• Online: 6.286

cookie.666

10.10.2013 10:39    |    cookie.666    |    Kommentare (33)    |   Stichworte: Air, Ansaugöffnung, Ansaugsystem, Aufladung, Einlass, Fahrtwind, Intake, Leistung, Leistungssteigerung, Lufteinlass, Luftfilter, Ram, RAMAIR, Ram Air, Staudruck, Staudruckaufladung

RAM AIR – Mythos oder Realität?

 

Ram Air HaubeneinlassRam Air Haubeneinlass

Sicher hat jeder schon mal von Ram Air gehört. Einige werden sich auch schon näher damit befasst haben. Das Internet quillt über von mannigfaltigen Versprechungen in den Werbeanzeigen der Hersteller – man liest von mehr Leistung, mehr Drehmoment, weniger Verbrauch für nur …€ - und Leuten die auf die Gräber oder das Leben aller Anverwandten schwören, dass das stimmt.

 

Auf der anderen Seite stehen die Zweifler, die mit Formelsammlung und Taschenrechner den wissenschaftlichen Gegenbeweis antreten wollen (wer Lust und Zeit für ein Grundlagenstudium hat siehe hier ).

 

Aber was stimmt nun?

 

Fangen wir am Anfang an:

 

1. Wie soll Ram Air überhaupt funtionieren?

Theoretischer StaudruckTheoretischer StaudruckAls Ram Air bezeichnet man im neudeutsch die Staudruckaufladung durch den an der Fahrzeugfront während der Fahrt anliegenden Überdruck. Dieser Überdruck ist bei Alltags-Geschwindigkeiten sehr gering, steigt aber quadratisch zur Geschwindigkeit. Im Straßenverkehr wird man aber über einen Staudruck im unteren zweistelligen Millibar-Bereich wohl nicht hinaus kommen. Bei 200km/h liegen gerade einmal lumpige 19mbar an. Bei 100km/h sind es gar nur noch 4,6mbar. Im Vergleich zum normalen Atmosphärenluftdruck auf Meereshöhe von ungefähr 1013mbar geradezu verschwindend gering. Andere Aufladesysteme wie Turbolader oder Kompressoren bringen mit 600-1500mbar (gemittelt - andere Werte durchaus möglich) Überdruck auch ganz andere Größenordnungen zu Stande. Aber bleiben wir beim Thema - auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.

 

Druckverteilung FahrzeugfrontDruckverteilung Fahrzeugfront

Dieser Staudruck bildet sich an jeder Fahrzeugfront unterschiedlich aus. An manchen Stellen wird der Überdruck gar zum Unterdruck. Somit ist die Platzierung der Einlassöffnung extrem wichtig um am Ende nicht gar einen negativen Effekt zu bewirken.

 

KEIN Ram Air sind die so bezeichneten Ansaugbrücken von Lexmaul u. a.. Diese verschieben lediglich das Leistungsband in höhere Drehzahlbereiche und mindern dafür das Drehmoment im unteren. Mit Staudruck lädt sich da allenfalls das Konto des Verkäufers auf.

 

Ram Air kennzeichnet sich durch eine Aussaugöffnung in einem Staudruckbereich des Fahrzeugs (bei Porsche gar am Heckdeckel).

 

Ram Air LuftschlauchRam Air Luftschlauch2. Bringt Ram Air nun mehr Leistung?

Ja, ABER das System muss anständig ausgelegt sein. Vor allem bei hohen Geschwindigkeiten kann ein Ram Air System durch den Staudruck zu einer höheren Leistung verhelfen. Allerdings wird diese Mehrleistung durch den Staudruck allein äußerst gering sein - vor allem bei auf öffentlichen Straßen vertretbaren Geschwindigkeiten. Einen entsprechenden, objektiven Test, der gut konzeptioniert und messtechnisch einwandfrei zu sein scheint, findet ihr hier .

Deutlich mehr als der Staudruck wirkt sich die Ansaugung von kühlerer Aussenluft aus. Denn kühlere Luft ist dichter. Somit gelangt mehr Luft in den Zylinder. Positiv wirkt sich Ram Air somit vor allem bei älteren Modellen aus, die ihre Ansaugluft aus dem inneren des Motorraums beziehen. Man erinnere sich nur an die ausladenden Ram Air Lufthutzen und Luftschlitze der amerikanischen Muscle Cars der 6o'er und 70'er Jahre

Moderne Autos mit Einspritzmotoren saugen aber eigentlich fast alle bereits ab Werk kühle Außenluft an.

