Autark mit dem Wohnwagen, Sinn oder Unsinn?
Hallo zusammen, weil dieses Thema in dem Thread „Was habt ihr eurem Wohnwagen/ Wohnmobil heute gutes getan?“ etwas ausgeufert ist hier ein eigener Thread.
Was haltet ihr davon?
Wozu nutzt ihr es?
Was habt ihr gemacht um autark zu sein?
Autarkie minimal oder exzessiv?
Etc…
32 Antworten
Ich bin mal gespannt, was für Antworten kommen.
Ich frage mich nämlich, wo man heutzutage noch außerhalb von Campingplätzen frei stehen kann, damit man autark sein muss, ausgenommen vielleicht Wacken oder Parookeville.
Autarkie mit dem Wohnwagen, dazu erstmal was allgemeines. Auf kurz oder lang werden die Zugfahrzeuge mehr und mehr elektrisch, was dazu führt dass der Wohnwagen sich zusätzlich elektrifiziert um den Zugwagen zu entlasten.
Wenn ich mir jetzt nochmal einen Wohnwagen kaufe, werde ich darauf achten dass er eine gewisse Autarkie besitzt. Er sollte nicht nur wegen dem Mover einen Akku besitzen, sondern auch dass man bei Durchreise Übernachtungen auf dem Campingplatz nicht unbedingt an den Strom muss - was wiederum Zeit und Kraft kostet. Auf einen größeren Wassertank achte ich ebenfalls, denn mal ehrlich diese 12l Wasserkanister als Tank zu bezeichnen ist ein Witz. Erfahrungen mit einem fest verbauten Abwassertank habe ich bisher nicht. Ich glaube da würde weiterhin auf rollbare Tanks setzen, die man bequem entsorgen kann. Machen wir uns nichts vor, auch Gas wird bald durch Strom ersetzt werden. Gekocht wird dann mit Induktion, Wasser und Innenraum wird dann auch elektrisch geheizt. Das freiwerdende Gewicht der Gasflaschen kann für Akkus und Solarpaneele verwendet werden.
Ich gehöre wohl zu den wenigen Campern, die auf freies stehen gar nicht so scharf sind. Mit dem Wohnwagen ist es, aufgrund der Gespannlänge, eh noch eine andere Nummer. Mal abgehen davon, dass meist verboten ist, weil die Betreiber nicht im Blick haben das diese mehr und mehr auf Autarkie gehen
Ich schrieb in dem anderen Thread folgendes:
Ich z. B. habe in Summe rd. 400€ für meine Autarklösung bezahlt. 130W Panel, 125AH AGM-Batterie, nen guten Regler und Kabel.Kühlschrank läuft auf Gas, Kaffeewasser wird auch mit Gas erhitzt.Beleuchtung auf LED umgerüstet und TV läuft auch über 12V.So kann ich leicht eine Woche Festival ohne externe Stromversorgung verbringen. Und das war die Zielsetzung beim Einbau des Solarpakets.Und auf nem Campingplatz sieht es genauso aus. Landstrom muss ich nicht unbedingt haben.
Zugegeben:
Die Motivation für autarkes Stehen kam durch meine Festivalbesuche. Aber bei den Strompreisen, die mittlerweile auf Campingplätzen aufgerufen werden, bin ich froh, autark zu sein.
Und im Übrigen bin ich überhaupt kein Freund der ganzen Jokel, die auf den Campgrounds der Festivals betrieben werden.
Sicher, mich machen die aufgerufenen Preise nicht arm. Aber ich kann entscheiden, ob ich Landstrom nehme oder nicht.
Ich kann mit unserem Womo auch Autak stehen, haben aber 2 Solarmodul a130 Watt auf dem Dach 2 AGM Batterien einen Ladebooster, damit während der Fahrt die Batterie schneller lädt, Kosten nur Material ca.1200 Euro, kein China M... ,eh ich die Kosten eingespart habe, dauert es min.10 Jahre Urlaub ohne Landstrom. Man hätte auch 2 Lithium Batterien nehmen können, ohne Solar, weil man mit dem Womo eh öfter fährt und nicht wochenlang auf dem Campingplatz steht. Es war aber nicht meine Absicht dadurch Geld zu sparen wenn ich keinen Landstrom nehme, sondern weil ich es haben wollte.
