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Hilfe Ich will ein Auto kaufen - Userguide

Themenstarteram 7. September 2007 um 8:25

Moin,

Immer wieder kommen sie unsere geliebten Fragen ... Ich habe X Euro und suche ein Auto. Welches ist das beste Auto für mich ? Da diese Fragen prinzipiell ohne eine Idee seitens des Fragestellenden sehr schwer zu beantworten sind, habe Ich aus der Erfahrung von MT her, einen kurzen Userguide zusammengestellt, wie man schnellstmöglich viele Informationen zu seinen Wünschen erhält.

I. Welches Auto erfüllt meine Bedürfnisse

Dies ist die erste Frage die man sich selbst stellen muss, wenn man sich für den Erwerb eines Autos interessiert. Diese Frage ist mitnichten so einfach zu beantworten, wie es den ersten Anschein hat. Denn es gibt einfach zuviele Fahrzeuge und Fahrzeugkonzepte auf dem Markt. Grundlegend reichen zur Befriedigung der meisten Mobilitätswünsche moderne Kleinwagen aus. Der Begriff modern ist zwar relativ weitgefasst, kann aber aufgrund der gestiegenen Anforderungen bzgl. Sicherheit und Komfort von den meisten Fahrzeugen seit Mitte der 90er Jahre gut erfüllt werden. Weitergehende Ansprüche an das Fahrzeug werden nur durch den Nutzen den das Fahrzeug für den Halter erfüllen muss definiert. So sollte man bedenken, das der Einkauf z.B. für einen 3-Personen Haushalt meist anders dimensioniert ist, als für den Singlehaushalt etc.pp. Fahrzeuginteressenten welche also z.B. regelmäßig Kinder oder größere Tiere mit sich führen sollten daher in der Regel mit einem 5-Türer oder einem kompakten Kombi liebäugeln. Leider sind 5-türige Kleinwagen eher selten und können sehr oft auch Platzmäßig nicht wirklich überzeugen. Hier wird man in der Regel zu einem sogenannten Kompaktfahrzeug aus der sogenannten Golfklasse greifen, da der Nutzraum hier natürlich geringer eingeschränkt wird, wenn im Fond Personen mitfahren. Ein weiterer Punkt wo man mit einem Kleinwagen oftmals an die Grenzen der Belastbarkeit kommt ist, wenn man viele Gerätschaften zwecks Hobby oder Beruf mit sich führen muss, oder ggf. sogar einen Anhänger benötigt. In solchen Fällen sollte natürlich ebenfalls auf diese Ansprüche Rücksicht genommen werden. In den meisten Fällen sind Fahrzeuge im Rahmen der klassischen Limousine oder ihre entsprechenden Kombies auch für 4 oder 5 Köpfige Familien ausreichend. Minivans bieten hier jedoch eine ansprechende und vernünftige Alternative. Ein Bedarf nach großen Vans oder Offroadern ist durch die Vernunft eigentlich nur selten gegeben, sondern entspringt in der Regel einem höheren Komfortwunsch. Sollte dieser Wunsch wichtig sein, sollte man diesen natürlich berücksichtigen. Im nächsten Schritt muss man sich festlegen, wieviel Motorleistung man denn wirklich benötigt. In den meisten Fällen ist es so, das die Basismotorisierung eines Modells in der Tat nur die gröbsten Ansprüche befriedigt. Meistens ist der Griff zur 2. stärksten Motorvariante nur unwesentlich teurer, sowohl was Anschaffung als auch Unterhalt angeht. Wer entsprechend mehr Fahrvergnügen wünscht, greift dann entsprechend zu den vorhandenen Leistungsstufen, auch Komfortwünsche wie Klimaanlage, Schiebefach oder Sicherheitswünsche wie Airbags, ABS, ESP sollte man an dieser Stelle definieren.

