MPU für die "Überraschten"?
Hi,
wenn ich z.B. solche Berichte http://www.focus.de/.../...er-ist-der-winter-schon-da_aid_1154459.html lese, Zitat "Die ersten Schneefälle der Saison haben viele Autofahrer unvorbereitet getroffen.", frage ich mich wie jedes Jahr, ob man dafür tatsächlich noch Verständnis haben muss, oder ob solche Kandidaten nicht pauschal zur MPU müssten.
Mitte November, Schwarzwald, seit 2 Tagen Wetterwarnungen bzgl. kommender Schneefälle in der Region und die Leute sind "unvorbereitet". Das ist doch grobe Fahrlässigkeit oder irgendein Defizit, der die Befähigung ein KFZ zu führen zumindest in Frage stellt. 😠 😕
Gruß
Martin
Beste Antwort im Thema
Hi,
wenn ich z.B. solche Berichte http://www.focus.de/.../...er-ist-der-winter-schon-da_aid_1154459.html lese, Zitat "Die ersten Schneefälle der Saison haben viele Autofahrer unvorbereitet getroffen.", frage ich mich wie jedes Jahr, ob man dafür tatsächlich noch Verständnis haben muss, oder ob solche Kandidaten nicht pauschal zur MPU müssten.
Mitte November, Schwarzwald, seit 2 Tagen Wetterwarnungen bzgl. kommender Schneefälle in der Region und die Leute sind "unvorbereitet". Das ist doch grobe Fahrlässigkeit oder irgendein Defizit, der die Befähigung ein KFZ zu führen zumindest in Frage stellt. 😠 😕
Gruß
Martin
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Zitat:
Original geschrieben von martins42
Nööö, so funktionieren Menschen nicht, das Groß verfällt in Schreckstarre. Die Reaktionsfähigkeit reicht grad noch zum Bremsen, und selbst da wird viel falsch gemaht. Wenn du so was nicht systematisch trainierst, machst du das auch nicht in der Schrecksituation.Zitat:
Original geschrieben von reox
Den machst du automatisch/instiktiv, wenn dir dein Leben lieb ist.
mfg
Was meinst du, warum z.B. bei Autobahnstauende-Situationen die Leute stumpf hinten in die Kolonne rein rauschen, statt auf den Standstreifen auszuweichen?
Warst du schon mal in einer konkreten Situation...?
Ich schon.
Nächtliche Regenfahrt auf einer geschwungenen Landstraße. Drei Scheinwerferpaare im Gegenverkehr. Plötzlich merke ich, dass das letzte Fahrzeug auf meiner Spur einen Überholvorgang vollzieht. Da ich die Strecke kenne, weis ich, das es sich um eine schöne brandenburgische Allee handelt. Ich bremse also voll und im letzten Moment weiche ich automatisch nach rechts aus, um eine Frontalkollision zu vermeiden. Glücklicherweise überfahre ich nur einen Bregrenzungspfahl, bis zum nächsten Alleebaum waren noch ca. 3m.
mfg
Zitat:
Original geschrieben von Dr.Mabumsen
Du schreibst was von Mechanik, die neuen Fahrzeuge haben und alte Fahrzeuge nicht. Auf Nachfrage kommt dann ESP und ABS, beides keine mechanischen Bauteile!Zitat:
Original geschrieben von martins42
Was soll das denn jetzt, bitte?
Wo habe ich was nicht auseinander gehalten?
Bist du noch ganz bei Trost, oder ist Deutsch nicht deiner Muttersprache? 😠
Ich schrieb "M.E. stammt die Regel noch aus Zeiten, wo ABS und ESP nicht allgemein verbreitet waren, die höhere Spurhalteleistung der Hinterräder überproportional wichtig war, weil es keine Mechanik gab, die eventuelle Schwächen dort kompensieren konnte. "
Glaubst du ernsthaft, dass in diesem Kontext mit "Mechanik" exklusiv ein mechanisches System gemeint ist? Das es nicht allgemein bekannt ist, dass die Regelsysteme von ABS und ESP elektronisch arbeiten?
Doch nicht wirklich, oder?
Könnte nicht vielleicht einfach ein Mechanismus gemeint sein?
Sogar der Duden ist da ggf. hilfreich.
