Audi80 1,6l 69PS Bj 1991 Kaufempfehlung?
Liebe Community,
habe ein Angebot mit sehr wenig km, kann mir jemand sagen ob dieses Mosell noch eines der haltbaren ist?
Wir benötigen es als Ersatzauto. Lt. Verkäufer mit Vergaser, vollverzinkte Karosse und Verbrauch um die 7,5l.
Worauf muß man besonders achten? Wäre eine andere Motorisierung empfehlenswerter?
Für hilfreiche Beiträge zum Thema ganz herzlichen Dank im Voraus.
Beste Antwort im Thema
Das Thema ist zwar älter, doch es wird sich sicher mal wieder jemand informieren wollen.
Ich fahre einen 1,6L PP (Vergaser) Audi 80 seit ca. 9 Jahren und 120.000 Km. Aktuell hat er 283.000 Km runter. Ich kann ebenfalls bestätigen, daß der Vergaser entgegen allen Horrorstories äußerst problemlos ist und fast keinerlei Aufmerksamkeit bedarf. Leerlaufschwankungen können durch Defekt des Drosselklappenanstellers entstehen, dieses Schreckgespenst ist der Auslöser für den Ruf. Doch sehr häufig sind Leerlaufschwankungen mit etwas Kontaktspray am Stecker des Anstellers zu lösen. Dort dringt Feuchtigkeit ein und so war es auch bei mir. Die Unterdruckschläuche können nach einer gewissen Laufzeit mal getauscht werden, da sie porös werden. Kostet 5€ und dauert 10 Minuten. Mehr mußte ich in all den Jahren an dem Vergaser nicht machen. Unterschiede zu einerm Einspritzer sind nicht auszumachen. Bestes Kaltstartverhalten, keinerlei Beschleunigungslöcher, sehr sparsamer Verbrauch. Auch nach der hohen Laufleistung. Mein Verbrauchsrekord liegt bei unter 7 Litern Autobahnfahrt. Zwischen 120-140 Km/h tut sich nicht viel, über 140 Km/h fängt er aber auch etwas das Saufen an.
Meine Erfahrungen mit dem Auto hinsichtlich Kaufempfehlung:
Prinzipiell ein tolles Auto, wenn auch nicht gerade besonders schön. Es ist eines dieser Fahrzeuge, in das man sich reinsetzt und das "paßt". Ausgereift und ausgewogen. Der 1,6L Motor fällt dadurch auf, daß man ihm seine geringe Leistung nicht anmerkt und er sturköpfig seine Kilometer abspult. Zudem läuft der Motor angenehm ruhig und unaufdringlich. In Verbindung mit dem Sitzkomfort schläft meine Freundin auf längeren Strecken regelmäßig in dem Auto ein, weil es so gemütlich sei... Umrüstung auf Euro 2 durch Kaltlaufregler oder Minikat möglich. Aber 2x ließ das Auto mich auch im Stich. In beiden Fällen war es die (mechanische) Benzinpumpe. Die erste wich einer vom Schrottplatz und diese später einer englischen aus alten Lagerbeständen. Tip: Man kann sich im Falle des Liegenbleibens damit behelfen, etwas Benzin in die Pumpe zu spritzen. Oftmals reicht das um wieder eine Benzinzufuhr herzustellen und nach Hause oder zur Werkstatt zu kommen.
Mit den inzwischen 283.000 Kilometern fängt der Motor an zu bläuen. Ventilschaftabdichtungen oder Kolbenringe. Ich bin nicht mehr auf Fehlersuche gegangen, da er auch ansonsten seine Kampfspuren davongetragen hat und ich dachte es wäre mal Zeit für einen neueren Audi. Ins Haus kam ein Audi A4 mit 1,8L 125 PS Maschine und 127.000 KM. Ich habe das Auto zwei Monate ertragen und dann wurde es wieder abgemeldet. Es war im Vergleich laut, soff den Sprit, verfügt über eine katastrophale Reparaturfreundlichkeit, es ölte und das Automatikgetriebe muckte rum. Von der verwöhnenden Audiqualität des B3 ist hier nicht mehr viel zu spüren gewesen und der B3 fährt mich nun erst mal weiterhin zur Arbeit.
Weitere Punkte am B3, die nach meiner Erfahrung zu beachten sind:
- Wärmetauscher (kann Haarriss bilden und die Kühlflüssigkeit verdampft in den Innenraum). Für den Austausch muß das Armaturenbrett raus, ziemlich aufwendig.
