Motorbremswirkung des Viertakters - weiß noch jemand, wie man die sinnvoll einsetzt?
Hi,
zugegeben, der Titel dieses Threads wirkt etwas provokativ, aber was ich in meinem diesjährigen Österreich-Urlaub reihenweise erlebt habe, läßt mich an gewisse Defizite bei der Fahrschulausbildung glauben.
Da fuhren Fahrzeuge Paßstraßen hinunter und standen dreiviertel (!) der Strecke auf der Bremse. Das da nicht der eine oder andere im unteren Teil wegen Brems-Fadings in den Leitplanken gelandet ist, erschien mir wie ein Wunder. Andere wiederum drehten zwischen zwei Kehren die Gänge aus, um sich dann vor jeder Kurve von der Wirksamkeit ihres ABS zu überzeugen...
Wird heute in den Fahrschulen nicht mehr gelehrt, daß man einen Berg im gleichen Gang hinunterfahren sollte, in dem man hinaufgefahren ist? Das dann vor jeder Kehre leichtes Antippen der Bremse ausreichend ist?
Das unter diesen "Dauerbremsern" auch Reisebusse zu finden waren, erscheint mir besonders bedenklich.
19 Antworten
Die Sicherheitsstandards sind schon beeindruckend hoch. Der technische Zustand bei den Testwagen allerdings auch topfit. Und das kann man bei den Autos auf unseren Straßen nicht immer behaupten. Tests werden auch mit sehr neuen Fahrzeugen gemacht. Viel aussagekräftiger wären solche Tests mit vier Jahre alten, scheckheftgepflegten Fahrzeugen aus dem Alltagsbetrieb. Und dann sehen einige Testsieger glaube ich nicht mehr so gut aus...
Ciao!
Zitat:
Original geschrieben von HeRo11k3
Und ich kann schon verstehen, dass die Motorbremswirkung nachlässt: Die Autos werden immer schwerer, gleichzeitig die Motoren tendenziell eher kleiner (100PS aus 1.6l)
Das stimmt wohl, umso auffälliger ist es jedesmal wieder, wenn ich mit dem Caterham einen Berg langsam runterfahre und so gut wie gar nicht bremsen muss, da die Bremswirkung des Motors bei 600 kg Leergewicht wirklich enorm ist, selbst in der Ebene brauch ich nur vom Gas gehen und der hinter mir Fahrende muss auf jeden Fall bremsen, will er mir nicht hinten rein fahren.
Re: Motorbremswirkung des Viertakters - weiß noch jemand, wie man die sinnvoll einsetzt?
Zitat:
Original geschrieben von Drahkke
Wird heute in den Fahrschulen nicht mehr gelehrt, daß man einen Berg im gleichen Gang hinunterfahren sollte, in dem man hinaufgefahren ist? Das dann vor jeder Kehre leichtes Antippen der Bremse ausreichend ist?
Oh - ha, dann brauch ich die Motorbremse aber nicht mehr. 😁 Bin meistens so schnell, dass ich zwangsweise in den dritten schalten muss. Nur bei wirklichen Kehren muss der zweite herhalten und manchmal fahre ich auch im vierten (um den Sprit wieder zu sparen, den ich im zweiten mehr verbraucht hab 😁)
Nein im Ernst. Bin in den Bergen (Schweiz - Graubünden) sehr flott unterwegs. Bergab halte ich mich aber immer stark zurück, weil die Kurvenhatz bergab, wegen der längeren Bremswege (nicht durch Fading, sondern wegen des Gefälles) doch gefährlich ist. Hab meistens den dritten drin und bremse dann vor Kurven nur kurz so stark, dass ich den zweiten zurückschalten kann und wieder die Motorbremse nützen. Das sollte die Bremse gerade noch mitmachen. Beschleunigt wird nur nach sehr engen Kurven mit anschließendem schnelleren Abschnitt und auch nicht sehr stark.
Bei neueren Motoren wird beim Benützen der Motorbremse übrigens überhaupt kein Treibstoff mehr eingespritzt, sondern nurnoch geschmiert. Spritsparender kann man also eigentlich nicht mehr fahren.
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Mein Rekord liegt bei ~5km Motorbremse im 3.Gang bei konstant 70km/h ohne Bremsen oder beschleunigen. 😁 Naja, waren nur 8-9% o.ä.
In der Umgebung vom Nürgburgring fährt man oft Berge rauf und runter. Habe bisher (zum Glück) niemanden gesehen der ständig auf der Bremse stand. Alle rollen tofte mit der Motorbremse die Berge runter. Überholen sogar noch weil es den einheimischen (meist Ahrweiler) zu langsam ist, sogar 70Jährige Opas im Corsa B.... 😰
Gruß
Ercan