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VW gründet Moia als Marke für Mobilitätsdienstleistungen - VW tritt mit Moia gegen Uber und Co. an

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Volkswagen gründet "Moia". Die Marke soll dem Konzern den Weg in die Zukunft der Mobilität ebnen. Zunächst sollen "Ride-Hailing" und "Car Pooling" zum Angebot gehören.

Volkswagen hat den Mobilitätsdienstleister Moia vorgestellt. Konzernchef Matthias Müller (rechts) präsentierte die neue Marke jetzt gemeinsam mit dem neuen Moia-CEO Ole Harms auf der Londoner Technologie-Messe „Tech Crunch Disrupt“ Volkswagen hat den Mobilitätsdienstleister Moia vorgestellt. Konzernchef Matthias Müller (rechts) präsentierte die neue Marke jetzt gemeinsam mit dem neuen Moia-CEO Ole Harms auf der Londoner Technologie-Messe „Tech Crunch Disrupt“ Quelle: Volkswagen

London – Konzernumbau, Arbeitsplatzabbau, Kulturdiskussion und natürlich der Abgas-Skandal. Volkswagen tut sich schwer mit der Zukunft der Mobilität. Der Konzern kämpft mit Problemen aus Vergangenheit und Gegenwart. Da ist es wichtig, Signale zu setzen. Eines davon heißt „MOIA“.

So nennt VW die neue Marke für Mobilitätsdienstleistungen, die heute auf der Londoner Technologie-Messe „Tech Crunch Disrupt“ vorgestellt wurde. Volkswagen will damit zu einem der drei weltweit führenden Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen werden. Und also auch umstrittenen Anbietern wie Uber Konkurrenz machen.

Chef des neuen Unternehmens ist Ole Harms, der ankündigte, dass bis zum Jahr 2025 ein „substanzieller Teil des Konzern-Umsatzes mit dem neuen Geschäftsbereich erzielt werden“ soll. Sitz des neuen Unternehmens ist Berlin, ein weiterer wichtiger Standort soll Hamburg sein. Zunächst werden 50 Mitarbeiter bei Moia arbeiten, Ende 2017 sollen es schon 200 sein.

Moia-Manager von Daimler abgeworben

Einer der ersten Mitarbeiter ist Robert Henrich, der für Daimler seit 2010 den Carsharing-Dienst car2go mit aufgebaut hatte. Seit drei Jahren ist er Chef der Daimler-Mobilitätstochter moovel. Er beginnt im Januar 2017 bei Moia als Geschäftsführer.

Ähnlich wie moovel und andere Dienste von Autoherstellern, soll sich Moia um vernetzte Mobilität abseits des eigentlichen Autobaus kümmern. Der Dienst startet zunächst mit der Fahrtenvermittlung per App („Ride Hailing“), außerdem sollen Nutzer Carpools darüber organisieren können („Pooling“).

Fast alle großen Hersteller tun sich auf dem Markt der Mobilitätsdienstleister um. General Motors stieg vor einiger Zeit bei Lyft ein, Toyota macht gemeinsame Sache mit Uber, Daimler beteiligte sich vor einiger Zeit an Blacklane und betreibt mit Moovel auch den Taxidienst Mytaxi. Daneben versuchen auch Unternehmen wie Apple mitzumischen. Das Unternehmen investierte eine Milliarde Dollar in den chinesischen Uber-Konkurrenten Didi.

Mit Gett hat VW ebenfalls eine Beteiligung in diesem Bereich im Porfolio. Allerdings ist das Start-up bislang nicht in Deutschland vertreten. Nutzer der Gett-App können in Städten wie London, Moskau, Tel Aviv und New York Lieferdienste oder Logistikleistungen buchen. Im Gegensatz zum übermächtigen US-Anbieter Uber, will Volkswagen eine enge Abstimmung mit den Regulierungsbehörden und Kommunen suchen, hieß es.

Moia mittelfristig nur mit Elektroautos

Beim Carpool-Dienst will VW auf „ganzheitliche Transportlösungen“ setzen, die den „Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten“, sagte Harms. So könnten unnötige Einzelfahrten im Individualverkehr vermieden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser genutzt werden.

Mittelfristig will Moia ausschließlich elektrische Fahrzeuge einsetzen. Langfristig sind Fahrzeuge geplant, die nach den speziellen Vorgaben von Moia entworfen werden. Zunächst startet der Dienst jedoch mit bekannten Modellen aus dem VW-Konzern.

„Wir wollen ein relevanter Player am Markt sein, daher streben wir in einigen Jahren einen Umsatz in Milliarden-Höhe an“, sagte Harms. „Wir wollen ein Unicorn werden.“ So bezeichnet man in der Start-up-Szene Unternehmen, die mehr als eine Milliarden Euro bzw. US-Dollar wert sind.

Quelle: Mit Material von dpa

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