 

3. Geht mehr Leistung bei weniger Verbrauch?

Leider nein! Wer vermutet dass bei einem Benzinmotor MEHR Leistung durch MEHR Luft bei WENIGER Verbrauch geht, sollte sich das grundlegende Luftverhältnis des Ottomotors ins Gedächtnis rufen (14,7kg Luft pro 1kg Kraftstoff = Lambda 1 - Magermixmotoren/Schichtladung u.ä. neumodischer Kram der Einfachheit halber mal ausgeklammert). Mehr Leistung braucht mehr Luft und führt zwangsläufig zu mehr Benzinverbrauch - oder wie es der alte Meister immer sagte: Kraft kommt von Kraftstoff.

Aller Werbung und schwörenden Experten zum Trotz - weniger verbrauchen bei gleichzeitig mehr Power ist simpler Bockmist und gehört ins Reich der Märchen zu den Gebrüdern Ich-Glaub-Aber-Dran.

 

4. Warum bauen Fahrzeughersteller kein Ram Air ein?

Die Antwort wird jetzt viele ungläubig den Kopf schütteln lassen. Aber die meisten Fahrzeuge nutzen heute das Ram Air Konzept tatsächlich - und das ab Werk.

Beim Motorrad gibt es Ram Air schon länger ganz offiziell, wird auffällig in die Frontverkleidung gesetzt und auch gewinnfördernd beworben.

Beim Auto hat sie sich ganz unauffällig hinter Kühlergrillverkleidung und Plastikblenden eingeschlichen. Denn auch dort (also noch vor dem eigentlichen Kühler) herrst schließlich der Staudruck. Direkte Lufteinströmung in einen großen Trichter ist - wie oft angenommen - gar nicht notwendig und wäre bei einem ausgewachsenen Wolkenbruch auch tödlich für den Papier-Luftfilter. Die Ansaugöffnung muss nur dort liegen, wo auch Staudruck herrscht. Und das tut sie bei den meisten modernen Fahrzeugen auch.

Schaut doch einfach mal selbst wo genau euer Auto ansaugt ;).

 

DIY-Laubsauger? So lieber nicht!DIY-Laubsauger? So lieber nicht!Nun erwartet aber der Tuningfan einen feist fetten Trichter der direkt im Fahrtwind hängt mit ebenso fettem Luftrohr dahinter - viel hilft bekanntlich viel. Aber derartig groß dimensioniert muss es gar nicht sein. Und nebenstehende Konstruktion diene als Negativbeispiel. Diese Vorrichtung wird kaum die Leistung erhöhen - eher die Luftfilterverstopfung durch die angesaugten Unmengen an Straßendreck, Kleingetier und Krabbelgruppen.

Ein großern Trichter bringt leider gar nichts, denn Luft gilt bei legalen Geschwindigkeiten als nicht kompremierbar und verhält sich tatsächlich ähnlich wie eine Flüssigkeit.

 

Mit dieser Erkenntnis zurück zum Ansaugtrichter-Problem:

Nehmen wir nun als Vergleichsbeispiel einen leeren McDonalds Cola Becher mit Deckel und Strohhalm. Wobei die Cola den Fahrwind darstellen soll, der Stohhalm den Einlasskrümmer (nicht dem Ansaugschnorchel!) und der Becher unseren Zylinder im Motor. Nun füllen wir Cola durch den Strohhalm in den Becher (und nehmen dabei an wir machen das ohne etwas zu verschütten).

Und nun der gleiche Versuch mit einem großen Trichter, den wir schnell füllen. Man wird feststellen, der Becher wird trotzdem nicht schneller voll. Es geht eben immer nur die gleiche Menge durch den Strohhalm.

Würden wir die Cola allerdings vorher schütteln - also Druck erzeugen (wir fahren schnell) - und das ganze ohne Druckverlust in den Strohhalm bekommen, dann hätten wir tatsächlich Ram Cola :D.

Genauso verhält es sich beim Ram Air. Nicht die Größe des Einlasstrichters ist entscheidend, sondern einzig dass der Einlass da montiert ist,wo Staudruck beim Fahren herrscht UND der Durchmesser den Motor noch frei atmen lässt.

