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25.01.2018 10:50    |    Tobner    |    Kommentare (22)

Sodele,

 

nachdem nun das "Kurzzeitprojekt" Trabant,welches schlimm ausuferte, erstmal soweit beendet ist, habe ich Zeit, mich um den BMW zu kümmern. Momentan suche ich noch Teile zusammen, aber die Sammelei neigt sich dem Ende. Es fehlen als große Posten nur noch die Nockenwellen, die ich gern umschleifen lassen möchte und ein Einmassenschwungrad. Original hat der M62 ein fast 18kg schweres Zweimassenschwungrad, welches den Motor träge erscheinen lässt. Die Firma CCC-Motorsport hat ein 7kg leichtes Einmassenschwungrad (EMS), welches ich nach der Rallye beschaffen werde.

 

Problematisch ist noch die Kupplung. Ich fahre ein 5 Gang Getriebe, welches nur am 3.5Liter V8 zum Einsatz kam. Den 4.4Liter gab es nur mit 6Gang oder Automatik. Ein 5Gang an einen 4.4Liter zu schrauben geht zwar, doch müsste man dann aufgrund der Getriebewelle die Kupplung vom 3.5Liter V8 fahren, welche aber öfters das Drehmoment nicht übertragen kann und abraucht. Die größere Kupplung vom 4.4 geht aufgrund der Getriebewellenverzahnung nicht (so richtig). Da gibt es aber Mittel und Wege, dieses Problem zu beheben.

 

 

 

 

Nachdem ich dann über Weihnachten das V8-Umbauset von 300mm.de bestellt hatte, konnte ich auch richtig loslegen. Das Paket umfasste folgende Teile:

 

- Motorhalter

- Motor- und Getriebegummis

- Spezialradnaben für die VA

- Bremssatteladapter für die VA und die HA

- Achstieferlegung

- Bremsbetätigungstange (vom Bremspedal bis Hauptbremszylinder)

- Haltebleche BKV zum Einschweißen

- Kühlerabschlussblech für den E28 Kühler

 

Ich habe den alten Motor samt Getriebe ausgebaut, den Motorkabelbaum entfernt und ein Halteblech am linken Dom entfernt. Dort war original ein Behälter befestigt, der aber für den Bremskraftverstärker weichen muss. Das abgefahrene: BMW baute in den älteren 5er mit V8 Motor den Bremskraftverstärker hinter den Scheinwerfer auf der Fahrerseite, weil nirgendwo sonst Platz ist. Es wäre auch möglich, bspw. mit einem Waagebalken und ohne BKV zu fahren, aber das sehe ich sehr kritisch. Es nützt auch nichts, wenn die Kniescheibe rausspringt eh das Auto bremst.

 

Danach habe ich ein Lenkgetriebe vom 3er BMW (E36) eingebaut. Dieses ist bedeutend direkter, fährt sich besser und die Anschlüsse sind etwas versetzt, was dem Einbau des V8 zugute kommt. Der größte Vorteil ist, dass das Lenkgetriebe die Achstieferlegung kompensiert, da es am Anschluss von der Lenksäule etwas länger ist. Also kurz gesagt: Achse und somit Lenkgetriebe liegt 20mm tiefer, Anschluss zur Lenksäule ist 20mm länger - Lenksäule passt plug&play ans Getriebe.

 

 

Danach habe ich die Motorhalter vom Umbauset montiert, die Motorgummis auf die Vorderachse geschraubt und den Motor in den Motorraum gehangen. Das war notwendig um die Platzverhältnisse zu klären. Als der Motor drin war, habe ich mir die kritischen Stellen angesehen und für weniger problematisch befunden. Folgende Stellen sind eng:

 

- alle

 

Aber seht selbst:

 

 

 

 

 

Am engsten ist es an der Spritzwand, die Anschlüsse zum Wärmetauscher liegen fast an. Außerdem ist zwischen Lichtmaschine und Längsträger ungefähr 2cm luft und das Batterieblech muss etwas verkleinert werden. Batterie kommt sowieso in den Kofferraum.

 

Als der Motor saß, habe ich den BKV vom E34 540i eingepasst. Dazu muss man den originalen Halter kürzen, die beiden Haltebleche oben und unten einschweißen und festschrauben. Problematisch war, dass das obere Halteblech nicht vorgebogen war und ich erstmal ein wenig probieren musste. Auch hier sind die Platzverhältnisse kritisch, da der Hauptbremszylinder nach vorne aus dem BKV herausragt. Der HBZ ragt zwischen die beiden Scheinwerfer und hat nach vorne vllt noch einen cm Platz. Auch zum Motor hin ist da wenig Platz, aber es passt.

