumen 😁
Hat der meines Bekannten auch. Ich hab nur 1,8 Liter, das reicht bei einem Benziner für den Alltag.
Zitat:
@schaumkrone schrieb am 8. Juni 2023 um 15:03:20 Uhr:
@SpyderRyder Warum haben die Diesel-Wanderdünen geringere Gesamtkosten verursacht als vergleichbare Benziner? Ich habe ein paar Scans aus dem 94er Autokatalog angehängt.
Diese Autos wurden gerne im gewerblichen Bereich oder unter sonstigen Vielfahrern genutzt. Typisches Beispiel waren die Diesel-Taxen, die aus verschiedenen Gründen bis in die jüngere Vergangenheit mit sehr wenigen Ausnahmen in der Regel aus dem Hause Mercedes-Benz stammten.
Zwar waren die Verbräuche in Relation zur Fahrleistung hoch - vor allem nach unseren heutigen Maßstäben. Aber ein Benziner hätte zu der Zeit erheblich mehr Sprit gebraucht, gerade wegen des hohen Anteils Stadtverkehr, und bis auf eine nicht allzu lange Periode >Ende der 1970er bis Anfang der 80er Jahre war Benzin in Deutschland teurer als Diesel. Die eher geringe Motorleistung führte dann auch dazu, dass andere Teile des Antriebsstranges nicht sehr stark beansprucht wurden und also dadurch länger hielten. Beim seligen W123 waren 185 Benzin-PS die stärkste Motorisierung; ein Fahrwerk und ein Antriebsstrang der darauf ausgelegt ist, hat für 60 oder 65 milde Saugdiesel-PS sicherlich ausreichend Reserven :-)
Und konzeptbedingt waren die Motoren zumindest bei Daimlers zu der Zeit sauber konstruiert und ließen sich sehr lange fahren bevor größere Unterhaltskosten anfielen.
Den Mehrpreis für den Diesel konnte man also bei höheren Jahreskilometern wieder reinfahren. Und im Stadtverkehr oder bei gemütlichen Sonntags-Benz-Bewegern spielte die eher knappe Motorleistung oft keine so große Rolle.
Ich möchte aber unterstellen, dass viele, die sich einen "sparsamen Diesel" für ihre 5000 oder 6000 Jahres-km gekauft haben zu der Zeit kein so gutes Geschäft gemacht haben.
Und ob man nach ein paar Jahren mit 69 PS aus einem Industriemotor im Ford Scorpio noch immer so überzeugt war von Rudolf Diesel und seiner Gedächtnis-Minute vor dem Anlassen, na, das sei mal dahingestellt.
Zitat:
@SpyderRyder schrieb am 13. Juni 2023 um 16:43:22 Uhr:
Und konzeptbedingt waren die Motoren zumindest bei Daimlers zu der Zeit sauber konstruiert und ließen sich sehr lange fahren bevor größere Unterhaltskosten anfielen.
Genau genommen waren sie das nicht. Man konnte damals nur nicht genau die Belastungen der einzelnen Teile berechnen. Deswegen wurde in voreilendem Gehorsam (und auch wegen der hohen Kompressionsdrücke beim Diesel) alles seeeehr robust und schwer ausgelegt. Deswegen hielten die Dinger ewig. Der legendäre OM617-5-Zylinder wog satte 290kg bei gerade mal 88PS. Zum Vergleich der BMW M70-V12 wog 240kg bei 300PS.
Heute wird alles genau berechnet und was ist passiert? Die Diesel wurden kurzlebiger, die Benziner etwas langlebiger und beide Motorvarianten erreichen heute ziemlich sicher 250.000km, aber auch nicht viel mehr (Langstrecke und übergute Pflege, dann natürlich länger, aber ebenfalls beide Motortypen).
Grüße,
Zeph
Die Audi/VW-Diesel der späten 80er/frühen 90er waren sparsamer als die Mercedes-Diesel, allerdings waren Audis oder VWs im Taxibetrieb selten anzutreffen. Da Taxis häufig Kurzstrecke fahren und zwischenzeitllich stehen, so dass der Motor abkühlt, nehme ich an, dass die Mercedes-Taxis hier irgendwelche Vorteile haben. Da die Mercedes-Diesel sehr viel langsamer Beschleunigen als z.B. ein Audi 80 TD/TDI und zudem noch deutlich mehr verbrauchen, muss es also einen Grund geben, weshalb die Taxiunternehmen sich trotz dieser Nachteile für Mercedes entschieden haben.
Die Mercedes-Diesel früher hatten eie Umwälzpumpe. Die Heizung lief weiter, wenn man mit Motor aus am Taxistand auf den nächsten Kunden wartete. Ich weiß nicht, ob die aktuellen die noch haben, ich vermute mal nicht.