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Leasingsonderzahlung nicht erstattungsfähig?

Themenstarteram 31. Juli 2020 um 19:15

Hallo!

 

Ich hoffe, ich bin mit meinem Thema im richtigen Forum hier.

 

Habe im Januar 2020 privat einen Vorführwagen geleast, dabei eine Sonderzahlung von 3.000 EUR geleistet. Im Februar 2020 kommt es dann zu einem Totalschaden infolge eines unverschuldeten Unfalls. Trotz einer eindeutigen Beweislage mit zwei Zeugen verweigert die Versicherung des Unfallverursachers eine außergerichtliche Einigung, versucht mir eine Teilschuld zuzuschreiben. Währenddessen wird der Leasingvertrag aufgrund eines Totalschadens aufgelöst, die Anrechnung erstellt, meine Vollkasko zahlt vorerst, kurz und knapp die übliche Geschichte.

 

Nach langem hin und her mit der gegnerischen Versicherung, die zuerst doch einer außergerichtlichen Einigung zustimmt und dann die Zustimmung widerruft, erwägt mein RA nun eine Klage. Als ich während des Telefonats mir dem Anwalt die Erstattung der geleisteten Sonderzahlung erwähne, meint er, dass diese Position grundsätzlich nicht erstattungsfähig ist. Wie bitte? Ich zahle eine Sonderzahlung, die eigentlich der Reduzierung der künftigen Leasingsraten diesen soll. Nach nicht mal einem Monat und nach nur einer gezahlten Leasingsrate kommt es zur Vertragsauflösung aufgrund des Totalschadens. Bei der Endabrechnung der Leasingsgeberin wird meine Sonderzahlung mindernd berücksichtigt. Die Versicherung zahlt das, was in der der Abrechnung steht und nichts mehr. Wer erstattet mir jetzt die größtenteils unverbrauchte Sonderzahlung? Inzwischen habe ich ein neues Fahrzeug geleast, auch da habe ich die gleiche Sonderzahlung geleistet, nicht zuletzt weil ich mir ganz sicher war, die bisherige Sonderzahlung früher oder später erstattet zu bekommen.

 

Ist der Beklagte im Fall eines Schuldspruchs nicht verpflichtet, den Zustand wiederherzustellen, der bestehen würde, wenn der Unfall nicht passiert hätte? Die Antwort auf diese Frage lautet eindeutig Ja. Wieso dann kann die Erstattung einer infolge eines Unfallereignisses verloren gegangenen Leasingsonderzahlung nicht Teil einer Erstattungsforderung werden? Denn wäre das Unfallereignis nicht eingetreten würde ich wohl kaum ein zweites Fahrzeug leasen und erneut eine Sonderzahlung leisten.

 

Für mich sieht das aktuell folgendermaßen aus: meine 3.000 EUR wurden mit der Abschlussforderung der Leasinggeberin verrechnet. Somit habe ich ein Teil des Schadenersatzes selber bezahlt, obwohl ich hier der Geschädigte bin. Gerechtigkeit sieht für mich anders aus.

 

Sollte mein RA in dieser Sache recht haben, gibt es noch andere Wege, die Leasingsonderzahlung erstattet zu bekommen?

20 Antworten

Jep, soweit ich informiert bin (hatte dazu mal ein BGH-Urteil gelesen) und die Sonderzahlung stets weg...

DESHALB empfehle ich jedem, beim Leasing nie und ich meine nie, eine Sonderzahlung zu leisten, da diese bei Auflösung (Diebstahl, Totalschaden etc.) des Leasingvertrages dann nicht berücksichtigt wird...

Ob nun allerdings ggfs. eine gegnerische Versicherung dafür aufkommen muss, weiß ich nicht...; bezweifle ich aber.

Aber im Innenverhältnis zwischen LN und LG sieht es in der Tat so aus, wie Dir Dein RA das berichtet hat..., sorry.

Themenstarteram 31. Juli 2020 um 22:14

Mit dem Verhältnis zwischen mir als Leasingnehmer und Leasinggeber habe ich kein Problem. Dem letzteren ist es egal, wer letztendlich für den Schaden aufkommt. Mir geht es um Verhältnis zwischen mir und dem Schadenverursacher.

 

Gibt es einen plausiblen Grund dafür, weshalb die Erstattung der Sonderzahlung unter gegebenen Voraussetzungen nicht erstattungsfähig ist? Ich meine, mir ist unverschuldet ein Schaden erstanden, für den keiner Aufkommen möchte. Ich habe eine Vorauszahlung für ein Fahrzeug getätigt, das ich 3 Jahre lang fahren wollte. Stattdessen habe ich es nur drei Wochen lang fahren können, dann wurde das Auto vom Unfallverursacher irreparabel beschädigt. Das Geld ist weg. Das Auto ist weg. Mein Minus liegt bei 3.000 EUR. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es keine besondere Regelung für solche Fälle gibt.

Sorry für die Einmischung,

aber für Was hast Du eigentlich Deinen Rechtsanwalt???? Der sollte sich doch

einen Kopf um Deine 3.000.-€ machen. Ist jedenfalls meine Meinung.

