? Verbrauchsunterschied Diesel-Benzin hohe Geschwindigkeit

Hallo,

wie ist eigentlich zu erklären, dass Benzinmotoren, grade dann, wenn viel Leistung abgerufen wird, anfangen zu saufen?

Ein Freund fährt einen A4 mit dem 170 PS Diesel. Damit sind wir neulich mal ziemlich zügig, auch längere AB Strecken (insgesamt 300 km) gefahren, wenn möglich auch mal 180-200 laut Tacho.
Im Schnitt stand dann aber trotzdem nur etwas über 8 Liter im Verbrauchsrechner.

Meine Eltern haben denselben A4, allerdings mit dem 2.0 TFSI Motor.
Wenn man hiermit entsprechend fährt, steht die Anzeige schnell mal bei 12l im Schnitt.

Wie ist das zu erklären?
Eigentlich sind dann Benzinmotoren ja im Vergleich total unwirtschaftlich.
Außer, dass der Motor geringfügig laufruhigerer ist, konnte ich da vom Fahren keine wesentlichen Unterschiede feststellen.

Beste Antwort im Thema

Der erste Fehler bei deiner Rechnung ist das du in Volumen rechnest. Diesel hat aber ~10% mehr Energie pro Liter als Benzin.
Der zweite Fehler ist das der Diesel mager läuft, das sind nochmal ~10% die er spart. Würde man Ottomotoren bauen die genauso viel Stickoxide wie Dieselmotoren ausstoßen dürften, dann wären die auch sparsamer. Der Gesetzgeber hat also hier dem Diesel bevorzugt. Und das schon seit Anfang an.

Der Benziner fettet ab einer gewissen Leistungsanforderung an, damit erreicht er mehr Leistung und kann auch damit die Temperaturen im Brennraum kühlen. Ist keine feine art, aber billig für die Hersteller. Es gibt Motoren die auf sowas fast komplett verzichten können. Die sind aber schon immer in der Minderheit. Der Kunde zahlt es halt an der Tankstelle.

Wenn man aber Stadt und Landstraßen vergleicht sind sie gar nicht so viel sparsamer. Diesel lohnen sich für Leute die viel Vollgas auf der Autobahn fahren.

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Zitat:

@ventomat121 schrieb am 22. Februar 2016 um 13:50:28 Uhr:


Die Frage ist, warum die Verbreitung, insbesondere auch außerhalb Europas, so gering ist?

Neben den persönlichen Vorlieben (Laufkultur, Drehvermögen, Lärmentwicklung) sind es vor allem Abgasgründe. Einen Dieselmotor bekommt man durchaus auf das Abgasniveau eines Benzinmotors, allerdings mit ungleich höherem Aufwand. Da die Gemischbildung inhomogen ist, bildet sich viel Ruß, also braucht man schon mal einen Rußfilter. Rußfrei laufende Dieselmotoren, welche nicht mit einem Filter ausgerüstet sind, gibt es - ganz im Gegensatz zum Ottomotor - nicht. Da die Last per Qualitäts, - und nicht per Quantitätsregelung geregelt wird (sehr stark variierende Kraftstoff / Luft - Verhältnisse), läuft der Motor quasi permanent mit einem extrem hohen Luftüberschuss. Daraus entstehen (weil Luft zu einem Großteil aus Stickstoff besteht) dann die gefürchteten Stickoxide, denen man effektiv nur mit einem SCR - Katalysator samt Harnstoffadditiv beikommen kann. Wenn der Dieselmotor niemals richtig heiß wird, verrußen Komponenten wie Oxidationskatalysator und Rußfilter, dadurch entstehen sehr hohe HC, - und CO - Emissionen, manchmal muss der Filter manuell gereinigt werden.

Eine regelrechte Chemiefabrik also, welche stets gewartet werden will und die, je nach Einsatzgebiet, teilweise deutliche Nachteile mit sich bringt - und dann ist das Endergebnis hinsichtlich der Schadstoffemissionen, jedenfalls momentan, noch nicht mal so gut wie beim Otto. Dem genügt als Saugrohreinspritzer ein simpler Katalysator plus Sauerstoffsonde, damit das Gemisch passt. Von Natur aus läuft dieser außerdem wesentlich leiser, dreht leichter hoch, springt im Winter leichter an (kein Versulzen des Kraftstoffes), dreht quasi in unbegrenzter Höhe (kein Zündverzug vorhanden) und hat teure und anfällige Technik wie Hochdruckdirekteinspritzung oder Turbolader wesentlich weniger nötig als ein Dieselmotor, der ohne diese Dinge (vor allem ohne Turbolader) gar nichts taugt.