II. Wie finde Ich interessante Angebote

Dazu gibt es im deutschsprachigen Internet einige durchaus seriöse Quellen. Zum einen bietet das Auktionshaus Ebay.de stets eine kunterbunte Anzahl an ganz unterschiedlichen Fahrzeugen, aber auch die klassischen Anzeigenportale wie z.B. www.mobile.de, autoscout24.de, autoboerse.de etc.pp. bieten z.T. mehrere 100.000 Fahrzeuge im Bestand zum schmöckern an. Bei all diesen Fahrzeugen findet sich vom Exoten, über das 0815-Automobil bis hin zum rentnergepflegten Schätzchen so ziemlich alles. Leider ist es über diese Schiene sehr schwer ein "ultimatives" Schnäppchen zu machen, da nahezu alle Händler diese Portale permanent abgrasen. Eine weitere, nach wie vor nicht zu verachtende Alternative, stellt die Zeitung dar. Viele überregionale Zeitungen bieten einen großen Automarkt an, indem man dann durchaus auch noch ein Schnäppchen finden kann. Mit dem entsprechend bekannten Budget von X Euro und den entsprechend vorher festgelegten Wünschen bzgl. Sicherheit, Komfort, Alter, Leistung, Fahrzeugklasse kann man diese Datenbanken durchsuchen, dabei kann man auch einen Radius um den eigenen Wohnort festlegen, den man bereit ist zu Fahren, um sich das entsprechende Fahrzeug anzusehen. Die Datenbank wird nun entsprechend der Anforderungen einen ganzen Schwung unterschiedlichster Fahrzeuge rauswerfen.

III. Ich habe einige Ideen - Doch was kostet mich das Auto ?

Um diesen Punkt einigermaßen korrekt widerzugeben, müssen wir uns zuerst Gedanken machen, wie groß die jährliche Fahrleistung ist. Um die einigermaßen realistisch abzuschätzen sollte man mit den täglichen Arbeits- und Einkaufswegen anfangen und diese über das Jahr addieren. Im nächsten Schritt addiert man Wege hinzu, die man aus familiären Gründen und aufgrund des Hobbies, sowie den Urlaub zurücklegt. Erfahrungsgemäß kann man auf diesen Wert 10% an privaten Fahrten zusätzlich addieren.

Das erste was wir nach dieser Überlegung machen, ist uns die Fixkosten des Fahrzeuges auszurechnen. Als erstes und einfachstes rechnen wir uns die KFZ-Steuer des Fahrzeuges aus. Hierzu müssen wir den Hubraum des Fahrzeuges kennen und seine Abgasstufe. Ein Mercedes-Benz C180 hat z.B. 1.8 Liter Hubraum, bei Fahrzeugen wie dem Golf oder dem Astra ist der Hubraum in der Regel beigefügt. Achtung, nicht in jedem Fall ist die Fahrzeugbezeichnung auf mit dem Hubraum verknüpft. So ist z.B. der Hubraum des C240 nicht wie der Name implizieren möchte grundlegend 2.4 Liter, er kann je nach Baujahr auch 2.6 Liter betragen. Also beim Verkäufer nach dem genauen Hubraum fragen, wenn dort keine Klarheit besteht. Im gleichen Moment fragen wir auch nach der Euro-Einstufung. Diese sollte nach Möglichkeit minimal Euro2 sein. Achtung hierbei ! Ein beliebter Verkäufertrick ist dies zu bestätigen, wenn "Schadstoffarm E2" im Brief steht. Dies ist jedoch NICHT Euro2, sondern eine Unterstufe der Euro1 Norm. Euro2 ist im Brief IMMER ausgeschrieben. Wenn das Wunschfahrzeug nur die Euro1 Norm hat, ist dies jedoch oftmals kein großes Problem. Sehr viele Fahrzeuge können mit Hilfe eines kleinen Hilfsmittels (KLR, Minikat) auf Euro2 aufgerüstet werden, einige Fahrzeuge sogar direkt vom Hersteller umgeschlüsselt werden. Mit diesen beiden Informationen nutzen wir nun die Internetseite www.kfz-Steuer.de geben dort den Hubraum ein, wählen Diesel/Selbstzünder oder Benziner/Fremdzünder aus, wählen die Euro Stufe aus und bekommen so die Steuer in Euro ausgerechnet. Achtung bei Fahrzeugen z.B. mit Wankelmotor, diese werden nach Gewicht besteuert.