 

Druckverteilung im LuftfiltergehäuseDruckverteilung im Luftfiltergehäuse

Man darf nun getrost annehmen der Fahrzeughersteller weiß ganz genau, was sein Motor benötigt und wieviel davon. Moderne Ansaugsysteme sind aufwändig simulierte und getestete Spezialanfertigungen, die an den jeweiligen Motor angepasst sind. Optimiert auf Leistung, Schmutzabscheidung, Geräuschentwicklung, usw. Man wird bei modernen Fahrzeugen kaum einen Luftansaugung finden, die bei zwei unterschiedlichen Motoren Verwendung findet. Wenn man nun bedenkt wie teuer die Entwicklung und Herstellung unterschiedlicher Ansaugsysteme ist, sieht man wie wichtig den Herstellern eine optimale Einlassgestaltung ist. Wer hier schepps und auf gut dünken mit Tunerteilen nachbessert, wird meist das Gegenteil des Gewünschten erhalten (Ja, auch wenn der Tuner, Kumpel, Bekannte...bla bla bla).

 

FAZIT:Modernes AnsaugsystemModernes Ansaugsystem

Ram Air funktioniert. Auch wenn es durch die Staudruckauflandung allein wohl nicht zu einem spürbaren Leistungsplus kommen wird.

Bei heutigen Fahrzeugen wird eine Nachrüstlösung die Performance wohl auch eher verschlechtern, als verbessern. Schließlich sind die Motorenentwickler keine nichtswissenden Deppen, sondern hochbezahlte Spezialisten (Ja, bei den Ingenieuren ist das anders als in der Politik). Und es werden Unsummen in die Optimierung von Treibwerk und Peripherie gesteckt.

Das man hausgemacht und über den Daumen gepeilt bessere Ergebnisse erzielt wäre, wenn es denn tatsächlich vorkommt, purer Zufall.

Bei älteren Motoren macht es aber, hauptsächlich wegen der dann von außen angesaugten kühleren Luft, durchaus Sinn - eine vernünftige Auslegung natürlich vorausgesetzt.

 

 

Anmerkung:

Gerne darf dieser Beitrag und sein Inhalt kommentiert werden. Auch KONSTRUKTIVER Kritik wird sich angenommen. Auch der Author macht Fehler und ist leider nicht allwissend.

Unkonstruktive und themenfremde Bemerkungen oder persönliche Angriffe auf Author oder Kommentierende sind strikt verbeten und führen unweigerlich zum Löschen des entsprechenden Kommentars und ggf. zur Anzeige bei den Forenadminstratoren.

Hat Dir der Artikel gefallen? 5 von 5 fanden den Artikel lesenswert.

10.10.2013 11:17    |    Käfer1500

Gibts sogar im Trabbi: http://www.auto-rennsport.de/galerie/gtctc/20091/22.jpg (das große runde Loch unten in der Frontschürze) ;)


10.10.2013 11:20    |    Hellhound1979

Danke für diesen informativen Artikel! Im Wind stehende RAM-Air Hutzen wiegen mit ihrem erhöhten Luftwiderstand wahrscheinlich jeden positiven effekt wieder auf.

Vom Gefühl her wäre ich auch auf einen Trichter als Lufteinlass hereingefallen, aber der Cola-Vergleich war sehr anschaulich.

Vielleicht kannst du eine Frage beantworten. Wie sieht es eigentlich bei diesen großen, zur Windschutzscheibe hin offenen, Hutzen aus, welchen Zweck erfüllen diese?

 

http://www.vfnfiberglass.com/8292%206inchcus.jpg

http://www.e-bodyparts.com/Car-Hoods/Product-Pages/TCAH-93.htm


10.10.2013 11:40    |    qwertzuiopasdfg

Ich hätte behauptet Platz schaffen. Wenn ich auf mein Altmetall eine High Riser Brücke draufmachen würde bräuchte ich auch mehr Platz als unter der Motorhaube ist. Und damit mir die Aerodynamik nicht flötten geht und vielleicht noch etwas Wärme verschwindet dann als Alternative diese nach hinten gerichteten Hauben.

P.S. Sehr informativer Artikel.


10.10.2013 11:41    |    kappa9

Kompliment!

Sehr gut erklärt.

 

Gruß

kappa9


10.10.2013 11:48    |    der_Derk

Sehr guter Beitrag - gerne mehr davon :).


