Volvo 960/V90 + Wohnwagen
Hallo zusammen,
Ich habe schon die Such-Funktion bemüht, aber nichts passendes gefunden.
Ich habe ein paar Fragen bezüglich des Volvo V90/960 im Anhängerbetrieb, im speziellen Wohnwagen.
Zur Vorgeschichte.
Meine Frau, der Junior und meine Wenigkeit haben kürzlich die Möglichkeit genutzt, einen Wohnwagen kostenfrei über ein langes Wochende zu leihen.
Hat uns prima gefallen, gerade für die lieben Kleinen ist es eine tolle Alternative gegenüber dem "Pauschal-Urlaub".
Allerdings kommen dabei ein paar Fragen auf. Der Wohnwagen den wir dran hatten wog mit Zuladung ca. 1.500kg. Das ist die maximale Anhängelast meines V50 D5 und ehrlich gesagt hat es wenig Spass gemacht mit dem Zug zu fahren.
Da wir uns außerdem Familienzuwachs wünschen und der Wohnwagen den wir mithatten für 4 Personen ein bisschen klein ist, wollen wir wenn, in die grobe Gewichtsklasse bis ca. 1.700kg (inkl. Zuladung).
Damit fällt unser V50 flach......
Da wir Volvo treu bleiben wollen und wir uns keinen neuen kaufen möchten sind wir automatisch bei Volvo´s mit Heckantrieb gelandet.
Im speziellen Interessiert uns der 960 und der V90.
Was darf ich eigentlich an einen 960/V90 ranhängen oder gibt es andere Erfahrungswerte die gegen einen solchen Volvo als Zugfahrzeug sprechen ?
Ich habe bisher Front- und Allrandantriebler mit schweren Hängern gefahren. Gibt es irgendwas das gegen Heckantrieb spricht?
Von der Logik her müssten sie sich ja besser bewegen lassen, da das Gewicht des Wohnwagens auf die Kupplung drück und dadurch das Heck etwas "absenkt" ergo mehr Tranktion, das war übrigens das Hauptproblem beim V50.
Wie schaut es mit der Hinterachse aus ? Der 960 hat doch eine etwas anders konstruierte Hinterachse als der V90. Beziehungsweise hat der V90 ja zusätzlich noch die Niveauregulierung.
Welchen würdet Ihr empfehlen.
Kleine Zusatzfrage....
Wie schaut es mit der 700er Serie aus, sind sie gut geeignet um Anhänger zu ziehen ?
Danke euch im vorraus.
MfG
Alex
Beste Antwort im Thema
Hier noch einen Beitrag eines Schweizer-V90-Gespannfahrers:
Fahrzeug: V90 3.0 24V Savoj, 1800 kg Anhängelast (mit Verstärkungskit), 320'000 km, Jg 98
Wohnwagen: Dethlef 430 Newline, 7.5m lang, 2.5m breit, 2.5m hoch, je nach Beladung im Reisetrimm 1'700 -1'900 kg.
Wir ziehen diesen Trumm schon seit 15 Jahren regelmässig ins Tessin (durch den Gotthard). Wer die Gotthard-Rampe aus beiden Richtungen kennt der weiss nur zu gut, was dies für ein Zugfahrzeug bedeutet. Wenn du da heil durchkommst, hat dein Wagen die Feuertaufe bestanden, dann ist der Rest nur noch Kür ....!
Bisherige Kandidaten: BMW 528 Touring, VW-Bus Bluestar, GMC Safari 4x4, Opel Senator 3.0 24V
Zu meinem eigenen Erstaunen ist der V90 das bisher beste Zugfahrzeug!
1. Hält stur die Spur
2. Hat genug Power
3. Kein Schlingern und Pendeln bis 110 km/h.
Das war der Knackpunkt für alle anderen Fahrzeuge, wohl hatten sie genug Power, aber man fuhr ständig wie auf Eiern weil man nie so genau wusste, wann die Fuhre beim Überholtwerden durch schnellere Lieferwagen oder Reisecars aus dem Ruder lief und sich gefährlich aufschaukelte. Mit dem V90 kannst du flott mit den Cars und LKW mithalten ohne Eiertanz. Und selbst wenn da mal einer vorbeizieht wir das nicht zum Horror.