Der nächste Schritt ist die Kalkulation der Versicherungskosten. Hierzu kann man einen der vielen Online-Kalkulatoren verwenden, die von fast allen Versicherungen zur Verfügung gestellt werden. Idealerweise nutzt man den Kalkulator, der Versicherung, bei welcher das Fahrzeug schlussendlich versichert werden soll. Stellt diese Versicherung diesen Service nicht bereit, ruft man einfach beim betreuenden Versicherungsvertreter an, und läßt diesen die Versicherungsbeträge ausrechnen. Diesen Service sollte er in jedem Fall bieten. In jedem Fall muss man sich hierbei Gedanken um den Versicherungsumfang machen. Die Haftpflichtversicherung ist ein Muss, die Teilkasko deckt gewisse Schäden ab, welche das eigene Fahrzeug betreffen (z.B. viele Glasschäden, Wildunfälle) und als letztes die sogenannte Vollkaskoversicherung, welche auch selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt. Im Regelfall ist die Vollkaskoversicherung solange sinnvoll, wie das Fahrzeug einen hohen Wert hat, meistens bis zu einem Alter von 3-5 Jahren. Die Teilkasko ist sinnvoll, wenn die in der Teilkasko abgedeckten Schadensprofile bei dem Fahrzeug sehr teuer sind, jedoch meistens auch nur bis zu einem Alter von 10 Jahren. Für eine exaktere Beratung sollte man mit dem eigenen Versicherungsvertreter reden.

Der dritte wichtige Kostenfaktor ist der Wertverlust des Fahrzeuges. Dieser ist in den ersten 3 Jahren gut mit den Tabellen von DAT oder Schwacke abzuschätzen. Ist das Auto älter verliert es pro Jahr ca. 7.5% an Wert und je gefahrener 10.000 km ca. 5% an Wert. Kauft man ein Auto für 1000 Euro und fährt in einem Jahr damit 20.000 km, kann man abschätzen, das der Wertverlust des Fahrzeuges ca. 175-200 Euro beträgt. Dies ist nur eine Faustregel, passt aber in vielen Fällen ganz gut. Entsprechende Wartungen wie neue Bremsen oder neue Reifen können diesen Wertverlust allerdings anteilig auffangen. Den Wertverlust muss man entsprechend für jedes Jahr separat ausrechnen. Zusätzlich zum Wertverlust muss man bei jedem Fahrzeug Verschleiß- und Wartung einkalkulieren. Dies ist leider nicht ganz einfach, da für jedes Fahrzeug teilweise andere Regeln gelten. In der Regel kann man aber für ca. 10.000 gefahrene km mit einem Kleinwagen 50-75 Euro einplanen, welche dann für Ölwechsel, Zündkerzen etc.pp. draufgehen, wenn man diese Arbeiten in einer Werkstatt machen läßt. Bei eigeneinsatz ... kann sich dieser Betrag jedoch reduzieren. Für größere Fahrzeuge ist dieser Wert je Fahrzeugklasse um gut 25 Euro zu erhöhen, dies hieße bei einer Mittelklasselimousine kann man für eine entsprechende Durchsicht auch schonmal 100-150 Euro einplanen.

Der nächste Posten ist der Verschleiß des Fahrzeuges. Dies berücksichtigt den Fakt, das ein Auto auch schonmal neue Bremsen, eine neue Kupplung, ggf. einen Zahnriemen, Reifen und ähnliche Teile benötigt. Dadurch das nicht alle Fahrzeuge die gleichen Ersatzteilkosten, die gleichen Lebenszyklen der Teile haben und hier auch der Fahrstil reinspielt ... wird diese Kalkulation entsprechend schwerer. Ich empfehle hier bei einem Kleinwagen mit Benzinmotor 40 Euro im Monat einzuplanen, bei einem Kleinwagen mit Dieselmotor 50 Euro, und diese Pauschale entsprechend steigender Fahrzeugklasse um jeweils 25 Euro im Monat zu steigern. Dieser Wert betrachtet selbstredend eine durchschnittliche Fahrleistung von 10.000 km pro Jahr. Übersteigt man diese deutlich, sollte man ruhig 10 Euro je zusätzlich gefahrener 5000 km draufrechnen. Man wird dieses Geld nicht jeden Monat benötigen, doch ein Austausch z.B. des Zahnriemens von 400 Euro muss ja auf die entsprechenden Monate verteilt werden, soll heißen man muss die entsprechenden finanziellen Reserven besitzen. Bzgl. realer Wartungskosten empfielt sich der Besuch des entsprechenden Fachforums hier bei Motor-talk.