10.10.2013 11:56    |    DerMatze

also bei ram air triebwerken funzt es ;)


10.10.2013 12:05    |    Ascender

Ein sehr toller Beitrag.

 

Ram Cola... :D :D :D

 

Hatte beim lesen die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht. :D


10.10.2013 12:45    |    cookie.666

Danke euch allen für die positiven Feedbacks!

 

@Hellhound 1979

Denke qwertzuiopasdfg hat Recht. diese sind wohl einzig und allein um den hochbauenden Ansaugbrücken der Ami-V8-Triebwerke den notwenigen Platz unter der Haube zu schaffen. Die rückwärte Öffnung dürfte zudem eher Unterdruck erzeugen und für guten Wärmeabtransport sorgen. Und vlt für eisfreie Scheiben im Winter ;).


10.10.2013 12:47    |    nick_rs

Interessanter Artikel.

Mich würde interessieren wieviel "Leistung" es auf dem Papier ergibt.

 

 

Zitat:

Aller Werbung und schwörenden Experten zum Trotz - weniger verbrauchen bei mehr gleichzeitig Power ist simpler Bockmist und gehört ins Reich der Märchen zu den Gebrüdern Ich-Glaub-Aber-Dran.

Mein Saab hat ja auch eine Leistungssteigerung und ich merke momentan, das mein Verbrauch mit um die 5 Liter deutlich unter dem Durchschnitt liegt, auch wenn ich erst 2x getankt habe...

 

Im Prinzip hast du natürlich recht, wenn ich die Mehrleistung abrufe, verbraucht er auch mehr, andersrum: Gleicher Motor und mehr Leistung -> Mehr Leistung bei gleicher Drehzahl -> früher schalten -> Weniger Verbrauch


10.10.2013 12:47    |    heizölraser

hey cookie, danke für deinen artikel. was hälst du denn von dem hier: Tuning: Saugwege


10.10.2013 13:07    |    cookie.666

Hallo heizölraser,

 

Das ist ein guter Artikel. Sehr gut und mit viel Fachwissen geschrieben. Bei Dieseln und Turbos - besonders bei Turbodieseln - sind die Verhältnisse im Ansaugtrakt aber nochmal diverenziert vom Saugbenziner zu betrachten. Der Sauger ist stark abhängig von Resonanzen zur optimalen Füllung - der Turbo holt sich was er braucht und profitiert natürlich von freien Atemwegen. Aber die Motorentwickler müssen immer auch Geräuschentwicklung, Wasserabschiedung, und, und berücksichtigen. Daher kommt es durchaus vor, dass Ansaugsysteme nicht 100% auf Leistung getrimmt sind, sondern immern den optimale Kompromiss darstellen (müssen). Prinzipiell kann man aber davon ausgehen das jedes (das den knauserigen Hersteller ja Geld kostet) Teil auch einen Sinn hat - wobei ich mich selbst oft frage, wo der sein soll ;).

 

Gut finde ich an dem Artikel (hatte ihn selbst schonmal gelesen), dass er deutlich klar macht, dass Chiptuning (Einspritzmenge, -zeiten ändern, Druckerhöhung) eigentlich absoluter Käse ist (der Hersteller investiert Millionen Euro und Testkilometer in die Motorabstimmung, aber der Tuner macht das im Hinterstübchen auf seinem Prüfstand mal eben schnell besser - ist klar...) und nur auf Kosten der Motorlebensdauer geht. Wenn der Motor eine höhere Leistung absolut problemlos vertragen würde, würde der Hersteller die auch liefern - da kann man sich sicher sein (Er will ja seine Autos verkaufen!).

Der Ladeluftkühler ist bei Turbomotoren definitiv ein guter Ansatz zur Leistungssteigerung. Bessere Anströmung oder ein größerer Kühler bringen schnell mehr ohne das Gesamtsystem zu belasten (außer vlt. Bauraum, Gewicht und evtl. schlechteres Ansprechverhalten durch höheres Luftvolumen im verdichteten Bereich).


