Bericht: Vandalismusschaden selbst beheben - Die Möglichkeiten und Grenzen

Nabend zusammen,

ja, mich hat es erwischt. Irgendein Drecksch***** hat sich an meinem Dicken vergangen und so langsam habe ich mich wieder beruhigt. 😠 Der Kratzer erstereckt sich von Mitte der Fahrertür bis mit Kotflügel am Heck, sowie direkt unter einer Karosseriekante.

Was möchte ich mit diesem Thread bewecken? Was kann man in solchen Fällen selbst noch beheben und wann muss der Lacker ran? Macht man es selbst, mit welchem Korrekturgrad kann man rechnen und leben. Ok, leben kann man mit 0% - nur wer will das? Ich nicht.

Hier mein Vorgehen:
Waschen, schleifen, polieren, versiegeln. Soweit klar. Was habe ich genutzt:

LE T3000, Kovax Tolecut Trockenschleifset (2000er und 3000er), IPA, Menzerna PG1000, Chemical Guys V36, Menzerna PO85 RO (alte Bezeichnung), Hex Logic gelb, organge, weiß, Collinite 476, Lupus 700er MFT.

Der Kratzer war - wie hätte es auch anders sein sollen - deutlich fühlbar. Der Spucketest bliebt recht erfolglos, was meine Stimmung nicht gerade verbesserte. Anhand der Bilder könnt ihr euch das anschauen. Was habe ich erreicht? Geschätzter Korrekturgrad ca. 60%. Das Scheissding ist natürlich noch sichtbar. Leben kann ich damit, will ich aber nicht - logisch. Kotzt mich an wie sau, da ich so meinen Standzeittest der Gtechniq-Versiegelung unterbrechen muss, auch wenn es am Rest der Karosserie noch dran ist.

Warum schreibe ich keinen Blogartikel?

Ich denke, diese Vorfälle kommen oft genug vor - leider. Ggf. hilft dieser Thread auch anderen eher, wenn sie die Sufu bemühen - wenn sie das tun. 🙄 Zudem bin ich auf eine rege Diskussion und Hilfestellung weiterer Fragen und weiterer Möglichkeiten aus, eh man wirklich den Gang zum Lacker gehen muss.

Meine und Vorstellungen hierzu:
Ich möchte mit Nasschliff dem Kratzer nochmal zuleibe rücken. Dazu mit einem kleineren Pad und Stützteller nochmals polieren (Kotflügel hinten bedingt durch die Karosserieform) und wenn es gar nicht mehr geht mit Klarlack auffüllen.

Welche Blöcke nutzt ihr für den Nasschliff? Sonstige Tipps? Für diesen ersten Versuch bin ich mit meinem Latein am Ende.

Sollte ich erfolgreich sein, wird es einen Blog-Artikel geben.

mfg

Beste Antwort im Thema

Hey Friedel,

wat fürn sch.....😠 .Ich habe einen Kratzer an meiner Heckklappe gehabt,allerdings 0,5cm lang und wie folgt Repariert: Ich habe mir einen Leerstift besorgt: klickmich

Diesen dann mit jewals 1/3 Klarlack Härter und Lackstift Farbe befüllt. Befüllt habe ich mit einer Pipette mit der man ansaugen kann. Anschliessend die Stelle gut gereinigt und anschliessend mit dem Stift befüllt,ging sehr gut da Du nun einen "Filzstift" nur mit Autolack Farbe hast. GGfs würde ich es bei Dir nur mit Klar Lack befüllung versuchen.

Da die "Miene" 0,8mm im Durchmesser misst kannst Du sehr gut dosieren. Ich habe anschliessend mit KOVAX geschliffen und mit 2500er Menzerna Poliert funktionierte sehr gut und die Stelle ist nur noch zu sehen wenn man weiß wo sie war. Wie das in Deinem Fall ist kann ich natürlich nicht sagen. Aber vieleicht magst Du es ja mal probieren.

Gruß aus Essen Thorsten

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@Thorsten 1967:

Ich steh vielleicht grad aufm Schlauch...aber ähhm...

