Meine Tour durch verschiedene Verkaufsplattformen
Achtung : Viel Text !
Also vor etwa 2 Monaten entschloss ich mich dazu ein neues sparsameres Fahrzeug anzuschaffen, da mein altes Fahrzeug mir langsam zu teuer (Euro 5 Diesel) wurde und auch nicht mehr meine Bedürfnisse erfüllte (zu wenig Fahrleistung für Diesel und zu gross).
Das neue Fahrzeug war bestellt und das alte sollte dann also verkauft werden.
Ich kam in dieser Zeit mit mehreren Plattformen in Kontakt und möchte daher kurz meinen Erfahrungsbericht dazu abgeben. Das Fahrzeugmodell etc. lasse ich ganz bewusst weg. Wer es wirklich wissen will kann meine Beiträge durchforsten und sehen um welches Fahrzeug es geht.
Vom letzten Autoverkauf bin ich aber noch heute "geschädigt" als mir ein "Was ist letzte Preis"-Käufer 3 Stunden meines Lebens klaute und selbst noch um 10€ feilschte. Die Drohanrufe die nächsten Wochen waren natürlich inklusive.
Damals sagte ich mir nie wieder Privat verkaufen, wenn dann über Inzahlungnahme oder Ankaufplattform bzw. Vermittler.
Grunddaten : DAT gab einen Händler EK von max. 16.000€ aus.
Inzahlungnahme :
Zu Beginn fragte ich erstmal bei den Händlern nach, wo ich auch das neue Auto bestellen wollte ob eine Inzahlungnahme möglich sei. Allerdings stellte sich da schnell die Erkenntnis ein : Was der Händler an Rabatten gibt, holt er sich bei der Inzahlungnahme wieder rein. Durchweg über 5-6 verschiedene Händler war es jedesmal so, das je höher der Rabatt ausfiel, desto weniger für das Altfahrzeug angeboten wurde. Das beste Angebot lag bei 14.000€, das schlechteste bei 11.500€.
Ich entschied mich den Wagen also selbst zu verkaufen !
Fazit : Inzahlungnahme beim Händler ist zwar unproblematisch aber man erhält deutlich weniger als das Fahrzeug tatsächlich wert ist.
Wirkaufendeinauto.de :
Die nächste Anlaufstelle war WKDA, bei so viel Werbung wie die machen muss es ja ein funktionierendes Geschäftsmodell sein und ein Versuch war es ja wert. Die Onlinebewertung ergab 19800€, das wäre natürlich ein Traum aber ich hatte da schon gelesen, das dies eh nur Lockangebote sind und nach dem Check das Angebot deutlich reduziert wird. Trotzdem hab ich kurzerhand einen Termin gemacht, ging Online alles sehr fix und nur 3 Tage später stand mein Fahrzeug bei WKDA auf der Hebebühne.
Der WKDA Mitarbeiter war während der Aufnahme voll des Lobes in welch tollen Zustand mein Fahrzeug doch sei und das solche Fahrzeuge immer sehr gefragt sind.
Nach etwa 20min war er mit der Aufnahme fertig und er schickte alles in die Zentrale. Nach weiteren 30min kam dann die Ernüchterung : 13500€ . Das waren über 6000€ weniger als bei der Onlinebewertung. Als Grund wurden Dinge angegeben, die auch schon bei der Onlinebewertung abgefragt wurden, als ich da Nachhakte, kam vom WKDA-Mitarbeiter nur ein Schulterzucken und "Ich mach die Preise nicht, aber wenn sie wollen können sie das Auto hierlassen"..... Ich lachte und fuhr vom Hof.
Fazit : Lockangebot via Internet und dann wird mit Fadenscheinigen Argumenten der Preis gnadenlos reduziert. Die WKDA-Mitarbeiter spielen dabei Ihre Rolle, zuerst als Kumpel, dann als Unschuldiger/Opfer.
Abracar Teil 1:
Nach dem WKDA-Fail entschied ich mich es erst gar nicht bei ähnlichen Aufkäufern wie WKDA zu versuchen sondern entschied mich für einen Vermittler. Mir war mittlerweile klar, das ich keinen guten Preis erzielen würde, wenn ich an einen Händler verkaufe. Auch hatte ich keine Lust auf unseriöse Anrufer.
Abracar gefiel mir, da sie in meinen Augen Verkäuferorientiert arbeiten, je höher der Verkaufspreis desto höher die Provision. Ausserdem erhält man ein kostenloses Gutachten und eine gute Betreuung.