10.10.2013 14:24    |    rille2

@DerMatze

Ähnlicher Name bedeutet aber eben nicht, dass es das gleiche ist ;)


10.10.2013 15:11    |    sukkubus

zur motorhaubenhutze

Zitat:

Die rückwärte Öffnung dürfte zudem eher Unterdruck erzeugen und für guten Wärmeabtransport sorgen.

nö. guck dir das diagramm der druckverteilung nach hucho nochmal an:D

das nutze ich z.b. um den fächer etwas zu kühlen. ein kleiner 'durchbruch' im bereich der spritzwand senkt die temperatur doch merklich und das wichtigste, die ansaugbrücke heizt sich deutlich weniger auf.

 

 

 

tuning ... kraft durch-kraftstoff....

 

mit ram wird man keine wunder vollbringen, wie in dem artikel richtig beschrieben.

tuning als verringerung von innenwiderständen bzw. optimierung aufgefasst kann durchaus bei gesitteter fahrweise einen geringeren verbrauch bewirken.

allein mit perfekter einspritz/zündabstimmung ohne große hardwareveränderung läßt sich manchmal eine menge herausholen. je nachdem wieweit in der serie nach dem gießkannenprinzip gearbeitet wurde

 

leider 'tuned' man eher, um die leistung zu nutzen-da gilt dann wieder kraft kommt von kraftstoff:D


10.10.2013 15:56    |    cookie.666

@ sukkubus

 

zur Hutze:

Prinzipiel lässt das Diagramm vermuten er herrsche da Überdruck ABER ich würde jetzt mal annehmen, dass durch die hoch geschwungene Hutze das Überdruckgebiet an die Rundung verlagert, und hinten durch den Abriss eben eher Unterdruck entsteht.

Wie man an dem Diagramm sieht liegt am oberen Scheibenrahmen dann auch ein Unterdruckbereich durch die Dachkantenüberströmung an, welches den Effekt evtl. fördern würde.

Soweit meine Vermutung. Aber grau ist alle Theorie - man müsste es am Fahrzeug messen um genaues sagen zu können. Deswegen das 'dürfte' ;).

 

Na siehste - kühler wirds unter der Haube auf alle Fälle :).

 

Natürlich hast du recht. Tuning im Sinne von Optimierung bringt auch Vorteile am Kraftstoffverbrauch. Wenn man es schafft innere Verluste zu reduzieren. Aber wo man 1990 noch viel Potenzial zur Optimierung hatte war heut meist schon der Ingenieur da.

Und mit Einspritz- und Zündabstimmung ist es bei FSI und VVT auch schon ne Wissenschaft für sich geworden, einen Alltagsmotor der nicht nur auf Spitzenleistung getrimmt ist, abzustimmen.

Auch die Serienstreuung der Teibwerke wird ja immer geringer. Deswegen beziehe ich mich in dem Artikel auch nur auf moderne Motoren.

 

Sag mal, was fährst du denn? Klingt verdächtig nach V8 aus Übersee...


10.10.2013 16:35    |    Felyxorez

Das Problem ist recht einfach. Die Lufthutze verursacht einen exponenziell steigenden Luftwiderstand, aber nur eine lineare Aufladung.

Das heisst es lohnt sich immer bis zu einer gewissen Geschwindigkeit, wo der Luftwiderstand die Mehrleistung überwiegt.


10.10.2013 20:00    |    Hellhound1979

@qwertzuiopasdfg

@cookie.666

 

Ok, Platz... Das ist wirklich naheliegend und einleuchtend. :D

 

 

Zitat:

Der Ladeluftkühler ist bei Turbomotoren definitiv ein guter Ansatz zur Leistungssteigerung. Bessere Anströmung oder ein größerer Kühler bringen schnell mehr ohne das Gesamtsystem zu belasten (außer vlt. Bauraum, Gewicht und evtl. schlechteres Ansprechverhalten durch höheres Luftvolumen im verdichteten Bereich).

Genau das Problem hab ich bei mir auch, zu hohe Temperaturen im System, LLK und unter der Haube. Deswegen kann ich das Potential meines Motors und des Kompressors bei weitem nicht ausschöpfen. Es ging sogar so weit das ich bei höherem Ladedruck durch die größere Hitze weniger Leistung hatte.

 

http://www.motor-talk.de/.../...0ps-klasse-knapp-verasst-t3231210.html

 

Aber Pläne zur Abhilfe liegen schon in der Schublade, jetzt arbeite ich am Buget. :)

 

http://www.motor-talk.de/.../...ower-die-2-planungsphase-t4028511.html


10.10.2013 22:27    |    steel234

Habe bisschen an der Ansaugung von meinem alten Z18XE rumgemacht, habe da auch so ein Ofenrohr nach vorne gelegt a´la Cola RAM, bringt 0,0 beim Sauger :)

 

Beim Z19DTH habe ich auch sowas ähnliches mit Alurohren und Silikonbögen gemacht, da merkt man es schon eher.

