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Korsika-Sardinien-Sizilien

BMW
Themenstarteram 9. August 2022 um 18:45

Hallo, würde gerne über Korsika und Sardinien nach Sizilien und von da durch Italien wieder zurück fahren. Zeit 3 Wochen. Hat jemand Erfahrungen.

Danke

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14 Antworten

Für die genannten Zielgebiete sind 3 Wochen ambitioniert. Da darf man sich nicht verzetteln.

In Bastia auf Korsika angekommen würde ich das Cap Corse rechts liegen lassen und gleich rüber fahren nach St. Florent. Dann durch das Désert Agriates nach Belgodère und durch die Balagne nach Calenzana. Von dort nach Calvi und die Küste runter über Galéria nach Porto.

Am Golf von Porto (oder Nähe) würde ich 2 Nächte bleiben und eine Ganztagestour durch die Calanche die Küste entlang über Piana und Cargèse nach Ajaccio (Iles Sanguinaires) und über Vico und Evisa zurück.

Am nächsten Tag über den Col de Verghio nach Corte und Vivario. Anschließend über den Col de Sorba nach Ghisoni und weiter nach Aullène sowie Zonca und durch die Bavellaberge nach Bonifacio.

In Santa Teresa Gallura auf Sardinien angekommen würde ich den Maddalena Archipel und die Costa Smeralda 'übersehen' und die Küste entlang nach Isola Rossa fahren. Dann über Tempio Pausania durch die Limbaraberge zum Lago del Temo und nach Alghero an der Westküste. Dann die Küste runter nach Bosa und durch die Vulkanberge über Cuglieri und Santu Lussurgiu. Hier oder bei Oristano würde ich die Seite wechseln und über z.B. Nuoro Ri Osten fahren.

Interessante Strecke von Lula durch die Monte Albo nach Siniscola und die SS125 nach Süden: Capo Comino, Orosei, Cala Gonone, Baunei, Tortoli und Arbatax.

Desweiteren: Oliena und Orgosolo. Die Strecken durchs Gennargentu und das Geisterdorf Gairo Vecchio.

Zu Sizilien kann ich nichts sagen.

Bei der Rückfahrt den Stiefel hoch würde ich durch die Majellaberge, die Abruzzen/Gran Sasso/Campo Imperatore und die Monti Sibillini fahren.

Hinter den M. Sibillini kannst Du anschließend dem Appenin Hauptkamm durch die Marken folgen oder Du querst am Trasimenischen See vorbei in die Toskana bei Siena.

Für Korsika und Sardinien rechne ich je 4 Übernachtungen.

Themenstarteram 10. August 2022 um 9:08

Danke für die tollen Infos und allzeit gute Fahrt.

Günter

Sardinien ist schon der Hammer. Die Insel ist ja fast 300 km lang. Da kann man gut drei Wochen verbringen. Von Sardinien nach Sizilien würde ich nicht die direkte Fähre nehmen, sondern über das Festland runter fahren. Den Stiefel dann auf der Rückfahrt an der anderen Seite wieder hoch.

Ich würde daraus 3 Urlaube a 3 Wochen machen.

Das alles in einen Urlaub zu packen bringt keine Erholung, sondern nur Stress und Hetzerei.

Reisende soll man nicht aufhalten. Bei klarer Fixierung auf die Reiserichtung und ohne den übertriebenen Ehrgeiz alles sehen und fahren zu wollen, wird das ein sehr schöner Urlaub.

Man muß halt von vornherein was weglassen.

Klar kann man auf den 3 Inseln auch jeweils 2 bis 3 Wochen verbringen ohne sich zu langweilen. Aber wenn man sich auf jeweils 4 bis 5 Übernachtungen beschränkt, kommt man trotzdem gut rum und sieht eine Menge. Wenn der TS noch nie da war, kann er eh nicht viel falsch machen.

Mir gefällt auch die Idee des Islandhopping. Ich würde auf alle Fälle die Fähre von Sardinien nach Sizilien nehmen.

Nur so wird es eine Rundtour ;)

Themenstarteram 11. August 2022 um 23:18

Hallo,

leider hab ich keine 9 Wochen Zeit, aber trotzdem vielen Dank. Nachdem ich schon 5 mal auf Korsika war interessiert mich nur die Westseite. Mein Focus liegt mehr auf Sardinien und Italien. Vielleicht hat schon mal jemand diese Tour gemacht und hat gute Tipps.