Der nächste Punkt sind die variablen Kosten. Diese ergeben sich aus dem Kraftstoffverbrauch. Diesen kann man z.B. per www.spritmonitor.de ermitteln. Dort sind sehr viele Fahrzeuge gelistet mit Verbräuchen, die durch den Alltagseinsatz entstanden sind und die nicht anhand eines Zyklusverbrauchs ermittelt wurden, den eh nur die wenigsten erreichen. Diesen Schnittverbrauch kann man nehmen und für ein im Alltag normal gefahrenes Fahrzeug ansetzen. Würde man sich selbst als sportlichen Fahrer bezeichnen, würde Ich empfehlen 10% auf den Verbrauch aufzuschlagen, oder beim Schnittverbrauch das sparsamste Drittel zu ignorieren. Als ausgewiesener Schnellfahrer auf z.B. der BAB sollte man ruhig 20% auf den Schnittverbrauch aufschlagen, oder sich am verbrauchsintensivsten Drittel orientieren. Für die Kraftstoffkosten ist es nun wichtig ... wie lange man das Auto halten möchte. Im Durchschnitt ist der Preis für den Liter Kraftstoff jedes Jahr um 10 Cent gestiegen. Diese Teuerungsrate kann man auch für die Zukunft durchschnittlich annehmen. Wenn Ich ein Auto also z.B. 1 Jahr halten möchte, sollte ich den aktuellen Benzinpreis nehmen (z.B. unter www.aral.de zu finden) ... und 10 Cent aufschlagen und mit diesem die Kosten berechnen. Das fängt dann auch Ausreißer nach oben ab. Möchte ich das Auto 2 Jahre halten, dann würde Ich empfehlen 15 Cent aufzuschlagen. Dann mitteln sich die Preisanstiege im großen und ganzen raus und die Berechnung ist zumindest in der Grundannahme für 2-3 Jahre nutzbar. Wie sich dies jedoch de fakto entwickelt ist leider nicht genau vorhersagbar, so dass hier immer eine gewisse Unsicherheit vorhanden sein wird.

Es ist jedoch festzustellen ... das diese Berechnung nicht 100%ig genau ist, sondern lediglich der Orientierung dienen kann. Zum einen können sich die Versicherungseinstufungen eines Fahrzeuges ändern, so dass hier die Versicherungskosten sich verändern können, weiterhin sind Vorhersagen bzgl. der Benzinpreises nahezu unmöglich. Der errechnete Wert kann daher nur eine Orientierung sein, für mehr als 2 Jahre würde ich eine solche Rechnung nicht anstellen. Jedoch ist die Tendenz natürlich auch in 4 Jahren noch gleich. Aus einem in dieser Rechnung sehr günstigen Fahrzeug ist nicht in 4 Jahren eines der teuersten Autos geworden. Positionen können sich aber verschieben, wenn in den Kosten nur 30 Euro Differenz bestehen.

IV. Ich weiß nun welche Fahrzeuge für mich in Frage kommen

Nachdem nun aus dem Wust an Fahrzeugen von mobile.de und Co. noch eine Handvoll Typen und Motorisierungen übrig geblieben sind, muss man dahinterkommen, was die typischen Macken der einzelnen Fahrzeuge sind. Hierzu kann man ein entsprechendes Fachforum bei Motor-talk verwenden und dort nach den typischen Schwachstellen einer Baureihe und einer Motorisierung fragen. Weiterhin kann man mittels google.de nach einer Kaufberatung bzw. Mängelliste der Fahrzeuge suchen. Insbesondere bei älteren Fahrzeugen gibt es oftmals sehr ausführliche Kaufberatungen im Netz. Weiterhin kann man auf Quellen wie z.B. autobild.de nach einer Gebrauchtwagenberatung zum entsprechenden Typ suchen und sich z.B. in den jährlichen Veröffentlichungen des TÜVs über die regelmäßig auffallenden Mängel des Fahrzeuges informieren.

Viel Spass bei der Autosuche :)

Gruß Kester

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Themenstarteram 7. September 2007 um 8:25

Moin,

Immer wieder kommen sie unsere geliebten Fragen ... Ich habe X Euro und suche ein Auto. Welches ist das beste Auto für mich ? Da diese Fragen prinzipiell ohne eine Idee seitens des Fragestellenden sehr schwer zu beantworten sind, habe Ich aus der Erfahrung von MT her, einen kurzen Userguide zusammengestellt, wie man schnellstmöglich viele Informationen zu seinen Wünschen erhält.

