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9 Elektro-Roller im Preisvergleich - Das kostet E-Mobilität auf zwei Rädern

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Vespa, Unu, Schwalbe, Emco: Elektro-Roller liegen im Trend. Wir haben für Euch einige elektrische Scooter verglichen und informieren, worauf Ihr beim Kauf achten solltet.

Elektro-Roller sind in der Stadt eine feine Sache: Abgasfrei, leise, preislich zu  Verbrenner-Rollern konkurrenzfähig Elektro-Roller sind in der Stadt eine feine Sache: Abgasfrei, leise, preislich zu Verbrenner-Rollern konkurrenzfähig Quelle: mobile.de

Berlin - Kein Knattern, keine Abgase, wenig Wartungsaufwand, kaum Unterhaltskosten, keine Kfz-Steuer, keine Parkplatzsuche. Dafür im Sommer nah am „Dolce Vita“-Gefühl. Es spricht vieles für einen Elektroroller, solange die Sonne scheint - vor allem in der Stadt. Ladedauer, Reichweite und Preis, beim Auto ein Problem, scheinen bei vielen Rollermodellen deutlich stimmiger getroffen.

Aber wie reif für den Privatmarkt sind die Elektroroller? E-Roller-Sharing-Modelle wie Coup und Emmy gehören in einigen Orten zwar bereits zum Stadtbild. Was man für sein Geld bekommt, wenn man selbst kaufen will, haben wir uns mal genauer angeschaut. Und zwar in der Klasse der Kleinkrafträder bis 45 km/h. Diese Modelle darf jeder fahren, der einen Pkw-Führerschein besitzt.

Unu Elektroroller

Für den Elektroroller von Unu sind drei verschiedene Motorisierungen zwischen 1,35 und 5,4 PS wählbar Für den Elektroroller von Unu sind drei verschiedene Motorisierungen zwischen 1,35 und 5,4 PS wählbar Quelle: Motor-Talk Unumotors wurde 2013 gegründet und hat seinen Sitz in Berlin. Für den Unu sind drei verschiedene Motorisierungen mit entweder 1,35 PS, 2,7 PS oder 5,4 PS erhältlich. 50 Kilometer Reichweite verspricht der Hersteller mit einem Akku. Unumotors bietet einen Zusatz-Akku an. Dieser kostet nochmals 690 Euro, damit erhöht sich die Reichweite auf 100 Kilometer. Für einen Ladevorgang müssen etwa fünf Stunden eingeplant werden. Wer nicht so lange warten will, kann bereits nach etwa zwei Stunden mit 70 Prozent Akkuladung losdüsen.

Der Einkauf muss beim Unu im Rucksack transportiert werden. Das Helmfach ist vom Akkumulator belegt. Dafür ist dieser herausnehmbar. Geladen werden kann also im heimischen Wohnzimmer wie auch auf der Arbeit (sofern der Arbeitgeber das erlaubt).

Individualisierungsoptionen bietet Unu ebenfalls an. Für die Außenhaut stehen sieben verschiedene Farben zur Verfügung (Aufpreis zwischen 150 bis 200 Euro) und für die Sitzbank drei (50 Euro Aufpreis).

  • Preis für die 5,4-PS-Version: 2.800 Euro (mit Zusatz-Akku: 3.489 Euro)
  • Lithium-Ionen-Akkus

Niu N1S

Der Niu N1S kommt aus China. Angetrieben wird der Roller von einem Bosch-Elektromotor mit 3,2 PS. Entgegen vielen China-Klischees ist das Zweirad gut verarbeitet. Der N1S besitzt drei Fahrmodi. Im ersten "Gang" ist die Geschwindigkeit auf etwa 18 km/h gedrosselt, im zweiten auf 30 km/h und im dritten auf 45 km/h. Damit soll bei Bedarf Energie gespart werden.

Der Niu N1S kommt aus China. Entgegen den Klischees schlechter Qualität wirkt der N1S hochwertig verarbeitet Der Niu N1S kommt aus China. Entgegen den Klischees schlechter Qualität wirkt der N1S hochwertig verarbeitet Quelle: Niu Clou am N1S ist die Rekuperationsfunktion. Bei Bergab-Fahrten und Bremsvorgängen wird Energie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist. Laut Hersteller soll man mit dem E-Zweirad bis zu 80 Kilometer weit kommen. Das allerdings bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde. Legt man weniger Wert auf Effizienz und will schnell ans Ziel, ist nach gut 50 Kilometern Schluss.