Nur leider werden solche "guten" Benzinmotoren nicht mehr gebaut.

Entweder Minihubraum mit Turboaufladung, oder nicht ganz don extrem Minihubraum mit 4ventiel-Technik.

Der Prius dürfte wohl das Modell sein das noch am längsten am reinen MPI festhalten wird. Da lohnen sich die Mehrkosten für DI nicht. Das Hybridsystem ist ja schon teuer genug.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 22. Februar 2016 um 17:26:34 Uhr:


Nur leider werden solche "guten" Benzinmotoren nicht mehr gebaut.

Natürlich werden die noch gebaut, Du musst halt nur an der richtigen Stelle suchen:

- Ford Mustang 3.7 / 5.0
- Dodge Challenger / Charger 3.6 / 5.7 / 6.1 / 6.4
- Chrysler 300 C / Lancia Thema 3.6 / 5.7 / 6.4

In Deutschland dürfte der letzten klassische Motor mit vernünftigem Hubraum der Basismotor im aktuellen Ford Focus sein (1.6, 85 PS). Alle anderen haben sehr wenig Hubraum und / oder nur 3 Zylinder.

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Ich meine 1.4l mit 75 PS, wie meine beiden Zitronen (Zitroen ZX und Zitroen Xsara).
Insgesammt 22 Jahre damit gefahren.

Die Miniturbomotoren, kriegen mitunter ne längere Übersetzung als ein vergleichbarer Diesel (Ford Fiesta), damit man sie mit geringeren Drehzahlen sparsam fahren kann. Dafür werden sie dann durch den Turbo für den unteren Drehzahlbereich mit Drehmoment vollgepumpt. Ob das dann den kleinen Kolben auf Dauer auch wirklich gefällt, wenn sie bei niedrigen Drehzahlen permanent diesen Verbrennungsdruck aushalten müssen?
Mal davon abgesehen, das man beim sparsamen Dahincriusen, über Land, kaum noch Dosierungsspielraum am Gespedal hat, so wenig muss man da draufdrücken.

Und die 16-Ventiler? Die werden dann wieder so kurz übersetzt, damit sie mit ihrem schwachen Drehmoment noch halbwegs vorwärtskommen, das man sie garnicht sparsam fahren kann.

Zitat:

@Rainer_EHST schrieb am 22. Februar 2016 um 17:56:10 Uhr:


Ich meine 1.4l mit 75 PS, wie meine beiden Zitronen (Zitroen ZX und Zitroen Xsara).
Insgesammt 22 Jahre damit gefahren.

- Ford Focus 1.6 (85 PS)

- Opel Corsa 1.4 (90 PS)

CrankshaftRotator, die genannten Motoren können aber dann spätestens beim Verbrauch nicht mehr mithalten.
Die "Downsizing" Motoren sind so unzuverlässig, wie sie immer dargestellt werden, eben absolut nicht.

Und manche Leute hätten gerne mehr als 90 PS. Da bleibt, wenn der Verbrauch gering bleiben soll, eben fast nur ein Turbo oder ein Hybrid übrig.
Ich glaube kaum, dass jemand, der sich jetzt an 120+ PS Turbobenziner gewöhnt hat, freiwillig wieder 1.4l-Schrott mit 75PS fahren will.

Aber ganz ehrlich: mein TSI ist sehr lang im Getriebe untersetzt. Aber es fühlt sich schon cool an, im 6. Gang bei 60 km/h Vollgas zu geben und die Maschine kräftig anschiebt. Ihr meint, dass solche Hochdrehgeschichten im hohen Gang auf die Lebensdauer der Maschine gehen?

Und die genannten Nachteile des Diesels (relativ rauer Lauf, schlechtes Anspringen bei extrem tiefen Temperaturen, schlechteres Abgas) sind doch in Mitteleuropa ziemlich nebensächlich.
Warum sollte ein Kunde zum Turbobenziner greifen, abgesehen vom günstigeren Anschaffungspreis, wenn grade bei zügigen Autobahnfahrten die Kosten extrem hochgehen?

Vllt ist das auch ne Glaubensfrage.

Zitroen ist kein Schrott.
15 Jahre alt, Tag und Nacht draußen stehend und jeden Tag, bei jedem Wetter gefahren, NULL KOMMA KEIN Rost. Und die 1.4L mit 75PS reichen bei knapp über einer Tonne Leergewicht vollkommen aus.
Und das alles mit nem Verbrauch, der knapp unterhalb dessen lag, was werksseitig für außerorts angegeben war.