Danke im voraus.

Das Highlight auf Sardinien ist wahrscheinlich die SS125. Keine Ahnung, welche Interessen Du hast. Auf Sardinien kann man sich mit Kurven schwindelig fahren. Da geht es keine 50 m geradeaus. Aber es gibt auch heiße Thermalquellen, alte Bergwerke, offroad-Strecken mit Flussdurchquerungen und traumhafte Strände. Wichtig ist, dass man nicht die Hauptsaison nimmt und es nicht zu heiß ist. Viele fahren erst Anfang November.

Themenstarteram 12. August 2022 um 9:12

Ok, evtl. etwas wenig infos meinerseits. Werden zu zweit (Sozius) unterwegs sein. GS 1200 K50. Alter 56 und 54. Möchten nochmal eine längere Motorradtour machen. Ein wenig Kultur, baden aber keinen Stress. Eindrücke sammeln für spätere Urlaube. Suche einfach ein paar Highlights auf Sardinien und in Italien für jeweils ca. 5 Tage. Der Plan ist von Sardinien nach Palermo überzusetzen.

Danke

Ich war viermal auf Sardinien, mit Auto, Flugzeug und Motorrad. Mein Highlight ist die Costa Rei (unten rechts auf der Karte) mit dem 10 km langen Sandstrand. Aber auch die -HAlbinsel oben bei Stintino ist schön, die Terme di Casteldoria mit dem heißen Fluss (Vorsicht, das Flusswasser ist wirklich heiß), das Gebirge Gennargentu, die Costa Verde (unten links) mit der SP4, wie gemacht für eine GS, diverse Höhlen (Grotta di su Mannau), Grotta Azzurra, ...

Wenn Du 18 Euro für ein Bier ausgeben willst, kannst Du auch zur Costa Smeralda fahren und Dir Oligarchenyachten ansehen Porto Cervo (oben rechts).

Das Gefälle von teuer nach erträglich geht deutlich von Nord nach Süd und ist im Inneren der Insel preiswerter als an den Küsten. Es gibt ihn noch, den Kaffee für 95 Cent.

Korsika ist zwar nur etwa ein Drittel so groß wie Sardinien, hat aber fast 900 Höhenmeter mehr. Trotz der schlechteren Straßen ziehe ich sie vor.

Wenn ich einen 3-Tagesplan machen sollte für eine Befahrung von einer Fähre im Norden zu einer Fähre im Süden, könnte der so aussehen:

Ausgeruht verläßt man früh morgens die Nachtfähre in Bastia, gönnt sich ein Frühstück am Hafen, und fährt über die erste Bergkette nach Saint Florent. Von dort geht es durch das Désert des Agriates und dahinter in die Berge der Balagne über Belgodère und Feliceto. Bei Cateri kann man nach Lumio an die Küste fahren oder noch eine Schleife über Montegrosso oder Calenzana dranhängen. In jedem Fall gelangt man nach Calvi, das mit seiner Altstadt, Zitadelle und Hafen Gelegenheit für einen Halt bietet.

Danach geht es die Küste entlang bis nach Porto, wo es auch einen schönen Strand gibt. Dort sind 200 bis 230 km geschafft, was bei einem Stundendurchschnitt von 40 km/h (mehr sind wegen des Kurvenreichtums kaum möglich) realistisch erscheint. Es bietet sich an 2 Nächte zu bleiben.

Die Tour am nächsten Tag ohne Gepäck (Gelegenheit Badesachen mitzunehmen) führt durch die spektakuläre Felslandschaft der Calanche. Nördlich von Piana liegt der Plage de Ficajola. Er soll klein, aber sehr hübsch sein. Über Cargèse (Plage de Ménasina) geht es nach Sagone an den nächsten Golfe mit weiteren Stränden. Man gelangt nach Ajaccio, wo man u.a. das Geburtshaus von Napoleon besichtigen kann. Eine Fahrt zum Pointe de la Parata bietet tolle Aussichten auf die Iles Sanguinaires. Zurück geht es hinter Ajaccio über Vico nach Evisa und entlang der Spelunkenschlucht zum Golfe de Porto. Das sind etwa 215 km. in Verbindung mit einem Badeaufenthalt und einer Ortsbesichtigung sollte das entspannt möglich sein.