Der Akku ist herausnehmbar und benötigt für eine volle Aufladung sechs Stunden an der Steckdose. Ein zweiter Akku zur Verlängerung der Reichweite wird nicht angeboten. Erfreulich ist, dass der Akku so platziert ist, dass es unter der Fahrersitzbank Stauraum gibt. Das ist bei E-Rollern häufig nicht der Fall.

Es ist möglich, den N1S mit dem Smartphone zu verbinden. So stehen per App unter anderem eine GPS-Tracker-Funktion und ein Diebstahlalarm zur Verfügung.

  • Preis: Etwa 2.600 Euro
  • Lithium-Ionen-Akku

Vespa Elettrica

Das teuerste Modell im Vergleich ist Piaggios Elektro-Neuauflage der Vespa. In der Vespa Elettrica sorgt ein 5,2 PS starker E-Motor für den Antrieb. Gespeist wird dieser von einer 4,2-kWh-Batterie, die an der Haushaltssteckdose in rund vier Stunden aufgeladen ist.

Der Preis für die Vespa Elettrica erreicht annähernd: Kleinwagen-Niveau: Ein Mitsubishi Space Star oder ein Dacia Sandero sind kaum teurer Der Preis für die Vespa Elettrica erreicht annähernd: Kleinwagen-Niveau: Ein Mitsubishi Space Star oder ein Dacia Sandero sind kaum teurer Quelle: Piaggio Damit sind bis zu 100 Kilometer Reichweite drin. Damit muss man auskommen. Denn eine zweite Batterie gibt es für die Vespa Elettrica nicht. Zwar soll die Batterie laut Hersteller über 1.000 Ladezyklen überstehen, was etwa einer Laufleistung zwischen 50.000 und 70.000 Kilometern entspricht. Doch ist sie fest im Fahrzeug verbaut. Ohne Garage oder Fahrradkeller mit Steckdose bleibt einem nur die rechtzeitige Fahrt zur Stromtankstelle.

Die Vespa Elettrica besitzt einen "Spar-Fahrmodus", der das Bike zum Energiesparen auf 30 km/h drosselt.

Im Cockpit schaut der Fahrer auf ein 4,3 Zoll-großes Display. Die Vespa kann mit dem Smartphone verbunden werden. Über das Display des E-Rollers kann sich der Fahrer Nachrichten anzeigen lassen oder auf die Musik seines Handys zugreifen.

Der in die Elektro-Moderne exportierte Retro-Klassiker hat allerdings seinen Preis, der etwas außerhalb davon liegt, was andere Hersteller aufrufen.

  • Preis: 6.390 Euro
  • Lithium-Ionen-Akku

Govecs Schwalbe

Ein weiterer elektrisch neu-aufgelegter Klassiker, diesmal aus Deutschland, ist die Schwalbe. Der Thüringer Hersteller Simson ist dafür nicht mehr verantwortlich. Die Elektro-Schwalbe kommt aus München.

Govecs bringt die Schwalbe elektrifiziert zurück auf die Straße. Ganz günstig ist das DDR-Retro-Feeling allerdings nicht Govecs bringt die Schwalbe elektrifiziert zurück auf die Straße. Ganz günstig ist das DDR-Retro-Feeling allerdings nicht Quelle: Govecs Mit einer Leistung von 5,4 PS hat die Schwalbe ordentlich Power. Bei 45 km/h ist aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen für Kleinkrafträder trotzdem Schluss. Bis dahin fährt man beim Grünlicht an der Ampel den vierrädrigen Kollegen davon.

Die Schwalbe hat drei Fahrmodi, die sich auf das Beschleunigungsverhalten des Zweirads und damit auf die Reichweite auswirken. Im Eco-Modus wird die Beschleunigung gedrosselt. Darauf folgt der Cruise-Modus und der Race-Modus, in dem die maximale Power zur Verfügung steht.

Bei der Reichweite hat der potenzielle Fahrer die Wahl zwischen einem oder zwei Akkus. Dann fährt das Retro-Gefährt entweder 63 oder 125 Kilometer weit. Für die Reichweitenverlängerung verlangt das Münchener Unternehmen 790 Euro Aufpreis. In 4,5 Stunden ist ein Akku voll aufgeladen. Mit der Schnellladefunktion sind 50 Prozent der Kapazität aber bereits nach 1,5 Stunden erreicht. Manko: Auch bei der Schwalbe ist der Akku nicht herausnehmbar, was die Flexibilität im Alltag stark einschränkt. Zudem sitzen die Akkus unter der Sitzbank - Stauraum entfällt dadurch.

Hinter dem Lenker sitzend schaut man auf eine digitale Anzeige für alle gängigen Parameter wie: Temperatur, Uhrzeit, Reichweite, Ladestand, Fahrmodus, Geschwindigkeit und Kilometerstand.