 

Guter Artikel!


11.10.2013 14:28    |    Hartgummifelge

Zitat:

Bei heutigen Fahrzeugen wird eine Nachrüstlösung die Performance wohl auch eher verschlechtern, als verbessern. Schließlich sind die Motorenentwickler keine nichtswissenden Deppen, sondern hochbezahlte Spezialisten (Ja, bei den Ingenieuren ist das anders als in der Politik). Und es werden Unsummen in die Optimierung von Treibwerk und Peripherie gesteckt.

Weil die Ingeneure so fähig sind, sind Updates erforderlich, sodass der Motor erst nach dem 1., 2. oder 3. Update ohne zu zicken läuft und zum Dank steigt der Verbrauch.

Wenn es die Ings wirklich drauf hätten, Motore mit vernünftiger Hard- und Software- Steuerung zu bauen, könnte sich keiner mehr ein Auto leisten.

Derzeit sind es nur die Ökotuner, die ihre Versprechen auch einhalten.

Versprechen der Hersteller gelten maximal bis zum Ablauf der Garantie, die der Politiker bis zur Schließung der Wahllokale am Wahlsonntag.


11.10.2013 15:54    |    rallediebuerste

Fantastischer Artikel - so muss so was aussehen.

 

Blog ist abonniert, ich freu' mich auf mehr!

 

Gruß

Ralle


11.10.2013 16:55    |    cookie.666

Danke rallediebürste, freut mich zu hören. Mehr folgt in Kürze. Die Recherchen brauchen halt immer etwas Zeit...

 

@Hartgummifelge:

Scheinst ja einiges Pech bei deinen Fahrzeugen gehabt zu haben. Hatte bis jetzt noch nie Softwarebedingte Motorprobleme. Und hab schon vom japanischen Kleinstwagen bis zur deutschen Oberklasselimousine alles mögliche gehabt.

Nunja, nach den Ingenieure kommen immer die BWL'er und die wissen bekanntlich alles besser und wollen alles billiger - das darf man nie vergessen ;).

Was macht eigentlich ein Ökotuner? Bäume schneller? :D Spaß!


11.10.2013 23:29    |    dodo32

Interessanter Artikel! In den Raum gefragt: wie würdet Ihr, von einer Airbox einmal abgesehen dafür sorgen, dass möglichst viel Frischluft unter einer 6er Vergaserbatterie ankommt? Ich habe schon gelesen, dass sich große Öffnungen im Frontbereich negativ auf die Aerodynamik auswirken sollen - das bestätigt indirekt auch dieser Artikel. Was könnte man tun? Ich überlegte bereits an meinem E21 den Einzelscheinwerfer Grill durch einen Doppel zu ersetzen, die Fernscheinwerfer zu entbehren, und statt dessen einen Schlauch bis zum mittleren Vergaser zu legen und diesen darunter geradlinig zu fixieren.


11.10.2013 23:46    |    cookie.666

Hallo dodo32,

denk mal die Front vom E21 steht eh so steil im Wind, dass ein hinter dem Grill liegender Luftschlauch keine nennenswerte Verschlechterung des cw-Wertes bringen wird. Was genau möchtest du denn kühlen?

Bild der baulichen Gegebenheiten wäre auch nicht schlecht.

Wegen genauerer Aerodynamik-Fragen schau doch mal hier durch. Für die weiteren PDFs einfach die Kapitelnummer oben per Hand eingeben ;). Ist sehr umfangreich und zufällig sponsored bei BMW :).


12.10.2013 00:07    |    Hartgummifelge

BMW hat schon darauf geachtet, das die Luft im Bogen in den Luftfilter und nicht gerade in den Stutzen strömt.

Gradlinige Luftströmung in den Ansaugtrakt macht Probleme.

Die Luft strömit nicht gleichmässig, wenn ein Ansaugtakt abläuft, wenn dann der nächste gestartet wird, ist keine Luft oder nur wenig Luft da, weil die "Welle" steht.

Das Wellenbadprinzip läuft auch im Ansaugtrakt eines Motors ab..

Die Welle muss da sein, wenn das Einlassventil öffnet, wenn man die Strömungen durcheinander bringt, hat man nichts gewonnen, ausser Leistungsverlust.


12.10.2013 06:49    |    dodo32

Zitat:

Was genau möchtest du denn kühlen?

 

Bild der baulichen Gegebenheiten wäre auch nicht schlecht.

Servus Cookie,

 

im Grunde geht es mir darum, etwas Frischluft von draußen zu den Vergasern zu leiten. Beim Golf habe ich das gelöst, indem ich einen Trichter hinter den Grill montiert habe und einen Schlauch nach hinten legte. Siehe Pic. Beim BMW hätte ich mit das ähnlich eingebildet. Der Schlauch würde dann unter dem mittleren Vergaser enden und nicht nach oben zeigen. Siehe pic. Den Link bzw. das PDF sehe ich mir heute Abend einmal in Ruhe an.

 

Gruß

-Dodo-


Bilder

12.10.2013 08:09    |    Rotze_27

Zitat:

Schließlich sind die Motorenentwickler keine nichtswissenden Deppen, sondern hochbezahlte Spezialisten...

80% welcher der "hochbezahlten" Fachkräfte sich inzwischen in der IG Zeitarbeit zusammenrotten und jeden Tag "beim Kunden vor Ort" im Dauerwerkvertrag stempeln gehen.

Ich bin mir sicher diese "Spezialisten" sind ebenso hochmotiviert wie "hochbezahlt". Nichtswissende Deppen so oder so nicht - viele haben vor Ihrer "Karriere" in der Motorenentwicklung bereits als Koch oder Systemgastronom gearbeitet - manche von denen auch während des Studiums...

Was heute nicht alles möglich ist.


12.10.2013 09:50    |    cookie.666

@dodo32:

Okay, bin im Bilde :). Du möchstest, dass deine Vergaserbatterie möglichst iel kühle Luft anschorchelt. Natürlich kannst du nun einfach einen Luftschlauch unter den Vergasern anbringen. Denke aber dass es eher wenig bringt, weil du die Luft ja quasi in den offenen Motorraum leitest und die sich wahrscheinlich gut mit der warem Luft verwirbelt. Besteht die Möglichkeit die Vergaserbatterie aus einem geschlossenen Abteil (evtl. sogar Luftfiltergehäuse?) atmen zu lassen? So in etwa. Es würde wohl auch schon halbwegs was bringen, wenn du Einlässe der Ansaugtrichter etwas gegen den Rest des Motorraums abschirmst. Eine Art mit Kaltluft versorgter Luftkasten in dem die Trichter münden. Ein L Profil könnte auch schon einen geringen Beitrag leisten. Soweit meine Idee :).

 

@Rotze_27

Hm, ich hab während des Studiums auch alles Mögliche gearbeitet um Geld zu haben. War Nachhilfelehrer, bin Langstreckentransporte gefahren, hab Autos repariert und so Zeug. Und vor dem Studium hab ich tatsächlich eine Lehre als Kfz-Mechaniker gemacht.

Und nun arbeite ich in der Navi-/Radio-Entwicklung. Bin ich jetzt wegen meiner Vorgeschichte unqualifiziert :confused:?

Die Zeitarbeiter-Problematik ist allerding kritisch zu betrachten (Ja, auch hier haben die bösen BWL'er wieder ihre Finger im Spiel - was interessiert die Qualifikation, wenn sie Geld sparen können?). Nur werden da kaum wichtige Entwickler eingestellt. Aber dadurch verteilt sich das Know How wenigstens ein wenig unter den Firmen :D.


06.11.2013 08:45    |    Trackback

Kommentiert auf: cookie.666:

 

Elektro-Turbo - genialistisch oder schwachmatig?

 

[...] nicht mal 10$ Materialkosten - ich würde ganz schnell reich werden :). Plan!

 

Zu der Fahrwindaufladung: http://www.motor-talk.de/.../...ir-mythos-oder-realitaet-t4710608.html

 

[...]

 

Artikel lesen ...


