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Auswirkungen der Unwucht (Geschwindigkeitsbereiche)

Themenstarteram 24. Mai 2019 um 20:44

Hallo,

soweit ich weiß wirkt sich der "Ort der Unwucht" unterschiedlich aus. Damit meine ich an welcher Achse das nicht ausgewuchtete Rad montiert ist.

Eine Unwucht auf der Vorderachse soll sich bei 80-100 km/h bemerkbar machen, 110-140 km/h ist die Hinterachse. Die Grenzen verschieben sich je nach Auto, aber ungefähr so verhält sich das.

Ist da was dran, stimmt das?

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27 Antworten

Kommt hin. Bei meinem 3er BMW E30 isses

80-90 = VA (spürbar im Lenkrad)

130 -135 = HA (da vibriert bei meinem das ganze Auto bissl, speziell das Armaturenbrett)

Und dann hatt' ich auch mal was ganz undefinierbares, eher so bei 20 bei stärkerem Beschleunigen, aber auch zwischendrin immer wieder mal bissl was spürbar . . . hab's mal hier und mal da vermutet bzw. geglaubt zu spüren . . . aber gefunden hab ich's dann erst, als das Kardanwellen-Kreuzgelenk (bzw. eine der 4 Lagerstellen des Kreuzgelenkes, das Gelenk hinten am Differential, ) sich dann richtig mit klack-klack beim Lastwechsel bemerkbar gemacht hat.

Warum sollte da was dran sein?

Es kommt erstmal drauf an, wohin die Kräfte wirken. Eine rein statische Unwucht bewegt sich mittig 90° zur Drehachse in und wird als Vibration wahrgenommen (wenn sie groß genug ist), eine dynamische Unwucht wirkt dagegen in einem Winkel ungleich 90° und sorgt bei ausreichender Größe für Taumelbewegungen, die man allgemein durch Lenkradzittern wahrnimmt.

In welchen Geschwindigkeiten das auftritt, hängt von der Unwuchtgröße und der Lage ab, daraus resultiert dann eine Kraft, die bei einer bestimmten Drehtzahl des Rades dann die entsprechende Wahrnehmung maximiert.

Das hat nichts mit der Anbaulage des Rades zu tun, es kann maximal sein, dass das starr geführte Rad der Hinterachse die Taumelbewegung nicht ausführen kann und die Kräfte dann einen anderen Wirkungsweg nehmen.

Also wird an der Hinterachse auch der statische Anteil eher bemerkbar sein.

Natürlich hat das mit dem Einbauort zu tun.

Rad und Auto bilden ein Feder-Dämpfer-System mit diversen Massen, welches sich zwischen Vorder- und Hinterachse nunmal konstruktionsbedingt unterscheidet.

Die Drehbewegung ist immer dieselbe, dereinzige Unterschied könnten anders vorhandene Gegenkräfte sein, die durch den Wegfall der Lenkung an der Hinterachse anders gelagert sein können. Vorhanden sind diese aber physikalisch immer und sie wirken irgendwo (ansonsten wäre das ein erster Schritt zum Perpetuum mobile)

Zitat:

@cdfcool schrieb am 24. Mai 2019 um 21:18:57 Uhr:

der einzige Unterschied könnten anders vorhandene Gegenkräfte sein

Nein, es gibt etliche Unterschiede. Und darunter haben einige deutlich mehr Einfluss als die Kraftpfade.

Ich wiederhole es gerne nochmal, auch wenn ich irgendwie glaube, dass diese Diskussion zu nichts führt:

Die Übertragung der Unwucht auf die Karosserie hängt in erster Linie von diversen Kenngrößen ab. Das sind z. B. Federkonstanten, Dämpfungsmaß und Massen.

Das ganze ist hochkomplex und analytisch auch meist nicht mehr zu lösen. Da bleibt nur FEM.

Weißt du was?

Wozu sich hierüber überhaupt einen Kopf machen? Ich würde die Räder einfach perfekt wuchten und dann kann man das alles schön vernachlässigen. Das ist die Lösung eines guten Reifenmonteurs, die hilft immer.

Diese Kommentare hier finde ich einfach gut.Man kann aus einigen Antworten mit sehr viel Erfahrungen

lernen.Ich hatte ja schon geschrieben.In kürzester Zeit habe ich zwei Alu Felgen gewechselt. Alle auf der Hinterachse

Beachte aber bitte, das diese Vibration auch von einem oder beiden ( defekten) Stoßdämpfern an der Hinterachse herrühren kann. Mein Bruder konnte sich diese Unruhen im Fahrwerk bei Tempo 80 - 110 ( Golf V TDI) auch nicht erklären, bis wir an den Hinterreifen ausgewaschenes Profil und Ölspuren an den Dämpfern entdeckten. Zwei neue Dämpfer eingebaut und das war`s.