  • Preis: 5.390 Euro (mit zweitem Akku: 6.180 Euro)
  • Lithium-Ionen-Akkus

Futura Hawk 3000

Der Futura Hawk 3000 gewinnt beim Bremsen Energie für die Batterie zurück Der Futura Hawk 3000 gewinnt beim Bremsen Energie für die Batterie zurück Quelle: Futura Via Twitter.com Der Futura Hawk 3000 bringt 4 PS auf die Straße. Nach 50 bis 60 Kilometern kommt im besten Fall die nächste Steckdose. Außer man hat sich einen Zusatz-Akku für etwa 800 Euro gesichert. Die Energiespeicher sind herausnehmbar und brauchen etwa vier Stunden für den Ladevorgang. Die Anzahl der Ladezyklen soll laut Hersteller zwischen 800 und 1.000 liegen. Das entspricht einer Laufleistung von ungefähr 48.000 bis 60.000 Kilometern. Im Vergleich mit anderen Modellen ist das ordentlich.

Über eine Rekuperations-Funktion gewinnt der Roller beim Bremsen Energie zurück. Beim Hawk 3000 setzt Futura auf ein modernes Design. Für die Individualisierung stehen fünf verschiedene Karosseriefarben zur Auswahl.

  • Preis: 2.199 Euro (bei zwei Akkus: 2.998 Euro)
  • Lithium-Ionen-Akkus

Emco Novantic C2000

Wem die Vespa Elettrica zu teuer ist, das Retro-Design aber zusagt, für den hat Emco die Novantic C2000 im Angebot.

Fahrer elektrifizierter Gefährte interessiert unterwegs die Restreichweite. Die wird im Novantic C2000 leider nur ungenau angezeigt Fahrer elektrifizierter Gefährte interessiert unterwegs die Restreichweite. Die wird im Novantic C2000 leider nur ungenau angezeigt Quelle: Emco Der Elektromotor in der Novantic C2000 liefert 2,7 PS. Für dessen Energieversorgung stehen zwei verschiedene Akkukapazitäten mit entweder 28 Ah oder der größeren Variante mit 37 Ah zur Verfügung. Mit dem 28-Ah-Akku sind 50 Kilometer Reichweite drin. Kauft man einen zweiten dazu, kommt man auf 100 Kilometer. Mit dem 37-Ah-Energiespeicher fährt man 65 Kilometer weit. Demnach 130 bei Verdopplung. Die Akkus sind herausnehmbar. Einer braucht zwischen drei und vier Stunden für eine Aufladung.

Leider hat Emco beim Novantic C2000 einige Funktionen zwar gut gedacht, aber schlecht umgesetzt. Vier Fahrmodi stehen zur Verfügung, die allerdings ausschließlich über ein verbundenes Smartphone anwählbar sind. Die Akku-Anzeige im Cockpit ist analog und leider sehr ungenau. Der Stauraum unter dem Sitz wird auch beim Novantic C2000 vom Energiespeicher belegt.

  • Preis mit 28-Ah-Akku: 3.649 Euro (mit Zusatz-Akku: 4.649 Euro)
  • Preis mit 37-Ah-Akku: 4.049 Euro (mit Zusatz-Akku: 5.049 Euro)
  • Lithium-Ionen-Akkus

Nova Motors eMace

Mit 400 angegebenen Ladezyklen hält die Batterie im eMace von Nova Motors leider nicht besonders lang Mit 400 angegebenen Ladezyklen hält die Batterie im eMace von Nova Motors leider nicht besonders lang Quelle: Nova Motors Das günstigste Modell in unserem Elektroroller-Vergleich ist der eMace von Nova Motors. Vertrieben wird das Modell unter anderem von einer deutschen Supermarkt-Kette.

Angetrieben wird der eMace von einem 2,7-PS-Motor. Dieser bezieht seine Energie aus einem 20-Ah-Akku. Ein kompletter Ladevorgang dauert zwischen sechs und acht Stunden. Einen Zweit-Akku gibt es nicht. Laut Hersteller ist beim Speicher nach 400 Ladezyklen Schluss. Das ist leider nicht besonders viel. Weil die Batterie nicht herausnehmbar ist, müssen nicht sachkundige Schrauber zur Erneuerung in die Werkstatt. Etwa 60 Kilometer Reichweite bietet der eMace. Pluspunkt: Ein Staufach ist vorhanden.

