Verpfuschter Windschutzscheibentausch - ich brauche Rat
Hallo liebe Community,
ich brauche dringend Rat in einer Geschichte, die mich aktuell sehr beschäftigt. Deswegen habe ich mich auch hier angemeldet. Ich hoffe das ist kein Problem.
Ich habe vorigen Sommer ein Fahrzeug gebraucht von privat gekauft, jedoch mit Werksgarantie. Das Fahrzeug habe ich mir von Deutschland nach Österreich geholt. Jetzt knapp ein dreiviertel Jahr bin ich beim Autowaschen vom Glauben abgefallen.
Beim genauen Putzen der Scheibe und des Dachs ist mir im Spalt zwischen Scheibe und Dachkante ein Riss im Lack aufgefallen. Dabei handelt es sich offensichtlich um Schnitte eines Messers, die beim stümperhaften Herausschneiden des Klebers/der Scheibe entstanden sind. Diese setzten auch schon Rost an. Genauer untersucht habe ich festgestellt, dass der gesamte Rahmen des Fensters mit rostenden Kratzern übersäht ist. Jetzt könnte man mir vorwerfen, dass mir das nicht schon viel früher aufgefallen ist Aber das ist leider in Winkeln wo man nicht hinsieht, nur wenn man es sehen will. Wäre der Lack schwarz, würde es mir wahrschlich erst auffallen wenn es zum Blühen anfängt.
Ich habe mich an den Vorbesitzer gewandt und der hat mir sehr freundlich und kooperativ mitgeteilt, dass die Scheibe tatsächlich schonmal gewechselt wurde (was ja nichts Tragisches ist) und dies sogar in einer Vertragswerkstätte! Das Auto ist BJ 14 und hat knappe 50.000 km gelaufen. Wann genau der Scheibentausch stattgefunden hat und ob es Belege dafür gibt, kann ich sagen sobald ich die Info vom Vorbesitzer habe.
Nun würde mich Eure Herangehensweise an die Sache interessieren, da ich gerade etwas überfordert und Baff bin. Mein erster Weg wäre vermutlich mein örtlicher Freundlicher, dem würde ich den tatsächlichen Sachverhalt schildern, die Stellen zeigen und hoffen, dass er mir bei der Sache hilft.
Fakt: Es liegt ein Schaden vor, der von einer deutschen Fachwerkstätte verursacht wurde und der wahrscheinlich mehrere Tausend € beträgt, für den weder ich, noch der Vorbesitzer etwas kann.
Versicherungstechnisch habe ich TK und Rechtsschutz. Vollkasko leider nicht.
Ich würde mich sehr über aufmunternde Worte und Ratschläge freuen, wie ich die Sache am besten angehe. Im Stress habe ich sicher wichtige Infos vergessen. Bitte erfragen. Namen werde ich jedoch keine Nennen.
Danke vielmals im Voraus!
PS: Bilder folgen
26 Antworten
Moin,
Beleg/Rechnung abwarten und dann in die Werkstatt wenn der Tausch noch innerhalb der Gewährleistung liegt. Evtl. kann das ja auch deine Werke am Ort mit der damals ausführenden Firma klären....
EDIT sagt: Den Bildern nach waren da echt Fachleute am Werk :-(
Servus, das ganze ist sehr ärgerlich. Als erstes "Beweise" sichern. Alles Risse genau fotografieren. Auch die Scheibe mit dem "Stempel". Dann würde ich zu einer Lackierei fahren und fragen wie hoch diese die Reparaturkosten schätzt.
Dann würde ich die Werkstatt von damals anschreiben und auffordern den Schaden zu ersetzten. Mal sehen wie die reagieren. Es wird schwer sein denen den Schaden nachzuweisen. Die werden versuchen sich rauszuwinden und behaupten "damals hat alles gepasst. Vermutlich ist eine weitere Scheibe eingebaut worden und da ist der Schaden entstanden".
Vielleicht gibt es eine Art Seriennummer auf der Scheibe die man mit der Rechnung abgleichen kann. Ein Profi im Forum wird da genaues wissen.
Der Vorbesitzer könnte evtl. auch ein guter Zeuge sein.
Du hälst uns auf den laufenden?
Ich würde in eine Karosserie Betrieb fahren (so einen der Glas und Lack macht). Einen Guten.
Alles zusammen sollte (es ist ja kein Versicherungsschaden, das solltest Du betonen) das etwa 1.000 - 1.300 € kosten (eher weniger) - ein Rechtsstreit wird teurer sein. (Werksgarantie gilt ja nicht für Schäden von außen).
Lass es reparieren - und lerne draus.
So Rechnung liegt vor. Der Tausch fand vor 2,75 Jahren statt. Was das rechtlich für mich bedeutet weiß ich nicht. Fürchte nichts Gutes. Das mit der Seriennummer würde mich auch sehr interessieren. Vielleicht hat da jemand einen Hinweis für mich.
Selbstverständlich halte ich euch auch weiterhin auf dem Laufenden. Sorry auch wenn ich nicht täglich hier bin. Leider sehr viel (jetzt viel zu viel) um die Ohren momentan.
@tomold ich denke mein 🙂 würde das sehr gut hinbekommen. Ich hoffe darauf, dass der Vermittler zwschen mir und dem deutschen 🙂 sein kann. daraus lernen? Naja mehr als das Auto auf Herz und Nieren prüfen und mit Werksgarantie kaufen kann ich nicht. Ich bin sicher, dass 95% aller Käufer diesen Schaden übersehen hätten.