Nachteile:
1. Automat muss im S-Modus und im 3 Gang gesperrt sein, ansonsten unschlüssiges hin- und her-schalten des Wandlers, die längere Übersetzung gegenüber den 960er ist hier bei Ziehen eher nachteilig
2. Die Niveauregulierung, die Dämpfer müssen gut im Schuss sein, ansonsten hängt er schnell durch
3. Die Bremsen, thermische Probleme, die Scheiben reagieren sehr empfindlich auf starke Bremsmanöver, neigen zum verziehen, starke Unwucht (sehr unangenehm wenn aus hoher Geschwindigkeit abgebremst werden muss)
4. Lüftung/Klimaregelung bei Vollast. Wenn der Motor unter Last steht, regelt sich für diese Phase die Klimaanlage weg und wird erst wieder zugeschaltet, wenn der Motor im Schiebebetrieb läuft. Es kam schon vor, das wir während der Gotthard-Passage ohne Klima fahren mussten, was ganz schön eingeheizt hat. Das Problem konnte auch meine Garage nicht beheben, scheint Softwareseitig so programmiert zu sein.
Fazit: Ich kann mit den Nachteilen gut Leben, denn was beim Zugbetrieb wirklich zählt sind nicht die Komfort-Details sondern die Fahrsicherheit und das Vertrauen in die solide Technik, auch wenn's da bei den Bremsen Schönheitsfehler gibt.
Zum Verbrauch:
Ich weiss, das dieses Thema bei unseren nördlichen Nachbarn wesentlich stärker gewichtet wird als bei uns, da diskutiert man über 0.01 Liter mehr oder weniger usw..
Mich hat das grundsätzlich nie wirklich interessiert, deshalb weiss ich das auch gar nicht so genau. Ich fahre ihn täglich über die Autobahn zur Arbeit und da kommt er grundsätzlich unter 10 l aus, im Zugbetrieb rauschen hier natürlich mehr als 13 l durch!
Ich stelle mich hier auf einen eher etwas pragmatischeren Standpunkt:
Macht der Wagen seinen Job gut und zuverlässig, dann genehmigt er sich eben auch was er dafür braucht, ob das dann 13/14 liter oder mehr sind egal und damit hat sich's. Wichtiger scheint mir eher, ob das Fahrzeug finanziell auch wirklich zu mir passt. Zudem schreibe ich für meinen "Senjor" ja auch nicht diese irrwitzigen Summen pro Jahr ab wie das viele derjenigen tun, die sich dann um diese Verbrauchswerte ärgern ...! Da kann ich mir dann problemlos etwas mehr für die Wartung und den Saft gönnen und fahre damit noch einen wirklichen Charakter-Wagen, den man nicht an jeder Ecke antrifft und der mich einfach immer wieder nur begeistert.
Dies hat auch zu meiner Überzeugung geführt, ihn nochmals in die Fitnesskur zu meinem Garagisten zu bringen, was mich zwar ein kleines Vermögen kostet, dafür aber die Gewissheit gibt, noch manches Jahr mit einem Lächeln auf dem Gesicht in meinen Volvo zu steigen ...!
Meine Empfehlung würde also lautet:
Wenn du einen gepflegten V90 3.0 24V als Luxury oder Savoj ohne Reparatur-Stau findest, spielen die km keine Rolle, diesen Wagen kriegst immer wieder foltt, die Technik ist solide und zuverlässig! Mit den "Schrullen" lässt sich gut leben und vergiss die Verbrauchs-Diskussionen, dann wirst du verstehen, weshalb die meisten V90-Fahrer mit diesem Grinsen unterwegs sind!
16 Antworten
Hi Alex. da ich mit meinem Gespann oft Autofähren benutzt habe und je nach Wasserstand oder Beladung der Fähre das Gespann zu sehr eingeknickt ist habe ich in meinem 760 eine Zusatzluftfederung mit Kompressor verbaut und war sehr zufrieden.
Ein versuch im Campingzubehör wird sich eventuell lohnen.
Gruß Karl
Hier noch einen Beitrag eines Schweizer-V90-Gespannfahrers:
Fahrzeug: V90 3.0 24V Savoj, 1800 kg Anhängelast (mit Verstärkungskit), 320'000 km, Jg 98
Wohnwagen: Dethlef 430 Newline, 7.5m lang, 2.5m breit, 2.5m hoch, je nach Beladung im Reisetrimm 1'700 -1'900 kg.
Wir ziehen diesen Trumm schon seit 15 Jahren regelmässig ins Tessin (durch den Gotthard). Wer die Gotthard-Rampe aus beiden Richtungen kennt der weiss nur zu gut, was dies für ein Zugfahrzeug bedeutet. Wenn du da heil durchkommst, hat dein Wagen die Feuertaufe bestanden, dann ist der Rest nur noch Kür ....!