Du greifst im Prinzip auf so ein Set vom Fahrzeughersteller zurück, das aus Basislack und Klarlack besteht und füllst diese beiden in einen Leerstift + Härter.
"Klassisch" trägt man doch zuerst den Basislack auf, läßt ihn trocknen und verschließt dann mit dem Klarlack.

Ich krieg den Härter in deiner Rezeptur nicht unter, weil das Zeug ja bei der klassischen Vorgehensweise, direkt aus diesen nagellackähnlichen Döschen, auch härtet? Machst du den Härter rein, für die Konsistenz und kriegt man sowas in kleine Mengen als Endverbraucher??

Könntest du dein Rezept nochmal für Dummies formulieren, denn die Idee mit dem Stift finde ich richtig gut!

Zitat:

Ich krieg den Härter in deiner Rezeptur nicht unter, weil das Zeug ja bei der klassischen Vorgehensweise, direkt aus diesen nagellackähnlichen Döschen, auch härtet? Machst du den Härter rein, für die Konsistenz und kriegt man sowas in kleine Mengen als Endverbraucher??

Shit Du hast Recht,ich habe grad noch mal auf die Dose geschaut. Es ist natürlich 2K Verdünner. Den mische ich bei um eine ausreichende Fließ Konsistenz im Stift zu erreichen.

Ich werde noch mal versuchen meine Übrigen Freds zu Editieren.

Danke für den Hinweis Peppar.

Den Verdünner habe ich als 1l Gebinde bei mir um die Ecke gekauft. Der Laden vertreibt Zubehör und auch Auto lacke. Preis kann ich gar nicht mehr sagen,war jedenfalls nicht die Welt.

Gruß Thorsten

@ Thorsten 1967:
Also jeweils ein Drittel Basislack, Klarlack und 2K-Verdünner bzw. ein bisschen nach Gefühl...je nachdem wie dick die Ausgangslacke sind. Das Ganze mittels lösungsmittelstabiler Pipetten in einen Leerstift und bei mehrmaliger Verwendung Ersatzdüsen für den Stift einplanen, weil diese aushärten. Korrekt?

Hallo Peppar,

genau so. Den Klarlack habe ich bei gemischt da Du Meiner Meinung nach nur 1X schleifen musst und den gleichen Effekt hast. Nicht vergessen ich habe damit 2 oder 3 Steinschläge und den kurzen aber tiefen Kratzer an meiner Heckklappe repariert.

Pipetten habe ich diese gekauft,da man durch die Striche sehr gut Dosieren kann. klickmich

Wie geschrieben im 100er Pack am günstigsten.

Gruß Thorsten

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Zwei Anmerkungen noch von mir, kleine Erfahrung nach zwei handgeschliffenen Autos:
1) Es passiert immer wieder, dass nach zwei, drei Wochen wieder die Schleifspuren zum Vorschein kommen. Hier handelt es sich um die Schleifspuren, die durch Einsatz eines 2000 oder 2500 Schleifpapiers entstanden sind. Es ist nicht die Kunst 5000er Schleifspuren rauszupolieren, sondern das Schleifen mit allen Stufen nach der 2000 oder 2500, das musst wirklich penible gemacht werden. Aus diesem Grund schleife ich immer mit jeder Körnung im 90 Grad Winkel zu davor benutzten Körnung. (Schau dir nochmal den blogartikel zu Audi 80 - ist alles bebildert).
2) Kontrolliere die Schleifspuren immer mit IPA zum Schluss. Nur so kannst du einigermaßen sicher sein, dass sie wirklich beseitigt sind.

... und ich werfe noch Mirka-Schleifscheiben in den Raum. Erleichtern ungeheuer das Stufenschleifen. Alle mitlesenden Elektriker bitte ich die Augen jetzt zumachen: ich benutze sie zum Nassschleifen auf der Excenter.... Es gibt sie auch in 77.

Thorsten: Das ist eine geniale Idee mit dem Stift. Danke für den Beitrag, ich werde es auf jeden Fall ausprobieren!

@MonaLisa: Ich hatte die Trizact im Nassbetrieb im Hinterkopf und habe es mir extra verkniffen! 😁

Ey Friedel, schöne scheiße. Könnte solche Honks vor die Wand klatschen.

