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Kia ProCeed (CD) 1.6 T-GDI GT DCT7 Test

31.08.2019 22:10    |   Bericht erstellt von Thilo T.

Testfahrzeug Kia ProCeed (CD) 1.6 T-GDI GT DCT7
Leistung 204 PS / 150 Kw
Hubraum 1591
HSN 1260
TSN AEU
Aufbauart Kombi
Kilometerstand 980 km
Getriebeart Automatikschaltung
Erstzulassung 6/2019
Nutzungssituation Probefahrt
Testdauer ein Wochenende
Gesamtnote von Thilo T. 3.0 von 5
weitere Tests zu Kia ProCeed (CD) anzeigen Gesamtwertung Kia ProCeed (CD) (seit 2018) 4.0 von 5
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Einleitung

Wir stehen aktuell vor der Entscheidung, welches Fahrzeug unseren Skoda Octavia RS ablösen soll.

Zur Auswahl stehen der Skoda Superb, Cupra Ateca, Seat Leon Cupra ST 4X und aufgrund der tollen äusseren Optik der KIA ProCeed GT.

Daher testen wir o.g. Autos

Den KIA hatten wir 2 Tage lang und konnten ihn ausgiebig tagsüber und nachts testen.

Es waren das Komfortpaket und das Navigationspaket verbaut. Und dazu das 7 Gang DSG.

Wir sind viel innerstädtisch und dann noch etwas über Land und 2 kurze Stücke AB gefahren. Das entspricht ungefähr unseren normalen Fahrgewohnheiten.

Karosserie

2.5 von 5

Das erste, was mir auffiel waren die vielen, zickzackförmig von oben nach unten verlaufenden Heizdrähte in der Windschutzscheibe. Diese stören bei Tag nur bedingt, aber in der Nacht haben wir diese als extrem störend empfunden.

 

Die in vielen Youtube Videos erklärte Kopffreiheit konnte ich nicht finden. Ich bin 1.78m groß und sitze sportlich: Sitz unten, Lehne aufrecht und weit vorne. Wenn ich mich nach vorne beuge und den Gurt greife, komme ich mit dem Kopf an den Dachhimmel.

Hinten ist aufgrund der niedrigeren Sitze die Kopffreiheit für unsere Kinder und auch Erwachsene ausreichend. Mehr nicht.

Das wird wohl dem sehr kleinen Panoramadach geschuldet sein.

 

Die Spaltmaße waren ok. Auch die Innenraumverarbeitung war tadellos.

Testkriterien
Platzangebot vorn: eng geräumig
Platzangebot hinten: eng geräumig
Kofferraum: klein groß
Übersichtlichkeit: schlecht gut
Qualitätseindruck: minderwertig hochwertig
Fazit - Karosserie
  • + Hochwertige Innenraumverarbeitung, mind. über SEAT Niveau
  • + Tolles äusseres Design
  • + Für die Fahrzeugklasse großer Kofferraum
  • + clevere Gepäckorganisation (Spanngurte ...) inklusive
  • + Gute Dämmung: doppelte Dichtungen (in der Tür und im Türrahmen)
  • - Heizdrähte in der Windschutzscheibe sichtbar und störend
  • - billiges Heckrollo mit nur geringer Führung
  • - Klappern im Kofferraum während der Fahrt
  • - kein Gepäcknetz vorhanden und auch nicht lieferbar
  • - Aktuell keine Grundträger montierbar, wenn das Panoramadach montiert ist
  • - Mit Panoramadach nur sehr geringe Kopffreiheit
  • - Das Panoramadach ist eher ein Schiebedach - also klein.

Antrieb

4.0 von 5

Ich fahre bevorzugt höhermotorisierte Fahrzeuge und ich bin z.B auch den Cupra Ateca probegefahren. Daher waren meine größten Bauchschmerzen, das der ProCeed nur 204PS und ein mageres Drehmoment von 265NM hat.

Zum Vergleich: selbst unser Ibiza hat 150PS bei 250NM und beschleunigt nur unwesentlich langsamer (0.2s) von 0-100 km/h. Unser O3 RS hat 230PS bei 350NM.

Tatsächlich fühlt sich der ProCeed GT aber deutlich schneller und spritziger an, als es das Datenblatt vermittelt.

Einzig der etwas höhere Verbrauch im Vergleich zum Octavia wäre zu bemängeln. Das waren ca. 0.5l mehr; bei deutlich geringerer Leistung und Gewicht.