Danke euch allen!
Ich würde als allererstes den Händler damit konfrontieren. Die sind versichert, ganz oft auch ziemlich kooperativ. Scheitert das dann zum nächstgelegenen Vertragshändler. Bringt das nichts hilft nur noch ein Gutachter der definitiv bestätigt das der Schaden durch den Tausch entstanden ist. Mit der (notfalls eidesstattlichen Versicherung) des Vorbesitzers das die Scheibe nicht nochmals getauscht wurde hast du sehr sehr gute Chancen auf vollständige Reparatur
Wie oben schon geschrieben, ohne Rechnung der ausführenden Firma geht nichts, aber auch gar nichts.
Und wenn der Glastausch länger als 1 Jahr zurück liegt hast du auch keine besseren Karten in der Hand.
Das alter und die Km des Fahrzeuges spielen dabei keine Rolle.
Eine gute Lösung des Problemes könnte so aussehen: Die Scheibe ist eingeklebt und Beschädigungen auf den Klebeflächen (Fensterrahmen) machen keine (Rost-) Probleme, werden ja durch den Kleber abgedeckt.
Die Windschutzscheibe müsste also nicht ausgebaut werden.
Was bleibt sind die Beschädigten, sichbaren Flächen rund um die Windschutzscheibe.
Und die kann ein guter Lackierer abschleifen, Grundieren und beilackieren.
Und an die Stellen an die der Lackierer nicht ran kommt.......würde ich nach dem Lackieren , zusätzliche Dichtungmasse reindrücken.
In der Summe, wenn es hoch kommt, so um die 500 €.
MfG kheinz
Man kann auch für einen Steinschlag auf der Scheibe sorgen und in der Vertragswerkstatt (keine freie oder Carglas etc.) wechseln lassen. Kostet nur den Eigenanteil der TK. Wenn die Scheibe raus ist, können die Lackschäden gleich mit beseitigt werden. 😉
Zitat:
@spreetourer schrieb am 4. Mai 2018 um 22:45:29 Uhr:
Man kann auch für einen Steinschlag auf der Scheibe sorgen und in der Vertragswerkstatt (keine freie oder Carglas etc.) wechseln lassen. Kostet nur den Eigenanteil der TK. Wenn die Scheibe raus ist, können die Lackschäden gleich mit beseitigt werden. 😉
Steinschlag hab ich einen kleinen, das wäre kein Problem. (auf Versicherungsbetrug habe ich keine Lust)
Nur das "Lackschäden gleich mit beseitigen" kostet ja nicht gerade wenig...
Zitat:
@EuerRatGesucht schrieb am 4. Mai 2018 um 22:52:06 Uhr:
Nur das "Lackschäden gleich mit beseitigen" kostet ja nicht gerade wenig...
Also wenn die Lackschäden in dem Spalt sind und nicht zu sehen, dann würde ja auch Rostschutz mit dem Pinsel reichen und ggf. ne Sprühdose zum Überlackieren.
Da geb ich dir recht. Es würde dann sowieso auf die Minimallösung hinauslaufen. Nur tut es mir in der Seele weh Pfusch mit Pfusch zu beheben. 🙂
... aber ja, du hast recht!
Zitat:
@spreetourer schrieb am 4. Mai 2018 um 22:45:29 Uhr:
Man kann auch für einen Steinschlag auf der Scheibe sorgen und in der Vertragswerkstatt (keine freie oder Carglas etc.) wechseln lassen. Kostet nur den Eigenanteil der TK. Wenn die Scheibe raus ist, können die Lackschäden gleich mit beseitigt werden. 😉
Man kann das mit dem Versicherungsbetrug auch lassen.
Edit: Grad gesehen. Der TE hat selbst schon reagiert.
Mittels des Datumscodes auf der Windschutzscheibe konnte ich das Produktionsdatums entschlüsseln. Laut diesem liegt das bei Oktober 2014. Die Rechnung des Tausches belegt das Datum der Reperatur genau ein halbes Jahr später. Somit wurde sie ein halbes Jahr gelagert/transportiert und dann bei mir bzw dem Vorbesitzer verbaut. Daraus ergeben sich zwei Rückschlüsse, die das Autohaus ziehen könnte:
1) die Daten liegen realistisch beisammen, was eigentlich schonmal ein Beweis dafür ist, dass die Scheibe durchaus diese der Rechnung sein kann (als Beweis - ich weiß ja, dass sie es ist).
2) selbstverständlich kann sie aber auch länger gelagert worden sein und dann durch eine andere Firma bei mir verbaut worden sein (was nicht so ist)
Fakt ist, die Reperatur ist fast 3 Jahre her. Ich werde dennoch alles mir mögliche tun, die Sache für mich fair ablaufen zu lassen. Ich kann bei sowas durchaus hartnäckig sein.
Mit dem Selbstbehalt der TK werde ich denk ich 100% rechnen müssen, darauf bin ich eingestellt.
Sobald ich nächste Woche weitere Schritte unternommen habe melde ich mich hier nochmal. Danke an alle, die bisher geholfen haben.
LG
Damit man mich unter den Beiträgen hier besser erkennt, hab ich mal mein Benutzerbild entsprechend angepasst. Spaß muss sein 😁