I. Welches Auto erfüllt meine Bedürfnisse

Dies ist die erste Frage die man sich selbst stellen muss, wenn man sich für den Erwerb eines Autos interessiert. Diese Frage ist mitnichten so einfach zu beantworten, wie es den ersten Anschein hat. Denn es gibt einfach zuviele Fahrzeuge und Fahrzeugkonzepte auf dem Markt. Grundlegend reichen zur Befriedigung der meisten Mobilitätswünsche moderne Kleinwagen aus. Der Begriff modern ist zwar relativ weitgefasst, kann aber aufgrund der gestiegenen Anforderungen bzgl. Sicherheit und Komfort von den meisten Fahrzeugen seit Mitte der 90er Jahre gut erfüllt werden. Weitergehende Ansprüche an das Fahrzeug werden nur durch den Nutzen den das Fahrzeug für den Halter erfüllen muss definiert. So sollte man bedenken, das der Einkauf z.B. für einen 3-Personen Haushalt meist anders dimensioniert ist, als für den Singlehaushalt etc.pp. Fahrzeuginteressenten welche also z.B. regelmäßig Kinder oder größere Tiere mit sich führen sollten daher in der Regel mit einem 5-Türer oder einem kompakten Kombi liebäugeln. Leider sind 5-türige Kleinwagen eher selten und können sehr oft auch Platzmäßig nicht wirklich überzeugen. Hier wird man in der Regel zu einem sogenannten Kompaktfahrzeug aus der sogenannten Golfklasse greifen, da der Nutzraum hier natürlich geringer eingeschränkt wird, wenn im Fond Personen mitfahren. Ein weiterer Punkt wo man mit einem Kleinwagen oftmals an die Grenzen der Belastbarkeit kommt ist, wenn man viele Gerätschaften zwecks Hobby oder Beruf mit sich führen muss, oder ggf. sogar einen Anhänger benötigt. In solchen Fällen sollte natürlich ebenfalls auf diese Ansprüche Rücksicht genommen werden. In den meisten Fällen sind Fahrzeuge im Rahmen der klassischen Limousine oder ihre entsprechenden Kombies auch für 4 oder 5 Köpfige Familien ausreichend. Minivans bieten hier jedoch eine ansprechende und vernünftige Alternative. Ein Bedarf nach großen Vans oder Offroadern ist durch die Vernunft eigentlich nur selten gegeben, sondern entspringt in der Regel einem höheren Komfortwunsch. Sollte dieser Wunsch wichtig sein, sollte man diesen natürlich berücksichtigen. Im nächsten Schritt muss man sich festlegen, wieviel Motorleistung man denn wirklich benötigt. In den meisten Fällen ist es so, das die Basismotorisierung eines Modells in der Tat nur die gröbsten Ansprüche befriedigt. Meistens ist der Griff zur 2. stärksten Motorvariante nur unwesentlich teurer, sowohl was Anschaffung als auch Unterhalt angeht. Wer entsprechend mehr Fahrvergnügen wünscht, greift dann entsprechend zu den vorhandenen Leistungsstufen, auch Komfortwünsche wie Klimaanlage, Schiebefach oder Sicherheitswünsche wie Airbags, ABS, ESP sollte man an dieser Stelle definieren.

II. Wie finde Ich interessante Angebote

Dazu gibt es im deutschsprachigen Internet einige durchaus seriöse Quellen. Zum einen bietet das Auktionshaus Ebay.de stets eine kunterbunte Anzahl an ganz unterschiedlichen Fahrzeugen, aber auch die klassischen Anzeigenportale wie z.B. www.mobile.de, autoscout24.de, autoboerse.de etc.pp. bieten z.T. mehrere 100.000 Fahrzeuge im Bestand zum schmöckern an. Bei all diesen Fahrzeugen findet sich vom Exoten, über das 0815-Automobil bis hin zum rentnergepflegten Schätzchen so ziemlich alles. Leider ist es über diese Schiene sehr schwer ein "ultimatives" Schnäppchen zu machen, da nahezu alle Händler diese Portale permanent abgrasen. Eine weitere, nach wie vor nicht zu verachtende Alternative, stellt die Zeitung dar. Viele überregionale Zeitungen bieten einen großen Automarkt an, indem man dann durchaus auch noch ein Schnäppchen finden kann. Mit dem entsprechend bekannten Budget von X Euro und den entsprechend vorher festgelegten Wünschen bzgl. Sicherheit, Komfort, Alter, Leistung, Fahrzeugklasse kann man diese Datenbanken durchsuchen, dabei kann man auch einen Radius um den eigenen Wohnort festlegen, den man bereit ist zu Fahren, um sich das entsprechende Fahrzeug anzusehen. Die Datenbank wird nun entsprechend der Anforderungen einen ganzen Schwung unterschiedlichster Fahrzeuge rauswerfen.

