Leasingfaktor, wie schlägt sich der Rabatt in diesen nieder?

Hallo zusammen,

ich habe Fragen an die Leasingexperten hier. Und zwar geht es um den Leasingfaktor und wie der vom Händler gewährte Rabatt in diesen einfließt, oder eben nicht.

Ich beziehe mich auf dieses Leasingangebot:

Fahrzeuglistenpreis netto: 91.950,00 €
Fahrzeugpreis rabattiert netto: 67.801,50 €
monatliche Finanzrate netto: 959,50 €
Gewerbliches Leasing auf 48 Monate, ohne Anzahlung und einer jährlichen Fahrleistung von 30.000 km

Berechnen wir den Leasingfaktor auf den Fahrzeuglistenpreis netto, ergibt dieser 1,044 und ist eigentlich "gut", oder?

Berechnen wir den Leasingfaktor auf den rabattierten Fahrzeugpreis, ergibt dieser 1,415 und ist somit "schlecht", oder?

Ich möchte verstehen, was mit dem Rabatt passiert, den uns der Händler gewährt? Ist dieser in diesem Fall bei den monatlichen Leasingraten überhaupt berücksichtigt worden?

Den "guten" Leasingfaktor bzgl. der Finanzrate habe ich ja nur bezogen auf den Listenpreis?

Für konstruktive Meinungen bin ich jederzeit offen, danke schon im Voraus dafür.

Grüße,
der jon

Beste Antwort im Thema

Noch einmal: Relevant fuer den Leasingnehmer ist allein die Leasingrate in Relation zum Listenpreis. Nur das ist vergleichbar. Du bekommst ja ein Fahrzeug dessen Leistungsmerkmale und Ausstattung sich im Listenpreis widerspiegelt.

Wenn Du ein Auto mit einem bestimmten Listenpreis konfigurierst und Dir vier verschiedene Leasingangebote einholst dann kann Anbieter 1 mit einem hoeheren Rabatt kalkulieren, der zweite mit einem hoeheren Restwert, der dritte mit einem niedrigeren Zinssatz und der vierte mit einem Bonus, den er mit ein paar zusaetzlich verkauften Fahrzeugen gerade noch erreicht. Kann Dir alles egal sein, fuer Dich zaehlt ausschliesslich was Du an Leasingraten insgesamt bezahlst.

Macht wirklich wenig Sinn die Philosophie dahinter entschluesseln zu wollen. Entscheidend ist was am Ende rauskommt.

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Jetzt hast du verstanden, an welcher Stelle der Leasinggeber seinen Gewinn macht. Der gibt dir ja einen "Kredit" und will dafür Zinsen haben.

Das stimmt.
Ich kann doch aber jetzt annhemen, dass das Angebot nicht gut ist?

Der Leasinggeber sagt nach Leasingende ja einem evtl. neuen Interessenten ja nicht: Guck mal der kostet nur noch 21.745,50 € - den bekommst du für den Preis ... sondern geht vom eigentlichen Listenpreis aus ...

Im Leasingvertrag steht explizit:
Berechnungsgrundlage (LBGL) 67.801,50 €
und der Faktor LBGL von 1,415

Nein. Die grob 1,0 sind schon sehr ordentlich.

Und der Verkaufspreis vom Gebrauchtwagen hat mit dem Listenneupreis überhaupt nichts zu tun, sondern der Preis ergibt sich aus Angebot und Nachfrage.
Sollten Diesel in 4 Jahren quasi unverkäuflich sein, kann der Leasinggeber froh sein, noch 10.000 € für den Wagen zu bekommen. Dann hast du sogar super geleast.

Ordentlich im Sinne von ordentlich viel oder ordentlich gut? 🙂
Der Wagen ist ein Hybride.

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Menschenskinder. Ordentlich im Sinn von voll ok.

Meine Erfahrung nach ist der Rabatt beim Leasing weniger, da er nur auf die Leasingrate gerechnet wird. Dies ist auch in ein Stück weit fair, da Ihr das Auto auch nur anteiligt kauft und das RW-Risiko beim Verkäufer liegt.
Das ist aus meiner Sicht der Nachteil bei der Vario-Leasing, wenn man sich für die Kauf-Option entscheidet. Aber nur meiner Wahrnehmung nach.