Also erst mal, dieser Stift ist ja völligst genial. Werde mir auch gleich ein paar davon besorgen. Sollte die Steinschlagreparatur deutlich vereinfachen.

Bzgl. Schleifen - also ich schleife sowas ohne Block. Mit der Hand habe ich ein besseres Gefühl für Druck und Konturen des Fahrzeugs. Schleifblöcke sind entweder zu hart (passen sich nicht an Konturen an) oder zu weich (ist wie mit den Polierpads, man schleift sich nen Wolf). Probier es aus, einfach mit der Hand relativ flach über den Lack gleiten. Musste vorletztes WE ein paar Kampfspuren an der Frotschürze beseitigen, als ich mir am Maschendrahtzaun den Lack runter geratscht habe. Da war mit Polieren nichts mehr zu machen. Mit Hand geht es wirklich prima.

Gleitmittel? Nö, reines Wasser...

Bzgl. Klarlackauftrag - ich persönlich würde dafür den Stift nicht nehmen. Da du eh danach schleifen musst, würde ich den Klarlack sprayen. Großzügig abkleben, Klarlack aufsprühen, schleifen, polieren. Darauf achten, dass du zum Kleberand hin kaum noch Lack aufträgst, so wird die Kante sehr niedirg und lässt sich einfach wegschleifen. Außerdem ist die Chance so größer, dass man den Kratzer nicht mehr so gut sieht, da man keine scharfen Konturen lackiert, sondern quasi in den vorhandenen Lack reinlackiert.

Hätte gern Fotos gemacht von meiner Frontschürze, leider hat meine Holde das gleiche Kunststück drei Tage später geschafft und die Stelle ich wieder hin😠

Danke erstmal an alle für die zahlreichen und hilfreichen Tipps. Damit kann ich auf jeden Fall was anfangen. Und diejenigen, denen es mal selbst so geht vllt auch. Ggf. kann man daraus auch eine Anleitung für die FAQ basteln.

@Mona:
Die Schleifspuren sind alle weg. Habs extra kontrolliert, werde es aber beobachten, ob diese wieder durchkommen, was mir bis dato noch nicht merklich passiert ist. Geschliffen habe ich jeweils im rechten Winkel. Passt also. IPA war dabei bzw. das Panel Wipe von Gtechniq. Sieht man im Spiegelbild auf dem einen Foto (rote Sprühflasche). Die Schleifscheiben schau ich mir mal an, obwohl ich zum Madador tendiere.

@fschroedie:
Phuh, den Klarlack spayen. Echt so große Geschütze auffahren? Ich weiß, es sind knappe 2m und mit der Dose gehts womöglich schneller. Auch das Polieren und Schleifen wäre an sich kein Akt. Welchen Klarlack empfiehlst du? Der müsste ja am besten auch so knüppelhart sein wie der originale.

Wenn es deine Holde wieder geschafft hat, dann hast du ja jetzt einen neuen Versuch mit den Fotos. Womöglich hat sie es nur deswegen gemacht. 😉😁 Spass beiseite. Das Ergebnis und ggf. Zwischenschritte interessieren mich. Gibt´s nen Blogartikel dazu?

mfg

Zitat:

Original geschrieben von Friedel_R


@fschroedie:
Phuh, den Klarlack spayen. Echt so große Geschütze auffahren? Ich weiß, es sind knappe 2m und mit der Dose gehts womöglich schneller. Auch das Polieren und Schleifen wäre an sich kein Akt. Welchen Klarlack empfiehlst du? Der müsste ja am besten auch so knüppelhart sein wie der originale.

Wenn es deine Holde wieder geschafft hat, dann hast du ja jetzt einen neuen Versuch mit den Fotos. Womöglich hat sie es nur deswegen gemacht. 😉😁 Spass beiseite. Das Ergebnis und ggf. Zwischenschritte interessieren mich. Gibt´s nen Blogartikel dazu?

mfg

Wieso große Geschütze. Es geht schneller, du kannst m.E. nach einfacher einen Übergang in den vorhandenen Lack hinbekommen, es ist leichter zu schleifen und zu polieren, da du nicht auf sonem schmalen Kratzer rumpolieren musst.

