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1963 - 2019: Acht Generationen Porsche 911 im Kurzportrait - Acht Generationen 911

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Der Porsche 911 gilt als der Sportwagen schlecht hin. Seit mehr als 55 Jahren wird er verkauft, bald kommt die achte Generation auf den Markt. Wir blicken zurück.

Porsches 911 geht in die achte Generation. Die Faszination gegenüber dem ikonischen  Sportwagen blieb bis heute ungebrochen Porsches 911 geht in die achte Generation. Die Faszination gegenüber dem ikonischen Sportwagen blieb bis heute ungebrochen Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Stuttgart – Flache Haube, Sechszylinder-Boxer und der Motor im Heck. Der Porsche 911 bleibt auch in der achten Generation ein Anachronismus im Automobilbau – und sich selbst treu. Die Fans der Marke dürfen aufatmen: Der neue Elfer bleibt ein reiner Verbrenner.

Bisher mussten Elfer-Fans schon einiges einstecken. Immer wieder änderte Porsche die Technik, sorgte bei Puristen für Verstimmung. Wasserkühlung, Automatikgetriebe, Turbolader. Seit 70 Jahren produziert Porsche Sportwagen, seit 1963 den 911. Zeit für einen Rückblick.

Ur-Elfer, 1963 bis 1973 Ur-Elfer, 1963 bis 1973 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Ur-Elfer, 1963 bis 1973

Am 13. September 1963 präsentiert Porsche auf der IAA erstmals den 901 als Nachfolger des 356. Nach einer Streitigkeit mit Peugeot nennt Porsche seinen neuen Sportwagen 911. Der 2,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor leistet anfangs als 911 L 130 PS (ab 21.900 Mark), 1965 kommt die neue Karosserieform Targa hinzu.

Als Höhepunkt der Modellreihe gilt der 1.100 Kilogramm leichte Carrera RS 2.7 mit seinem Entenbuürzel-Heckspoiler. Dank seines 210 PS starken Sechszylinders fährt er bis zu 245 km/h schnell. Fast zehn Jahre verkauft Porsche den Ur-Elfer, insgesamt 111.995 Mal.

G-Modell, 1973 bis 1989 G-Modell, 1973 bis 1989 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

G-Modell, 1973 bis 1989

1973 löst die G-Serie das Urmodell ab. Optisch lehnt sich die zweite Generation an den Vorgänger an, muss wegen US-Sicherheitsvorschriften Faltenbeläge an den Stoßfängern tragen. Die Zeit der Chromstoßstangen ist damit vorbei. Für den Basis-Elfer mit 2,7-Liter-Sechszylinder und 150 PS zahlen Kunden anfangs mindestens 27.000 Mark.

Erstmals drückt ab 1975 ein Turbolader Luft in die Brennräume, gut für 260 PS. Zu den Varianten Coupé und Targa gesellen sich ab 1983 Cabrio und die Variante Speedster. Nach 16 Jahren Bauzeit und 198.496 verkauften Fahrzeugen läuft das G-Modell 1989 aus.

Typ 964, 1989 bis 1994 Typ 964, 1989 bis 1994 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Typ 964, 1989 bis 1994

Mit dem Typ 964 stellt Porsche eine Evolutionsstufe auf die Räder. Optisch unterscheidet sich die dritte Generation nur wenig vom Vorgänger, technisch jedoch deutlich. Erstmals verteilt der Sechszylinder-Boxermotor optional seine Kraft über vier Räder, eine Doppelzündung sorgt für eine bessere Verbrennung.

Für das Basismodell Carrera 2 mit 3,6-Liter-Boxer und 250 PS zahlen Kunden mindestens 103.500 Mark. Ab 1990 bietet Porsche die Automatik Tiptronic an, der Turbo leistet nun 320 PS. Serienmäßig schützen ab 1991 zwei Airbags Fahrer und Beifahrer. Nach nur sechs Jahren Bauzeit und 63.762 verkauften Coupés, Cabriolets und Targas läuft der 964 aus.

Typ 993, 1993 bis 1998 Typ 993, 1993 bis 1998 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Typ 993, 1993 bis 1998

Mit der vierten Generation des Elfers, dem Typ 993, geht eine lange Porsche-Ära zu Ende. Es ist das letzte Modell mit luftgekühltem Boxermotor, anfangs mit 272 PS bis hin zum 450 PS starken GT2.

Porsche verkauft den 993 mit Hinterradantrieb und als Allrad Carrera 4, als Coupé, Cabriolet und Targa. Der setzt erstmals auf ein Glasdach anstelle eines herausnehmbaren Dachelements. Nach 68.881 gebauten 993 endet 1998 die Produktion.

Typ 996, 1997 bis 2006

Typ 996, 1997 bis 2006 Typ 996, 1997 bis 2006 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK Das umstrittenste Elfer-Modell nennt sich 996. Fast 18,5 Zentimeter legt der Elfer ab 1997 in der Länge zu. Das macht ihn dadurch größer und bequemer. Der Carrera kostet 147.640 Mark. Erstmals kühlt Wasser den Sechszylinder-Motor. Das stark geänderte Design trifft nicht jeden Geschmack, anfängliche Qualitätsprobleme kommen hinzu. Die breiten Scheinwerfer des Boxster mit dem integrierten Blinker nennt die Fangemeinde hämisch Spiegelei.