Noch mal ein Beispiel, wie ich es meine:
Rabatt 20%
LNP 100K
50 Monate (Laufzeit für Vereinfachnung der Rechnung gewählt).
Kalk. RW =50K

Kauf: 80K
Leasing: 1000 - 20% = 800 = 40K
Kalkulierter RW = 50K

Rechnet man also den Rabatt auf den Gesamtpreis oder rechnet man den Aufkauf mit ein beträgt er nur (1-(50K+40K)/100K) = 10%

Zitat:

@jon.west schrieb am 10. Januar 2020 um 11:08:10 Uhr:



Kurz nachgerechnet:

Leasingrate im Monat 959,59 € * Laufzeit von 48 Monaten = 46.056,00 €
Rabattierter Preis 67.801,50 € - gezahlte Raten 46.056,00 € = 21.745,50 €

Es ist doch also anzunehmen, dass das Auto was in der Tat den rabattierten Preis kostet nach 4 Jahren nur noch 21.745,50 € Restbetrag offen hätte um komplett abbezahlt zu sein - richtig?

Das Auto mit eigentlichem Listenpreis von 91.950,00 € kann doch nach 4 Jahren keinen Restwert von nur 21.745,50 € haben oder, das sollte doch weitaus mehr sein?

Das ist doch alles andere als "gut"?
Das ist vielleicht gut für den Leasinggeber, aber für den Leasingnehmer wohl kaum.

Ich glaube wir sind uns mittlerweile einig dass ein Vergleich von unterschiedlichen Leasingangeboten nur ueber den Vergleich von Leasingrate und Listenpreis moeglich ist. Eine andere klar definierte Basis gibt es nicht.

So, und nun geht es darum ob Leasing grundsaetzlich "gut" ist. Und da ist der Vergleich mit Kauf die einzige Moeglichkeit das zu bewerten.

Nehmen wir einmal an ein neu gekauftes Fahrzeug wird mit aehnlicher Anzahlung und aehnlichen Zinsen finanziert wie das geleaste. Dann koennen wir die Zinsen komplett ignorieren und den Vergleich vereinfachen. Nehmen wir ferner an das Auto kostet 100k, der Rabatt betraegt 20%, der Leasingfaktor 1,0 und die Laufzeit 48 Monate.

Jetzt stellst Du einfach gegenueber was Dich die 4 Jahre Nutzung kosten. Beim Leasing ist es einfach. Du bezahlst 48 x 1000 Euro, also insgesamt 48 TEUR.

Nun zum Kauf: Du bezahlst also 80 TEUR. Nach den 4 Jahren must Du Dich um die Vermarktung kuemmern. Entweder Du gibst es in Zahlung oder Du verkaufst es selbst. So, und nun stehst Du da mit einem 4 Jahre alten Auto mit 120.000 km auf der Uhr. Und hoffst dass Du noch 32% vom Listenneupreis dafuer erloest. Wenn Du es schaffst: Glueckwunsch. Dann hast Du 80 TEUR minus 32 TEUR = 48 TEUR fuer die Nutzung bezahlt und damit mit dem Leasing gleichgezogen.

Und jetzt siehst Du auch was Leasing ist: Eine Wette auf den Restwert. Ich habe die letzten 6 Fahrzeuge geleast weil ich mir immer unsicher war wie der Markt am Laufzeitende ausschauen wird. Tempolimit, Elektro etc. Ich habe mich also jedesmal hingesetzt und eine Kalkulation wie oben gemacht. Und jedesmal fuer mich entschieden dass ich die drei Euro fuffzich die mich das Leasing mehr kostet als Versicherungspraemie fuer den Fall eines kompletten Wertverfalls gerne zahle. Und am Ende dann eine Nachkalkulation mit aktuellen Marktpreisen gemacht, die stets gezeigt hat dass ichDank Leasing viele Tausend Euro gespart habe.

Du kannst sicher sein: Ein Leasingfaktor von 1,0 bei 30k Jahresfahrleistung schlaegt praktisch jeden Rabatt. Das Angebot ist sehr gut.

