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Mercedes-AMG GT: Erste Bilder und Infos - Der Weniger-ist-mehr-Mercedes

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UPDATE mit VIDEO: Offiziell ist der Mercedes GT nicht der Nachfolger des SLS. Trotzdem misst er sich am Flügeltürer – und er gewinnt bei Preis, Gewicht, Größe und Dynamik.

Linke-Bahn-tauglich: Bis zu 310 km/h fährt der GT S Linke-Bahn-tauglich: Bis zu 310 km/h fährt der GT S Quelle: Daimler

Von MOTOR-TALK-Autor Jim Meininghaus

Affalterbach - Es gab Zeiten, da wollte Mercedes mit Ferrari und Lamborghini in einer Garage geparkt werden. Mancher SLR verirrte sich tatsächlich hinein. Preislich passte das, aber fahrdynamisch, nun ja. Dann folgte der SLS. Viel günstiger, viel sportlicher und sogar etwas Legendäres hatte er. Aber immer noch zu schwer, über die Vorderachse schiebend und teuer.

Jetzt folgt der dritte Versuch. Mit dem neuen Mercedes GT, einer in allen Belangen abgespeckten Version des SLS.

Mercedes GT: Inoffizieller SLS-Nachfolger

Unter der Haube steckt ein 4,0-Liter-V8-Biturbo Unter der Haube steckt ein 4,0-Liter-V8-Biturbo Quelle: Daimler Der GT ist ein Weniger-ist-mehr-Mercedes. 200 Kilo Gewichtsverlust verbessern Handling und Tempo, 100.000 Euro Preisdumping erweitern den Kundenkreis. Rund 130.000 Euro soll er kosten. Damit ist er teurer als ein 911 Carrera S, aber günstiger als ein Porsche 911 Turbo (165.000 Euro).

Dafür gibt es ein feines Technik-Paket. Der GT bekommt einen Aluminium-Rahmen, einen V8-Biturbo mit Trockensumpfschmierung, Transaxle-Bauweise, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, ein mechanisches Hinterachs-Sperrdifferenzial, ein dreistufiges ESP und eine Gewichtsverteilung von 47:53. Chassis und Karosserie bestehen aus Leichtmetall, der Heckdeckel aus Stahl und das Front-Deck aus Magnesium. Macht in Summe 231 Kilo für den Rohbau.

Der 4,0-Liter-Achtzylinder (intern M178) mit innenliegender Abgasseite leistet in der GT-Basisversion 462 PS, als GT S 48 PS mehr. Beide Turbos sitzen wie bei Audi und BMW zwischen den Zylinderbänken. Das baut sehr kompakt und reduziert die Ansprechzeit der Lader.

Schnell, aber nicht so schnell wie der SLS

Die Leistung reicht von 462 PS bis 510 PS. Vorerst Die Leistung reicht von 462 PS bis 510 PS. Vorerst Quelle: Daimler Im Vergleich mit dem SLS fährt der GT trotzdem nicht davon. Die Basisversion sprintet in vier Sekunden auf Tempo 100 und rennt 304 km/h schnell – 10 bzw. 15 km/h langsamer als der Vorgänger. Die sportlichere S-Version bleibt immerhin bis 100 km/h gleichauf (3,8 Sekunden) und erreicht 310 km/h Spitze.

Mercedes-AMG montiert ein Fahrwerk aus geschmiedetem Aluminium mit Dreieckslenker, Achsschenkel und Radträger an Vorder- und Hinterachse. Serienmäßig rollt der GT vorn auf 255/35R 19 und hinten auf 295/35 R19. Beim GT S sind hinten 20-Zöller Serie. Die innenbelüfteten und gelochten Scheiben haben mindestens 360 Millimeter Durchmesser.

Lieber Champs-Élysées als Le Mans

Weil so ein Auto aber mehr zum Shopping in Mailand statt zum Rasen in San Remo genutzt wird, bekommt der GT einen Kofferraum auf Kompaktklasse-Niveau: Er schluckt fast so viel wie der eines Audi A3, nämlich 350 Liter. Nach Wahl der sanftesten von vier Fahrstufen bleiben die Plomben auf dem Mailänder Pflaster womöglich sogar im Zahn. Der GT S bekommt noch ein fünftes Programm namens "Race" mit schnelleren Schaltzeiten.

Die breite Mittelkonsole dominiert den Innenraum Die breite Mittelkonsole dominiert den Innenraum Quelle: Daimler Shoppen fängt beim GT schon bei Mercedes an. Und hier gibt es Dinge, die gibt es sonst nirgends. Wie das AMG-Dynamic-Plus-Paket für den GT S inklusive dynamischer Motor- und Getriebelager, die bei schneller Fahrt härter werden und das Auto stabiler fahren lassen. Zum Paket zählen auch: ein strafferes Fahrwerk, negativerer Sturz an der Vorderachse sowie eine adaptierte Sport-Parameterlenkung.

Wie Whiskey zur Zigarre passt dazu die elektronische Dämpferregelung "Ride Control" (beim GT gegen Aufpreis, beim GT S Serie). Für schnelleres Anhalten gibt es optional Keramik-Bremsen.

Mercedes AMG GT: Assistenz aus der Oberklasse

Nächstes Jahr kommen die beiden Versionen GT und GT S auf den Markt Nächstes Jahr kommen die beiden Versionen GT und GT S auf den Markt Quelle: Daimler Die Assistenzsysteme des Mercedes GT stammen aus der S-Klasse. Kollisionswarner, adaptive Bremse und die berühmte Kaffeetasse als Attention Assist sind Serie. Adaptives Fernlicht, Rückfahrkamera, Einparkhilfe, Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Warner und Verkehrszeichen-Erkennung kosten extra.

Fazit:

Das Auto sieht fein aus, ein echter Haben-Wollen-Wagen. Wir hadern noch, ob die uns die Aufpreispolitik gefällt. Auf der einen Seite gefällt die Idee, den Wagen ohne zusätzlichen Schnickschnack zu bekommen. Das spart Geld und Gewicht. Auf der anderen Seite: Muss nicht gerade so ein Auto alles haben?

Inzwischen sind wir den Mercedes-AMG GT S gefahren, lest hier weiter.

Das erste Video von Mercedes seht Ihr hier. Das ist krass!

 

 

Technische Daten: Mercedes-AMG GT

  • Modell: Mercedes-AMG GT
  • Motor: 4,0-Liter-V8-Biturbo
  • Leistung: 462 PS bei 6000/min
  • Max. Drehmoment: 600 Nm bei 1600-5000/min
  • Verbrauch laut NEFZ: 9,3 l/100 km
  • CO2-Emission: 216 g/km
  • Leergewicht: 1.540 kg bis 1615 kg
  • Leistungsgewicht: 3,33 bis 3,49 kg/PS
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 4,0 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 304 km/h
  • Modell: Mercedes-AMG GT S
  • Motor: 4,0-Liter-V8-Biturbo
  • Leistung: 510 PS bei 6250/min
  • Max. Drehmoment: 650 Nm bei 1750-4750/min
  • Verbrauch laut NEFZ: 9,4 l/100 km
  • CO2-Emission: 219 g/km
  • Leergewicht: 1.570 kg bis 1645 kg
  • Leistungsgewicht: 3,03 bis 3,22 kg/PS
  • Beschleunigung 0-100 km/h: 3,8 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 310 km/h
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