Also kurzerhand meine Daten online eingegeben und schon am nächsten Tag meldete sich ein unabhängiger Gutachter um einen Termin für die Besichtigung auszumachen. 2 weitere Tage später wurde dann das Gutachten erstellt. Positiv ist hier, das der Gutachter einen professionellen Eindruck macht und sich alles penibel anschaut. Negativ, dass die Besichtigung Zuhause stattfindet, wo es eben keine Hebebühne gibt. Als Käufer wäre da also anzuraten dies selber noch einmal zu prüfen, da auch in dem Gutachten es genauso vermerkt ist, das keine Hebebühne zur Verfügung stand und manche Sachen dann eben nicht geprüft werden konnten bzw. Schäden dort ausgeschlossen werden können.
Nach dem Gutachten dauerte es noch einmal 2 Tage und das Inserat war endlich fertig. Abracar schlug einen Preis von 21.000€ vor, was mir bei einer realistischen Einschätzung recht optimistisch vorkam. Ich studierte ein wenig die Fahrzeugbörsen und entschied mich schon am nächsten Tag den Preis deutlich auf unter 20.000€ zu senken.
Und dann passierte erstmal nichts, wochenlang..... Ausser der automatischen Preisanpassung erhielt ich keinerlei Infos von Seiten Abracar. Nur auf Nachfrage erhält man die Informationen wie gross das Interesse für das Fahreug ist. Ein wöchentlicher Bericht wäre z.b. wünschenswert.
Als die Preisanpassung auf unter 17.500€ fiel wurde es mir zu bunt. 6 Wochen waren mittlerweile vergangen ohne das es auch nur einen Interessenten gab. Lag zwar sicher auch am Euro 5 Diesel aber, das dieses Fahrzeug so ungefragt ist hätte ich niemals gedacht.
Laut Abracar kann man das Fahrzeug auch nach wie vor Privat anbieten, nur eben nicht über die Onlinebörsen damit es nicht zu doppelten Inseraten kommt.
Carsale24 :
Also entschied ich mich doch noch einmal für eine andere Plattform, Abracar lief solange weiter. Diesmal nahm ich eine Plattform, die an Händler vermittelt, carsale24. In der Vergangenheit hatte ich recht gute Erfahrungen damit gemacht aber leider scheinen sich die Zeiten geändert zu haben.
Ich gab meine Daten also Online ein und musste nur noch ein paar Fotos hochladen, das war alles innerhalb von 1 Std erledigt. Es war Dienstag und die Händlergebotsrunde wurde nach kurzer Prüfung seitens Carsale gestartet. Diese sollte bis Freitag 11Uhr laufen. Als Wunschpreis gab ich übrigens 17.000€ an, Schmerzgrenze 16.000€.
Es passierte erstmal.... gar nichts. Wieder bestätigte sich das was man auch schon woanders gelesen hat. Keine Gebote und dann erst kurz vor Schluss ein extrem niedriges.
Bei mir kam es sogar noch merkwürdiger. Am Freitag um 11Uhr war immer noch kein Gebot abgegeben worden, ohne das ich Informiert wurde stand bei "Ende Gebotsrunde" plötzlich 23Uhr.... ok, dachte ich mir, keine Gebote, also automatische Verlängerung. Gegen 16Uhr kam dann auch ein Gebot.... und SOFORT wurde die Gebotsrunde gestoppt, so dass nur ein Gebot verhanden war. Ernüchterne 12.800€.
Nur 20min später klingelte mein Handy und ein Carsale Mitarbeiter meldete sich. Interesse zeigte er nicht gerade viel und kaum sagte ich, dass 12.800€ deutlich zu wenig sind, versuchte er mir andere kostenpflichtige Dienstleistungen anzubieten. Ich lehnte ab und legte auf.
Nach dem Wochenende erhielt ich dann eine Mail von Carsale, das ich eine neue kostenlose Gebotsrunde starten könnte. Warum nicht dachte ich mir und rief Carsale an um dies in die Wege zu leiten. Tja und dann erwischte ich wohl die unfreundlichste und unkompetenteste Mitarbeiterin, die Carsale aufzubieten hat. Kategorisch lehnte sie meinen Wunsch nach einer neuen Gebotsrunde ab, wenn ich meinen Wunschpreis nicht auf mindestens 13.000€ reduziere. Mein Argument "Sogar WKDA zahlt 13.500" wurde einfach ignoriert, stattdessen garantierte sie mir, dass 12.800€ schon da maximum wären, weitere Gebote würden eher niedriger ausfallen. Und dann kam wohl das merkwürdigste was ich jemals erlebt habe. Sie fragte mich wie viel Rabatt ich damals auf das Auto beim Händler bekommen habe. Ich sagte : Etwa 20%.
Die Antwort die ich dann erhielt machte mich fast sprachlos :
"Ja, also haben sie viel weniger bezahlt und deswegen dürfen sie auch nicht so viel verlangen. Ihre 17.000€ könnten Sie verlangen, wenn sie den Listenpreis bezahlt hätten, haben sie aber nicht".....