Testkriterien
Motorleistung: schwach stark
Durchzug: unelastisch elastisch
Drehfreude: zäh agil
Getriebe/Schaltverhalten: schlecht gut
Verbrauch: durstig effizient
Reichweite: gering hoch
Fazit - Antrieb
  • + Motorleistung trotz nur 204 PS und 265 NM richtig gut
  • - Verbrauch etwas zu hoch - wäre eher neutral zu bewerten

Fahrdynamik

3.5 von 5

Leider hat er kein DCC an Bord :(. Aber grundsätzlich finde ich das Fahrwerk ok. Nicht zu hart, nicht zu weich, genau mittendrin ;).

Aber die Bremsen haben uns nicht gefallen: beim Octavia, Ateca, Ibiza... habe ich zu Beginn mehr als einmal fast ins Lenkrad gebissen.

Im KIA musste ich dagegen den Druck aufs Bremspedal erhöhen. Das kenne ich so von Neufahrzeugen nicht.

Testkriterien
Wendekreis: groß klein
Beschleunigung: langsam schnell
Lenkung: schwammig direkt
Bremsen: schwach standfest
Fahrverhalten: unausgeglichen ausgeglichen
Kurvenverhalten: unsicher sicher
Wendigkeit: träge agil
Fazit - Fahrdynamik
  • + Grundsätzlich sehr fahrdynamisch
  • - Bremsen gefühlt zu schwach

Komfort

2.0 von 5

Der KIA hat gute Sitze mit ordentlichem Seitenhalt. Das Lenkrad ist hochwertig, mit gelochtem Leder, unten abgeflacht, schön klein und liegt gut in der Hand.

Das Fahrwerk ist absolut ok: sportlich, aber man kann noch etwas trinken während der Fahrt ;).

 

Was gar nicht geht, ist der Motorsound.

Der KIA verfügt über einen Soundgenerator (warum nur :() und einen Klappenauspuff.

Der Soundgenerator ist immer eingeschaltet und lässt sich (anders als im Octavia) nicht vom Fahrer per Menü deaktivieren.

Direkt beim Motorstart im Normalmodus fällt dieser fiese, mofaähnliche Klang auf und er bleibt einem leider erhalten. Entspannte, nächtliche Urlaubsfahrten sind so nicht möglich.

Wenn man den Sportmodus aktiviert, kommt der Klappenauspuff ins Spiel. Dieser klingt echt gut. Leider näselt auch hier noch der künstliche Soundgenerator dazu.

Es gibt also keinen Leisemodus in diesem Fahrzeug.

Ansonsten ist der KIA erstaunlich gut gedämmt und subjektiv leiser als der Octavia - was die Abroll- und sonstigen Aussengeräusche angeht.

 

Die Bedienung der Assistenzsysteme etc. pp. geht nicht so intuitiv von der Hand wie bei Fahrzeugen aus dem VAG Konzern.

Der Kia lässt z.B. diverse Systemänderungen während der Fahrt nicht zu, dazu muss das Fahrzeug stehen.

Auch der sogen. SCC ( bei VAG ACC) lässt sich in bestimmten Situationen nicht einschalten: z.B. wenn man unter 30km/h fährt oder man gerade beschleunigt ... Was daran wirklich stört ist die einzige Meldung dazu „SCC nicht verfügbar“. Skoda meldet dann „ACC nicht verfügbar. Geschwindigkeitsgrenze“ oder so ähnlich.

Auch im Sportmodus ist SCC nicht verfügbar. Die Meldung ist wieder die gleiche wie oben.

Im Kia hat man immer das Gefühl SCC ist defekt.

Ansonsten ist die Bedienung ok.

 

Das JBL Soundsystem ist leider auch schwächer als das von Beats oder Canton. Aber für uns noch akzeptabel.

 

Die Mittelarmlehne ist sehr kurz und lässt sich nicht nach vorne oder hinten verschieben. Daher konnte meine Frau sie nicht nutzen.

 

Auch negativ:

Wenn man parkt, macht die Start-Stop Automatik den Motor aus. Wenn ich dann den Gangwahlhebel von D auf P bewege, springt der Motor wieder an.

 

Ein langer Druck auf den Öffnen-Knopf der Fernbedienung öffnet nicht die Fenster und/oder das Panoramadach.

Ein langer Druck auf Schließen, schließt die Fenster aber nicht das Panoramadach.