Ich danke dir @MurphysR,

das ist sehr ausführlich.

Es steht doch aber trotzdem im Raum, dass der Leasinggeber sich an UNSEREN Rabatten bedient. Daher trägt er ein "etwas vermindertes Risiko" - da der Preis zu dem er das Auto vom Hersteller kauft geringer ist als der, der auf der Liste steht.
Demnach wäre bei einem zu erwartenden normalen Restwert der Leasinggeber doch bevorteiligt.

Am Ende wird es heißen: Das Auto hat bezogen auf den Listenpreis einen Restwert von so und so viel - und nicht bezogen auf den rabattierten Preis.

Ich verstehe so langsam und wirklich Dankeschön an alle, ich finde es trotzdem - wie soll ich sagen - etwas "frech" von den Leasinggebern.

Das halte ich für wesentlich, dass der Leasingnehmer sich nicht um die Weitervermarktung des Fzg., mit den Risiken, auch kein Geld zu bekommen, kümmert. Außerdem werden die Angebote durch zusätzliche Leistungen in der Rate, Vers., Service, Verschleiß aufgewertet, da man diese nur im Leasing erhält(immer best.Hersteller). Aber alles ist verhandelbar und der Zeitpunkt ist auch wesentlich für solche Geschäfte. Wobei ich mich frage warum einige sich um geschäftliche Finanzierungen kümmern, obwohl es nicht ihre Aufgabe ist? Ohne hier zu nahe zu treten! MfG
Nachtrag:
Es ist deren Geschäft, eine Finanzierung mit Gewinn! Grundsätzlich empfinde ich die Sicherheit beim Hersteller, Händler als beste Variante.

Hallo @HUGO909,

ich kümmere mich darum, weil wir als Arbeitnehmer die Leasingkosten selbst tragen.
In dem von mir genannten Beispiel geht es um die reine Leasingrate OHNE Service, Wartung, Versicherung usw. - diese kosten extra und haben einen eigenen monatlichen Preis.

Bsp. Meinen Vito hat MB angeboten, war mir zu teuer und ich habe ein besseres Angebot für Finanzierung/Leasing gefunden. MB zog daraufhin nach und ich habe trotzdem die andere Variante gewählt, weil ich mich betrogen fühlte vom Verkäufer. Bzgl. Abwicklung selbst bei Garantie und Beanstandungen wäre ich im nachhinein besser bei MB geblieben, ganz abgesehen das mich das ganze am Ende sogar teurer gekommen ist, was aber ebenfalls dem Verkäufer geschuldet ist. Also verhandeln und gute Partner aussuchen. VG

Erneut danke @HUGO909,

leider können wir uns den Partner nicht aussuchen, die Leasing ist immer die gleiche. Und über den Händler geht auch nichts, dieser gibt einzigst den Rabatt an die Leasing weiter.

Bevor ich mich mit dem Firmenwagen zufrieden gebe frage ich hier lieber kompetente Leute und hole mir Meinungen ein - in der Firma höre ich nämlich viel zu oft wie toll das Konzept doch ist.

Jetzt habe ich den Zusammenhang erkannt und recherchiert. Hatte es zuvor gelesen. Die Variante fand ich seltsam und wollte mich zu dem anderen Thema deshalb nicht äußern, da man schlecht einschätzen kann was dahinter steckt, bzw. ob Du alle Vereinbarungen/Vorteile kennst. Damit ist aber kaum Spielraum für Dich, oder das Ganze ändert sich. Es ist dabei die Frage ob Dein AG nur wegen Dir sein Konzept verändern möchte. V Glück

Wahrscheinlich nicht - aber ich ändere mit sehr großer Wahrscheinlichkeit meine Entscheidung einen Firmenwagen zu nehmen. 🙂

Ich habe jetzt das gleiche Auto mit 36/0/10 angefordert - Leasingrate 933,06 € und LF 1,015

Was sagt ihr dazu?

Ich müsste zwar "etwas" weniger zahlen und auch im gesamten 12 Monate weniger, aber darf auch nur 10k im Jahr verballern - wie seht ihr das Ganze im Verhältnis zueinander?

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