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Seitenairbag aubauen = Rückschritt ?

Themenstarteram 11. November 2003 um 20:33

Hallo!

Ich hatte vor in meinen Astra G Sportsitze einzubauen, aber das Autohaus und die DEKRA sind dagegen, da ich dann keine Seitenairbags mir hätte.

Ist es trotzdem möglich sich von den Seitenairbags zu trennen?

Immerhin ist es doch ein Sicherheitsgewinn, wenn man mit Sportsitzen fährt, speziell bei Ausweichmanövern, Auffahrunfällen usw.

 

MfG Reinhard

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10 Antworten

das ist ja der hammer! habe ich nicht gewusst, dass man die seitenairbags nicht ausbauen darf! dabei schützen sportsitze auch bei mehr als nur EINEM anprall. typisch deutsch...

ich frage mich nur, was passiert, wenn alle basisautos für rallye-und slalomrennen nicht mehr umgerüstet werden dürfen, bzw denke ich, dass es dort einige modelle gibt, die serienmässig seitenairbags haben.

es ist doch ein erheblicher sicherheitsvorteil für mich, wenn ich mir eines tages ein altes auto kaufen muss, weil es noch keine seitenairbags hat...

das ist wirklich absurd, genauso wie die geschichte, dass man bei der installation von vierpunktgurten mit ABE die alten gurte eingebaut lassen muss.

einhalten von unbefriedigenden serienzuständen geht also über die sicherheit.

Hi, Reinhard!

Also, nichts gegen gute Sportsitze.

Wenn man nicht gerade - wie ich persönlich - auf Mobil-Sofas steht, kann man sich damit durchaus einen Gefallen tun.

Beim Pisten-Einsatz eines Autos sowieso - dafür sind die meisten Serien-Sitze wahrscheinlich kaum zu gebrauchen.

Aber einen Seitenairbag kann bei einer seitlichen Kollision durch eine Rückenlehnen-Konstruktion kaum ersetzen!

Diese Einrichtung ersetzt ja praktisch die seitlich effektiv nicht vorhandene Deformationszone.

Der Airbag positioniert sich zwischen Torso und die sich einwärts bewegende Seitenwand.

Die Beschleunigung des Insassen wird früher eingeleitet und der Vorgang dadurch zeitlich gestreckt.

Dadurch und durch das definierte Entleeren des Bags wird die Beschleunigungs-Spitze drastisch gesenkt, der Insasse sozusagen moderater "angeschoben".

Das entlastet die Organe, Brustkorb, ggf. (je nach Ausformung des Airbags) das Becken und sogar die Hals-Wirbelsäule gravierend.

Ein solcher Effekt kann mittels der starren Abstützung durch einen Sportsitz nicht erzielt werden.

Dieser kann nur entweder (bei guter Fixierung) das Beschleunigungs-Niveau der Karosserie im Bereich der Befestigung an den Insassen weitergeben oder wird von der eindringenden Flanke getroffen und beschleunigt ihn ungefiltert.

Natürlich kämpft auch ein Side-Bag auf verlorenem Posten, wenn die Karosserie-Struktur nicht in der Lage ist, möglichst viel Energie auf den "rammenden" Unfallgegner abzuwälzen und in seinem Deformationsbereich verpuffen zu lassen.

(Siehe Vergleichs-Crash Golf III mit/ohne SA - bei so'ner "Banane" ist der Airbag reines Alibi...)

Darum brauchen wir möglichst steife Bodengruppen und zugfeste Flanken - der Gegner muss knautschen...!

Hat man's mit einer umgekehrten Beschleunigung durch ein starres Hindernis zu tun - etwa bei einer Schleuder-Bewegung gegen einen Baum o. ä., nützt auch die beste Karosserie nur wenig:

Seitenwand und Bodengruppe kommen unverzüglich zum Stillstand, während sich der Insasse weiter auf das Hindernis zubewegt.

Hier können derzeit nur noch Seiten-Airbags (besonders wichtig auch im Kopf-Bereich) und energieabsorbierende Elemente in Türen und Säulen etwas ausrichten.

Der Schutz-Effekt, den hervorstehende seitliche Sitz-Wangen hier haben könnten, ist sicher kaum nachweisbar.

Bei anderen Unfall-Situationen bieten gute Sportsitze sicherlich Vorteile gegenüber vielen Serien-Sitzen.

Oft genug sieht man leider immernoch haarsträubende Konstruktionen im Bereich des Rückenlehnen-Abschlusses und der Kopfstützen (zu niedrig, zu weit von Kopf und HWS abgesetzt, offensichtliche Feder-Eigenschaften... - Beispiel Renault Twingo Serie 1), die beim Heckaufprall oder beim Peitschen-Effekt nach einer Frontal-Kollision böse Folgen verursachen können.