Unlogisch bzw. inkonsequent.

 

Die Parksensoren müssen jedesmal neu aktiviert werden. Wer das vergisst und von einem VAG Fahrzeug kommt, wundert sich warum das Fahrzeug beim vorwärtseinparken nicht piepst. Extrem nervig.

Testkriterien
Federung (komfortabel): schlecht abgestimmt gut abgestimmt
Sitze vorn: unbequem bequem
Sitze hinten: unbequem bequem
Innengeräusche: laut leise
Bedienung: kompliziert intuitiv
Heizung/Klimatisierung: schwach wirkungsvoll
Fazit - Komfort
  • + Gute Sitze
  • + Gutes Lenkrad
  • - Viel zu laut im Normalmodus
  • - SCC nur eine Fehlermeldung / schlecht bedienbar
  • - Zu kurze MAL

Emotion

4.0 von 5

Viele Leute haben sich nach dem ProCeed GT umgedreht und die einhellige Meinung war: ein toller Auto! :) Dazu dann ein erstauntes „Echt, das ist ein KIA?“.

Der Wagen lässt sich sportlich fahren, ohne unkomfortabel zu sein.

Macht Spaß bei moderatem Durst und weckt mehr Emotionen als unser Skoda Octavia RS und vielleicht sogar als der kleine flotte Ibiza.

Man freut sich über das, was Kia hier geleistet hat.

Testkriterien
Design: langweilig attraktiv
Temperament (komfortabel): ausbaufähig realisiert
Image: negativ positiv
Fazit - Emotion
  • + Extrem tolles Design
  • + Gute Fahrleistungen
  • + hochwertiger Innenraum
  • - Markenimage

Gesamtfazit zum Test

Aus diesen Gründen kann ich den empfehlen:
  • unglaublich tolles Design
  • sehr reichhaltige Ausstattung
  • gute Verarbeitung
  • moderater Spritverbrauch bei ordentlichen Fahrleistungen
  • sehr gutes Preis-/Leistungsverhältniss
  • 7 Jahre Garantie
Aus diesen Gründen kann ich den nicht empfehlen:
  • nicht per Menü abschaltbarer Soundgenerator und dadurch viel zu laut
  • sichtbare und störende Heizdrähte in der Windschutzscheibe
  • mit Panoramadach keine Dachbox möglich. Das ist leider unser KO Kriterium, da wir den kleineren Kofferraum mit einer Dachbox für Urlaubsfahrten ausgleichen wollten.
  • kein Gepäcktrennnetz erhältlich. Der Platz auf dem Gepäckraumrollo ist damit nicht nutzbar
  • viele kleinere Nervigkeiten, die sonst Standard sind: standardmässig keine Fußraumbeleuchtung im Beifahrerfußraum, Glühlampen als Kennzeichenbeleuchtung, sehr kurze Mittelarmlehne
Gesamtwertung: 3.0 von 5
Das Testfahrzeug erhielt im Test durchschnittlich 3.0 von 5 möglichen Sternen
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Kommentare: 1

06.10.2019 11:25    |    SydEF

Dieser Test lässt ein wenig Objektivität vermissen und enthält einige Unwahrheiten, die man so nicht stehen lassen sollte.

 

Die Bremsen sind hervorragend, was auch in verschiedenen Tests bestätigt wird. Eventuell lag bei deinem Vorführwagen ein Defekt vor?

 

Den Kofferraum als klein oder eher klein zu bezeichnen ist nicht richtig, die Grundfläche deckt sich im wesentlichen mit dem Octavia, bauartbedingt hat man nur eine geringere Höhe, für die Kompaktklasse ist der Kofferraum dennoch sehr groß.

 

Die Innengeräusche LAUT zu nennen nur wegen dem Soundgenerator, der in 5min abgeklemmt ist wenn er einem nicht gefällt?!

 

Und die Bedienung KOMPLIZIERT? Das sehen bisher alle Tester anders, zu recht.

 

Der ACC bzw. SCC lässt sich sehr wohl im Sportmodus aktivieren und auch unter 30km/h. Man kann auch ruhig mal einen Blick in das Handbuch werfen bevor man meckert, das gibts sogar online.

 

Die Mittelarmlehne ist auch ausziehbar, entgegen deiner Behauptung.