 

 

 

 

Danach habe ich den Motor wieder herausgehoben und die Bleche durchgeschweißt. Außerdem habe ich einen Satz 17Zoll Stahlfelgen vom BMW X1 geschossen, die dann auf das Auto kommen. Schick dabei ist, dass sie die riesen Bremse verstecken und das Sleeper-Image unterstreichen :D

 

 

Die Hinterachse und die Radlagergehäuse der HA sind beim Pulverbeschichten, danach kann ich die alte HA mit Trommelbremsen ausbauen und die überholte Scheibenbremshinterachse verbauen. Zum Einsatz kommen Radnaben vom Z4 (wegen LK 5x120), Bremsscheiben vom Z4, Bremssättel vom E34 540i samt Halter und Bremssatteladapter von 300mm.de.

 

Bis zur Rallye werde ich mich noch etwas um die Elektrik kümmern, die ist bei dem Projekt auch nicht ohne. Da ich beim Kauf des Motor einen riesen Fehler gemacht habe und die Komponenten der elektrische Wegfahrsperre nicht mitkaufte, komme ich etwas ins Schwimmen. Die EWS beinhaltet eine Ringantenne samt Schlüssel mit Transponder, Kabelbaum und das EWS-Steuergerät. Ohne ein Signal von der EWS gibt das Motorsteuergerät aber nichts frei. Man kann die EWS aber nicht ohne weiteres simulieren oder aus dem Motorsteuergerät auscodieren...

Außerdem bekommt das Steuergerät das Geschwindigkeitssignal vom ABS-Block. Da mein BMW aber kein ABS hat (und ich es auch nicht nachrüste), muss ich an dieser Stelle auch zaubern. Aber ich denke, da finden sich auch Wege...

 

Es wird wohl erst nach der Rallye die nächsten Fortschritte geben, aber das Projekt rennt ja nicht weg :D

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15.01.2018 14:50    |    Tobner    |    Kommentare (17)

Moin liebe Mtler,

 

nach langer Zeit des Schweigens muss ich meinen Blog malwieder etwas aktualisieren. Der Trabant steht fast fertig für die Vollabnahme, der E30 nimmt langsam Form an (Artikel folgt!) und der Wintersubaru fährt tapfer seinem Ende entgegen. Ende März läuft der Tüv aus und es ist absolut aussichtslos, noch einmal bei der HU vorzufahren. Aber es sollte nochmal einen kleinen "Schlussknall" mit dem Winterauto geben, schließlich begleitet mich das hässliche, tapfere Entlein nunmehr fast 5 Jahre.

 

Über Facebook kam ich letzten Sommer auf die Seite des SAC, ein Reiseveranstalter für Charity-Rallyes. Als ich auf der Seite unterwegs war, keimte da eine Idee im Hinterkopf:

 

 

Mit dem Subaru die Baltic-Sea-Circle-Rallye mitfahren. 7500km durch 10Länder. Und passend dieses Jahr: Premiere der ersten Winter-Edition dieser Rallye. Es passt alles. Supergeil! Im Winter ans Nordkapp, dann über Murmansk nach St. Petersburg und über Polen zurück nach Deutschland. Ich überedete meinen besten Kumpel und meldete uns an. Anfangs zweifelten wir noch etwas, schließlich ist es finanziell auch nicht ohne (Startgebühr fast viereckig, dazu noch Spenden sammeln,Verpflegung, Sprit, Visa,......) und auch so war anfangs etwas mulmige Grundstimmung. Aber was solls denn, wir sind jung und ungebunden. Wenn wir jetzt nicht fahren, dann nie.

 

Also fingen wir die Vorbereitungen an. Da wir hardcore im Auto nächtigen wollen, muss das Auto dazu passend etwas umgebaut werden...

 

Was wollen wir mitnehmen?

Tja, so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Aber ganz ohne Werkzeug und Ersatzteile gehts dann doch nicht. Ich habe 2 vollwertige Ersatzräder organisiert, dazu kleinen Spittel wie Anlasser, Lichtmaschine, Benzinpumpe, Riemen, Gebläsemotor, Birnen, Schellen, Kabel, Lüsterklemmen, Benzinkanister und Kleinkram wie Sicherungen. Dazu noch viele Klamotten, Verpflegung, Campingkocher und nen Kasten Bier (das wichtigste!).

 

Wo stopfen wir das alles hin?

