Chevrolet: GM treibt Neuaufstellung in Europa voran
Aus Veröffentlichungen von GM Europe sowie diveresen Presseveröffentlichungen zeichnet sich langsam das Bild der künftigen Zwei-Marken-Strategie von GM in Europa:
- GM Europe wird als eigenständige Organisation aufgelöst, es erfolgt auch kein Umzug nach Rüsselsheim.
- In Glattbruck bei Zürich, wo bislang GM Europe seinen Sitz hatte, verbleibt Chevrolet Europe sowie der GM-Vertrieb für die Schweiz.
- Nick Reilly zeichnet künftig primär verantwortlich für die Marken Opel/Vauxhall und deren weltweiten Vertrieb. Außerdem ist er in Europa auch Ansprechpartner für Wayne Brannon, der das Geschäft von Chevrolet Europe leitet, wenn es um GM-interne Abstimmungen zur Markenkoordination geht (insoweit bleibt also eine Restfunktion von GM Europe erhalten).
- Opel unterliegt keinen generellen Restriktionen beim weltweiten Vertrieb mehr. Allerdings sieht Reilly nur dann Möglichkeiten zum Export von Fahrzeugen, wenn dies wirtschaftlich auch sinnvoll ist, d.h. Opel damit auch Geld verdient. Wo erst sehr viel Geld in die Etablierung der Marke Opel gesteckt werden müsste, ist immer auch die Nutzung anderer GM-Marken vorrangig zu prüfen.
- Umgekehrt soll Chevrolet in Europa keine Rücksicht mehr auf die Marke Opel nehmen müssen. Wayne Brannon dazu: "Unsere Autos werden immer besser und auch ein Stückchen teurer. Damit rücken wir näher an Opel heran." Im Ergebnis sollen in Europa bis Anfang 2013 doppelt so viele Chevrolet verkauft werden, wie 2009: 1 Million. Auch soll wieder stärker in ein eigenständiges Händlernetz investiert werden, und nicht nur auf Opel-Händler mit der Zweitmarke Chevrolet gesetzt werden.
- Für Deutschland bedeutet dies nach Aussage von Markus Leithe, Geschäftsführer von Chevrolet Deutschland: 2009 werden etwa 32.000 Chevrolets in Deutschland zugelassen werden, was einem Marktanteil von rund 0,9 % entspricht. Dieser soll bis Anfang 2013 auf 1,5 bis 2,0 % erhöht werden.
- Für diese Offensive sollen bis Ende 2011 wohl alle Fahrzeuge von Chevrolet erneuert werden, d.h. entweder durch Nachfolgefahrzeuge ersetzt werden (Matiz, Aveo, Lacetti, Nubira Kombi) oder stark überarbeitet werden (Epica, Captiva). Auch kommen weitere Fahrzeuge hinzu, wie z.B. der Orlando und der Camaro. Außerdem gibt es wohl auch konkrete Überlegungen, den Chevrolet Volt in Europa anzubieten und damit gegen den Opel Ampera zu positionieren.
Hier einige Links dazu:
www.ad-hoc-news.de/.../20793997
http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/882408
http://media.gm.com/.../12_04_StatementsNickReilly
Was bedeutet das für uns als Chevrolet-Fahrer?
Meines Erachtens nichts schlechtes: Denn mit einem Ausbau der Marke Chevrolet in Europa wird wohl auch eine weiterer Ausbau des Händlernetzes einhergehen. Auch verwundert es grundsätzlich erst einmal nicht, dass mit steigender Qualität der Fahrzeuge auch deren Preis steigt. Allerdings erwarte ich dann schon, dass Chevrolet seinem Grundsatz "Viel Auto für wenig Geld" auch weiterhin treu bleibt, d.h. im Verhältnis sehr viel Auto fürs Geld bietet.