"ACHSOOOOO, der Verkaufspreis richtet sich heutzutage nicht mehr nach Zustand, Nachfrage, Qualität, sondern rein nach dem EK ?"
"Genau"
"Na dann bin ich ja froh, das ich das Auto nicht in einem Preisausschreiben gewonnen habe, denn dann müsste ich das ja jetzt verschenken oder noch draufzahlen.... bitte löschen sie doch meinen Datensatz und Kundenkonto."
Fazit : Carsale24 war mal Kompetent und Seriös hat sich nun aber leider sehr zum schlechten gewandelt. Absolute Nicht-Empfehlung !
Ebay-Kleinanzeigen :
So langsam verzweifelte ich. Das neue Auto stand längst auf dem Hof und das alte war immer noch da.
Ich überlegte ob ich das Auto doch noch Privat anbieten soll, wohl in dem Wissen, das es dann wieder zu den unerwünschten Anrufen kommen wird. Ich dachte mir, das es vielleicht kleinere Börsen gibt und es dann vielleicht nicht so dramatisch wird wie letztes mal, also entschied ich mich für Ebay-Kleinanzeigen.
Ich stellte das Auto für 16.500€ FESTPREIS ein.
Das Inserat könnte ich ja jederzeit beenden, wenn es mir zu bunt wird. Dazu legte ich mir noch die Regel auf, nicht auf Anrufe zu reagieren, ausser der Anrufer hinterlässt eine Nachricht auf der Mailbox.... eine gute Entscheidung. Die Schnäppchenjäger etc. machen sich gar nicht erst die Mühe auf die Mailbox zu sprechen, ein paar schrieben immerhin Angebote via Mail, allerdings deutlich unter meinem geforderten Preis. Die Mühe darauf hinzuweisen, das es sich um einen Festpreis handelt, machte ich mir aber nicht.
Immerhin, nach 3 Tagen meldete sich ein Privatmann und sprach mir auf die Mailbox. Leider entpuppte er sich auch als Schnäppchenjäger und versuchte mit recht unlogischen Argumenten den Preis zu drücken (In etwa : "Das Auto ist blau, ich mag rot lieber, also will ich 1000€ weniger bezahlen"😉
Trotzdem, auch weil ich den Wagen so langsam loswerden wollte, bot ich an den Wagen für 16.000€ abzugeben. Der Interessent wollte eine Nacht drüber schlafen und sich dann evtl. melden.
Fazit : Kann man machen.
Abracar Teil 2 :
Wie so oft kommt dann immer alles auf einmal :
Nur 3 Stunden später rief mich Abracar an, das man einen Käufer gefunden hätte und ob sich noch was am Preis machen lässt. Ich sagte 17.000€ und schon wenig später meldete sich Abracar erneut, dass der Interessent einverstanden ist. Nach einer Terminabsprache via Abracar erhielt ich dann direkt einen vorgefertigten Vertrag und nun auch endlich das Gutachten. Der Interessent von Ebay hatte leider Pech gehabt...
Am Termin ging dann alles recht schnell. Es wurde eine kurze Probefahrt gemacht, das Auto wurde begutachtet und dann die Verträge unterschrieben. Käufer absolut freundlich und seriös. Keine Nachverhandlungen oder sonstige Beanstandungen.
Vom Verkaufspreis musste ich zwar noch 4% an Abracar an Provision zahlen aber solch einen harmonischen Verkauf hab ich noch nie erlebt und war es mir dann auch wert.
Fazit : Bester Preis und Stressfreier Verkauf. Lediglich mehr Infos seitens Abracar sollten automatisch an den Verkäufer geschickt werden. Klare Empfehlung. Mit knapp 8 Wochen Verkaufsprozess lag ich zwar leicht über den beworbenen 4-6 Wochen aber das ist ja nur ein Durchschnittswert !
Gesamtfazit : Meiner Meinung nach kann man mit einem Privatverkauf zumindest in der Theorie am meisten herausholen aber dafür braucht man vor allem Nerven und viel Verhandlungsgeschick. Ich glaube, selbst wenn ich sehr gut Verhandeln könnte, hätte ich nicht mehr herausgeholt. Man spart sich also im besten Fall die Provision, wahrscheinlich wird man aber sogar noch weiter herunter gehandelt ! Bei sehr alten Autos kann man das vermutlich machen, bei Fahrzeugen die noch über 10.000€ und mehr an Wert haben ist ein Vermittler wohl die bessere Wahl, auf jeden Fall die stressfreiere !
Beste Antwort im Thema
Die gewerbliche Werbung der Aufkäufer suggeriert der Zielgruppe nunmal, dass sie dort besonders viel fürs Altmetall bekommen. Es ist zwar sehr naiv, an solche Werbeauftritte zu "glauben". Aber die Mondpreiserwartung wird von den Aufkäufern gezielt geschürt. Wenn Dich das dann fassunglos macht, muss das nicht an den naiven Menschen liegen, die den überzogenen Werbeversprechen aufsitzen. 😉
21 Antworten
Ich habe vor 2 Monaten erst auf mobile mein Auto verkauft und der Preis waren 25.900€ VB.