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Aus meiner Sicht ist ein Photovoltaik-Panel schon mal wunderbar um die Batterie ganzjährig am Leben zu halten.
Dann gibt es durchaus noch Campingplätze ohne Strom. Da war ich z.B. in Schweden und konnte dort wunderbar entschleunigen. Steht man 14 Tage und hat ggf. noch Kinder dabei, ist eine Stromversorgung unverzichtbar!
Auf Bauernhöfen in DE ist es aber auch teilweise so, dass es nicht mehr Infrastruktur als eine Toilette und ggf. Duschen gibt.
Dank 12V 60W Netzteil kann ich sogar problemlos Homeoffice machen und mein Notebook laden.
Ein Festival ist ebenfalls ein guter Ort um sich selbst zu versorgen 😁
Trotzdem kann ich die Unkenrufe zum Teil schon verstehen. Der Wunsch nach Autarkie spielt dem Bastler und Optimierer gut in die Karten. Der Einsatzzweck ist aber tatsächlich viel, viel geringer als ich gedacht hätte. Denn alleine der Kühlschrank frisst in 14 Tage fast eine kleine Gasflasche.
Der Kaffee braucht bedeutend länger und mehr manuellen Eingriff als eine schöne 230V Maschine.
Und wenn ich die Wahl habe, nehme ich den Landstrom immer gerne mit.
Würde den Umbau immer wieder machen. Und auf Motorradtreffen, Übernachtungen auf der Anreise (natürlich nur um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen) oder eben Plätzen ohne Strom komme ich problemlos klar.
Panel 75€, Gleichrichter 100€ und ein paar Schräubchen. Und nicht zu vergessen, die Stunden im WoWa um alles schick zu verkabeln, optimieren, automatisieren und mit Überflüssigkeiten auszustatten.
Hobby eben!
Nun, bei mir ist das eher so entstanden:
Wir haben uns 2017 nach 3 oder 4 Jahren Wohnwagensbstinenz entschieden wieder einen Wohnwagen zu kaufen. Das damalige Auto hatte eine Nachgerüstete AHK und wie so häufig üblich kein Dauerplus und Schaltplus. Darum habe ich mir überlegt, ein Akku einzubauen, damit ich wenigstens eine gewisse Zeit weiter kühlen kann. Also geschaut, was es so gibt und dann ein 100Ah LiFePo4-Akku samt Ladegerät und Unterspannungsschutz eingebaut.
Dann kam eine etwas längere Fahrt, für die die Akkuleistung nicht ausreichend war, Also habe ich überlegt mit damals 4x 100Watt Solarpanels das ganze zu unterstützen.
Nach dem Fahrzeugwechsel habe ich darauf geachtet, dass das neue Auto auch D+ und S+ hat. Damit kam auch die Idee das Akku während der Fahrt zu laden und es wurde ein Ladebooster eingebaut. Fast Zeitgleich kam dann noch der Spannungswandler dazu.
Leider wurde der Wohnwagen vor 2 Jahren beim Hagel am Gardasee zerstört, beim neuen wurde dann direkt eine komplette Planung gemacht und komplett eingebaut. Sogar ein Relais, dass den Kühlschrank automatisch zwischen Bordstrom und Schaltstrom (stehen 15A zur Verfügung) wechselt wennn der Motor läuft wurde verbaut. Außerdem habe ich in dem Zuge auch einen Mover eingebaut, man wird ja nicht jünger 😉
Als Frischwassertank habe ich 45 Liter und darum habe ich auch noch einen 50 Liter Abwassertank drunter gebaut. Da der Abwassertank in etwa unter dem Frischwassertank liegt ändert sich das Gewicht und die Stützlast nicht wesentlich.
Also ob Autarkie im Wohnwagen Sinn macht, muss wohl Jeder selbst entscheiden.