Bisherige Kandidaten: BMW 528 Touring, VW-Bus Bluestar, GMC Safari 4x4, Opel Senator 3.0 24V
Zu meinem eigenen Erstaunen ist der V90 das bisher beste Zugfahrzeug!
1. Hält stur die Spur
2. Hat genug Power
3. Kein Schlingern und Pendeln bis 110 km/h.
Das war der Knackpunkt für alle anderen Fahrzeuge, wohl hatten sie genug Power, aber man fuhr ständig wie auf Eiern weil man nie so genau wusste, wann die Fuhre beim Überholtwerden durch schnellere Lieferwagen oder Reisecars aus dem Ruder lief und sich gefährlich aufschaukelte. Mit dem V90 kannst du flott mit den Cars und LKW mithalten ohne Eiertanz. Und selbst wenn da mal einer vorbeizieht wir das nicht zum Horror.
Nachteile:
1. Automat muss im S-Modus und im 3 Gang gesperrt sein, ansonsten unschlüssiges hin- und her-schalten des Wandlers, die längere Übersetzung gegenüber den 960er ist hier bei Ziehen eher nachteilig
2. Die Niveauregulierung, die Dämpfer müssen gut im Schuss sein, ansonsten hängt er schnell durch
3. Die Bremsen, thermische Probleme, die Scheiben reagieren sehr empfindlich auf starke Bremsmanöver, neigen zum verziehen, starke Unwucht (sehr unangenehm wenn aus hoher Geschwindigkeit abgebremst werden muss)
4. Lüftung/Klimaregelung bei Vollast. Wenn der Motor unter Last steht, regelt sich für diese Phase die Klimaanlage weg und wird erst wieder zugeschaltet, wenn der Motor im Schiebebetrieb läuft. Es kam schon vor, das wir während der Gotthard-Passage ohne Klima fahren mussten, was ganz schön eingeheizt hat. Das Problem konnte auch meine Garage nicht beheben, scheint Softwareseitig so programmiert zu sein.
Fazit: Ich kann mit den Nachteilen gut Leben, denn was beim Zugbetrieb wirklich zählt sind nicht die Komfort-Details sondern die Fahrsicherheit und das Vertrauen in die solide Technik, auch wenn's da bei den Bremsen Schönheitsfehler gibt.
Zum Verbrauch:
Ich weiss, das dieses Thema bei unseren nördlichen Nachbarn wesentlich stärker gewichtet wird als bei uns, da diskutiert man über 0.01 Liter mehr oder weniger usw..
Mich hat das grundsätzlich nie wirklich interessiert, deshalb weiss ich das auch gar nicht so genau. Ich fahre ihn täglich über die Autobahn zur Arbeit und da kommt er grundsätzlich unter 10 l aus, im Zugbetrieb rauschen hier natürlich mehr als 13 l durch!
Ich stelle mich hier auf einen eher etwas pragmatischeren Standpunkt:
Macht der Wagen seinen Job gut und zuverlässig, dann genehmigt er sich eben auch was er dafür braucht, ob das dann 13/14 liter oder mehr sind egal und damit hat sich's. Wichtiger scheint mir eher, ob das Fahrzeug finanziell auch wirklich zu mir passt. Zudem schreibe ich für meinen "Senjor" ja auch nicht diese irrwitzigen Summen pro Jahr ab wie das viele derjenigen tun, die sich dann um diese Verbrauchswerte ärgern ...! Da kann ich mir dann problemlos etwas mehr für die Wartung und den Saft gönnen und fahre damit noch einen wirklichen Charakter-Wagen, den man nicht an jeder Ecke antrifft und der mich einfach immer wieder nur begeistert.
Dies hat auch zu meiner Überzeugung geführt, ihn nochmals in die Fitnesskur zu meinem Garagisten zu bringen, was mich zwar ein kleines Vermögen kostet, dafür aber die Gewissheit gibt, noch manches Jahr mit einem Lächeln auf dem Gesicht in meinen Volvo zu steigen ...!
Meine Empfehlung würde also lautet:
Wenn du einen gepflegten V90 3.0 24V als Luxury oder Savoj ohne Reparatur-Stau findest, spielen die km keine Rolle, diesen Wagen kriegst immer wieder foltt, die Technik ist solide und zuverlässig! Mit den "Schrullen" lässt sich gut leben und vergiss die Verbrauchs-Diskussionen, dann wirst du verstehen, weshalb die meisten V90-Fahrer mit diesem Grinsen unterwegs sind!