Allerdings wird Chevrolet Europe dann auch einige Frage noch zu klären haben: Auf meinen neuen Cruze habe ich schon jetzt 4 Monate warten müssen. Das finde ich schon hart an der Grenze des Akzeptablen. Weitere Lieferzeitverlängerungen müssen in jedem Fall verhindert werden. Damit wird sich die Frage stellen, ob die bislang nahezu ausschließliche Produktion der Fahrzeuge in Südkorea bei GM Daewoo für den weltweiten Markt (mit Ausnahme einiger Fahrzeuge für den russischen Markt sowie einiger Holden in Australien, sowie dem Cruze für den US-Markt) so bleiben kann, oder ob Chevrolet hier seine Produktionsbasis verbreitern muss. Dies muss aber zu vergleichbaren Produktionskosten und zu mindestens vergleichbarer Qualität geschehen. Außerdem stellt sich dann ja auch irgendwann die Frage, ob Chevrolet Europe als derzeit 100%-ige Tochter von GM Daewoo in Südkorea noch richtig aufgestellt ist.
Kurzum: Für mich ein grundsätzlich guter, konsequenter und überfälliger Weg, der allerdings noch zu vielen zu erledigenden Hausaufgaben bei Chevrolet und GM Daewoo führen wird -- hoffentlich jedenfalls.
Für Opel bedeutet es mehr Freiheit, aber auch den Zwang sich "nach oben" in das Premiumsegment zu orientieren, da Chevrolet von unten kräftig "knabbern" wird. Mal sehen, ob das die Marke Opel hergibt...
Was geht Euch dazu so durch den Kopf?
Es grüßt der Cruezle
8 Antworten
moin,
klingt gut, aber bedeutet verlust von synergieeffekten beider marken.
frage die ich stelle, entwickelt nun jeder für sich?
na mal schaun wie es am ende wirklich wird....
tschau norman
Ich stimme dir zu, Cruezle. Eigentlich klingt das ganz vernünftig aus Chevrolet-Sicht. Mir macht Opel mehr sorgen - mit den deutschen Premiumherstellern kann und muss ein Opel natürlich nicht mithalten, aber wenn dann auch von unten ein Angriff durch Chevrolet kommt, bleibt da überhaupt genug Platz für Opel? Ich weiß, dass Chevrolet auf dem Osteuropäischen Markt deutlich erfolgreicher ist als in Deutschland, aber denoch frage ich mich, ob es nicht besser wäre, die ganzen Schnäppchen-Autos unter Opels Dach zu verkaufen.
Zunächst der Link auf einen Artikel, der sich mit den aktuellsten Entwicklungen bei der Marke Chevrolet befasst. Dabei fällt zunächst auf, das man zunehmend betont, dass Chevrolet ja bereits heute den größten Teil seines Absatzes außerhalb der USA erzielt: 61 %. Und die Ausrichtung der Fahrzeuge wird global gesehen.
Danach ist mit dem neuen Aveo, der wohl rund die Hälfte größer werden wird, als der heutige, unter Umständen sogar noch Ende 2010 zu rechnen. Es wird ihn dann wohl auch wieder mit Stufenheck geben:
http://blogs.automobilemag.com/.../index.html
Außerdem wird berichtet, dass GM Daewoo nun wohl die Hauptzuständigkeit für alle Chevys bis zur Größe des Cruze zugesprochen worden sein soll. D.h. der weltweite Fertigungsverbund wird konsequent weiter ausgebaut und auch am Orlando wird nun wohl in Südkorea federführend weiter entwickelt:
joongangdaily.joins.com/article/view.asp
Für Opel sehe ich damit nun wahrlich schwere Zeiten zukommen, denn Chevrolet ist schon wieder in Fahrt, während nun das Konzept für Opel wohl erst im Februar 2010 überhaupt endgültig stehen soll. So jedenfalls heute der Vorsitzende des Opel-Betriebsrates Franz in der Süddeutschen Zeitung. Mal sehen, was der Plan dann sagt und wie es weiter so läuft für Opel. Die Höherpositionierung der Marke ist damit für mich gesetzt - das wird aber sehr schwer werden, davon bin ich überzeugt.
Hä, sieht Chevrolet Volt nicht irgendwie gleich aus wie der Opel Ampera, innen wie außen, oder sind da Unterschiede ?