Da geht mir PSmäßiger Überlegenheitswahn sowas am .... vorbei, ... 🙄

Dafür haben mir der ZX und Xsara für meinen feinfühligen Fahrstil eine viel zu gute Bedienungs- und Fahrergonomie geboten, als das mich da irgendwelche PS-Hascherei vom Hocker hauen kann. 😉
Und so manches stärkeres Gefährt hat sich da beim Fahren, trotz besserer Beschleunigung und größerer Höchstgeschw. (letzteres für mich eh uninterassant) weitaus schwerfälliger angefühlt.

Und ein 75PS Diesel kommt da in dieser Größenordnung, mit seiner Fahrbarkeit, jenem harmonischem Fahrgefühl deutlich näher als ein Miniturbo, oder 16-Ventiler. Der Miniturbo verlangt da über Land bergauf schon mal öfters nach einem Gang tiefer, nämlich wegen der langen Übersetzung.

Zitat:

Aber es fühlt sich schon cool an, im 6. Gang bei 60 km/h Vollgas zu geben und die Maschine kräftig anschiebt.

Wieviel Drehzahl haste denn da drauf.
In einem Video hab ich da mal bei nem Diesel (Golf oder Polo) gerademal 1000U/min ausmachen können.
Soweit gehe ich ja nichtmal bei nem LKW mit der Drehzahl runter und der hat nur max. 2500U/min.

Zitat:

Ihr meint, dass solche Hochdrehgeschichten im hohen Gang auf die Lebensdauer der Maschine gehen?

Also mir wurde mal beigebracht, das wenn man einem Motor bei niedrigen Drehzahlen hoch beansprucht, sprich Vollgas, die Kolben dabei eine sehr hohe Kippneigung entwickeln, weil sie auf Grund der niedrigen Drezahl dem Explosionsdruck nicht schnell genug entweichen können. Zudem stabilisiert eine höhere Drehzahl den Kolben, der höheren Fliehkräfte wegen.
Je stärker der Kolben kippelt, desto stärker schleift er mit der Kante an der Zylinderwand entlang, was wiederum größeren Verschleiß an der Kolben/Zylinder- Paarung bedeutet.

Ich selber fahre unterhalb 1500U/min eher sehr selten und nie dauerhaft. Und "beschleunigen" aus dieser Drehzahl heraus dann mit sanftem Gasbeben, das Pedal mit zunehmender Geschwindikeit allmählig weiter durchtretend.

Etwa 1200 Touren, da entwickelt der TSI bei Vollgas recht zügig ordentlich Schub.

Wie hört sich denn da der Motor an.

Also die 1500U/min als untere Grenze (4./5. Gang) bei den Benzinern haben bei mir daheraus resultiert, da unterhalb dessen der Motor schon beim leichten Gasgeben anfing brummig zu klingen und sich dabei auch leichte Vibrationen einsteltlen.
Soetwas tue ich einem Motor nicht an. 😉

Mein jetziger Diesel bekommt dann, so unterhalb 1400U/min, das typische Dieselgeklapper. Muss also auch nicht sein. Ab 1500U/min hört er sich eher sanft fauchend an, so als wenn er schnarchen würde.
Und beim Abtouren mit eingelegtem Gang, wird bei spätestens 1000U/min, entweder ohne Gang weitergerollt oder runtergeschaltet. Da deaktiviert er nämlich die Schubabschaltung, was sich dann auch, ohne Gas zu geben, leicht akustisch bemerkbar macht (Dieselklappern).

Zitat:

@towe96 schrieb am 22. Februar 2016 um 20:59:06 Uhr:


CrankshaftRotator, die genannten Motoren können aber dann spätestens beim Verbrauch nicht mehr mithalten.

Solange Du den EU - Wert nimmst, sicher nicht, denn der ist bei den Amis üblicherweise realistisch. Bedeutet: In der Praxis selbst bei forscherer Fahrweise erreichbar. Bei den Deutschen schaut das ganz anders aus - oder glaubt hier jemand ernsthaft, dass sich ein Mercedes A 45 AMG mit 381 PS mit den vom Werk angegebenen 6,9 Litern Sprit bewegen lässt, solange man nicht mit Tempo 90 hinter einem Lkw verweilt? 😁

Die Frage ist doch eher, wie viele Menschen dürfen ihre Fahrzeuge legal überhaupt schneller wie 130km/h bewegen und wie viele nicht 😉 Den letzteren ist ziemlich egal was ihr Auto bei 180 verbraucht 😉

Ich kann den hohen Verbrauch bei 200km/h und mehr bei meinem TSI nicht bestätigen und ich fahre in letzter Zeit fast auschließlich hohes Tempo, weil der Sprit billig ist. Mein letzter Verbrauch lag bei 9,3 Liter auf 100km/h und da hab ich schon ordentlich Gas gegeben und immer schön die Gänge ausgefahren.

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