- Kabelstrang Heckklappe (neigt zu Brüchen durch Öffnen und Schließen). Kann man flicken/löten.
- Rost an den vorderen Radläufen.
- Rost an den Benzinleitungen. Austausch gegen Kunststoffleitungen erspart das Entrosten und Einfetten alle 2 Jahre zum TÜV.
- Vorderachse. Da ist hin und wieder mal was ausgeschlagen oder die Querlenker müssen neu. Jedoch alles in Eigenregie relativ problemlos zu bewerkstelligen.
- Öldruckgeber. Neigen irgendwann zum Ölverlust und müssen getauscht werden (es gibt zwei). Sehr einfach zu tauschen, Kosten pro Geber vielleicht 10€.
27 Antworten
Und das hat sein müssen nen 3 jahre alten Thread dafür auszubuddeln?
Verbrauch und Fahrleistungen hin oder der, dieses elektronikschwangere Düsenkonglomerat namens Pierburg 2E-E hat die Tendenz dazu einfach nur Probleme zu machen im alter. Ein schwankiger Leerlauf und hoher verbrauch sind da eine sache, aber wenn dann irgendwann die AU nicht mehr gepackt wird guckt man in der regel in die röhre. Ersatzteile schwer zu bekommen, Reparatur kompliziert und teuer, usw.
Glückwunsch dass er bei DIR gut läuft, aber daraus eine generelle Kaufempfehlung zu stricken ist schon gewagt.
Für Leute die selber den Schraubenschlüssel in die Hand nehmen können sieht die Geschichte anders aus, aber normale Werkstattgänger sind mit dem PM (Monojetronic) am besten bedient.
Zitat:
@Hacki81 schrieb am 6. September 2014 um 00:46:08 Uhr:
Und das hat sein müssen nen 3 jahre alten Thread dafür auszubuddeln?Verbrauch und Fahrleistungen hin oder der, dieses elektronikschwangere Düsenkonglomerat namens Pierburg 2E-E hat die Tendenz dazu einfach nur Probleme zu machen im alter. Ein schwankiger Leerlauf und hoher verbrauch sind da eine sache, aber wenn dann irgendwann die AU nicht mehr gepackt wird guckt man in der regel in die röhre. Ersatzteile schwer zu bekommen, Reparatur kompliziert und teuer, usw.
Glückwunsch dass er bei DIR gut läuft, aber daraus eine generelle Kaufempfehlung zu stricken ist schon gewagt.
Für Leute die selber den Schraubenschlüssel in die Hand nehmen können sieht die Geschichte anders aus, aber normale Werkstattgänger sind mit dem PM (Monojetronic) am besten bedient.
Hallo
Stöbere gerade auf der Motortalk Website und sah noch einmal Ihre entrüstete Antwort auf meine Kaufempfehlung.
Obwohl dass ja auch schon wieder 2 Jahre her ist: bin seitdem 45 tkm mit dem Auto gefahren,wiederrum ohne Probleme.Um allem vorzubeugen habe ich mir,billig einen Vergaser in der Bucht gekauft,den probiert und dann weggelegt.
Mir ging es vor allem darum ,auch mal eine andere Alternative aufzuzeigen zu den ewigen Lobbpreisungen der PS stärkeren Modelle .Der PP wird ja immer als anfällige lahme Kiste dargestellt.
Anfällig kann ich nicht bestätigen.Lahm: der Trend geht ja zu immer mehr PS,jeder Kleinwagen hat ja heute min 100 Ps und mehr,sonst käme man ja kaum über die Kreuzung meinen Autobild und Co und auch viele User hier.Tatsache ist: durch die immer dichter werdende Kontrolldichte,Tempo 30 Zonen,Autobahnbaustellen alle 5 km mit 60,80 sowie die Regulierungen durch die Verkehrsbeieinflussungsanlagen( gerne mal tempo 100 bei freier Sicht,mal wegen nichts,mal wegen Lärmschutz) gibt es ja nur noch sehr wenige Autobahnabschnitte ,wo noch "Freie Fahrt" gilt.
Insofern werden die Leute von der Autolobby schlicht verarscht,man brauche immer mehr Leistung und Top speed.Ob er nun ein PS starkes Gefährt braucht ,um schneller in der Tempo 30 Zone geblitzt zu werden,muss jeder selbst entscheiden.Leider ist mein PP schon oft zu schnell......
Allzeit gute Fahrt !!
