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Audi Q8 (2018): Sitzprobe, Marktstart, technische Daten - Die Top-Q wird nicht Audis größtes SUV

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Er trägt die größte Nummer in Audis SUV-Programm, aber nicht die größte Karosserie: Der Audi Q8 wird kürzer, aber luxuriöser als der technisch eng verwandte Q7.

Das erste SUV-Coupé von Audi: Der Q8 startet im Juli 2018 Das erste SUV-Coupé von Audi: Der Q8 startet im Juli 2018 Quelle: Audi

Ingolstadt – Über das „Coupé“ kann man streiten, wenn sich dicke SUV mit flachem Heck mit dieser Bezeichnung schmücken. Für die Hersteller wichtiger: Sie verkaufen sich ausgezeichnet und bringen hohe Margen. BMW erfand das Segment mit dem X6. Mercedes konterte mit dem GLE Coupé. Jetzt legt Audi nach und zeigt den Q8. Ein Oberklasse-SUV mit rahmenlosen Seitenscheiben und abfallender Dachlinie. Nicht so dramatisch gezeichnet wie bei der Konkurrenz. Aber "Coupé" genug, um mitzumischen.

Der Q8 startet in Nomenklatur und Klasse oberhalb des Q7. Er wird allerdings ein gutes Stück kürzer, dafür breiter und flacher. Beide SUV teilen sich die gleiche Architektur. Viel Technik und das Cockpit übernimmt der Q8 von der Limousine A8. Sein Design ist komplett neu. Natürlich bleibt es beim großen Grill, an den Q7 erinnert er trotzdem nur in Details.

Audi Q8: Fünfmeter-SUV mit flachem Heck

Durchgehendes Lichtband am Q8-Heck. In der Audi-Designsprache bedeutet das: Oberklasse Durchgehendes Lichtband am Q8-Heck. In der Audi-Designsprache bedeutet das: Oberklasse Quelle: Audi Audi Q7 und Q8 fahren in der gleichen Fahrzeugklasse. Der Q8 misst fast fünf Meter in der Länge, und damit knapp sieben Zentimeter weniger als der Q7. Der Radstand beider Modelle beträgt drei Meter. So viel Platz zwischen den Achsen kratzt am Oberklasse-Maß – zumindest dem Maß für kurze Fahrzeugversionen.

Diese Länge spürt man vor allem im Fond. Hier bietet der Q8 ähnlich viel Beinfreiheit wie luxuriöse Limousinen. Vor allem, wenn die (optional) verschiebbare Rückbank ganz hinten einrastet. Große Erwachsene stoßen dann aber an die Grenzen der Karosserieform. Die Frisur kratzt unter Umständen an der Verkleidung der Heckklappenscharniere.

Verglichen mit der direkten Konkurrenz ist der Q8 geräumig. Bei Audi fällt das Dach deutlich weniger ab als bei GLE Coupé oder X6. Dennoch reduzieren die flotte Linie und der Raum im Fond den Kofferraum. Der Q8 lädt auf solidem Kombi-Niveau ein, aber weniger als ein Q7: 605 bis 1.755 Liter passen ins Heck (Q7: 890 bis 2.300 Liter). Audi umschreibt es mit: Zwei Golftaschen können quer im Q8-Kofferraum liegen. Heckklappe und Laderaumabdeckung öffnen und schließen elektrisch.

Digitaler Innenraum im Audi Q8

Der Audi Q8 startet mit einem 286-PS-Diesel. Ein schwächerer Selbstzünder und ein Benziner folgen zum Jahreswechsel Der Audi Q8 startet mit einem 286-PS-Diesel. Ein schwächerer Selbstzünder und ein Benziner folgen zum Jahreswechsel Quelle: Audi In der ersten Reihe ist der Q8 so digital, wie es bei Audi mittlerweile üblich ist. Zwei Touchdisplays auf dem Armaturenbrett gibt es serienmäßig. Das obere zeigt Navi-Karte oder Audi-Infos an, das untere steuert Klimaanlage und handschriftliche Eingaben. Das große Navi („MMI Navigation Plus“), Online-Funktionen und ein virtuelles Cockpit sind immer an Bord.

Das Navi berechnet die Route online und berücksichtigt Staus oder Sperrungen. Die Daten kommen vom Kartendienst „Here“ und von anderen Audi-Fahrzeugen. Ist die Netzabdeckung zu schwach, weicht das System auf fest installierte Daten aus. Ziele lassen sich per Smartphone-App in die Navigation spielen. Androidtelefone können als Fahrzeugschlüssel fungieren.

Materialien, Verarbeitung und Ergonomie im Q8 sind auf hohem Niveau. Bei der Texteingabe liegt der Handballen bequem auf dem Automatikwählhebel, der Touchscreen erkennt sogar sehr ungeübte Handschriften. Alle Oberflächen sehen edel aus, die verbliebenen Schalter klicken satt und wertig. Die Touchscreens geben haptische und akustische Rückmeldung auf Eingaben.

