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BenniBS

Blog vonBenniBS

30.12.2018 20:52    |    BenniBS    |    Kommentare (82)    |   Stichworte: Hyundai, I, Ioniq

Tja... eigentlich wollte ich euch schon länger was zum Thema Effizienz berichten - ich kam nicht dazu, denn der Ioniq hat jetzt in 6 Monaten schon 9000 km abgespult. Irre, wenn man bedenkt, dass ich zuletzt mit dem Benziner nur 11000-12000 km pro Jahr gefahren bin. Wo die Kilometer herkommen, vermag ich auch gar nicht so recht zu sagen... auf jeden Fall war eine Langstrecke dabei, die ich mit dem Verbrenner nicht gemacht hätte, aber dazu später mehr.

 

Der Ioniq ist so optimiert, dass sich Gegenwind und Wasser auf der Straße quasi sofort im Verbrauch niederschlagen. Das habe ich noch bei keinem Auto so erlebt. Waren die Sommerwerte mit der Originalbereifung noch bei rund 10-11 kWh/100 km, so liegen die Winterwerte mit gleicher Größe (205/55/16) auf Nokian WR D4 nun bei rund 14 kWh/100 km. Einen gewissen Anteil liefert auch die Heizung, die in der Spitze mit 7 kW heizt. Hier gilt natürlich, je länger die Fahrt, desto geringer der Verbrauchseinfluss der Heizung. 10 km Stop/Go in 30 Minuten erzeugt natürlich einen höheren Verbrauch als 50 km Landstraße in der gleichen Zeit. Bei trockenen, windstillen Bedingungen ohne Heizungsbedarf können aber auch mit den Winterreifen Werte wie mit den Sommerreifen ohne größere Anstrengung erreicht werden.

 

Dies gilt natürlich nur, wenn man nicht wie ich sich die Effizienz des Autos durch größere Räder zerstört ;) Ich habe im August die Sommerbereifung gewechselt zu 215/40/18 Vredestein Ultrac Satin auf CMS C21 Alufelge. Diese Radkombination ist pro Rad ca 5 kg schwerer als die Werksausrüstung und schlägt mit gut 20% Verbrauchszuwachs ins Kontor. Das ist mehr als ich erwartet habe, ist aber unter sommerlichen Alltagsbedingungen noch ok. Etwas mehr merkt man das auf der Autobahn.

 

Ende September war ich mit meinem größeren Sohn (7 Jahre) im Legoland Günzburg. Im Rahmen der Hyundai Familientage spendiert Hyundai den Parkeintritt, wenn man sich vorab registriert, mit seinem Hyundai anreist und am Tag des Parkbesuchs Schlüssel und Papiere vorzeigt. Den gesparten Parkeintritt habe ich stattdessen in eine Übernachtung im Legoland Feriendorf investiert, so dass wir also freitags um 13:30 Uhr losgefahren sind und sonntags um 1:30 Uhr wieder zu Hause ankamen. Dazwischen lagen 1.100 elektrisch absolvierte Kilometer, eine Übernachtung im Campingfass und die volle Ausnutzung der Legoland-Öffnungszeiten am Samstag.

 

Die Hinfahrt (rund 550 km) absolvierten wir in neun Stunden. Das hat deshalb so lange gedauert, weil wir in den Kasseler Bergen fast eineinhalb Stunden im Stau gestanden haben. Sohnemann hat es dank Hörspielen per Spotify über Apple CarPlay sportlich genommen. Mit enthalten sind auch fünf Ladestopps. Fünf deshalb, weil wir kurz vorm Legoland noch "vollgetankt" haben für die Rückfahrt. Am Feriendorf selbst gibt es nämlich leider keine Lademöglichkeit, und auf dem Parkplatz des Parkes gibt es für einige tausend Stellplätze nur zwei Ladepunkte. Davon wollte ich mich nicht abhängig machen. Der Verbrauch betrug auf dieser Strecke 15,0 kWh/100 km.

 

Auf dem Rückweg (siebeneinhalb Stunden) haben wir 17,3 kWh/100 km verbraucht. Das lag aber daran, dass es zwischendurch schon recht kalt wurde (4 Grad Außentemperatur) und ich dank freier Bahn fast durchgehend Tempomat 130-135 gefahren bin. Auch hier waren es fünf Ladestopps, allerdings war dies einer zwischenzeitlichen Umplanung geschuldet. Ich hatte keine Lust, mit Kind einen längeren Ladestopp nach Mitternacht auf einem einsamen Göttinger Supermarktparkplatz einzulegen, also haben wir stattdessen lieber zweimal kurz direkt an der belebteren Autobahnraststätte bzw. Autohof gestoppt. Auch sind die Ladestopps einen Tick länger ausgefallen, da wir durch die schnellere Fahrt etwas mehr verbraucht haben und der Akku aus dem idealen Ladefenster fiel. Zudem hat der erste Stopp fast 50 Minuten gedauert, da wir Essen waren und einen Ladeabbruch bei 66% nicht mitbekamen. Wir mussten dann die letzten 15% nochmal neu starten und abwarten. In der Zwischenzeit trafen wir einen weiteren Ioniq-Fahrer, den es in die gleiche Richtung zog (aus dem Legoland nach Hause). Fachsimpeln übers Auto, Austausch von Telefonnummern und Einladung zum deutschlandweiten Ioniq-Treffen inklusive ;)

 

Zwischen 20 und 80% Ladestand lädt der Ioniq mit bis zu 70 kW sauber durch, darüber und darunter wird es deutlich langsamer. Schafft man es, den Akku in diesem Ladestandsfenster zu halten, kann man an einem 100 kW-Lader schon nach rund 15 Minuten weiterfahren.

 

Auch wenn immer noch viele sagen "Langstrecke mit E-Auto geht nicht" - doch, es geht. Man muss zwar etwas mehr Zeit investieren als mit einem Verbrenner, aber ich fahre nur privat Langstrecke, nicht dienstlich, also ist das für mich nicht so schlimm. In meinem üblichen Fahrprofil schaffe ich mit der neuen Sommerbereifung rund 230 km pro Akkuladung, jetzt im Winter sind es noch rund 190 km. Das ist völlig ok für meinen Alltag und lässt mich derzeit nicht auf die neu in den Markt kommende 64 kWh-Klasse schielen.

 

Für den "Kraftstoff" der 9000 km habe ich übrigens nur knapp 86 EUR bezahlt. Mal schauen, wie lange das noch so bleibt. Notgedrungen habe ich die Versicherungskilometer sicherheitshalber auf 20.000 km pro Jahr hochgesetzt ;)

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