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Kia Niro SG2 PHEV Test

03.03.2024 18:33    |   Bericht erstellt von JumpN

Testfahrzeug Kia Niro SG2
Leistung 183 PS / 135 Kw
Aufbauart Kompaktklasse
Kilometerstand 5000 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 12/2022
Nutzungssituation Privatwagen
Testdauer mehr als ein Jahr
Gesamtnote von JumpN 4.5 von 5
weitere Tests zu Kia Niro SG2 anzeigen Gesamtwertung Kia Niro SG2 (seit 2022) 4.5 von 5
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Einleitung

Nach auf den Tag genau exakt 4 absolut zufriedenen Jahren, hat mein Vater spontan seinen "alten" Niro, im Rahmen einer Inspektion, gegen das neue Modell eingetauscht. Das ganze ohne Probefahrt, weil die Erfahrung und das Vertrauen in Kia mittlerweile so gut bzw. groß sind.

 

Der Restwert vom alten wurde noch, dank hoher Nachfrage aus NL, hoch taxiert und gleichzeitig war es die letzte Möglichkeit nochmal eine Föderung für ein PHEV in Anspruch zu nehmen. Somit war der Aufpreis für das neue Modell verhältnismäßig gering. Es musste nur ein schon vorhandenes Fahrzeug werden.

 

 

Das Design, neue Assistenten oder Verbesserungen zum Vorgänger überzeugten meinen Vater schnell zum Kauf.

 

Nach 4 Jahren höchster Austattung Spirit, ist es nun "nur noch" ein Vision geworden. Trotzdem hat er im Prinzip alles was meine Eltern haben wollten.

 

Ohne Prämie für rund 6500€ mehr, hätte mein Vater ihn wohl aber nicht mehr gekauft. Das Auto ist noch ganz frisch, der Test wird stets aktualisiert. Bisher gibt es so erstmal überhaupt keine richtigen negativen Aspekte. Die negativen Punkte sind eher meckern auf hohem Niveau.

Galerie

Karosserie

4.0 von 5

Wenige Zentimeter größer als der Vorgänger.

Innen drin wurde Wert drauf gelegt, recylctes Material zu verwenden. Es wirkt alles eher rustikal, nicht premium like, aber dennoch sehr schick. Auf jeden Fall im Vergleich zum Vorgänger nochmal eine Spur edler. Alles Richtung Flagschiff EV6 angelehnt, wie das Fahrer-zugeneigte Cockpit. Die Displays hätten aber gerne genau so groß sein dürfen wie beim EV6. Clevere Leiste mit Wechselmöglichkeit für Klima Bedienung und Multimedia Tasten. Alles wirkt sehr clean und aufgeräumt.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Cockpit als solches ist ein kleines Highlight
  • + feineres Ambiente im Vergleich zum Vorgänger
  • + Luftdurchlässe und Heckspoiler für besseren CW Wert. Wir mögen diese Durchdachtheit
  • + Kofferraumabdeckung/Sichtschutz nimmt keinen Platz mehr weg und ist nicht mehr so fummelig
  • - Kofferraumabdeckung reiner Sichtschutz
  • - Ambientelicht hätte ruhig etwas großzügiger ausfallen dürfen
  • - Sicht auf Ampel, durch das SOS System oder Kameras eingeschränkt
  • - ein kleiner Teil des Armaturenbretts spiegelt sich in der Windschutzscheibe
  • - Innenraum beschlägt schnell und gerne
  • - Auch der zweite Niro hat das sogenannte Sicherheitsfeature, was willkürlich mal die Türen nach Beenden der Fahrt von außen verschlossen lässt und mal nicht. Die Tür als solche variiert hier auch hin und wieder
  • - Durch den Dachspoiler ist die Heckscheibe bei Regen immer voll Wasser
  • - Hier und da schepperts wenn man die Anlage laut an hat. Gurt klappert auch hin und wieder gegen eine Verkleidung
  • - Ist nur eine Optische Geschichte : Blinker hinten hätte für meinen Geschmack weiter nach oben gehört

Antrieb

4.5 von 5

Das Herzstück und Kaufargument. Der 105PS 1,6er Saug-Benziner blieb unverändert. Geändert haben sich die Leistung und Reichweite des Elektromotors. Meine Eltern nutzen häufig die rein elektrische Reichweite komplett aus. Die Elektroreichweite liegt mittlerweile bei etwa 65km. Im Ruhrpott kommt man damit durch ein paar Städte. Rein innerstädtisch sollen sogar theoretisch 80 km machbar sein.