Optional baut Audi Sportsitze mit integrierten Kopfstützen in den Q8. Sie gehören zum Bild, das der Hersteller am liebsten zeichnet: Das SUV soll trotz seiner Größe sportlich wirken. Deshalb schraubt Audi auch riesige Räder an die Achsen. Ihr Durchmesser ist noch ein Zoll größer als beim Q7, die Felgen messen mindestens 19 Zoll. Für große Felgen mit flachem Gummi bietet Audi eine Bordsteinwarnung an.

Zwei Diesel und ein Benziner im Audi Q8

Digitales Cockpit: Zwei Touchscreens und virtuelle Instrumente im Audi Q8 Digitales Cockpit: Zwei Touchscreens und virtuelle Instrumente im Audi Q8 Quelle: Audi Zum Marktstart im Juli 2018 bietet Audi den Q8 nur mit einem V6-Diesel an. Der 3,0-Liter-Motor im Q8 50 TDI leistet 286 PS sowie 600 Newtonmeter Drehmoment. Er wuchtet das SUV in 6,3 Sekunden auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 232 km/h. Konkrete Angaben zum Verbrauch gibt es noch nicht.

Anfang 2019 startet ein schwächerer Diesel: Der Q8 45 TDI leistet bei gleichem Hubraum 231 PS. Zeitgleich kommt der Q8 55 TFSI mit einem 3,0-Liter-Benziner auf den Markt. Sein Motor leistet 340 PS. Alle Antriebe koppelt Audi an eine Achtgang-Wandlerautomatik und Allradantrieb. Ein Sportmodell mit mehr als 400 PS dürfte langfristig folgen. Einen Plug-in-Hybrid wird Audi ebenfalls anbieten.

Die Motoren bekommen einen sogenannten Riemen-Startergenerator (RSG) sowie ein 48-Volt-Bordnetz. Der RSG kann die Verbrenner schnell und sanft anlassen. Rollt der Q8 ohne Last, stehen sie still. Diese Taktik soll 0,7 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer sparen.

Audi Q8: Fahrwerke und Assistenten

Serienmäßig baut Audi ein Stahlfahrwerk mit adaptiver Dämpferverstellung im Q8 ein. Gegen Aufpreis findet ein Luftfahrwerk oder ein Sportluftfahrwerk den Weg ins Chassis. Beide Optionen lassen sich um neun Zentimeter in der Höhe verstellen. In der höchsten Stellung bleiben gut 25 Zentimeter Platz unter dem Q8. Im Serienzustand sind es 22 Zentimeter. Eine (ebenfalls optionale) Allradlenkung verkleinert den Wendekreis des SUV.

Erste Sitzprobe im Q8: Gute Ergonomie, tolle Materialien Erste Sitzprobe im Q8: Gute Ergonomie, tolle Materialien Quelle: Audi Audi verspricht, dass sich der Q8 im Gelände gut schlägt. Eine Untersetzung oder mechanische Differenzialsperren gibt es nicht. Dafür aber sieben Fahrmodi und viele Sensoren, die das Auto auf den jeweiligen Untergrund einstellen.

Die Assistenz übernimmt der Q8 aus seinen Schwestermodellen. Audi fasst insgesamt 39 Helfer in Paketen („Tour“, „Stadt“, „Parken“) zusammen. Das SUV hält Spur und Abstand, hilft beim Rangieren mit dem Anhänger, warnt vor Fahrradfahrern, Querverkehr und lockeren Radbolzen. Der Effizienzassistent kündigt frühzeitig Tempolimits und enge Kurven an. Mit aktiviertem Tempomat reduziert er das Tempo selbstständig.

Langfristig wird Audi Level-3-Autonomie im Q8 anbieten. Bis Tempo 60 fährt er dann im Autobahnstau selbstständig. Bisher fehlt dafür noch die Genehmigung der EU. Außerdem folgt ein Parkassistent, der den Q8 selbstständig in die Garage steuert.

Marktstart Audi Q8: Juli 2018

Der Q8 verhält sich zum Q7 ungefähr so wie der A7 zum A6: Die flottere Linie kostet Platz. Dafür gibt es mehr Assistenz und den höheren Basispreis. Rund 76.000 Euro wird der Q8 mit dem starken Diesel zum Marktstart kosten. Damit ist er fast 12.000 Euro teurer als ein Q7 mit 272 PS – aber serienmäßig besser ausgestattet.

Audi Q8 50 TDI: Technische Daten

  • Motor: 3,0-Liter-V6-Turbodiesel
  • Leistung: 286 PS (210 kW)
  • Drehmoment: 600 Nm
  • 0-100 km/h: 6,3 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 232 km/h
  • Getriebe: Achtgang-Wandlerautomatik
  • Verbrauch: k. A.
  • Länge: 4,986 m
  • Breite: 1,995 m
  • Höhe: 1,705 m
  • Radstand: 2,993 m
  • Leergewicht: 2.145 kg
  • Kofferraum: 605-1.755 l
  • Basispreis: ca. 76.000 Euro

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