Oder Sitzflächen, die einen "Submarining-Effekt" regelrecht provozieren (lange Zeit Domäne u. a. von Fiat - z. B. Tipo etc.).

Mit dem Austausch solcher Gestühle gegen einen gepflegten Recaro (oder, oder, oder...) kann man die Sicherheit des Fahrzeugs zweifellos verbessern.

Kenne mich in den Programmen der Sitz-Anbieter nicht sonderlich gut aus.

Gibt's denn noch keine Sportsitze, die ein auf das Fahrzeug abgestimmtes Airbag-Modul aufnehmen können?

Wie auch immer.

Wir hoffen mal, dass wir unsere ganze teure Sicherheitstechnik eh völlig umsonst gekauft haben - weil wir sie hoffentlich nie brauchen...!

Gute Fahrt und LG

Marc

deine technische analyse ist sehr fundiert!

ein seitenairbag funktioniert leider nur einmal. ich denke, dass deswegen ein sportsitz mit festen wangen, der den stoss durch eine elastische verformung aufnimmt, in anderen situationen (z.B. mehrfacher aufprall bei einem überschlag, folgeunfälle) wiederum vorteile hat. letztendlich kann man es aber nicht vorausahnen. ich persönlich würde einen sportsitz vorziehen, da es eine weniger "abstrakte" sicherheitstechnik als ein airbag ist. nur ein hersteller kann das optimum, nämlich die kombination von beidem erreichen, das müssen aber die kunden fordern (unter verzicht auf bequemlichkeit). aber ich glaube, dass sich die wenigsten so viele gedanken über dieses thema machen...

@Citroenist: Geile Abhandlung :)

Ich würd ein keinem Fall ein in sich schlüssig konstruiertes System (Kfz mit sämtlichen Airbags) auseinanderreißen. Entweder würde ich auf die Sportsitze verzichten, oder welche mit den Airbags nehmen (falls es so was gibt).

Themenstarteram 18. März 2004 um 18:43

Hi!

Ich habe einen Sportsitz gefunden, den ich statt den Seriensitz mit Seitenairbag einbauen darf :-)

Ich werde den Recaro Style einbauen, der Recaro Sport würde auch gehen, man braucht nur einen Konsole mit Airbag Simulator und fertig :-)

der TÜV muss dann nur noch die Stilllegung des Airbags eintragen.

Jetzt warte ich nur noch auf die bestellte Konsole und auf dem Sommer, dann kanns losgehen :-)

bye Reinhard

Zu dem Argument, dass ein Seitenairbag nur einmal schützt:

Wenn ich so eine in die Seite bekomme, dass die Seitenairbags greifen müssen, dann kann ich das Auto wohl eh entsorgen lassen. :)

Die Sport-Sitze könnte man im Krankenhaus für die Gäste aufstellen.. (nich so ernst nehmen) *g*

ich würde auch vermeiden einen airbag stillzulegen, da das gesamte autokonzept so ausgelegt ist, dass dieser airbag auch funktioniert.

ich würde entweder den serien-sitz behalten, oder so lange warten, bis es möglich ist, einen sportsitz mit dem entsprechenden airbag nachzurüsten

querys

Zitat:

Original geschrieben von querys

ich würde auch vermeiden einen airbag stillzulegen, da das gesamte autokonzept so ausgelegt ist, dass dieser airbag auch funktioniert.

Genau.

Man muß bei solchen Betrachtungen immer das gesamte Fahrzeug als Sicherheitssystem sehen und nicht nur einzelne Komponenten davon.

Zitat:

Original geschrieben von LUPF

Ich würd ein keinem Fall ein in sich schlüssig konstruiertes System (Kfz mit sämtlichen Airbags) auseinanderreißen......

Zitat:

Original geschrieben von querys

ich würde auch vermeiden einen airbag stillzulegen, da das gesamte autokonzept so ausgelegt ist, dass dieser airbag auch funktioniert......

Zitat:

Original geschrieben von Drahkke

......Man muß bei solchen Betrachtungen immer das gesamte Fahrzeug als Sicherheitssystem sehen und nicht nur einzelne Komponenten davon.

Hey Jungs! Da sind wir uns aber mal wieder so was von einig, hm? ;)

Themenstarteram 22. März 2004 um 18:09

Hallo!

Heute ist meine Konsole für den Sportsitz angekommen :-) Ade Seitenairbag! *winke-winke*

Da werd ich mal mein Auto "auseinanderreißen",

um mehr Seitenhalt zu bekommen, denn wenn man immer hin und her geschleudert wird, kann man sich unmöglich aufs Fahren konzentrieren...

Hoffe nur niemand von euch fährt mir seitlich ins Auto ;-)

bye

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