 

Da ich nun übergangsweise ein paar Monate den Wagen im Alltag bewegt habe, muss ich sagen, ist die Reichweite im Winter realistischerweise nur bei rund 45km. Dabei wurden allerdings alle Komfortextras reichlich benutzt. Das häufige Laden empfinde ich dann doch als etwas lästig. Hätte ich eine Ladestation zu Hause oder auf der Arbeit, sähe das für mich evtl. anders aus.

 

183 PS Systemleistung bei hoffentlich geringem Verbrauch erfreut auch mein Herz :)

 

edit: erste Langstrecke mit max 130 km/h ohne Stromanteil ergaben 6.3 L. Kommt mir im Vergleich zum Vorgänger erstmal relativ hoch vor. Hat aber noch unter 1000 km auf dem Tacho stehen.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + endlich kann man sich die elektrische Reichweite einteilen (Greenzones einrichten)
  • + elektrische Parkbremse ist im Gegensatz zur Festellbremse ein Genuss
  • + Überraschend flotter Ampelstarter
  • - Schaltvorgänge mit Paddel sind etwas lahm für ein DKG, manchmal wird nicht so geschaltet wie man es möchte
  • - nur einphasige Lademöglichkeit daher dauern Ladevorgänge sehr lange
  • - wenn er kalt ist und im Hybrid Modus läuft schaltet er für meinen Geschmack etwas träge hoch. Das hat der Vorgänger irgendwie besser hingekriegt

Fahrdynamik

4.5 von 5

Insgesamt wirkt der Wagen aber sehr komfortabel und ruhig. Nochmal etwas komfortabler und ruhiger als der Vorgänger. Eher ein Cruiser, dennoch macht es Spaß damit zu fahren bzw. zu gleiten.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Federung nochmal komfortabler als beim Vorgänger
  • - für meinen Geschmack könnte die Lenkung ein klein wenig härter sein

Komfort

5.0 von 5

Sehr komfortabler Gleiter, der richtig gut ausgestattet ist.

Es gibt echte Knöpfe, es gibt Touch. Ein netter Mix. Es wirkt alles durchdacht und ist meist logisch/intuitiv aufgebaut.

Wenn man will und die höchste Austattung ordert, gibt es Extras die früher höher klassigen Fahrzeugen vorbehalten waren. Dinge wie HUD, belüftete Sitze, Siztheizung hinten, elektrische Heckklappe, Harman Kardon Soundanlage, ein und ausparken per Fernbedienung. Leider sind diese Sachen oft nur in höchster Ausstattung zu kriegen und dann an Austattungsoptionen geknüpft.

 

Als Vision ist er aber auch so sehr gut ausgestattet. Verkehrszeichenerkennung an sich sehr gut, hat aber auch seine Schwächen. Ein Stoppschild auf der Autobahn habe ich nicht gesehen, der Kia schon und abgebremst.

 

Abstandstempomat hat sich gefühlt verbessert. Außerdem kann man im Tacho besser erkennen, wann der Kia seinen Vordermann wahrnimmt.

 

Soll man natürlich nicht machen, aber fährt schon ziemlich sicher autonom auf der Autobahn. Spurhalteassi greift gefühlt deutlicher ein als beim Vorgänger. Aber es fühlt sich so an, als müsste man gar nicht mehr selbst lenken. Beim häufig genutzten Mietwagen VW T-Roc, oder meinem Dienstpoolwagen Audi A4/Skoda Octavia fühlt sich das alles nicht so gut an.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Mit der Kia Konnect App kann man gemütlich schauen wie der Ladezustand ist und viele weitere Dinge checken/tracken
  • + endlich ein elektrischer Zuheizer
  • - Keyless Go braucht immer eine Gedenksekunde bis es schließt. Die App meldet nach Nutzung von Keyless außerdem ständig nicht abgeschlossen zu sein
  • - Mittelarmlehne könnte besser sein, ausziehbar und höhenverstellbar wäre nett
  • - Navi braucht meist sehr lange um sich zum Kia Server zu connecten
  • - ein paar Optionen sind leider an die höchste Austtatung bzw. bestimmte Austattungsmerkmale geknüpft und nur im Paket erhältlich

Emotion

4.5 von 5

Es ist nach wie vor ein richtig vernünftiger Alltagswagen. Kein Sportwagen nachdem man sich die Köpfe dreht, oder nur so vor Emotionen sprüht.