Meinen habe ich autark gemacht, obwohl ich das eher selten benötige, ist es doch immer wieder praktisch.
Z.B. Bei Pausen die wir grundsätzlich außerhalb von Raststätten, bzw Autobahnen machen. Da fahren wir raus und stellen uns irgendwo in die Pampa, dank Wechselrichter und 280 AH LiFePO Batterie können wir da auch unsere Kaffeemaschine locker betreiben. Auch die Lichter rundum innen und außen funktionieren bei Bedarf ohne Auto, genau wir Radio, Kühlschrank, Wasserpumpen, usw…..
Zur Not können wir auch mal autark übernachten, z.B. auch auf dem Warteplatz vor einem Campingplatz, wenn wir spät ankommen.
Grundsätzlich muss man bei Autarkie natürlich auch das zusätzliche Gewicht beachten, Solarpanel, Wechselrichter, große Batterie, usw…., da kommen schon ein paar Kilo zusammen, wobei eine Batterie falls ein Mover verbaut ist schon vorhanden ist, die Frage ist nur, ist die groß genug?
Der Betrieb von Kühlschränken mit Gas wird auf Sicht sicher auch ein Thema. Ist es aber aktuell nicht. Deswegen bin ich da noch relativ entspannt.
Aufbrühen von Kaffee per Hand mit gaserhitztem Wasser kann übrigens auch entschleunigen. Sagte selbst neulich meine Frau, als sie das erste Mal mit mir autark stand.😁
Da bin ich voll bei Dir mit dem Kaffee!
Mich hat es nur angefangen zu nerven als ich teilen musste 😁 Für mich hat es mit einer Thermoskanne gut gereicht. Zu zweit muss man doppelt kochen 🤷♂️
Aber das zähle ich zu den absoluten Luxusproblemen!
Frischwasser habe ich auch 45l und Abwasser ist eine Verrohrung unter dem WoWa, so dass ich nochmal 18-20l aufstauen kann. Ist nicht viel, für etwas Zähneputzen aber mehr als ausreichend. Und hatte den Vorteil, dass der Gardenaanschluss für den Grauwassersack nun auf der richtigen Seite liegt. Also nicht am Vorzelt!
Was ich ganz klar nicht brauche ist eine Kapselmaschine oder einen 230V Wechselrichter. Alle Ladegeräte laufen auf 12V (Auch der Handstaubsauger), ich nutze keinen TV und auch sonst nix mit Kabel.
Ausgenommen ich habe Landstom inklusive, dann darf auch gerne der Heizlüfter ran um Gas zu sparen... Habe ich bisher nur einmal im September in Holland gebraucht.
Thema Gewicht: Mein WoWa darf 2 Motorräder transportieren. Mit ca. 500kg Zuladung fällt das Panel vom Solarkraftwerk kaum ins Gewicht. Auch wenn es für meinen Bedarf vollkommen überdimensioniert ist.
Wenn ein Wohnwagen ein Mover hat benötigt man sowieso eine Batterie dann ist es einfach von der Batterie eine Verbindung zum 12 Volt Bordnetz herzustellen. Bei meinen Fahrten im Winter war ich öfters gezwungen auf Parkplätzen oder Raststätten zu übernachten da ist es ganz praktisch wenn man nicht auf die Starterbatterie zugreifen muss. Eine Solaranlage besitze ich nicht, im Winter zu wenig ausbeute und im Sommer haben alle Campingplätze geöffnet.
Also gerade beim Wohnwagen ist elektrische Autarkie oft sinnlos. Ich gehe sogar so weit zu sagen, eine Boardbatterie macht keinen Sinn. Ausgenommen natürlich man hat einen Mover.
Klasse B (ohne E) oder B96 beschränken dich beim Gewicht des Anhängers sehr. Außerdem gibts immer weniger Autos mit wirklich ordentlich Anhängelast. Daher sind möglichst leichte Wohnwagen gefragt.
