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Warmlaufphase

VW
Themenstarteram 25. Januar 2019 um 9:33

Hätte mal ne allgemeine Frage bezüglich Dieselmotoren.

Wie wird der Motor schneller warm?

Vorraussetzung gleiche Last!

Fahren im höheren Gang mit weniger Drehzahl oder runterschalten und mit höherer Drehzahl fahren.

MfG

15 Antworten

Ich tippe auf zweiteres.

Wenn der Hintergrund der Frage jedoch die für den Motor möglichst schonende Fahrweise sein soll, würde ich trotzdem ersteres machen.

Sofern es sich nicht um untertouriges Fahren handelt, wo der Motor schon extrem angestrengt ist.

Für schnellere Wärme gibt es sinnvollere Optionen, als den Motor zu quälen:

Garage

Standheizung

Sitzheizung

Lenkradheizung

Entsprechend anziehen (nein, damit ist nicht so viel gemeint, das man sich nicht mehr bewegen kann !)

Themenstarteram 25. Januar 2019 um 13:46

Wobei z. B. bei meinem Mercedes Diesel die Automatik den Schaltpunkt nach oben verlegt damit der Motor schneller warm wird. d. h. die Automatik schaltet später hoch ( in den nächsten Gang bei 2200 RPM )Wenn der Motor dann warm ist schaltet bei gleicher Last das Getriebe schneller hoch. (dann bei 1700 RPM)

Das mag damit zusammen hängen das der Dieselpartikelfilter und die Lambda Sonde schneller warm wird, aber wie sieht es mit dem Motor selber aus? Wird der bei niedrigen Drehzahlen und höheren Zünddrücken schneller warm oder bei höheren Drehzahlen und niedrigeren Zünddrücken.

Wobei ich wiederum sagen kann das niedrigere Zündrücke nicht so schädlich für den Motor sind als höhere. Also wenn man seinen Motor schonen will sind demnach höhere Drehzahlen sinnvoll!?

Natürlich wird er bei höherer Drehzahl schneller warm.

Höherer Verbrauch ist mehr Wärme, so einfach ist das.

Wenn sich das im Rahmen bewegt, ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Ich mache mir darüber aber keine Gedanken, das einzige was wichtig ist, sind hohe Drehzahlen in der Warmlaufphase zu vermeiden, denn damit könntest du tatsächlich einen Schaden verursachen.

Wenn du dich irgendwo im Bereich von 1500 bis 3000 Touren bewegst, kannst das eigentlich nicht schaden.

Ich kann Manager2008 nicht beipflichten. Mehr Kraftstoff ist nicht gleichzusetzen mit mehr Wärme.

Der Motor wird dann schneller warm wenn das erforderliche Drehmoment höher ist. Im Bestpunkt (bei maximalem Drehmoment) wird die höchste Wärme im Brennraum erzeugt. Dabei ist der spezifische Kraftstoffverbrauch am geringsten. Um das zu verstehen bitte nach Muscheldiagram oder Verbrauchskennfeld googeln. Im Zentrum der Muschel ist der Verbrauch am geringsten. Dies kann bis unter 200g je kW Leistung sein. Wird die Drehzahl bei gleicher Leistung erhöht, steigt der spezifische Verbrauch enorm an. Dieser kann bis zu 50% über dem Bestpunkt liegen. Der Kraftstoff wird hier durch den geringeren Wirkungsgrad nicht umgesetzt.

Aber warum drehen kalte Motoren mit Automatikgetriebe höher als Warme? Dazu muss man die Ursachen für den schädlichen Kaltstart kennen. Bei jedem Kaltstart wird der Kolben sehr schnell heiß, im Vergleich mit dem Motorblock. Dies hat zur Folge dass sich der Kolben somit rasch ausdehnt, wärend die Laufbahn bzw. Motorblock noch kalt und somit klein ist. Das Spiel zwischen Kolben und Motorblock ist jetzt in der Warmlaufphase sehr klein. Dies führt unter Umständen zu einem hohen Kolbenverschleiß im Bereich des Kolbenbodens, also ganz oben.

Die Automobilhersteller kennen natürlich diesen kritischen Zustand. Deshalb wird die Automatik so programiert, dass die Kolbentemperatur dann möglichts niedrig ist, bis sich auch der Motorblock erwärmt hat. Wie schnell der Motor warm wird, spielt dabei keine Rolle.

Fazit: Eine gesunde Warmlaufphase findet bei niedrigem Drehmoment statt. Eine leicht höhere Drehzahl ist hier die bessere Wahl. Aber nicht Übertreiben, denn kaltes Öl und hohe Drehzahl führt zu ungünstigen Schmierverhältnissen.

Bei welchen Drehzahlen ist der geringste Verschleiß?

Das kann man nicht so sagen. Allgemein gilt bei geringem Drehmoment = geringer Mitteldruck. Die Drehzahl ist nicht so dominant. Der Verschleiß in der Warmlaufphase ist nur vom Temperaturunterschied zwischen Kolben und Motorblock abhängig.

Ich hatte einen T4 AAB Motor bei 360.000 km wegen sehr hohem Ölverbrauch vermessen. Der Verschleiß in der Mitte der Laufbahn lag bei 0,2mm. Also völlig ausgelutscht. Dann hatte ich mir einen zweiten Motor besorgt, der nur 140.000km drauf hatte. Bei der Messung des Verschleiß lag dieser bei 0,26mm, also noch schlechter und zusätzlich noch extermer Kolbenverschleiß am Kolbenboden von auch 0,2mm. Nach Rücksprache mit dem Vorbesitzer klärte sich das schnell auf. Der zweite Motor wurde immer Kalt gefahren. Strecken von 2 bis 5 km waren typisch für den örtlichen Klemner. Somit lag der Kurzstreckenmotor 3 mal höher im Verschleiß.