Zitat:
[...]
Unfälle bei denen der Bremsweg ausgeht sind glimpflicher als Unfälle in denen du schleuderst. Solltest du auf ein Hindernis gerade zu rutschen triffst du es ideal mit der Knautschzone, beim Schleudern ist die Wahrscheinlichkeit hoch es seitlich, schräg etc. zu treffen und damit können die passiven Sicherheitssysteme nicht mehr ihre volle Effektivität entfalten. Für so ein Unwissen sollte es eigentlich auch eine MPU geben, so wie du sie im ersten Beitrag forderst!
Das sind wieder Pauschalisierungen drin, aber die Argumente sind durchaus gut.
Wenn du es jetzt noch hinbekommst, die weniger aggressiv rüber zu bringen, würde man sie vielleicht sogar ernst nehmen. Aber so missgünstig wie du mich hier anfeindest habe ich da leider nicht den geringsten Bock drauf. Ciao.
Zitat:
Original geschrieben von reox
Warst du schon mal in einer konkreten Situation...?Zitat:
Original geschrieben von martins42
Nööö, so funktionieren Menschen nicht, das Groß verfällt in Schreckstarre. Die Reaktionsfähigkeit reicht grad noch zum Bremsen, und selbst da wird viel falsch gemaht. Wenn du so was nicht systematisch trainierst, machst du das auch nicht in der Schrecksituation.
Was meinst du, warum z.B. bei Autobahnstauende-Situationen die Leute stumpf hinten in die Kolonne rein rauschen, statt auf den Standstreifen auszuweichen?
Nöö, fahre ja erst seit 31 Jahren. 🙄
Ich habe in so einer Stausituation hinter einer Kurve neben dem Stauende auf dem Standstreifen "eingeparkt". Andere nicht! War häßlich.
Zitat:
Ich schon.
Nächtliche Regenfahrt auf einer geschwungenen Landstraße. Drei Scheinwerferpaare im Gegenverkehr. Plötzlich merke ich, dass das letzte Fahrzeug auf meiner Spur einen Überholvorgang vollzieht. Da ich die Strecke kenne, weis ich, das es sich um eine schöne brandenburgische Allee handelt. Ich bremse also voll und im letzten Moment weiche ich automatisch nach rechts aus, um eine Frontalkollision zu vermeiden. Glücklicherweise überfahre ich nur einen Bregrenzungspfahl, bis zum nächsten Alleebaum waren noch ca. 3m.
Gut gemacht. Warst du sowohl glücklich als auch befähigt. Ändert aber nichts am statistischen Verhaltensmuster.
Und reduziere jetzt mal die verfügbare Reaktionszeit, weniger Vorwarnung/Vorahnung. Z.B. Kind springt zwischen zwei Autos auf die Straße, quasi der Klassiker. Je weniger Zeit zur Verfügung steht, desto reduzierter werden die Reaktionsmuster der Probanden.
Zitat:
Original geschrieben von martins42
Bist du noch ganz bei Trost, oder ist Deutsch nicht deiner Muttersprache? 😠
Ich schrieb "M.E. stammt die Regel noch aus Zeiten, wo ABS und ESP nicht allgemein verbreitet waren, die höhere Spurhalteleistung der Hinterräder überproportional wichtig war, weil es keine Mechanik gab, die eventuelle Schwächen dort kompensieren konnte. "
Glaubst du ernsthaft, dass in diesem Kontext mit "Mechanik" exklusiv ein mechanisches System gemeint ist? Das es nicht allgemein bekannt ist, dass die Regelsysteme von ABS und ESP elektronisch arbeiten?
Doch nicht wirklich, oder?
Könnte nicht vielleicht einfach ein Mechanismus gemeint sein?
Sogar der Duden ist da ggf. hilfreich.
Ich lese was dort steht und interpretiere nichts hinein, wenn du Mechanik schreibst nehme ich an du meinst eine Mechanik und keinen Mechanismus, denn sonst würdest du Mechanismus schreiben. Außer du kannst kein Deutsch wie du es mir vorwirfst, aber das nehme ich nunmal nicht an. Die Funktionen des ABS sind auch mechanisch umzusetzen und wurden auch mechanisch schon realisiert, die des ESP nicht. Bevor du also hier lospolterst solltest du dich einfach genauer ausdrücken und selbst in den Duden sehen, dann wüsstest du warum du unrecht hast.