Erst ab dem Facelift wird es mit dem 996 besser: Die Motoren sind standfester und Porsche verschönert die Spiegeleier. Der 3,4 Liter große Boxermotor leistet anfangs 300 PS, der GT2 am Ende bis zu 483 PS. Nach neun Jahren endet 2005 die Bauzeit des 996. Trotz der Kritik verkauft Porsche 175.262 Fahrzeuge des Modells.

Typ 997, 2004 bis 2012 Typ 997, 2004 bis 2012 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Typ 997, 2004 bis 2012

Porsche hat die Kritik seiner Kunden gehört und ändert beim 997 wieder die Scheinwerfer. Die sechste Generation orientiert sich ab 2004 optisch stärker am Ur-Modell. 81.128 Euro müssen Kunden mindestens für den neuen Elfer zahlen. Groß ist die Artenvielfalt mit Coupé, Targa, Cabriolet und Speedster.

Dazu kommen Varianten mit Heck- und Allradantrieb, mit Saug- und Turbomotoren, als GTS sowie die Sportversionen GT2, GT2 RS, GT3 und GT3 RS – 24 Varianten insgesamt. Die Motoren leisten zwischen 325 PS und 620 PS. Die Kunden greifen fröhlich zu: Nach sieben Jahren und 213.004 verkauften Autos stellt die sechste Generation Ende 2012 einen Produktionsrekord auf.

Typ 991, 2011 bis 2018 Typ 991, 2011 bis 2018 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK

Typ 991, 2011 bis 2018

2011 folgt schon der Nachfolger 991. Länger, breiter, komfortabler, aber auch schwerer spricht er stärker komfortverliebte Elfer-Fahrer an. Der Radstand wächst im Vergleich zum Vorgänger um zehn Zentimeter. Erstmals kommen im Basis-Elfer Turbomotoren zum Einsatz, der Hubraum schrumpft.

Der 3,0-Liter-Sechszylinder-Boxer leistet mindestens 350 PS, das stärkste Modell, der GT2 RS, 700 PS. Der 991 verkauft sich bisher sehr gut. Bis Ende Oktober 2018 lieferte Porsche 217.930 Fahrzeuge aus. Insgesamt produzierte Porsche seit dem Debüt des Elfers 1963 bislang 1.049.330 Serienfahrzeuge.

Typ 992, ab 2019

Typ 992, ab 2019 Typ 992, ab 2019 Quelle: Fabian Hoberg für MOTOR-TALK Die achte Generation (992) setzt auf modernisierte Motoren, mehr Assistenzsysteme und ein leicht geändertes Design. Die Kotflügel stehen weiter auseinander, vor den LED-Schweinwerfern fehlen die Spritzdüsen. Zwei lange Sicken konturieren wie bei historischen Modellen die vordere Haube. Die beiden Türgriffe liegen fast nahtlos in den Türen, fallen so kaum auf.

In der Mitte des Cockpits sitzt traditioneller ein analoger Drehzahlmesser – in der Optik früher 911-Modelle. Rechts und links davon werden auf kleinen Displays Fahr- und Motordaten eingespielt, optional auch ein Nachtsichtgerät. Dazu passt der 10,9-Zoll-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts für Navi- und Entertainmentsystem.

Weiterhin arbeitet unter der hinteren Haube ein 3,0-Liter-Sechszylinder-Turbo-Boxer. Der Basis-Carrera leistet 385 PS (kommt im Sommer), im Carrera S (ab 120.125 Euro) 450 PS und 430 Newtonmeter, 30 PS und 30 Newtonmeter mehr als im Vorgänger. Porsche ändert beim Motor dafür Ladeluftkühlung sowie Einspritzung und montiert einen Otto-Partikelfilter (OPF).

Mit dem neuen Motor spurtet das Carrera S Coupé von 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden, ist damit 0,4 Sekunden schneller als der 991. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 308 km/h. Geschaltet wird optional über ein überarbeitetes Doppelkupplungsgetriebe (PDK) mit acht Gängen, oder ab Mitte nächsten Jahres über ein manuelles Siebengang-Getriebe.

Porsche hat einen Nässedetektor erfunden, der auf Schall basiert. Ein Mikrofon analysiert in zwei Radhäusern die Frequenzen und erkennt starkes Spritzwasser. In der ersten Stufe leuchtet im Cockpit eine Warnung auf, ESP und ABS stellen sich für die gefährliche Situation schärfer. In der zweiten Stufe dämpft der Fahrer über den Mode-Schalter am Lenkrad das Ansprechverhalten des Gaspedals, der Spoiler fährt für maximalen Abtrieb auf die höchste Stufe. Damit sollen auch unerfahrene Piloten keine Angst im Elfer bekommen – und viel Spaß beim Fahren haben.

Quelle: Fabian Hoberg

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