• Online: 13.674

Honda Clarity mit Brennstoffzelle, Batterie oder Plug-in-Hybrid - Eins, zwei, drei - Honda gegen Ioniq und Mirai

verfasst am

Der Clarity gehört zu den Wasserstoffpionieren auf dem Markt. 2017 ergänzt Honda die Familie um ein Elektromobil und einen Plug-in-Hybrid. Vermutlich nicht bei uns.

Der Honda Clarity startet noch 2016 mit Brennstoffzellenantrieb, 2017 folgt eine Elektroversion und ein Plug-in-Hybrid - nach Deutschland wird der Clarity wohl nicht kommen Der Honda Clarity startet noch 2016 mit Brennstoffzellenantrieb, 2017 folgt eine Elektroversion und ein Plug-in-Hybrid - nach Deutschland wird der Clarity wohl nicht kommen Quelle: Honda

Detroit – Alle reden vom Toyota Mirai, dabei war Honda mit dem Clarity viel früher dran. Schon 2008 kam die Limousine mit Brennstoffzelle auf den Markt. Es war eines der ersten serienmäßigen Wasserstoff-Autos, doch Honda verkaufte den Clarity nie direkt, er wurde nur verleast - in mikroskopischen Stückzahlen, vor allem in den USA und nur an ausgewählte Kunden.

Ende des Jahres startet die zweite Generation. Dieses Mal belässt Honda es nicht beim Wasserstoffantrieb. 2017 folgen ein Elektromobil mit Batterie und ein Plug-in. Ähnliches hat kürzlich Hyundai mit dem Ioniq angekündigt, hier beschränken sich die Antriebsvarianten aber auf E-Mobil, Hybrid und Plug-in-Hybrid. Honda verspricht ein bezahlbares Elektroauto für fünf Personen mit „Premium-Content“. Mehr erfährt man vorerst nicht. Keine Angaben zur Reichweite, oder dazu, was konkret „bezahlbar“ bedeutet.

Das Volumen-Modell unter den neuen Claritys soll der Plug-in werden, der etwas später im kommenden Jahr startet. Hier unterstützt ein Elektromotor einen Benziner. Die rein elektrische Reichweite gibt Honda mit 40 Meilen nach US-Zyklus an. Das sind gut 64 Kilometer.

Honda hat den Accord Hybrid gründlich überarbeitet und bringt ihn jetzt in den USA auf den Markt Honda hat den Accord Hybrid gründlich überarbeitet und bringt ihn jetzt in den USA auf den Markt Quelle: Honda

Honda Accord Hybrid kommt 2016 nach Amerika

Neben den neuen Clarity-Versionen bringt Honda auch eine neue Generation des Honda Accord mit Hybrid-Antrieb auf den Markt. Mit kombinierten 212 PS aus seinem 2,0-Liter-Benziner und soll er nach US-Zyklus (EPA) rund 49 Meilen mit einer Gallone Sprit schaffen. Das entspricht 4,9 Liter auf 100 Kilometern.

In Deutschland bietet Honda zur Zeit keinen Hybrid an. Das Coupé CR-Z und der Insight wurden schon vor geraumer Zeit aus dem Programm genommen. Der Jazz Hybrid sollte in diesem Jahr kommen. Aktuell, so teilt Honda Deutschland auf Nachfrage mit, gibt es dazu aber keine Pläne mehr. In Japan musste das Modell bereits mehrfach zurückgerufen werden, mit hohen Kosten.

Zu hohe Kosten für eine Europa-Markteinführung offenbar. Denn Europa und Deutschland sind für Honda keine Hybrid-Märkte. Obwohl die Japaner mit dem Insight im Jahr 2000 zu den Hybrid-Pionieren gehörten, kamen sie nie an den Erfolg von Toyotas Prius heran.

In den USA sieht Honda genug Potenzial. Vom Accord Hybrid sollen mehr als doppelt so viel Autos pro Jahr verkauft werden wie vom Vorgänger zu seinen besten Zeiten. Honda hofft also auf knapp 30.000 Fahrzeuge – im Vergleich zum Prius wenig (2015 wurden in den USA gut 185.000 Exemplare verkauft). Aber offenbar genug, um wirtschaftlich Sinn zu ergeben.

Der Clarity Fuel Cell kostet 500 Dollar im Leasing

Erwartungen an den Clarity formuliert Honda nicht. In der Version mit Brennstoffzelle dürften die Stückzahlen überschaubar bleiben. Dessen Reichweite soll rund 300 Meilen betragen (rund 480 Kilometer). Aufgetankt wird in drei bis fünf Minuten – vorausgesetzt, man findet eine Wasserstofftankstelle. Das Brennstoffzellenpaket ist laut Honda um ein Drittel kleiner als beim alten Clarity, die Energiedichte 60 Prozent höher. Der komplette Antrieb, der etwa die Größe eines V6-Motors haben soll, passt unter die Motorhaube.

Pläne, den Clarity in irgendeiner der drei Varianten in Europa anzubieten, sind noch unausgegoren. Bei der Präsentation des Clarity Fuel Cell im letzten Jahr auf der Tokyo Motor Show hieß es, dass eventuell ein Dutzend Fahrzeuge auch nach Deutschland kommen könnte. Konkrete Pläne fürs Elektromobil und den Plug-in-Hybrid gebe es nicht, sagte uns ein Sprecher auf Nachfrage. Preise gibt es auch für die USA bislang weder für die Elektroversion noch für den Plug-in. Der Clarity Fuel Cell wird wieder verleast, die monatliche Rate wird bei 500 Dollar liegen.

Als erstes werden Kunden in „ausgewählten kalifornischen“ Märkten bedient. Damit dürften primär die Regionen rund um San Francisco und Los Angeles gemeint sein. Hier gibt es nicht nur die entsprechende umweltbewusste Kundschaft, sondern auch ein vergleichsweise dichtes Netz an Wasserstofftankstellen. Eine liegt strategisch günstig etwa auf halbem Weg zwischen den beiden Städten am Interstate-Highway I5.

Avatar von Heiko Dilk (HeikoMT)
20
Hat Dir der Artikel gefallen? 5 von 5 fanden den Artikel lesenswert.
Diesen Artikel teilen:
20 Kommentare: