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Mercedes-AMG A 35 4Matic (W177, 2019): Test, Technische Daten - So fährt der kleinste AMG

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Die Sportabteilung von Mercedes macht den Einstieg leichter: Der AMG A 35 4Matic holt 306 PS aus zwei Litern Hubraum und eine Portion Sport aus der A-Klasse. Erste Fahrt.

Mercedes-AMG A 35 4Matic im Test: Der kleinste AMG von Mercedes stand zu Testfahrten auf Mallorca bereit Mercedes-AMG A 35 4Matic im Test: Der kleinste AMG von Mercedes stand zu Testfahrten auf Mallorca bereit Quelle: Daimler

  • Mercedes-AMG A 35 4Matic im Fahrbericht
  • Einstieg in die AMG-Welt mit 306 PS
  • 0-100 km/h in 4,7 Sekunden
  • Viel Grip, neutrale Fahrwerksbalance

Port de Sóller – Verrückt eigentlich. Es ist noch nicht lange her, da waren mehr als 300 PS in einem Kompaktwagen schwer vorstellbar. Ein Auto wie der Mercedes-AMG A 35 4Matic wäre das unangefochtene Topmodell gewesen. Jetzt ist er der Einstieg bei den sportlichen Mercedes. AMG hat schließlich 2013 mit der Einführung des A 45 4Matic vor- und die Latte dabei ganz schön hochgelegt. 360 PS holte Daimlers Sportverein aus dem 2,0-Liter-Benziner. Der kommende A 45 auf Basis der neuen Generation W177 dürfte bei mehr als 400 PS landen.

Unserem Testwagen würde man die auch abkaufen. Die „Edition 1“ prahlt mit Rallye-Streifen an der Flanke, Winglets an der Frontschürze, Diffusor und einem ziemlich aufdringlichen Flügel am Heck. All das ist Teil des AMG Aerodynamik-Pakets. Der vergleichsweise dezente Lack in „denimblau“ kann den Auftritt kaum abmildern. Aber keine Sorge, der A 35 muss nicht so aussehen. Ohne Flügel und Winglets geht es auch. Dann unterscheidet er sich kaum von einer Standard-A-Klasse mit AMG-Paket.

Mercedes-AMG A 35 4Matic: Im Alltag harmlos

Ans Heck des A 35 braut Mercedes-AMG stets einen Diffusor und zwei Endrohre Ans Heck des A 35 braut Mercedes-AMG stets einen Diffusor und zwei Endrohre Quelle: Daimler Wenn man möchte, fährt sich der A 35 auch so. Das adaptive Fahrwerk im Testwagen federt im Comfort-Modus verbindlich und straff, rollt aber gut über Kanten und durch Schlaglöcher. Die Lenkung ist Mercedes typisch leichtgewichtig, so dass sich der A 35 stressfrei durch die Stadt dirigieren lässt, Kurbelei beim Einparken wird nie zur Bürde. Zumal: Man kann sie sich auch ganz sparen, wenn man den Einparkassistenten wählt.

Doch das kann ja nicht der Plan sein beim A 35. Er kann alles, was A- und B-Klasse in der neuesten Generation auch drauf haben (Spur halten, Spur wechseln, Tempo beachten etc.), muss aber vor allem Spaß machen, wenn man selbst ins Lenkrad greift.

Schnelle Reaktion: 4Matic im A 35

Runde Auspuffendrohre tragen alle neuen "kleinen" AMG-Modelle, der A 35 macht da keine Ausnahme Runde Auspuffendrohre tragen alle neuen "kleinen" AMG-Modelle, der A 35 macht da keine Ausnahme Quelle: Daimler Also ab auf die Landstraße im Westen Mallorcas. Die Straßen hier sind schmal und um diese Jahreszeit wenig befahren. Enge Kurven wechseln sich mit mittleren Radien ab, es geht bergauf und bergab. Der Asphalt ist eben, aber wegen des ungewöhnlich ergiebigen Regens in den letzten Monaten hat sich an schattigen Stellen Moos gebildet. Optimale suboptimale Bedingungen für den A 35 und seinen Allradantrieb.

Der verteilt bis zu 50 Prozent des Moments an die Hinterachse und reagiert Dank einer elektromechanisch angesteuerten Lamellenkupplung im Hinterachsgetriebe blitzschnell. Im älteren System des A 45 der Vorgängergeneration lief das noch elektro-hydraulisch ab. Da muss erst Druck aufgebaut werden, das kostet wertvolle Zehntelsekunden.

Man spürt das. Der Asphalt ist leicht feucht, ich werfe den A 35 mit reichlich Tempo in die Biegung, latsche noch vor dem Scheitelpunkt aufs Gaspedal und erwarte Untersteuern. Doch nichts da. Die Hinterachse übernimmt, wo die Vorderachse überfordert ist und schiebt den A 35 extrem neutral aus der Kurve. Das ESP muss nicht mal eingreifen.

Mercedes A 35 mit 306 PS aus 2,0 Litern Hubraum

Der 2,0-Liter-Benziner hört auf den internen Code M 260 und wird als M 264 in größeren Klassen auch längs eingebaut. Dann auch mit 48-Volt-Bordnetz Der 2,0-Liter-Benziner hört auf den internen Code M 260 und wird als M 264 in größeren Klassen auch längs eingebaut. Dann auch mit 48-Volt-Bordnetz Quelle: Daimler Der Sport+-Modus liegt an, Der A 35 hängt sauber am Gas, das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet meist schnell und zuverlässig. Runter wenn es soll, hoch wenn der Motor aus dem saftigen Bereich des Drehzahlbands läuft. Lediglich beim Kick-down wünscht man sich eine etwas schnellere Reaktion. Dazu röhrt der neue 2,0-Liter-Vierzylinder kernig, ohne je zu dröhnig zu werden.

Der Motor basiert auf dem neuen 2,0-Liter-Motor mit dem internen Code M 260, den Mercedes auch im A 250 einsetzt. 306 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment sind im Angebot, Tempo 100 ist nach 4,7 Sekunden erreicht, bei 250 km/h wird abgeregelt. Er geht naturgemäß extrem gut voran, ohne sich dabei jedoch brutal anzufühlen. Druck fehlt allerdings nie.

Bei trockenem Untergrund (sprich: mehr Grip), hilft die 4Matic sogar dabei, die Linie zu verengen. Dann fehlt nicht nur jede Spur von Untersteuern, sondern die schiebende Hinterachse dreht den A 35 sogar ein bisschen in die Kurve rein. Zum gefühlten Hinterradantrieb wird das Allradsystem jedoch nie. Unter Last und auf festem Untergrund lässt sich der A 35 nur mit roher Gewalt zum Übersteuern bringen.

Die Hinterachse spielt nicht so gerne

Auch sonst muss man es schon darauf anlegen, das Heck zum Mitspielen zu überreden. Zum Beispiel, indem man bei hohen Geschwindigkeiten in der Kurve nochmal mit ordentlich Druck nachbremst. Dann drängt die Hinterachse doch zum Kurvenäußeren. Mercedes geht bei der Abstimmung auf Nummer sicher. Das ist gut so, selbst weniger erfahrene Fahrer bringen sich nur schwer in Schwierigkeiten. Doch ein bisschen fehlt die Aufregung. Der A 35 fährt schnell, stabil und sicher, spielerischer sind andere.

Präzise, entspannt mit den Fingerspitzen und schnell lassen sich so auf Landstraßen viele fröhliche Kilometer am Stück abreißen. Die Lenkung könnte gerne etwas mehr Gefühl durchlassen, die Bremse könnte bissiger und präziser greifen, das Pedalgefühl fester sein. Die Basis für mehr Schärfe sollte vorhanden sein, denn AMG hat die A-Klasse für den A 35 an vielen Stellen versteift, ein neues Schubfeld unter dem Motor verschraubt und zwei neue Diagonalstreben angebracht, um Spur- und Sturzstabilität zu erhöhen.

Mercedes-AMG A 35 4Matic: Ein guter Kompromiss

Die 19-Zoll-Räder gibt es ebenfalls mit der Edition 1, sie heißen "Livorno" und die Farbe nennt sich "Tech Gold" Die 19-Zoll-Räder gibt es ebenfalls mit der Edition 1, sie heißen "Livorno" und die Farbe nennt sich "Tech Gold" Quelle: Daimler Doch dann fällt es einem wieder ein: Der AMG A 35 4Matic baut eine Brücke. Er bildet einen Kompromiss zwischen Standard-A-Klasse und dem kommenden A 45 4Matic. Und das macht er ziemlich gut. Sportlich, aber nicht zu spitz, alltagstauglich aber nicht zu langweilig. Ein paar Highlights im Innenraum, wie etwa die speziellen Drehregler im Lenkrad, die wir aus dem Mercedes-AMG C 63 kennen und spezielle Anzeigen fürs digitale Instrumentendisplay heben ihn auch innen ein bisschen von der gewöhnlichen A-Klasse ab.

Man fragt sich allerdings, wie der kommende Mercedes-AMG A 45 4Matic vom A 35 mit AMG-Paket abheben soll? Viel mehr „Tempo“ geht optisch kaum. Flügel und Flics hatte der A 45 W176 schließlich auch schon. Wir rechnen damit, dass der neue zumindest an einer Stelle noch nachlegt: Er könnte der erste Kompakte Mercedes mit dem grimmigen Panamericana-Grill werden.

Der Mercedes-AMG A 35 4Matic ist bereits bestellbar, der Marktstart erfolgt im Januar 2019, die Preise starten bei recht saftigen 47.530 Euro.

Mercedes-AMG A 35 4Matic: Technische Daten

  • Motor: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner
  • Leistung: 306 PS (225 kW) b. 5.800 U/min
  • Drehmoment: 400 Nm b. 3.000-4.000 U/min
  • 0-100 km/h: 4,7 s
  • Geschwindigkeit: 250 km/h
  • Antrieb: 7-Gang-Doppelkupplung, Allradantrieb
  • Verbrauch: 7,4-7,3 l/100 km
  • CO2-Ausstoß: 169-167 g/km
  • Abgasnorm: Euro 6d-Temp
  • Länge: 4,436 m
  • Breite: 1,797 m
  • Höhe: 1,405 m
  • Radstand: 2,729 m
  • Gewicht: 1.555 kg
  • Kofferraumvolumen: 370-1.210 l
  • Preis: ab 47.529 Euro
  • Marktstart: Januar 2019
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