Ich habe meine Nummer angeben und dick markiert das die sich bitte erstmal per WhatsApp oder Sms melden sollen. Das ganze hat super geklappt. So konnte ich schon vorher selektieren und habe dann einfach selbst angerufen.
Abracar hat mir 23.000€ vorgeschlagen und deswegen hab ich es nicht probiert.
Unmöglich ist es keineswegs ein Auto für das Geld Privat zu verkaufen.
Abgewickelt habe ich das ganze bei dem Händler wo ich das neue gekauft habe da er diese Geldzählmaschine hat und er sogar den Vertrag für mich gedruckt hat.
Ne das war ein Euro 6 benziner aber selbst die Euro 5 Diesel gehen bei uns ganz normal da hier weit und breit nichts von Fahrverbot zu hören ist.
Ich kann das Gesülze bzgl. Privatverkauf nicht mehr hören. Natürlich bekommt man Fahrzeuge auch privat verkauft, egal in welcher Preisklasse.
Ich habe diese Jahr bereits 5 Fahrzeuge verkauft. Verkaufspreise zwischen 8000 und 38000 Euro. Teilweise noch am gleichen Tag, am längsten hat es beim Euro 5 Diesel gedauert, nämlich genau 13 Tage.
Dabei handelte es sich um einen X3, Baujahr 2011.
Höchste BMW Inzahlungnahme 13800 Euro, Privatverkauf 16500 Euro.
Die "Gewinnspanne" im Vergleich zu den max. Händlerangeboten lag bei den anderen 4 Fahrzeugen zwischen 1500 Euro und 4300 Euro.
Meine Telefonnummer gebe ich im Inserat schon lange nicht mehr an. Bei den Interessenten per Email kann man ja die ganzen Assi's schonmal vorab aussortieren. (Zugegeben, es sind viele....)
Aber zwischen 3 (BMW X3) und über 20 (Mercedes CLS) "normale" Interessenten haben sich dann doch immer gemeldet.
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Eben mal ein kleiner "Preisvergleich" aus aktuellem Anlaß, Objekt: Peugeot 308 Limo GT-Line Edition, Euro 6, Automatik, fast all-in, 25 Monate alt, BLP ca. 33000,- / realer Kaufpreis ca. 25000,-
WKDA: 13885,-
DAT: 13350,-
und bei mobile findet man vergleichbare Fahrzeuge mit ein paar Monaten abweichender EZL und ein paar KM mehr oder weniger im Bereich von 15000,- aufwärts. Wenn ich berücksichtige, dass ich null Mehrausstattung bei DAT und WKDA angeben kann und das Auto wirklich keinen Mangel hat, null Abnutzung aufweist, Service bei Peugeot.... dann frage ich mich wie man als Verkäufer / Besitzer so naiv sein kann und glauben kann, dass man bei WKDA mehr als 10 oder vielleicht gut elf-tausend Euro erzielen kann. Wenn ich schon so dreimalklug bin und bei DAT oder WKDA bewerten lasse, dann habe ich doch auch die minimal höher angesetzten Verkaufspreise der Händler für ein vergleichbares Fahrzeug gecheckt...
Für mich ist das einfach extrem fragwürdig was WKDA
da macht da würd ich mein Auto aus Prinzip nicht lassen. Wenn ich im Internet einen Preis offeriere und diesen noch mehr oder weniger als Mindestpreis hinstelle, dieser sich im Nachhininein aber in 99 Prozent der Fälle als zu hoch heraustellt auch bei Top Fahrzeugen dann ist das nicht ok. Ich muss schließlich meine Zeit und je nach Anreise auch Geld dafür investieren um zu erfahren das der Internetpreis nicht realistisch ist.
Dann ist auch egal wieviel Kosten der Laden hat oder was ein realistischer Preis ist. Wenn ich was in Aussicht stelle, sollte ich mich auch dran halten (wollen).
Find das sowieso unter alle Kanone das der Verbraucherschutz da noch nicht aktiv geworden ist. Jeder kram wird bei uns bis aufs kleinste reguliert mit teilweise abstrusen Auswüchsen (z.B. Wiederrufsrechte) aber um sowas kümmert sich kein Mensch
Danke für den super Bericht.
Ich beabsichtige meinen Peugeot 308 SW BlueHdi 130 mit EAT 8 Automatik verkaufen.
Erstzulassung war 05/18 und gelaufen hat er 30.000km... 1. Hand und Scheckheft gepflegt ist selbstverständlich.
Mal gespannt was ich für Preise angeboten bekomme.