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Zitat:
@past.martin schrieb am 30. Januar 2016 um 15:43:53 Uhr:
Zitat:
@Hacki81 schrieb am 6. September 2014 um 00:46:08 Uhr:
Und das hat sein müssen nen 3 jahre alten Thread dafür auszubuddeln?Verbrauch und Fahrleistungen hin oder der, dieses elektronikschwangere Düsenkonglomerat namens Pierburg 2E-E hat die Tendenz dazu einfach nur Probleme zu machen im alter. Ein schwankiger Leerlauf und hoher verbrauch sind da eine sache, aber wenn dann irgendwann die AU nicht mehr gepackt wird guckt man in der regel in die röhre. Ersatzteile schwer zu bekommen, Reparatur kompliziert und teuer, usw.
Glückwunsch dass er bei DIR gut läuft, aber daraus eine generelle Kaufempfehlung zu stricken ist schon gewagt.
Für Leute die selber den Schraubenschlüssel in die Hand nehmen können sieht die Geschichte anders aus, aber normale Werkstattgänger sind mit dem PM (Monojetronic) am besten bedient.
Zitat:
Anfällig kann ich nicht bestätigen
Es gibt leute die rauchen 50 jahre lang ohne lungenkrebs zu bekommen.
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Der PM bleibt dennoch aufgrund seiner Zuverlässigkeit,Sparsamkeit und einfachen upgrademöglichkeiten auf euro 2 immer noch die wesentlich bessere Empfehlung
Trotz dessen wahnsinnigen fahrleistungen 😁
kann den PM nicht beurteilen,da ich vorher nur einen 1,6TD und dann den 1,9 TD hatte.Aber sicher ein gutes Auto,das vielleicht noch weniger Probleme macht als das Vergasermodell.Wegen der Unsinnszonen habe ich dann den PP gekauft,weil der halt günstig war und nur 53 tkm auf der Uhr hatte,Rentnerauto.Wollte lediglich meine Zufriedenheit mit dem PP bekunden und auch ein mal gegen den Maimstream,eine Lanze für ein ps -schwaches Modell brechen.Wenn man all die Hororomeldugen über den Vergaser genau liest,stellt sich doch meist heraus dass es an der Peripherie liegt,Unterdruckschläuche,lose Stecker etc.
Die Leistung finde ich angesichts des Überwachungstaates mit 1000 Reglementierungen,Tempo 30 Zonen,Blitzern an jeder Ecke,verkehrsbeeinflussungsanlagen auf der Autobahn,mehr als ausreichend..Die Leute werden ja immer mehr verdummt und meinen heute ,selbst ein Kleinwagen müsste mindestens 150 PS haben um überhaupt noch über die Kreuzung zu kommen.Dabei ist eine Ente heute angesichts der 5001 Blitzer,30 er Zonen etc oft schon zu schnell.
Allzeit gute Fahrt
Ich finde das auch lustig, wie hier jemand pausenlos schreibt, dass er sich ein bestimmtes Auto nie kaufen würde.
"Würde ich mir nicht kaufen" bedeutet "ich rede über ein Auto, das ich nicht habe".
Ich hatte früher den B3 PM und habe heute den B3 PP.
Beide lagen bei 7,5 Liter/100 mit dem langen 5-Gang-Getriebe.
Beides sind keine Beschleunigungsmonster, aber Autos, die angesichts ihrer Leistung dank der Aerodynamik und langen Übersetzung schneller sind, als man denkt.
Beide Autos laufen bzw. liefen überaus problemlos, von einem defekten Verteilerfinger des PM mal abgesehen.
Der 1.6er muss derzeit bei tiefen Minusgraden draußen parken und springt immer auf einen Schlag an. Danach läuft er ruhig und gleichmäßig wie ein moderner Einspritzer. Kaltstartverhalten ist 1+ mit Sternchen.
"Wenn er unruhig läuft, nicht kaufen" -ja, und alle anderen kaputten Autos bitte auch nicht, die sind dann ebenfalls nur repariert zu gebrauchen 😉
Noch immer übrigens kann man den PP, nachgerüstet mit einem Kaltlaufregler, für 108 Euro Steuern und HP-TK 14 fahren. Reichweite über 800 km mit einer Tankfüllung. Zum Vergleich: beim H-Kennzeichen fallen 192 Euro Steuern an!
Also: der PM ist super, der PP auch. Bei einem normal gewarteten Auto kann man bei beiden bedenkenlos zugreifen, falls sich heute mal wieder jemand die Frage stellt.