Also ich würde je nach Anwendungsfall den Wohnwagen wie folgt ausstatten:
für den klassischen Dauercamper, der seine Kiste 4 bis 8 Wochen oder gar noch länger am gleichen Platz stehen hat. würde ich abgesehen von Blnker, Bremslicht, Schlusslicht, Nebelschlussleuchte und Rückfahrscheinwerfer NICHTS mit 12 Volt machen. und auch aufs Gas würde ich hier komplett verzichten.
Eine Ausnahme wäre für mich gegeben, wenn man in südeurpa viel unterwegs ist, wo es oft sehr knapp mit dem Strom ist. es also nur 4 oder 6 Ampere gibt, man aber nicht auf die Kaffemaschine oder das Induktionskochfeld verzichten mag.
Dann wäre eine Anlage mit einem Ladegerät und einem Wechselrichter von entsprechnder Leistungsfähigkeit die ideale Alterantive zum Gas. Ich meine, was man an Platz und gewicht für die Buddeln spart...
Hier würde ich, wenn man nicht gerade einen Mover besitzt, statt einer Lösung aus Einzelkomponenten rund um einer 12 Volt Batterie auch auf eine fertige Powerstation setzen. Kompakter, preiswerter, leichter.
Wenn man denn schon eine Batterie hat, dann schadet natürlich ein Solarpanel oder zwei nicht.
Mover habe ich nach Autarkpaket nachgerüstet und (schon früher) die TrumaVent von der Heizung auf 12V umgerüstet; also Gebläse und deren Steuerung.
TV läuft auch direkt über 12V. Das übrigens für die Dame des Hauses.😁
Zitat:
@Badland schrieb am 28. August 2025 um 11:48:26 Uhr:
Machen wir uns nichts vor, auch Gas wird bald durch Strom ersetzt werden. Gekocht wird dann mit Induktion, Wasser und Innenraum wird dann auch elektrisch geheizt. Das freiwerdende Gewicht der Gasflaschen kann für Akkus und Solarpaneele verwendet werden.
Nicht wirklich.
Ich habe LiFePo4-Akku mit insgesamt 340 Ah und Solar mit insgesamt 600 Watt.
Das langt gerade mal so zum Kochen und für den Kompressor-Kühlschrank.
Heizen über Nacht kannst du aber vergessen.
Habe deshalb eine Dieselheizung eingebaut.
Mit Funkfernbedienung. So muss ich nachts nicht aufstehen.
Sagen wir mal so: Nachdem das dann so gewachsen ist, haben wir die Vorzüge lieben gelernt. Wenn wir weiter unterwegs sind, fahren wir oft sehr früh los, fahren dann, wenn wir wollen von der Autobahn runter ins Grüne und frühstücken dort. Ich möchte auch den Gasbackofen nicht mehr missen, warme Brötchen sind schon was feines. Wir nutzen auch gerne Stellplätze für Zwischenübernachtungen auch wenn es schon mal dumme Sprüche von WoMo-Fahrern gibt („…die Plätze sind nur für Wohnmobile…“). Auf der Durchreise nehmen wir nie Strom vom Netz, geht dann auch alles viel schneller. Durch Sonne und Booster ist das Akku vor Ort auch bei Ankunft immer voll, mit dem Mover steht der Wagen schnell, auch wenn nötig mit dem Keil in Waage, der Akkuschrauber dreht die Stützen runter fertig. Wir haben auch immer wieder Plätze gehabt mit sehr geringen Ampere, oder mehr Ampere gegen Einwurf von Münzen, da ist es so, dass das Ladegerät vom Landstrom holt was es gibt, die Solarpanels tun auch was dazu und der Akku in Verbindung mit dem Spannungswandler (3600Watt) gleicht die Spitzen aus. Sollte der Strom nach KWh abgerechnet werden können wir -auch wenn das nicht der Hintergrund für den Einbau der Komponenten war- erst einmal den Strom verbrauchen, den uns die Sonne spendiert. So hatten wir nach 2 Wochen stehen gerade einmal rund 5,00€ verbraucht. Natürlich geht es auch alles ohne, es geht auch ohne Mover, hatten wir früher auch nicht, eigentlich auch ganz ohne Wohnwagen, man kann auch einfach ein Zelt aufbauen 😂