Die neue Modellpflege finde ich super, bessere Qualität für einen etwas höheren Preis ist notwendig. Fahre selbst einen Nubira 2009 Modell, bin zufrieden, könnte aber besser sein. Chevrolet geht eindeutig den besseren Weg. Dass der Camaro und der Orlando auch in Deutschland verkauft werden, finde ich gut, da sie einen jungen Menschen mit den Camaro ansprechen, sowie große Familien mit dem Orlando. Das Aussehen von Chevrolet wird immer besser.
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Das gleiche Aussehen wird sich aber wohl noch ändern. Nach allem was ich bislang dazu gelesen habe, bekommt der Opel Ampera noch ein komplett eigenes Beinkleid innen wie außen geschneidert. Beide teilen sich dann die Delta-II-Plattform und die Antriebs-Technick. Es wird also wohl so ähnlich werden, wie zwischen Cruze und Astra. Daher soll der Ampera auch erst 2011 kommen, während der Ampera bereits dieses Jahr angeboten werden soll - zumindest in den USA. Bleibt mal abzuwarten, was der Wagen dann am Ende kosten soll. In den USA sind derzeit unglaubliche 40.000 $ im Gespräch. Dann wäre es ja wohl mehr ein Gimick...
Zitat:
Original geschrieben von Cruezle
Das gleiche Aussehen wird sich aber wohl noch ändern. Nach allem was ich bislang dazu gelesen habe, bekommt der Opel Ampera noch ein komplett eigenes Beinkleid innen wie außen geschneidert. Beide teilen sich dann die Delta-II-Plattform und die Antriebs-Technick. Es wird also wohl so ähnlich werden, wie zwischen Cruze und Astra. Daher soll der Ampera auch erst 2011 kommen, während der Ampera bereits dieses Jahr angeboten werden soll - zumindest in den USA. Bleibt mal abzuwarten, was der Wagen dann am Ende kosten soll. In den USA sind derzeit unglaubliche 40.000 $ im Gespräch. Dann wäre es ja wohl mehr ein Gimick...
Meinte: Der Ampera kommt 2011, während der Volt noch 2010 kommen soll.
Auf der Detroit-Motor-Show wurden auch weitere Details zur zukünftigen Aufstellung von Chevrolet in Europa - und damit auch in Deutschland - präsentiert:
- Verdopplung der Verkaufszahlen in den kommenden Jahren in Europa ist das Ziel.
- Erreicht werden soll es durch eine neue und deutlich erweiterte Modellpalette. Fest stehen bereits folgende für 2011 fest vorgesehene Wagen: Orlando (Van), Volt (Elektrofahrzeug), Camaro (Retro-Sportwagen).
- Der Vertrieb aller Fahrzeuge erfolgt ausschließlich über die Chevrolet-Händler, d.h. Sondervertriebswege für einzelne Fahrzeuge wie in der Vergangenheit wird es nicht mehr geben.
- War primäres Verkaufsargument in der Vergangenheit der Preis, soll es nun die Kombination von Design und exzellentem Gegenwert fürs Geld sein. Das erste Fahrzeug, das diesem Anspruch gerecht wird, ist der Cruze.
- Der Cruze ist positioniert gegen Skoda, Seat, Fiat, Citroen, Kia, Ford, Toyota und auch VW.
- Opel wird nicht als direkter Konkurrent gesehen, es wird aber auch keine Rücksichtnahme auf Opel zukünftig mehr geben. Vielmehr könne man das zukünftige Verhältnis als "freundliche Rivalität" beschreiben.
- Bewusst will Chevrolet dabei die enge Vertriebsverbindung zu Opel bei den gemeinsamen Händlern nutzen: Der Käufer soll frei entscheiden können, ob er beispielsweise einen Opel Astra oder einen Chevrolet Cruze kauft. Und zwischen Cruze, Aveo und Spark soll dann eben auch noch der Camaro stehen.
- Die Einfühung des Volt soll duch zahlreiche Kooperationen begleitet werden. So sollen z. B. mit Energieversorgungsunternehmen Elektro-Tankstellen aufgebaut werden, die dann dem Volt (und vermutlich auch dem Opel Ampera?, der Autor) als Betankungsmöglichkeit dienen sollen.
Die Details könnt Ihr hier nachlesen:
www.ftd.de/.../50059599.htmlhttp://media.gm.com/.../01_11_Chevrolat_NAIAS