11.11.2014 08:59    |    mViper

Also sind so austauschbare Luftfilter (welche z.B. nur statt des originalen Luftfilters eingesetzt werden, das restliche Ansaugsystem jedoch nicht modifiziert wird) bei aktuellen Fahrzeugen schon so beschriebene "Verschlimmbesserungen"?
(-:


11.11.2014 09:16    |    cookie.666

Ansichtssache. Es ist wirklich fraglich welchen Vorteil diese Filter denn tatsächlich bringen. Die Papierfilter behindern natürlich die Luftströmung im Ansaugkanal. Aber sie sollen ja auch kleinste Partikel filtern. Entsprechend groß ist deren Fläche (Größe allein schon von Filter im Vergleich zum restlichen Ansaugsystem und dann noch zigfach gefaltet) um die Nachteile des Filterelements auszugleichen. Wenn ein Sport-Luftfilter ähnlich gut Kleinstpartikel filtert, behindert es auch ähnlich dem Papierfilter. Die Schaumstoffilter sind nur glattflächig ausgeführt (kleinere Oberfläche) und haben größere Poren (schlechtere Filterung). Im Endeffekt wirklich fraglich ob sie den Oberflächenverlust wieder reinholen.

Und diese LF, die geöllt werden (K&N glaub ich) sind mir persönlich eh ein wenig suspekt. Mag sein, dass der anfangs vielleicht wirklich ein wenig besser ist, aber was ist, wenn der sich nach x-tausend Kilometern zugesetzt hat? Und was passiert da, wenn ich mal in einer sandigen Gegend unterwegs bin? Hängt dann der ganze Sand in dem tollen, geölten Sportfilter fest?

Fakt ist: größere Poren bedeuten weniger Strömungswiderstand, aber auch schlechtere Filterung. Daher würde ich auf das halbe PS bei 6000 Touren pfeifen und meinen Motor lieber saubere Luft vorsetzten. ;)

Hier ist es auch nochmal schön beschrieben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Luftfilter

 

Und mal anders gedacht. Auch dein Ölfilter behindert den Ölfluss und kostet damit Leistung (die die Pumpe ja vom Motor abzweigt). Würdest du deswegen einen gröberen Filter einbauen? Einen Sport-Ölfilter? Uiii, ich hab ne Geschäftsidee :D. Auf zum Patentamt...


03.09.2015 21:10    |    Trackback

Kommentiert auf: Privater Motorsport:

 

RS-Entlüftungsschlitze auf der Motorhaube

 

[...] diagramme für verschiedene karosserieformen wo sich im frontbereich unter und überdruck zonen bilden

 

http://www.motor-talk.de/.../...ir-mythos-oder-realitaet-t4710608.html

 

hier findest du so was in der art , was nicht nur für den ram air effekt aussage kräftig ist , sondern [...]

 

Artikel lesen ...


04.01.2017 10:03    |    Trackback

Kommentiert auf: cookie.666:

 

Z18XER Tuning- und Optimierungsmöglichkeiten kritisch betrachtet

 

[...] jeden Fall für kühle Luft sorgen, keine offenen Filter im warmen Motorraum verbauen (siehe dazu auch: RAM AIR - Mythos oder Realität?)

 

 

 

Ansaugkrümmer:

Neue Ansaugrohre/ -krümmer mit 'strömungsoptimierten', 'computerberechneten', 'kurzen' [...]

 

Artikel lesen ...


05.01.2018 22:46    |    Trackback

Kommentiert auf: Fahrzeugtechnik:

 

Luftströmung nutzen für Ladedruck

 

[...] Alles Wissenswerte wurde hier schon ausführlich beschrieben: https://www.motor-talk.de/.../...r-mythos-oder-realitaet-t4710608.html

[...]

 

Artikel lesen ...


17.05.2018 13:33    |    FLEXI050

Ähem ja. Meine 3-Zyl. Suzi GT 380 hatte auch RamAir. Stand groß auf den Luftführungen über den Zylinderköpfen.


Deine Antwort auf "RAM AIR - Mythos oder Realität?"

Blogempfehlung

Mein Blog hat am 06.11.2014 die Auszeichnung "Blogempfehlung" erhalten.

Blogautor(en)

cookie.666 cookie.666


Gelernter Schrauber

studierter Mechatroniker

schaffender Tester

genießender Fahrer

Besucher

  • anonym
  • Heimdall88
  • snak0r82
  • PhilleichtOP
  • alex456601
  • Melittamann
  • JD06
  • z7xyzah55
  • Astra_X16XEL_Tuner
  • drekkskeks.

Blogleser (141)

Blog Ticker