Am 3. Tag fährt man wieder durch die Spelunkenschlucht und über den Col de Vergio (1477m) hinunter zum Lac de Calacuccia und durch die Scala di Santa Regina nach Corte, natürlich mit Altstadt und Zitadelle.

Die kurvenreiche N193 hinter Corte ist keine Strafe. Trotzdem sollte man sie Richtung Ghisoni über den Col de Sorba (1311m) verlassen. Richtung Süden geht es über Zicavo nach Aullène und über Quenza nach Zonza. Dort kann man nach Porto Vecchio oder über Levie nach Sotta fahren. In jedem Fall ist der Weg nach Bonifacio (sehr sehenswert), wo am nächsten Tag die Fähre nach Sardinien geht, nicht mehr weit. 250 bis 300 km sind gefahren. Jetzt braucht es nur noch ein Hotel o.ä.

Das Räubernest Sartène liegt zwar nicht auf der Route, wäre aber einen Umweg (oder eine Streckenänderung) wert. Habe dort mal die Kaffeezeit verbracht.

Die Berglandschaft zwischen Ajaccio nördlich und Propriano südlich, sowie zwischen der N196 im Osten und dem Meer im Westen ist auch sehr schön zu befahren. Dort gibt es die prähistorische Fundstätte Filitosa.

Man kann natürlich nach Sardinien auch eine Fähre von Propriano aus nehmen.

Zu Sardinien fällt mir noch das Capo Caccia ein im äußersten Nordwesten westl. von Alghero. Dort gibt es mehrere Höhlen. Die tollste soll die Neptungrotte sein. Allerdings wollte ich mir die 640 Stufen nicht antun. Man kann jedoch auch mit dem Schiff hin. Das Felsenkap selbst liegt 110m über dem Meer und bietet schöne bis spektakuläre Ausblicke.

Alghero selbst ist etwas größer (44.000 Einw.) und hat eine tolle Altstadt mit katalanischen Einflüssen.

Ebenfalls im Westen liegt Bosa, ein malerischer Ort an einer Flußmündung mit Festung.

Im Spramonte Gebirge liegt Orgosolo mit seinen Wandmalereien.

Im Gennargentu liegt Gairo Vecchio, das durch Erdbewegungen und Felsstürze zerstörte Dorf. Die Straße SS 198 führt mitten durch und man kann auch hineinfahren.

Im Osten geht von der SS 125 ein kurzer Tunnel Richtung Meer ab. Die kurvenreiche Abfahrt mit schönen Aussichten führt nach Cala Gonone. Dort gibt es einen Hafen, Gastronomie und Strände. Das Ristorante Il Pescatore könnte was sein.

Bosa-Temobrücke

Für die Rückfahrt den Stiefel hoch sind mir noch ein paar Sachen eingefallen: nördlich der Abruzzen kommt man hinter den M. Sibillini ins Montefeltro, eine Mittelgebirgslandschaft im Grenzgebiet Marken/Toskana/Emilia-Romana. Die Gegend dort hat mich landschaftlich und von der Straßenqualität her positiv überrascht. Dort gibt es auch ein deutsch geführtes TF Bikerhotel. Zum Baden im Meer kann man nach Rimini, zum Shoppen nach San Marino.

In der Toskana haben mir die schattigen Strecken über und um den bewaldeten Monte Amiata, den höchsten Berg (1738m) dort im Süden gefallen. Nördlich davon gelangt man in den vielleicht schönsten Teil der Toskana mit Ortsnamen wie Montalcino und Montepulciano, die jeder Weintrinker kennt.

Die Strecke SP438 von Asciano nach Taverne d'arbia (Ri Siena) durch die Crete Senesi bietet über den ganzen Verlauf tolle Ausblicke.

Dort findet man auch die typischen Zypressen gesäumten Straßen.

Volterra und San Gimignano sind Städte (westl. von Siena), die man sich anschauen kann.

Im Chianti Kerngebiet, wo viele Orte den Zusatz im Namen tragen, ist mir Greve in Chianti in Erinnerung geblieben. Dort haben wir Bistecca alla Fiorentina gegessen und dort gibt es eine große Metzgerei, die man sonntags besichtigen kann.

San Gimignano
Crete Senesi
Macelleria in Greve
Themenstarteram 15. August 2022 um 16:27

Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.

Gruß Günter

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