III. Ich habe einige Ideen - Doch was kostet mich das Auto ?

Um diesen Punkt einigermaßen korrekt widerzugeben, müssen wir uns zuerst Gedanken machen, wie groß die jährliche Fahrleistung ist. Um die einigermaßen realistisch abzuschätzen sollte man mit den täglichen Arbeits- und Einkaufswegen anfangen und diese über das Jahr addieren. Im nächsten Schritt addiert man Wege hinzu, die man aus familiären Gründen und aufgrund des Hobbies, sowie den Urlaub zurücklegt. Erfahrungsgemäß kann man auf diesen Wert 10% an privaten Fahrten zusätzlich addieren.

Das erste was wir nach dieser Überlegung machen, ist uns die Fixkosten des Fahrzeuges auszurechnen. Als erstes und einfachstes rechnen wir uns die KFZ-Steuer des Fahrzeuges aus. Hierzu müssen wir den Hubraum des Fahrzeuges kennen und seine Abgasstufe. Ein Mercedes-Benz C180 hat z.B. 1.8 Liter Hubraum, bei Fahrzeugen wie dem Golf oder dem Astra ist der Hubraum in der Regel beigefügt. Achtung, nicht in jedem Fall ist die Fahrzeugbezeichnung auf mit dem Hubraum verknüpft. So ist z.B. der Hubraum des C240 nicht wie der Name implizieren möchte grundlegend 2.4 Liter, er kann je nach Baujahr auch 2.6 Liter betragen. Also beim Verkäufer nach dem genauen Hubraum fragen, wenn dort keine Klarheit besteht. Im gleichen Moment fragen wir auch nach der Euro-Einstufung. Diese sollte nach Möglichkeit minimal Euro2 sein. Achtung hierbei ! Ein beliebter Verkäufertrick ist dies zu bestätigen, wenn "Schadstoffarm E2" im Brief steht. Dies ist jedoch NICHT Euro2, sondern eine Unterstufe der Euro1 Norm. Euro2 ist im Brief IMMER ausgeschrieben. Wenn das Wunschfahrzeug nur die Euro1 Norm hat, ist dies jedoch oftmals kein großes Problem. Sehr viele Fahrzeuge können mit Hilfe eines kleinen Hilfsmittels (KLR, Minikat) auf Euro2 aufgerüstet werden, einige Fahrzeuge sogar direkt vom Hersteller umgeschlüsselt werden. Mit diesen beiden Informationen nutzen wir nun die Internetseite www.kfz-Steuer.de geben dort den Hubraum ein, wählen Diesel/Selbstzünder oder Benziner/Fremdzünder aus, wählen die Euro Stufe aus und bekommen so die Steuer in Euro ausgerechnet. Achtung bei Fahrzeugen z.B. mit Wankelmotor, diese werden nach Gewicht besteuert.

Der nächste Schritt ist die Kalkulation der Versicherungskosten. Hierzu kann man einen der vielen Online-Kalkulatoren verwenden, die von fast allen Versicherungen zur Verfügung gestellt werden. Idealerweise nutzt man den Kalkulator, der Versicherung, bei welcher das Fahrzeug schlussendlich versichert werden soll. Stellt diese Versicherung diesen Service nicht bereit, ruft man einfach beim betreuenden Versicherungsvertreter an, und läßt diesen die Versicherungsbeträge ausrechnen. Diesen Service sollte er in jedem Fall bieten. In jedem Fall muss man sich hierbei Gedanken um den Versicherungsumfang machen. Die Haftpflichtversicherung ist ein Muss, die Teilkasko deckt gewisse Schäden ab, welche das eigene Fahrzeug betreffen (z.B. viele Glasschäden, Wildunfälle) und als letztes die sogenannte Vollkaskoversicherung, welche auch selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug abdeckt. Im Regelfall ist die Vollkaskoversicherung solange sinnvoll, wie das Fahrzeug einen hohen Wert hat, meistens bis zu einem Alter von 3-5 Jahren. Die Teilkasko ist sinnvoll, wenn die in der Teilkasko abgedeckten Schadensprofile bei dem Fahrzeug sehr teuer sind, jedoch meistens auch nur bis zu einem Alter von 10 Jahren. Für eine exaktere Beratung sollte man mit dem eigenen Versicherungsvertreter reden.

