Zylinderwände verglasen bei zu viel Standgas?

Hi,
ich habe mich mal in einigen Foren durch gelesen zum geliebten/gehassten Thema Start/Stopp und da bin ich auf folgende Antwort von jenandem gestoßen:
Laut Aussage der Person soll die Start/Stopp Automatik Nachteile, aber genau so gut den Vorteil haben den Motor, oder besser die Zylinderwände vor dem Verglasen zu schützen.
Nun meine Frage: Was ist denn bitte Verglasen der Zylinderwände?
Er beschrieb das wie folgt: Läuft ein Motor lange und oft mit Leerlaufdrehzahl werden durch den "mangelnden" Öldruck und "geringe" Schmierung die Wände geschädigt also verglast. So in etwa war das.
Ich habe sowas noch nie gehört und auch im Internet nichts darüber gefunden. Wenn dem so wäre, dass die Wände irgendwann verglasen, dann müssten Millionen von LKWs, Busse, etc. Motorschäden davon tragen, denn die stehen bei ihren Pausen auch sehr gehäuft mit laufenden Motoren. Genau so gut könnte es ja Rettungsfahrzeuge betreffen, die bei Einsätzen auch mal über Stunden den Motor laufen lassen.
Also: Was meint er damit? Wie kommt das zu stande? Stimmt das überhaupt?
Würde mich über fachliche Antworten freuen 🙂

Gruß und schönen Sonntag

Beste Antwort im Thema

Na ja, wenn ich bei 10 Grad mit kaltem Motor aus dem Parkhaus bis zur Ampel fahre (300m) schaltet mein Motor schon ab.
VW EA288 2.0 TDI

Deshalb:
S/S sofort abschalten.

Zum Thema "Verglasen",
Ok das war früher vielleicht ein Problem bei Stationärmotoren.
Obwohl ich das noch nicht gehört hatte.
Vielleicht doch zu jung ;-)

Denke das ist bei heutigen Motoren und den modernen Ölen kein Thema mehr.

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Link?
Stahl oder Gusseisen gibt es je nach Verwendung in unterschiedlichen Legierungen.
Die gemeinte Verglasung ist eher ein Matrialauftrag, bzw. Gefügeveränderung und kein Abtrag durch Verschleiß.
Ich bin aber kein Tribologe und kann hier nur aus meiner Erfahrung mit alten Mopedmotoren mit Gusszylindern schöpfen.

Wie auch immer.
Die Grundsatzfrage war ja, neben dem eigentlichen Sinn von S/S wird der Verschleiß durch den Einsatz in den Raum gestellt. Was kann man durch häufigeren Leerlauf dagegenstellen?

Aber zum weiteren Kommentar von AstraKFahrer, ein echter kalter Motor schaltet nicht ab. Und meist sogar später aus Comfortgründen immer noch nicht. Aber das kann man ja übersteuern.

Zitat:

@Kodiac2 schrieb am 9. Dezember 2018 um 14:15:59 Uhr:


Dann stimmt was mit der Steuerung nicht,die S/S Funktion gehört m.E. zu den Systemen die erst aktiv werden wenn der Motor eine gewisse Temperatur erreicht hat.
Vorher wäre es Bödsinn das System so zu steuern.
Davon ab schalten alle Systeme das S/S grundsätzlich ab wenn eine bestimmte niedrige Aussentemperatur vorherrscht.
Ältere Systeme bei ca. 0° ,neuere bei ca.-10° ,wobei neuere auch nicht mehr temporär abschaltbar sind.

Doch, da stimmt schon alles mit der Steuerung.
Ich hatte jetzt in den letzten Jahren 7 Fahrzeuge mit S&S (2x BMW, 2xVW, 2xFORD, 1xSkoda).
Alle (außer einem Fiesta 1.0 ecoboost) haben Start Stopp bereits bei nicht betriebswarmem Motor, speziell die VWs und der Skoda auch direkt nach dem losfahren verwendet.
Nur der Fiesta war da etwas "zickig". Bei dem musste alles passen, damit er sich bequemt hat seinen Motor mal von alleine abzustellen.

Ob es immer ein voll betriebswarmer Motor sein muss, ist sicher auch die Frage. Im Stand laufend werden moderne Motoren auch nicht wirklich wärmer.
VW schaltet ab 30Grad Kühlmitteltemperatur ab. Das weder wirklich kalt noch immer gleich erreicht, und selbst wenn, wie bei mir heute morgen dann noch die Comfortfaktoren Innenraumtemperatur das abschalten verhindern. Climatronic off hat dann doch für ein abschalten gesorgt, vor einer Bahnschranke macht das Sinn!!