Hallo
ist ja witzig.Bei mir genau umgekehrt.Ich bin vor 2 Monaten bei einem Fähnchenhändler vorbeigefahren.Dort stand ein PM mit Schiebedach,ZV,Servo und vor allem einem Lack wie neu.71000km nachweisbar., Der Audi hatte einen defekten Kühlerschlauch,der kleine der zum Behälter oben führt.Der Händler wollte ihn für 1000 eu nur loswerden.ohne Tüv.Da der Wagen quasi aus der Zeitmaschine so aussah,wie eben vom Band gelaufen,kaufte ich ihn und trennt mich schweren Herzens von meinem PP
Muss sagen viel Unterschied vom Anzug ist da nicht.Der Verbrauch scheint minimal höher.Habe also nun nach dem PP einen PM.der PP sah halt lackmässig schon etwas mitgenommen aus.
Freue mich an meinem schön ,wie neu aussehendem Auto,aber technisch besser als der PP ist der nicht . Nach 100TKM im PP kann ich auch über den Vergaser nichts schlechtes sagen.Für alle Fälle hatte ich mir noch einen Ersatzvergaser weggelegt,den ich aber nie gebraucht habe.
Der PM wurde inzwischen 5 tkm gefahren,alles bestens.Beides empfehlenswerte Autos.
Kaltlaufregler hatte ich schon im PP,den PM habe ich auch mit einem Twin tec nachgerüstet.Lief aber kalt bisschen rumpelig,habe ihn einfach nach dem Eintragen wieder abgeklemmt
Ich denke auch bei den Ominösen "Vergaserproblemen" schreibt vielleicht einer vom anderen ab.In Netzt wimmelt es ja vor Warnungen vor dem PP,allerdings meistens von leuten die selber keinen haben .Wer den Wagen selber mal hatte wird das meist nicht bestätigen können.und noch eins bedenken: die Autos sind alle um die 25/26 Jahre alt,das da mal was klemmen kann,ist doch klar
Für 1000 Euro ein Schnapper, wenn ich das so lese. Obwohl ich Angst gehabt hätte, dass es Gründe hat, warum der Händler nicht schnell den Schlauch tauscht und zum TÜV fährt. Aber so, wie Du schreibst, war das unberechtigte Sorge.
Mein PP ist karosseriemäßig leider etwas weniger gut erhalten, viele kleine Dellen. Dafür war er mit 620 Euro vollgetankt mit KLR und 2 Jahren TÜV, SSD, AHK und Servo auch spottbillig. Sogar neue Bremsen waren drin.
Es war ein Schnapper.der Schlauch war in 10 min erledigt.Der Kaltlaufregler hat 95 mit eintragen 135 eu gekostet.Ehrlich gesagt verstehe ich den Händler auch nicht.2000-2500Eu wären mit Tüv locker dringewesen,der wagen sieht aus wie ladenneu.
Den PP hatte ich für 750 gekauft,für 1500 verkauft. Aber nochmal 150 für Tüv Gebühren und Teile reingesteckt.
Hatte ich auch mit nur 58 000km vom Erben eines Opas vor 5 Jahren gekauft.Leider war der ganze Wagen verkratzt und verbeult,gekauft hatte ich ihn damals wegen der wenigen KM und weil ich schnell einen neuen brauchte nachdem mein B4 bei 780 000 die Grätsche gemacht hatte.Wollte keinen Diesel mehr wegen der Unsinnzonen.
Hinten hatte er mal einen Hecktreffer und kein Spaltmass stimmt an dem ganzen Auto.Sah irgendwie zusammengeschustert aus.Aber gefahren immer erste Sahne,war diesen Sommer noch in Spanien und Portugal,letztes jahr in italien,Slovenien und Kroatien.Sehr sparsam und absolut zuverlässig.nur die mässige Optik hat mich halt doch immer etwas gestört.
Technisch war er Tipp top aber ohne jede Ausstattung.4 gang und sogar ne Rücksitzbank ohne Armlehnen und Kopfstützen.Da war der zufällig gefundene PM ein Glückstreffer.Da ich unterm Strich sogar noch ein paar EU
"verdient habe" eine echte win win Situation.Was mir halt auffällt, viel schneller ist der PM trotz 20 mehr PS kaum.
Beide Ausführungen unbedingt zu empfehlen,da bin ich bei Ihnen
Mfg
Das Thema ist zwar älter, doch es wird sich sicher mal wieder jemand informieren wollen.