Der Tobner hat sich mal 2 Tage hingestellt und hat gebastelt. Eine Dachbox musste her. Problem: Der Subaru hatte keine Dachreling. Erst habe ich herumprobiert mit Dachschienen zum Klemmen. Da diese an die Fensterkante geklemmt werden und der Subaru aber so alberne Maße an den Scheiben hat, ging das nicht. Ich rüstete eine originale Dachrehling nach und organiserte mir dann 2 Grundträger. Danach habe ich Rundmaterial besorgt und beim Feierabendbier ein Korb gebaut. Leider hat das dann länger als geplant gedauert und ich hab fast ein ganzen Wochenende damit zugebracht :D Aber es kann sich sehen lassen. Eintragen brauche ich es nicht, da es als Ladung gilt, solange man es mit dem Bordwerkzeug abbauen kann.

 

 

 

 

 

Loch für die AntenneLoch für die Antenne

 

 

 

Wie schlafen?

Zelt fällt aus wegen den Temperaturen. Hotel/Pension fällt wegen den Finanzen und dem Abenteuergefühl aus. Bleibt das Auto. Wir haben uns überlegt, das Rücksitzbank auszubauen und eine große Liegefläche einzurichten. Eng wirds trotzdem, der Impreza ist wirklich recht klein... Heizen wollen wir mit einer Benzinstandheizung eines Barkas B1000 mit 3500W Heizleistung, die auf den Dachkorb geschnallt wird. Diese läuft aber noch im Teststatus in der Halle, das Ding muss einfach 100% funktionieren. Zum heizen legen wir nur einen Luftschlauch ins Auto und gut. Vorteil der Heizung: DDR-Technik ist sehr robust und leicht zu reparieren. Außerdem braucht sie wenig Strom und hat getrennte Abgasführung, somit werden die Verbrennungsabgase nicht in den Innenraum geblasen. Wäre auch wünschenswert, wenn wir nach der ersten Nacht wieder aufwachen können :D

 

Was wird am Auto vorbereitet?

Ich habe einen anderen Anlasser eingebaut, da der alte doch recht müde und kraftlos klang. Der jetzige klingt genau so desolat, wahrscheinlich klingen die alle so gruselig. Auch neue Masse- und Pluskabel haben nichts gebracht. Außerdem habe ich eine zweite Batterie für die Heizung eingebaut. Diese ist mit einem Trennrelais von der Starterbatterie getrennt und wird beim Fahren über die Lichtmaschine nachgeladen. Dann steigen wir von 10W40 auf 5W40 um und wechseln die Kühlflüssigkeit gegen welche, die bei -40°C nicht gefriert. Eine neue Benzinpumpe habe ich eingbaut, da die alte gestorben ist und ich zum ersten mal mit dem Auto stehen geblieben bin:eek:

 

Was noch?

Kleines Gimmik :D Ich habe mir einen Fahrradträger für die AHK gekauft und ein Gestell darauf gebaut. Oben in dem Gestell tront ein Ölfassgrill. In der schwarzen Kiste sind alle Grillutensilien drin. Ich denke, wenn man abends den Grill einheizt und sich einen warme Mahlzeit brutzelt, ist das viel Wert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So viel ist nun nicht mehr zu erledigen. Die Heizung muss noch installiert werden und das Bett eingebaut werden, aber das sollte nun nicht mehr das große Problem sein. Sorgen macht mir der Motor, da er schonwieder das lahmen anfängt. Die Kompressionsmessung zeigte:

 

1. 10 Bar

2. 8 Bar

3. knapp 7 Bar

4. 8 Bar

 

Eine neue Lambdasonde veringerte das Ruckeln bei Teillast, aber dennoch schafft das Auto mit ach und krach 140km/h auf der Geraden. Irgendetwas stimmt nicht und ich weiß noch nicht so genau was. Fehlerspeicher ist leer, Benzinpumpe neu, DK-Poti ist rauschfrei, nur den LMM habe ich noch nicht geprüft...

 

Da es sich um eine Charity-Rallye handelt, wollen wir noch ein paar Spenden sammeln. Wenn ihr wollt, schaut mal auf unserer Spendenseite vorbei :)

 

Link: https://www.betterplace.org/.../30566-bscwinter2018-die-krachbummenten

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Blogautor(en)

Tobner Tobner


Infos zur Person... hmmm mal sehen...

 

Ich bin BJ 92 und vom Beruf Medizintechniker. Damit verdiene ich das Geld, was ich gleich wieder in meinen Fuhrpark investiere :rolleyes:

Ich schraube an so ziemlichen Allem, was Räder oder Ketten hat, sich fortbewegt, oder einfach nur Lärm und Qualm fabriziert. Mein Motto ist dabei: Normal kann jeder.

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