 

Die Parksensoren aktivieren sich sobald man den Rückwärtsgang einlegt und sie bleiben aktiv bis 15km/h. Das Fahrzeug merkt sich sogar die Aktivierung bis zum nächsten Fahrzeugstart. Ansonsten kann man die Sensoren mit einem einzigen Knopfdruck in der Mittelkonsole aktivieren, wenn man bspw. Vorwärts einparkt. Das ist nunmal bei Kia so.

 

Ansonsten finde ich deinen Test gut geschrieben und viele Punkte angesprochen, gefällt mir!

 

Der Proceed ist sicherlich nicht perfekt aber er bietet mehr fürs Geld als die Konkurrenz, mit allen (!) Kreuzchen in der Bestellliste landet man nach ein bisschen verhandeln bei rund 30k€.

19.10.2019 16:53    |    Thilo T.

Hallo SydEF,

Zitat:

@SydEF

Die Bremsen sind hervorragend, was auch in verschiedenen Tests bestätigt wird. Eventuell lag bei deinem Vorführwagen ein Defekt vor?

Das kann ich nicht beurteilen, aber die Bremsleistung war im Vergleich zu anderen Fahrzeugen gefühlt schlechter. Das ist natürlich subjektiv, wurde aber von mir und meiner Frau so empfunden.

Zitat:

@SydEF

Den Kofferraum als klein oder eher klein zu bezeichnen ist nicht richtig, die Grundfläche deckt sich im wesentlichen mit dem Octavia, bauartbedingt hat man nur eine geringere Höhe, für die Kompaktklasse ist der Kofferraum dennoch sehr groß.

Ja, das stimmt. Trotzdem ist er klein. Daher habe ich unter den positiven Merkmalen auch notiert: "Für die Fahrzeugklasse großer Kofferraum " ;).

Zitat:

@SydEF

Die Innengeräusche LAUT zu nennen nur wegen dem Soundgenerator, der in 5min abgeklemmt ist wenn er einem nicht gefällt?!

Der Wagen wird damit standardmäßig ausgeliefert. Daher bewerte ich das Geräusch ab Werk und nicht das Geräusch eines selbst manipulierten/abgeklemmten Soundgenerators. Zudem muss man wissen, daß man den Generator überhaupt abklemmen kann.

Zitat:

@SydEF

Und die Bedienung KOMPLIZIERT? Das sehen bisher alle Tester anders, zu recht.

Das ist natürlich sehr subjektiv.

Zitat:

@SydEF

Der ACC bzw. SCC lässt sich sehr wohl im Sportmodus aktivieren und auch unter 30km/h. Man kann auch ruhig mal einen Blick in das Handbuch werfen bevor man meckert, das gibts sogar online.

Richtig: ich habe nicht das Handbuch gelesen. Aber ich habe es intuitiv nicht hinbekommen, SCC im Sportmodus zu aktivieren. Allgemein hatte ich arge Schwierigkeiten mit dem SCC. Das kann am Fahrzeug (Defekt) gelegen haben oder an mir :confused:. Bei den Probefahren im Cupra Ateca, Seat Leon Cupra, Skoda Superb, in unserem Octavia oder unserem Ibiza, hatte ich derlei Schwierigkeiten allerdings noch nie.

Zitat:

@SydEF

Die Mittelarmlehne ist auch ausziehbar, entgegen deiner Behauptung.

Dann Asche auf mein Haupt und ich war an dieser Stelle wirklich einfach zu blöd.

Zitat:

@SydEF

Die Parksensoren aktivieren sich sobald man den Rückwärtsgang einlegt und sie bleiben aktiv bis 15km/h. Das Fahrzeug merkt sich sogar die Aktivierung bis zum nächsten Fahrzeugstart. Ansonsten kann man die Sensoren mit einem einzigen Knopfdruck in der Mittelkonsole aktivieren, wenn man bspw. Vorwärts einparkt. Das ist nunmal bei Kia so.

Auch wenn das bei KIA nunmal so ist: in VAG Fahrzeugen brauche ich keinen Knopf für irgendeine Aktivierung drücken. Da sind Sensoren vorne an, sobald man unter X km/h fährt und die Sensoren hinten inkl. Kamera schalten sich beim Einlegen des Rückwärtsganges ein.

Da brauche ich nur das Deaktivieren, wenn ich mal in der Waschstraße bin. Sonst funktioniert das alles völlig problemlos und nachschlagen im Handbuch.

 

Viele Grüße,

Thilo

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