Ich fahre einen 1,6L PP (Vergaser) Audi 80 seit ca. 9 Jahren und 120.000 Km. Aktuell hat er 283.000 Km runter. Ich kann ebenfalls bestätigen, daß der Vergaser entgegen allen Horrorstories äußerst problemlos ist und fast keinerlei Aufmerksamkeit bedarf. Leerlaufschwankungen können durch Defekt des Drosselklappenanstellers entstehen, dieses Schreckgespenst ist der Auslöser für den Ruf. Doch sehr häufig sind Leerlaufschwankungen mit etwas Kontaktspray am Stecker des Anstellers zu lösen. Dort dringt Feuchtigkeit ein und so war es auch bei mir. Die Unterdruckschläuche können nach einer gewissen Laufzeit mal getauscht werden, da sie porös werden. Kostet 5€ und dauert 10 Minuten. Mehr mußte ich in all den Jahren an dem Vergaser nicht machen. Unterschiede zu einerm Einspritzer sind nicht auszumachen. Bestes Kaltstartverhalten, keinerlei Beschleunigungslöcher, sehr sparsamer Verbrauch. Auch nach der hohen Laufleistung. Mein Verbrauchsrekord liegt bei unter 7 Litern Autobahnfahrt. Zwischen 120-140 Km/h tut sich nicht viel, über 140 Km/h fängt er aber auch etwas das Saufen an.
Meine Erfahrungen mit dem Auto hinsichtlich Kaufempfehlung:
Prinzipiell ein tolles Auto, wenn auch nicht gerade besonders schön. Es ist eines dieser Fahrzeuge, in das man sich reinsetzt und das "paßt". Ausgereift und ausgewogen. Der 1,6L Motor fällt dadurch auf, daß man ihm seine geringe Leistung nicht anmerkt und er sturköpfig seine Kilometer abspult. Zudem läuft der Motor angenehm ruhig und unaufdringlich. In Verbindung mit dem Sitzkomfort schläft meine Freundin auf längeren Strecken regelmäßig in dem Auto ein, weil es so gemütlich sei... Umrüstung auf Euro 2 durch Kaltlaufregler oder Minikat möglich. Aber 2x ließ das Auto mich auch im Stich. In beiden Fällen war es die (mechanische) Benzinpumpe. Die erste wich einer vom Schrottplatz und diese später einer englischen aus alten Lagerbeständen. Tip: Man kann sich im Falle des Liegenbleibens damit behelfen, etwas Benzin in die Pumpe zu spritzen. Oftmals reicht das um wieder eine Benzinzufuhr herzustellen und nach Hause oder zur Werkstatt zu kommen.
Mit den inzwischen 283.000 Kilometern fängt der Motor an zu bläuen. Ventilschaftabdichtungen oder Kolbenringe. Ich bin nicht mehr auf Fehlersuche gegangen, da er auch ansonsten seine Kampfspuren davongetragen hat und ich dachte es wäre mal Zeit für einen neueren Audi. Ins Haus kam ein Audi A4 mit 1,8L 125 PS Maschine und 127.000 KM. Ich habe das Auto zwei Monate ertragen und dann wurde es wieder abgemeldet. Es war im Vergleich laut, soff den Sprit, verfügt über eine katastrophale Reparaturfreundlichkeit, es ölte und das Automatikgetriebe muckte rum. Von der verwöhnenden Audiqualität des B3 ist hier nicht mehr viel zu spüren gewesen und der B3 fährt mich nun erst mal weiterhin zur Arbeit.
Weitere Punkte am B3, die nach meiner Erfahrung zu beachten sind:
- Wärmetauscher (kann Haarriss bilden und die Kühlflüssigkeit verdampft in den Innenraum). Für den Austausch muß das Armaturenbrett raus, ziemlich aufwendig.
- Kabelstrang Heckklappe (neigt zu Brüchen durch Öffnen und Schließen). Kann man flicken/löten.
- Rost an den vorderen Radläufen.
- Rost an den Benzinleitungen. Austausch gegen Kunststoffleitungen erspart das Entrosten und Einfetten alle 2 Jahre zum TÜV.
- Vorderachse. Da ist hin und wieder mal was ausgeschlagen oder die Querlenker müssen neu. Jedoch alles in Eigenregie relativ problemlos zu bewerkstelligen.
- Öldruckgeber. Neigen irgendwann zum Ölverlust und müssen getauscht werden (es gibt zwei). Sehr einfach zu tauschen, Kosten pro Geber vielleicht 10€.
Nicht besonders schön? Für mich ist der B3 eines der schönsten Autos überhaupt. Völlig schörkellos, aber das liegt wie so oft im Auge des Betrachters. Die Qualität war aber definitiv top. Ein toller Langzeitbericht, danke dafür.