Zitat:

@Raver2014 schrieb am 31. Juli 2020 um 23:13:50 Uhr:

Sorry für die Einmischung,

aber für Was hast Du eigentlich Deinen Rechtsanwalt???? Der sollte sich doch

einen Kopf um Deine 3.000.-€ machen. Ist jedenfalls meine Meinung.

Hat er doch, die 3k sind grundsätzlich nicht erstattungsfähig.

Hi,

aktuell hast du über die Kasko abgerechnet. Da gilt es erst mal zu gucken, was du versichert hast -> Kaufpreisentschädigung? Zeitwert bzw. Wiederbeschaffungswert?

Da ist es erstmal völlig egal, wie das Auto finanziert wurde, also auch ob mit Anzahlung oder ohne. Der Leasinggeber bekommt seinen Buchwert und wenn was überbleibt, gehört es Dir.

Haftpflicht des Unfallgegners ist dann Schritt 2 - da spielt die Finanzierungsart / Anzahlung aber ebenfalls keine Rolle.

BG, Sause

P.S.: Wenn eine Sonderzahlung nicht erstattungsfähig ist, bekomme ich dann bei Barzahlung grundsätzlich garnichts? (Vorsicht: Ironie)

Bei Barzahlung ist man aber auch Eigentümer des Autos und anspruchsberechtigt...;-)

Hier bezahlt die gegnerische Versicherung dem Eigentümer, ergo der Leasinggesellschaft, den entstandenen Schaden...

Aber sooo super selten kommt doch so ein Fall nicht vor..., insofern müsste es doch dazu bereits Urteile geben denke ich, oder?

Gute Info mit der Sonderzahlung, sowas hätte ich nie gedacht.

Nun denn, durch den Unfall ist diese Sonderzahlung wohl verloren.

In der Regel ist ein Auto auch nicht nach so kurzer Zeit Kernschrott.

Trotzdem ein Grund beim Leasen, die Sonderzahlung zu überdenken.

Tut mir Leid, ist aber wohl das Risiko dabei...........

D. h. der Leasinggeber bekommt die Neupreiserstattung + die Sonderzahlung? Wäre ja ein super Geschäft, kann ich mir aber irgendwie nicht vorstellen.

Neupreis ja nicht unbedingt; hängt vom Gutachten ab...

Die kompletten fehlenden Raten würde der Leasinggeber doch auch so oder so erhalten...; daher soll man ja eine GAP-Versicherung abschließen...

Ob der LG jetzt die Raten bekommt oder die Sonderzahlung gleich einbehält, kommt für Ihn doch m.E. auf das Gleiche hinaus..., oder?

Nur weil viele Blödsinn von sich geben wird es nicht wahrer...

Du hast einen Anspruch auf Wiederbeschaffungswert - Restwert (- SB bei Kaso) + Nutzungsausfall, etc... (bei Haftpflicht). Deine Leasinggesellschaft bekommt von Dir den offenen Betrag.

Stell doch mal die Abrechnung der Leasinggesellschaft, das Gutachten und die Abrechnung der Kasko hier rein.

Also jetzt mal ein ganz einfaches Rechenbeispiel um die ganzen Sonderkomplexitäten rauszuhalten:

Leasinglaufzeit: 10 Monate

Leasingrate ohne Anzahlung: 100 € pro Monat (= 1000,- €)

Leasingrate mit 200 Euro Anzahlung: 80 € pro Monat (= 200 + 800 = 1000 €)

Nach einem Monat Fahrzeug Kernschrott (0 Euro Restwert)

Mit Anzahlung:

Zahlungen Leasingnehmer: 200 € + 80 € = 280,- Euro

Zahlung Versicherung: 1000 € - 280 € = 720 Euro

Ohne Anzahlung:

Zahlungen Leasingnehmer: 80,- Euro

Zahlung Versicherung: 1000 € - 80 € = 920 Euro

Soweit das Grundproblem richtig skizziert??

Zitat:

@zille1976 schrieb am 1. August 2020 um 13:48:15 Uhr:

Soweit das Grundproblem richtig skizziert??

Für die Versicherung ist es noch einfacher: die zahlt die Reparaturkosten zuzüglich Wertminderung oder den Wert des Fahrzeug vor dem Unfall abzüglich Restwert. Innerhalb einer gewissen Frist nach der Erstzulassung wird auch der Kaufpreis erstattet. Fertig.

 

Wenn der Leasingnehmer zum Unfallzeitpunkt in Summe mehr bezahlt hat, als das Fahrzeug bis dahin Wertverlust hatte, ist das nicht das Problem der Versicherung...

Zitat:

@zille1976 schrieb am 1. August 2020 um 13:48:15 Uhr:

Soweit das Grundproblem richtig skizziert??

Nicht so ganz;

Mit Anzahlung:

Zahlungen Leasingnehmer: 200 € + 80 € = 280,- Euro

Rückzahlung nicht verbrauchter Anzahlung Leasinggeber: 180 €

Zahlung Versicherung: 1000 € - 280 € 100 € = 720 Euro 900 Euro

Ohne Anzahlung:

Zahlungen Leasingnehmer: 80,- Euro 100 Euro

Zahlung Versicherung: 1000 € - 80 € 100 Euro = 920 Euro

900 Euro

 

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