Zitat:
Original geschrieben von martins42
Nööö, so funktionieren Menschen nicht, das Groß verfällt in Schreckstarre. Die Reaktionsfähigkeit reicht grad noch zum Bremsen, und selbst da wird viel falsch gemaht. Wenn du so was nicht systematisch trainierst, machst du das auch nicht in der Schrecksituation.
Was meinst du, warum z.B. bei Autobahnstauende-Situationen die Leute stumpf hinten in die Kolonne rein rauschen, statt auf den Standstreifen auszuweichen?
Auch ohne Training weichen die meisten Leute aus, das ist der Instinkt zur Kollisionsvermeidung. Du greifst genauso instinktiv nach fallenden Gegenständen und gehts in Schrecksituationen vom Gas und machst u.U. damit das Übersteuern nur noch schlimmer. Es gibt immer einen kleinen Prozentsatz der Paradox reagiert, aber die fallen eben durchs Raster und dürfen nicht zum Standard erhoben werden. Es überlebt auch immer hin und wieder mal einen Flugzeugabsturz!
Aber wie war das noch gleich mit Pauschalisierenden?
Ähnliche Themen
Zitat:
Original geschrieben von Dr.Mabumsen
[...]
Auch ohne Training weichen die meisten Leute aus, das ist der Instinkt zur Kollisionsvermeidung. Du greifst genauso instinktiv nach fallenden Gegenständen und gehts in Schrecksituationen vom Gas und machst u.U. damit das Übersteuern nur noch schlimmer. Es gibt immer einen kleinen Prozentsatz der Paradox reagiert, aber die fallen eben durchs Raster und dürfen nicht zum Standard erhoben werden. Es überlebt auch immer hin und wieder mal einen Flugzeugabsturz!
Aber wie war das noch gleich mit Pauschalisierenden?
Wenn das so einfach wäre, wäre ja gut. Aber die instinktiven Verhaltensmuster transponieren sich nicht automatisch auf Fahrzeugbedienung, der Wagen ist kein Bestandteil des Körpers und so einfach eine Lenkbewegung auch zu sein scheint, gehört sie nicht um natürlichen Bewegungs-Reportoir.
Der Körper will ausweichen, aber überträgt das nicht automatisch sinnvoll auf die Fahrzeugbedienung. Damit so was automatisch funktioniert, ohne bewusstes Denken, muss das intensiv gedrillt werden. Selbst wenn ausreichend Reaktionszeit für bewusstes Denken da ist, gibt es immer noch eine hohe Fehlerquote wegen den Schreckmechanismen ("Stress macht dumm"😉.
Schau dir mal bei einem Fahrsicherheitstraining an, wie lange da viele Teilnehmer brauchen um in dieser Ausweichsituation eine halbwegs koordinierte Reaktion hin zu bekommen. Lässt sich noch sprunghaft steigern, wenn man das ABS deaktiviert, die vor dem Lenkmanöver noch die Bremse lösen sollen.
Und in dem Szenario sind die mental auf die Situation eingestellt, vorbereitet!
Sorry, aber die Fähigkeiten von Menschen im allgemeinen und Autofahrer im speziellen werden hier m.E. viel zu optimistisch eingeschätzt.
Gruß
Martin
PS: Das mit den "Paradoxen" ist eigentlich kein Minderheitenphänomen, sondern häuft sich immer mehr in unserer Bewegungslegasteniker-Kultur.
Mach dir mal einen Spaß und wirf mal mit was nach Leuten (nimm was Weiches). Erschreckende Quote reagiert trotz Wahrnehmung eigentlich gar nicht, ein gewisser Anteil macht eine Schutzbewegung (OK, nutzt aber im Auto nichts), meiden (oder fangen) tun eigentlich nur diejenigen, die irgendwie konditioniert sind (meist Sport).
Zitat:
Original geschrieben von martins42
Wenn wir von Statistik sprechen, sieht das Krisenszenario typischerweise doch so aus, dass in einer Notsituation der Fahrer mit getretener Bremse - und zwar hoffentlich voll getretener Bremse - geradeaus auf ein Hindernis zurodelt.