Ich hatte den Colormatic 2 K Klarlack genommen. Hab mir ehrlich gesagt keinen Kopf bzgl. der Härte gemacht, da es ja lediglich ein relativ kleiner Bereich an der Frontschürze war (ca. 15 cm lang und 5 cm breit). Gut, bei der Länge an den Seiten würde ich sicher etwas genauer nachschauen.

Nein, einen Blog habe ich dazu leider nicht gemacht. Ich hatte gerade den Basislack aufgetragen, da fiel es mir ein. Hab es mir dann aber geklemmt, da ich die Arbeitsschritte vorher auch nicht dokumentiert habe. Werde es bei dem erneuten Versuch mal machen und hoffe, dass ich es wieder genau so gut hinkriege, wie beim ersten mal🙂

Allerdings hat meine Gattin Nägel mit Köpfen gemacht. Die Stelle ist nun deutlich größer und ich weiß noch nicht, ob ich ohne spachteln hinkomme, da die Lackschäden über eine kleine Kante gehen und die scheinbar etwas flacher ist als vorher. Trotzdem werde ich es selbst machen.

ÜBrigens - die Schleifscheiben von Mona sind doch sehr interessant. Die Abralon-Scheiben gibt es auch in 77 mm. Überlege ernsthaft, die mal zu testen.

Du brauchst dann das Matador Schleifpapier trotzdem, weil die Scheiben zu weich sind. Also ich fange mit Handschleifen an und gehe dann beim Stufenschleifen zu den Scheiben über. Kannst einfach mitbestellen und schauen, ob es dein Fall ist.
Ich wasche sie übrigens mit den Polierpads in der Waschmaschine. So nebenbei erwähnt....🙂

Zitat:

Original geschrieben von MonaLisa_22


Du brauchst dann das Matador Schleifpapier trotzdem, weil die Scheiben zu weich sind.

Hab ich, von 1000 bis 5000-er Körnung. Für den ersten groben Schliff hab ich mir 400-er Lackschleifpapier ausm Baumarkt gekauft, da ich bis auf die Grundierung runter musste. Das ist mit ner feineren Körnung nicht wirklich ein Spaß. Ich benutze allerdings das Nikken-Papier.

Bei mir hat sich jemand vor einiger Zeit auch genau so rund ums Auto verewigt. Erstmal mein Beileid zu so einer unglaublich ärgerlichen Aktion :/

Ich finde es trotzdem interessant hier mitzulesen.

Ich habe ebenfalls mit Kovax, Exzentermaschine, Menzerna 2500 u. 4000 gearbeitet und konnte teils ein Defektkorrektur um 80-90% bei den "feinen" erreichen. Die Tage habe ich angefangen die tiefen (bis auf die Grundierung ggf. noch weiter) Kratzer mit Basislack und einem Zahnstocher als Hilfsmittel aufzufüllen (Spitze etwas plätten und dann geht das recht gut). Jetzt mache ich erstmal aus Zeitgründen Pause und werde iwann noch mal rangehen.

Am Liebsten würde ich es lackieren lassen, aber das wäre mehr als das halbe Auto und das Übersteigt das studentische Budget doch etwas.

Nikken ist auch sehr gut, keine Frage. Matador ist halt deutlich dünner und beim Knicken entstehen dadurch keine scharfe Kanten, er bricht auch nicht an den Kanten. Ich benutze immer noch beide Sorten, wobei mir das Matador lieber ist.

Zitat:

Original geschrieben von MonaLisa_22


Du brauchst dann das Matador Schleifpapier trotzdem, weil die Scheiben zu weich sind. Also ich fange mit Handschleifen an und gehe dann beim Stufenschleifen zu den Scheiben über. Kannst einfach mitbestellen und schauen, ob es dein Fall ist.
Ich wasche sie übrigens mit den Polierpads in der Waschmaschine. So nebenbei erwähnt....🙂

Ich setze mal 2 von den 4" Scheiben in der 4000er Körnung mit auf die Einkaufsliste. Die werden auf den Stützteller geklebt wie die "normalen" Polierpads?

Beim Klarlackspray bin ich mir wirklich noch unschlüssig. Ich versuche erstmal die Leerstift-Variante. Habe auch noch ein paar Steinschläge, die ich gleich mit machen kann.

mfg

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