Das ist auch möglich.Ich stellte an der Hinterachse fest,dass die Luftfederung defekt war.

Habedie beiden Luftkissen oder wie man es auch nennen mag ersetzen lassen

1000.-Euro

Die Risse in der Felge waren vor dem Wechsel der Federung

Wenn das Lenkrad zittert, muss die Unwucht immer von der Vorderachse kommen, egal ob bei 80/100 oder 12o km/h, wer was anderes erzählt, erzählt Märchen.

Wenn am Lenkrad nichts wackelt aber trotzdem im Fahrzeug selbst Vibrationen (z.B. Armaturenbrett, Ablagen, etc.) auftreten, liegt entweder ein größerer Höhenschlag vor oder die Unwucht kommt von hinten.

Ich habe schon einzelne Räder ausgetauscht, um festzustellen, welches Rad bzw. welche Seite für die Unwucht verantwortlich ist.

Trotz mehrmaligem Nachwuchten war bei mir eine Unwucht vorne nicht wegzubekommen.

Es hat sich im Nachhinein herausgesellt, dass eine der beiden Felgen vorne nicht in Ordnung war (optisch war rein gar nichts zu erkennen). 2 Felgen vorne neu mit den selben Reifen montiert und die Unwucht war vollkommen weg.

Man sollte die Unwucht und eventuelle Unrundheit nicht durcheinanderbringen... Manchmal gibt es auch Räder, die man nicht unbedingt am Mittelloch zentrieren sollte, schon gar nicht mit irgendwelchen versauten Konussen...

Wenn eine Felge optisch nichts hat, also absolut rund läuft und der Reifen demzufolge auch (sonst hätten die neuen felgen in deinem Fall ja nichts gebracht), dann hat man eine Unwucht, die man mit einer geeigneten Maschine jederzeit ausgleichen kann. Wichtig sind hier aber auch geeignete Spannmittel und das Wissen, wo an der Nabe die Felge tatsächlich zentriert wird (Schraube oder Mitelloch). Bei Felgen mit den Plastikzentrierringen kannst du das Mittellloch definitiv beim Wuchten ignorieren, die Dinger sollten immer an den Schraubenbohrungen zentriert werden.

Themenstarteram 25. Mai 2019 um 17:47

Zitat:

@cdfcool schrieb am 25. Mai 2019 um 17:22:57 Uhr:

Bei Felgen mit den Plastikzentrierringen kannst du das Mittellloch definitiv beim Wuchten ignorieren, die Dinger sollten immer an den Schraubenbohrungen zentriert werden.

Sehr interessante Info. Vielen Dank! Da werde ich den Reifendiensten mal auf den Zahn fühlen, denn trotz zweitem Wuchten passiert keinerlei Verbesserung.

Das kannst du direkt vor Ort machen. Lass den das Rad abnehmen und neu aufspannen, es gibt zwar immer Umspanntoleranzen, aber die sollten bei einer guten Maschine in der Restwuchtunterdrückung "verschwinden". Da musst du aber nichts drauf geben, weil man die Schwelle einstellen kann, lass dir die echte Unwucht in beiden Fällen zeigen.

Wenn der Monteur sich nicht drauf einläßt, kannst du dir deine Schlüsse daraus ziehen...

Kommt drauf an ob man die Plastikzentrierringe rausnimmt oder eben nicht.

Mit manchmal übel aussehenden Plastikringen macht's natürlich so überhaupt keinen Sinn, einen Konus zu verwenden. Da muß man schon froh sein, wenn die auf einem zylindrischen Nabenstumpf am Auto noch halbwegs zentrisch sitzen.

Aber bei herausgenommenem Plastikring seh ich da kein Problem mit 'nem Konus.

Und dann kommt's auch noch drauf an, wie manche "Helden" Plastikring-zentrierte Räder festziehen:

Locker mit Hand hinziehen, ablassen und das volle Fahrzeuggewicht draufstellen und dann erst festziehen seh ich immer wieder . . . das mag so'n Plasikring aber so überhaupt nicht und es verschiebt evtl. die ganze Felge . . . und wenn die dann eben bissl außermittig hockt, war die beste Wuchterei für die Katz.

Lieber in angehobenem Zustand sorgfältig hinruckeln und immer fester ziehen und dann jemanden Bremse treten lassen, um's ganz endfest anzuziehen. Ein Auto muß nicht unbedingt auf dem Boden stehen zum Räder festziehen, 15 kg Radgewicht drücken längst nicht so stark auf den Plastikring wie 300 oder mehr kg Radlast nach dem ablassen.

Und manche haben sogar die falschen Plastikringe drin . . . alles schon erlebt . . . da wird's dann natürlich auch schwierig mit richtiger Zentrierung. Geht aber notfalls auch.

Beim VW-Bus T1/2/3 z.B. geht's ja gar nicht anders, muß man sich eben die nötige Mühe geben beim "schön hinruckeln".

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