Ernsthaft?
Vielleicht auch noch die Augen dabei zu machen?
Grundgütiger... 🙂
Zitat:
Original geschrieben von Feline50
Ernsthaft?Zitat:
Original geschrieben von martins42
Wenn wir von Statistik sprechen, sieht das Krisenszenario typischerweise doch so aus, dass in einer Notsituation der Fahrer mit getretener Bremse - und zwar hoffentlich voll getretener Bremse - geradeaus auf ein Hindernis zurodelt.
Vielleicht auch noch die Augen dabei zu machen?Grundgütiger... 🙂
Tja, keine Ahnung ob das in den Analysen erfasst ist.
Würde aber auch meiner Erfahrung als Sport-Co-Trainer eher "weit aufgerissenes Starren" annehmen. Mit "Zukneifen" kurz vorm Einschlag. Halt selbes Verhalten wie bei der Konfrontation mit der Schlange. (Dem Tier, nicht dem Stau.)
😉
Gruß
Martin
Zitat:
Original geschrieben von martins42
Sorry, aber die Fähigkeiten von Menschen im allgemeinen und Autofahrer im speziellen werden hier m.E. viel zu optimistisch eingeschätzt.
Du darfst nicht vergessen, dass sich hier bei MT nur die heldenhaftesten Helden der Straße rumtreiben. Alles unfehlbare und perfekte Autofahrer, die Nacht auf 2000m Entfernung Hindernisse auf der Fahrbahn erkennen, stehts richtig Reagieren und natürlich alle ihre 50.000.000km pro Jahr abreißen. Und das nur an den Montagen.
Zitat:
Original geschrieben von Elchsucher
Du darfst nicht vergessen, dass sich hier bei MT nur die heldenhaftesten Helden der Straße rumtreiben. Alles unfehlbare und perfekte Autofahrer, die Nacht auf 2000m Entfernung Hindernisse auf der Fahrbahn erkennen, stehts richtig Reagieren und natürlich alle ihre 50.000.000km pro Jahr abreißen. Und das nur an den Montagen.Zitat:
Original geschrieben von martins42
Sorry, aber die Fähigkeiten von Menschen im allgemeinen und Autofahrer im speziellen werden hier m.E. viel zu optimistisch eingeschätzt.
Vergiss die 1200km Höhenmeter nicht. 😁
Vergiss nicht die Erfahrung als Co-Trainer der F-Jugend, damit kann man Reaktionsvermögen einfach am besten einschätzen.
Zitat:
Original geschrieben von Dr.Mabumsen
Vergiss nicht die Erfahrung als Co-Trainer der F-Jugend, damit kann man Reaktionsvermögen einfach am besten einschätzen.
Nein, nicht F-Jugend. Erwachsenen-Sport, Boxen und Muay Thai.
Wie ist denn deine Erfahrungsbasis, mit der Du meinst "instinktive Reaktionen" und Umsetzung erlernter Abläufe beurteilen zu können? Tu mal Butter bei die Fische!
Meine Erfahrungsbasis ist eine Wissensbasis... Physiologie, Neurophysiologie, Lernstrategien und was man noch so im Studium alles lernt und währende der Notfallkurse.
Zitat:
Original geschrieben von Dr.Mabumsen
Meine Erfahrungsbasis ist eine Wissensbasis... Physiologie, Neurophysiologie, Lernstrategien und was man noch so im Studium alles lernt und währende der Notfallkurse.
Und, schon mal versucht jemanden einen artifiziellen Ablauf beizubringen, so dass er denn auch automatisiert abrufen kann, wenn ihm das Adrenalin schon bis zu den Ohren steht?
Vergleichbar der Situation, wenn einem der LKW grad die Vorfahrt nimmt.
Es ist frappierend, wie wenig da dann funktioniert. Und am Anfang glaubt man ja vielleicht noch "dumme Schüler", solange bis man sich selbst mal wieder so Szenarien aussetzt.
Der Mensch ist erschreckend simpel konstruiert, braucht sich auf seinen großen Kopf nichts einzubilden. Wenn es hart auf hart kommt, fällt er doch wieder auf die Mechanismen des "Reptilien-Gehirn" zurück, wo dann regelmäßig der situationunangemessene Reaktionen raus kommen.