 

Bei Premiere des neuen Niros gefiel er uns allen erstmal überhaupt nicht. Live hat das Design allerdings sofort gefallen. Mein Vater hat ihn im Prinzip beim ersten Live sehen, direkt haben wollen und am nächsten Tag gekauft. Von allen Autos die meine Eltern besessen haben, ist dieser nun der erste Wagen der keine konservative Designsprache hat, im Verhältnis etwas abgespaced :)

 

Noch nie, war mein Vater so spontan und auch noch nie so happy mit einem Kauf. Robert der II. Niro, hat sich schon in unsere Herzen gefahren.

 

Mittlerweile hat Kia einen richtig guten Ruf. Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden ist der Niro ein richtiger Verkaufsschlager. So ein richtiges negatives Image hat Kia meiner Meinung nach schon lange nicht mehr. Ist und bleibt aber auch "nur" ein Kia.

 

Obwohl meine bevorzugte Fahrzeug-klassen komplett gegenteilig zu diesem Auto sind, fahr ich diesen Wagen unheimlich gern. Ein total gemütlicher Reisewagen.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + modernes Design
  • + 183 Vernunfts-PS :)
  • - Design gefällt wahrscheinlich nicht jedem

Unterhaltskosten

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:

Uns gefällt die Entwicklung von Kia insbesondere vom Niro.

An vielen kleinen Stellschrauben hat Kia nochmal gedreht. Der Innenraum ist einfach nochmal etwas schicker und moderner geworden. Die nervige Festellbremse ist einer elektrischen Bremse gewichen. Holdfunktion nun auch endlich vorhanden. Ein sehr schönes Display, was man zum Teil wie andere Kleinigkeiten nun selbst konfigurieren kann, und gleichzeitig auch so das Highlight im Cockpit ist. Konfigurieren kann man z.b. sowas wie die Greenzone, wo der Niro möglichst immer elektrisch ankommen/durchfahren soll. Das kleine Ambientelicht oder den Tacho. Viele nette Spielerreien.

Luftdurchlässe, Heckspoiler für verbesserten CW Wert oder auch das einsparen des Rückwärtsgang sind da auch gute Beispiele wie durchdacht Kia mittlerweile agiert, das gefällt uns.

Insgesamt, wie der Vorgänger, ein super Vernunftsauto, mit erhöhtem Einstieg, ausreichend Platz und keinen auswuchernden äußeren Dimensionen. Vergleichbare Konkurrenz? Fällt mir nicht viel ein. Mercedes GLA/B-klasse und Volvo XC40 vielleicht. Preislich aber sicher eine andere Liga.

Mir persönlich gefällt der Niro auch richtig gut, habe tatsächlich mehrfach drüber nachgedacht mir einen eigenen anzuschaffen.

Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:

Wer ein richtig sportliches, hartes Auto sucht, für den wird der Niro nichts.

Der Kofferraum ist nach wie vor, für viele evtl zu klein.

So richtig günstig ist ein Kia Niro auch nicht mehr. Wenn ab 2023 die staatliche Förderung ausläuft, preislich nicht mehr so attraktiv. Ein Spirit in höchster Austattung nähert sich schon an die 50k.

Wenn man auf das Preisschild schaut, ist ein Hyundai Tucson schon ähnlich teuer, bietet aber deutlich mehr Platz.

Nachrüstung einer AHK war eine Geschichte für sich. Letztlich waren 3 Kia Händler mit unterschiedlichen Informationen sich uneinig, ob das Auto dafür vorbereitet ist oder nicht, ob eine Nachrüstung möglich ist oder nicht. Kia Deutschland verweist auf die Händler.

Design ist ja bekanntlich Geschmackssache, es muss einem schon gefallen.

Gesamtwertung: 4.5 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 4.5 von 5 möglichen Sternen
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