Themenstarteram 28. Januar 2019 um 15:18

Iich denke das ein grosser Verschleissanteil am Kolben- Büchsenverbund der anfallende Verbrennungsrückstand im Brennraum durch schlechte Verbrennung in der Warmlaufphase ist. Die Abgasrückführungsrate im Kaltlauf ist relativ hoch. Hier reibt sich der Motor an zugeführten Verbrennungsrückständen auf.

 

Unverbrannter Kraftstoff geht noch an Büchse und Kolben vorbei, verdünnt den Ölfilm an Kolben und Laufbüchse und geht mit dem Blowby in die Ölwanne.

Aber PeterACK hat den Punkt getroffen. Unser extem Kurzstreckler im Werksverkehr ein Caddy, 2 Liter TDI hat wegen Kolbenschaden bei 40 tkm einen Austauschmotor bekommen.

Themenstarteram 28. Januar 2019 um 15:21

Zitat:

@Manager2008 schrieb am 28. Januar 2019 um 00:28:29 Uhr:

Bei welchen Drehzahlen ist der geringste Verschleiß?

Kommt auf den Motor an, pauschal kann man da keine Drehzahl nennen. Ein Hochdrehzahlmotor nimmt andere Drehzahlen als ein Niedrig drehender PKW Diesel.

Hallo,

das ganz ist auch vom Motor abhängig. Aber wenn man den ersten 1km mit einen Gang höher fährt, also bei 50km/h nicht den vierten nehmen sondern den Dritten, wird der Wagen schneller warm und auch der verbrauch ist besser, Es allso so 200 bis 400 U/min mehr bringen schon etwas. Beim EA888 der dritten Generation kann man fast auf einen Standheizung verzichten.

Wieso soll der Verbrauch bei höherer Drehzahl besser sein, das kann ich nicht nachvollziehen ?

Hallo,

so lange der Wagen kalt ist, wird das Gemisch angefettet und die Lambdasonde arbeitet nicht, das ist im Winter besonders deutlich. Also soll diese Phase im Kaltlauf möglichst kurz sein, das kann erzielt werden in dem der Motor mit einer höher Last betreiben wird, wie eine etwas höhere Drehzahl. Natürlich sollte man einen kalten Motor vor allen im Winter nicht gleich voll belasten, so muss ein Kompromiss gefunden werden. Hier meine ich das 200 bis 400 U/min mehr ausreichen, als Kompromiss für den ersten Kilometer.

Natürlich kann jeder Fahren wie er will.

Bei den alten Schätzchen gab es ja den Kaltlaufregler um sie von Euro1 zu 2 Umzurüsten, was auch wirklich einiges an Steuer sparte und hier wurde nur kurz nach dem Start die Leerlaufdrehzahl erhöht Ob es was gebraucht in der realen Welt, glaube ich nicht so recht.

Zitat:

@epsigon schrieb am 3. Februar 2019 um 19:22:22 Uhr:

Hallo,

so lange der Wagen kalt ist, wird das Gemisch angefettet und die Lambdasonde arbeitet nicht, das ist im Winter besonders deutlich. Also soll diese Phase im Kaltlauf möglichst kurz sein, das kann erzielt werden in dem der Motor mit einer höher Last betreiben wird, wie eine etwas höhere Drehzahl. Natürlich sollte man einen kalten Motor vor allen im Winter nicht gleich voll belasten, so muss ein Kompromiss gefunden werden. Hier meine ich das 200 bis 400 U/min mehr ausreichen, als Kompromiss für den ersten Kilometer.

Natürlich kann jeder Fahren wie er will.

Bei den alten Schätzchen gab es ja den Kaltlaufregler um sie von Euro1 zu 2 Umzurüsten, was auch wirklich einiges an Steuer sparte und hier wurde nur kurz nach dem Start die Leerlaufdrehzahl erhöht Ob es was gebraucht in der realen Welt, glaube ich nicht so recht.

Bei einem Dieselmotor ???

Hallo,

da der Diesel wie der Benziner mit richtigen Betriebstemperatur am besten arbeitet, wäre das erreichen dieser so zügig wie möglich auch angebracht. Einfach die Gänge etwas höher ziehen (500U/min) und das war es für die ersten zwei Kilometer. Wenn das nicht eine extreme Kurzstrecke ist senkt das auch den Diesel/Benzin-Verbrauch so ein tückchen ;-).

Bei den modernen Fahrzeug wird das auch nicht mehr relevant sein, da Kühlkreislauf/Ölkreislauf/ Einspritzung/Zündung sehr spezial und komplex arbeitet, wird das relativ unwichtig sein. Wichtig ist eben den Motor nur richtig zu belasten, wenn er warm ist (Öltemperatur zeigt das einen, nach ca 15 Minuten im Winter)

Gruß

Michael

Zitat:

@Manager2008 schrieb am 3. Februar 2019 um 14:09:51 Uhr:

Wieso soll der Verbrauch bei höherer Drehzahl besser sein, das kann ich nicht nachvollziehen ?

Sehe ich auch so, will man den niedrigsten Verbrauch, hält man am besten den Motor kalt auf Kurzstrecken, für Langstrecken ist es nun auch egal.

Ansonsten gilt eben schneller fahren, alles andere ist wohl eher ein Eitertanz. Das Fahrprofil ist dann das Profil, nicht der Umgang in der Zeit.

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