Zitat:

@mk4x schrieb am 9. Dezember 2018 um 19:44:40 Uhr:


Das “Einlaufen“ von Ringen und Buchse ist ja gewollt, wird der Motor aber nur einseitig betrieben, kann es aber zu verglasten Stellen kommen. Darum früher auch immer die Hinweise zum richtigen Einfahren der Motoren. Bei beschichteten Zylndern sollte das Problem aber nicht mehr auftreten.

Ich habe eine Meinung von einem Automechaniker gehört, dass man die "neue" Motoren, deren Zylinderwände beschichtet sind, gar nicht aufbohren kann, wenn man das Motor nach 300T-400T Km erneuern möchte. Kann das stimmen? Falls ja, was kann man in diesem Fall tun (außer das Motor komplett auszutauschen) ? Nur die Kolbenringe durch Übermaßringe zu ersetzen ?

So ist das- gerade bei Alublöcken werden die Laufbahnen oft Nikasil oder Alusil beschichtet was sie iV mit den passend beschichteten Kolben fast verschleißfrei macht. Wenn dann nach vielen Km die Beschichtung doch ab ist....schrott oder in manchen Fällen eine Neubeschichtung möglich.
Daimler hat ein Verfahren- Nanoslide genannt-, bei dem mittels Lichtbogen/Drahtspritzen eine (nach der Endbearbeitung) nur 0,1mm dünne, spiegelblanke Laufschicht aufgebracht wird. Extrem reibungsarm, aber wen kaputt, dann Schrott :-)

Wundert mich schon, das manchen meinen Stahl sei einfach ein Metall :-) Das ist eine Mischung uA aus vergütetem Eisen und vielem anderem Zutaten (nicht nur metallisch) , wie auch Gusseisen nicht einfach NUR gegossenes Eisen ist :-)

Sehr lehrreich Danke 🙂

Zitat:

Ich habe eine Meinung von einem Automechaniker gehört, dass man die "neue" Motoren, deren Zylinderwände beschichtet sind, gar nicht aufbohren kann, wenn man das Motor nach 300T-400T Km erneuern möchte. Kann das stimmen? Falls ja, was kann man in diesem Fall tun (außer das Motor komplett auszutauschen) ? Nur die Kolbenringe durch Übermaßringe zu ersetzen ?

Gut möglich das damit die Alublöcke gemeint sind.
Manche haben statt eingelassenen Laufbuchsen aus Grauguß eine Plasmabeschichtung oder werden mit Eisen beschichtet.
Hatte da mal was in diversen VAG Selbststudienprogrammen gelesen, u.a. in dem zum 1.4 FSI des Lupo.

Wenn man da aufbohrt oder hohnt muss man wohl hinterher wieder neu beschichten.

Zitat:

@MrFleetwood schrieb am 11. Dezember 2018 um 22:14:17 Uhr:



Wundert mich schon, das manchen meinen Stahl sei einfach ein Metall :-) Das ist eine Mischung uA aus vergütetem Eisen und vielem anderem Zutaten (nicht nur metallisch) , wie auch Gusseisen nicht einfach NUR gegossenes Eisen ist :-)

Wenn ich wegen der Äusserung gemeit bin.
Ich bin Zerspanner, also vom Fach, infolgedessen weiß ich auch was in den Stählen drin ist und was sich alles Stahl nennt, auch wenn ich die Feinheiten aus der Schule die ich berufsbedingt nicht brauche zum großen Teil inzwischen vergessen habe.

Gruß
Waldemar

Direkt angesprochen hab ich bewusst niemanden, weil diese Verallgemeinerung oft kommt.
Nur ,wieso stellst du dann Stahl - eine Legierung in Frage? Stahl ist sehr wohl zunächst mal eine Eisen/Kohlenstoff Legierung, und dann geht es weiter bzw erst so richtig los mit der Vergüter/Mischerei :-)
Muss man nicht gerade als Zerspaner wissen, mit welchem Werkstoff man es genau zu tun hat um sein Werkzeug/Bearbeitungsgeschwindigkeit richtig zu wählen damit das Ergebnis optimal ist? In meiner Ausbildung war das damals nur ein Teil - also die Metallbearbeitung, aber selbst da ist mir viel in Erinnerung geblieben. Bohrer ist nicht gleich Bohrer und welchen Einfluss der Lochdurchmesser auf die Schnittgeschwindigkeit hat. Selbst Bohrer schleifen - was heut wohl niemand mehr lernt- gehörte noch dazu.