  • Preis: 1.099,00 Euro
  • Blei-Flies-Batterie

Simple eScooter 1

Zur Reichweitenverlängerung gibt es für den Simple eScooter 1 optional eine zweite Batterie Zur Reichweitenverlängerung gibt es für den Simple eScooter 1 optional eine zweite Batterie Quelle: Simplemobility Das Bosch-Triebwerk im Simple eScooter 1 leistet 2 PS. Mit der verbauten Batterie kommt der E-Roller 50 Kilometer weit. Für das Modell ist eine zusätzliche Batterie verfügbar. Damit erhöht sich die Gesamtreichweite auf etwa 100 Kilometer. Der zweite Akku schlägt mit 600 Euro zu Buche. Die Akkus sind zum Laden zu Hause oder auf der Arbeit entnehmbar. Die Ladedauer einer Batterie beträgt rund vier Stunden.

Mit 900 vom Hersteller angegebenen Ladezyklen hat man ausreichend Ruhe bis zum Batteriewechsel. Da die Energiespeicher auch im eScooter 1 unter der Sitzbank platziert wurden, entfällt der Stauraum. Zwar gibt es die Möglichkeit, eine Top-Box anzuschrauben. Die kostet nochmals 100 Euro Aufpreis.

  • Preis: 1.999 Euro (mit zweitem Akku: 2.600 Euro)
  • Lithium-Ionen-Akkus

Appscooter

Für den Appscooter bietet Etergo gleich zwei zusätzliche Akkus an Für den Appscooter bietet Etergo gleich zwei zusätzliche Akkus an Quelle: Etergo Der Elektroroller mit der größten Reichweite in unserem Vergleich ist der Appscooter von Etergo. Wählt man die Standard-Ausführung mit nur einem Akku, sind laut Hersteller 80 Kilometer Reichweite drin. Wem das nicht reicht, der kann aufstocken. Zwei Zusatzmodule sind verfügbar, für Reichweiten von 160 oder 240 Kilometer.

Für die 240 Kilometer ist leider eine Drosselung auf 20 km/h erreicht. Doch auch bei voller Power dürfte man mit dem Appscooter am längsten unterwegs sein. Für jedes zusätzliche Batterie-Modul werden 700 Euro fällig.

Die Energiespeicher sind herausnehmbar. Erfreulich ist, dass der Appscooter neben viel Reichweite, auch viel Stauraum bietet. Unter der Sitzbank stehen 60 Liter Platz zur Verfügung.

Namensgetreu kann der Scooter mit dem Smartphone verbunden werden. Damit kann unter anderem auf Nachrichten und auf die Musik zugegriffen werden. Zudem steht eine GPS-Tracker-Funktion zur Verfügung. Der 7-Zoll-Bildschrim im Cockpit funktioniert im Stand per Touchscreen und während der Fahrt - aus Sicherheitsgründen - über zwei Schalter am Lenker. Ein Navigationsgerät ist bereits fest installiert.

Vorbestellungen nimmt Etergo schon jetzt entgegen. Ausliefern will das Unternehmen ab kommenden Jahr.

  • Preis 3.399 Euro (mit allen drei Akkus 4.799 Euro)
  • Lithium-Ionen Akkus

Fazit:

Reichweite und Ladeinfrastruktur sind Probleme, die E-Roller und Elektroauto gleichermaßen betreffen - beim reinen Stadtroller aber nicht so stark ins Gewicht fallen. Für mehr Reichweite werden meiste Zweitakkus zu Preisen zwischen 600 und 1.000 Euro angeboten. Beachten sollte man, dass sich mit nur einem Ladegerät die Ladezeit für zwei Akkus verdoppelt. Beträgt die Ladezeit also 4 Stunden, muss der Fahrer 8 Stunden für zwei Akkus einplanen.

Der Anwendungszweck ist entscheidend. Welche Strecken will ich mit dem E-Roller fahren? Brauche ich wirklich einen zweiten Akku? Sich dagegen zu entscheiden, schont zwar die Brieftasche. Belastet jedoch im Gegenzug die Nerven, sollte es mal eng mit der Akku-Ladung werden.

Ist die Batterie nicht herausnehmbar, büßt man Flexibilität ein. Besitzt man keine mit dem Roller zugängliche Lademöglichkeit, etwa im Keller oder einer Garage, ist ein fest eingebauter Akku nicht praktikabel. Zwei gängige Akku-Typen werden bei Elektro-Rollern eingesetzt. Blei-Gel-Akkus und Lithium-Ionen-Akkus. Erstere haben eine niedrigere Energiedichte, haben weniger Ladezyklen und sind schwerer, dafür sind sie günstiger.

Lithium-Ionen-Akkus sind deutlich teurer. Dafür wiegen sie weniger, haben eine höhere Energiedichte, mehr Ladezyklen und laden schneller. Oft ist bereits nach 50 Prozent der Ladezeit etwa 70 Prozent des Akkus geladen.

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