Aber - das wird jetzt sicher schief ankommen -wenn man nur Zerpanungsautomaten nach Vorgaben einrichten muss, braucht man das nicht mehr zu wissen, stimmt. Kenn ich bei uns aus der Fertigung.
Aber das schweift nu langsam etwas sehr von der Fragestellung ab.

Ich würd meinen, mit dem verglasen ist schlicht die verschleißbedingte Politur der Zylinderwand -idR halbseitig, gemeint, also keineswegs wie angesprochen eine Art glasartiger Überzug.
Sowas gibts bei Gusszylindern, aber kaum bei modernen, beschichteten Laufbuchsen.
Erklären könnte sich das dadurch, das die Kolben/Zylinder idR durch Spritz/Schleuderöl geschmiert werden, was im LL evtl vermindert zur Verfügung steht. Daher auch das Bild bei Schiffsantrieben die wirklich ewig so dahintuckern und evtl nicht dafür ausgelegt sind weil KFZ Motoren verwendet wurden.
Ich hab vor Jahren mal einen alten Chevy Motor zerlegt, der lange als Hochstartwinde auf einem Segelflugplatz gedient hat. Da lief der oft stundenlang im LL und zog dann nur kurz mal für 20sec nen Segler hoch. Da waren die Zylinder halbseitig blitzeblank und tief eingelaufen - am Umkehrpunkt der Kolbenringe oben eine spürbare Kante. Man konnte von oben die Kolbenringe sehen wenn die Kolben unten waren :-)
Das könnt man als "verglasen" bezeichnen.....

Zitat:

@MrFleetwood schrieb am 11. Dezember 2018 um 22:14:17 Uhr:


So ist das- gerade bei Alublöcken werden die Laufbahnen oft Nikasil oder Alusil beschichtet was sie iV mit den passend beschichteten Kolben fast verschleißfrei macht. Wenn dann nach vielen Km die Beschichtung doch ab ist....schrott oder in manchen Fällen eine Neubeschichtung möglich.
Daimler hat ein Verfahren- Nanoslide genannt-, bei dem mittels Lichtbogen/Drahtspritzen eine (nach der Endbearbeitung) nur 0,1mm dünne, spiegelblanke Laufschicht aufgebracht wird. Extrem reibungsarm, aber wen kaputt, dann Schrott :-)

Danke, das bringt Licht in die Sache :-)

Was man unter Zyllinder verglassen versteht steht bei Wikipedia.

Ein Baustahl ist streng genommen zwar auch eine Legierung, nur siht den kein normaler Zerspanner als Legierung an, vor allem wen man viel anspruchvolleres so wie ich gewohnt ist, schwer zerspanbare HighTec Werkstoffe in Produktion für sollche Branchen wie Medizintechnik, Luft und Raumfahrt, Mess und Regeltechnik usw. Auch schon Zerspanbarkeitstests von neuen High Tec Werkstoffen für ein Institut gemacht, als Grundlagenforschung.
In meinem Fach bin ich fitt und ob man Baustahl als Legierung ansiht oder eher als verdrektes Eisen ist da nebensächlich, solange man weis wie man es bearbeitet.


Gruß
Waldemar

Zitat:

@Muminok schrieb am 13. Dez. 2018 um 03:9:47 Uhr:


Was man unter Zyllinder verglassen versteht steht bei Wikipedia.

Nochmal die Bitte um einen Link zum Wikipediaartikel.
Würde dort gerne mal eigenständig nachlesen, da mich deine bisherigen Ausführungen nur von deiner Selbstgefälligkeit überzeugt haben.

In WiKi find ich dau auch nix, nur in Fachliteratur wird das erwähnt/erläutert.
Ist wie mit Baustahl - meint man damit nun einfaches Bewehrungseisen/Armierungseisen wie es im Betonbau verwendet wird, oder die Baustähle die im Maschinenbau verwendet werden und durchaus höherwertig sind? Grad halt keine Werkzeugstähle.
Das immer alle gleich mit Raumfahrt zu tun haben...faszinierend :-) Schon mal sone Space Shuttle Hitzeschutzkachel in Händen gehabt? Das ist ein witziges Zeug....

Zitat:

Schon mal sone Space Shuttle Hitzeschutzkachel in Händen gehabt? Das ist ein witziges Zeug....

nö, nur mal ne zerstäuberdüse vom A4 triebwerk.😁

gibt es im ölthread kein hilfsmittel gegen zylinderglas?

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