Der dritte wichtige Kostenfaktor ist der Wertverlust des Fahrzeuges. Dieser ist in den ersten 3 Jahren gut mit den Tabellen von DAT oder Schwacke abzuschätzen. Ist das Auto älter verliert es pro Jahr ca. 7.5% an Wert und je gefahrener 10.000 km ca. 5% an Wert. Kauft man ein Auto für 1000 Euro und fährt in einem Jahr damit 20.000 km, kann man abschätzen, das der Wertverlust des Fahrzeuges ca. 175-200 Euro beträgt. Dies ist nur eine Faustregel, passt aber in vielen Fällen ganz gut. Entsprechende Wartungen wie neue Bremsen oder neue Reifen können diesen Wertverlust allerdings anteilig auffangen. Den Wertverlust muss man entsprechend für jedes Jahr separat ausrechnen. Zusätzlich zum Wertverlust muss man bei jedem Fahrzeug Verschleiß- und Wartung einkalkulieren. Dies ist leider nicht ganz einfach, da für jedes Fahrzeug teilweise andere Regeln gelten. In der Regel kann man aber für ca. 10.000 gefahrene km mit einem Kleinwagen 50-75 Euro einplanen, welche dann für Ölwechsel, Zündkerzen etc.pp. draufgehen, wenn man diese Arbeiten in einer Werkstatt machen läßt. Bei eigeneinsatz ... kann sich dieser Betrag jedoch reduzieren. Für größere Fahrzeuge ist dieser Wert je Fahrzeugklasse um gut 25 Euro zu erhöhen, dies hieße bei einer Mittelklasselimousine kann man für eine entsprechende Durchsicht auch schonmal 100-150 Euro einplanen.

Der nächste Posten ist der Verschleiß des Fahrzeuges. Dies berücksichtigt den Fakt, das ein Auto auch schonmal neue Bremsen, eine neue Kupplung, ggf. einen Zahnriemen, Reifen und ähnliche Teile benötigt. Dadurch das nicht alle Fahrzeuge die gleichen Ersatzteilkosten, die gleichen Lebenszyklen der Teile haben und hier auch der Fahrstil reinspielt ... wird diese Kalkulation entsprechend schwerer. Ich empfehle hier bei einem Kleinwagen mit Benzinmotor 40 Euro im Monat einzuplanen, bei einem Kleinwagen mit Dieselmotor 50 Euro, und diese Pauschale entsprechend steigender Fahrzeugklasse um jeweils 25 Euro im Monat zu steigern. Dieser Wert betrachtet selbstredend eine durchschnittliche Fahrleistung von 10.000 km pro Jahr. Übersteigt man diese deutlich, sollte man ruhig 10 Euro je zusätzlich gefahrener 5000 km draufrechnen. Man wird dieses Geld nicht jeden Monat benötigen, doch ein Austausch z.B. des Zahnriemens von 400 Euro muss ja auf die entsprechenden Monate verteilt werden, soll heißen man muss die entsprechenden finanziellen Reserven besitzen. Bzgl. realer Wartungskosten empfielt sich der Besuch des entsprechenden Fachforums hier bei Motor-talk.

Der nächste Punkt sind die variablen Kosten. Diese ergeben sich aus dem Kraftstoffverbrauch. Diesen kann man z.B. per www.spritmonitor.de ermitteln. Dort sind sehr viele Fahrzeuge gelistet mit Verbräuchen, die durch den Alltagseinsatz entstanden sind und die nicht anhand eines Zyklusverbrauchs ermittelt wurden, den eh nur die wenigsten erreichen. Diesen Schnittverbrauch kann man nehmen und für ein im Alltag normal gefahrenes Fahrzeug ansetzen. Würde man sich selbst als sportlichen Fahrer bezeichnen, würde Ich empfehlen 10% auf den Verbrauch aufzuschlagen, oder beim Schnittverbrauch das sparsamste Drittel zu ignorieren. Als ausgewiesener Schnellfahrer auf z.B. der BAB sollte man ruhig 20% auf den Schnittverbrauch aufschlagen, oder sich am verbrauchsintensivsten Drittel orientieren. Für die Kraftstoffkosten ist es nun wichtig ... wie lange man das Auto halten möchte. Im Durchschnitt ist der Preis für den Liter Kraftstoff jedes Jahr um 10 Cent gestiegen. Diese Teuerungsrate kann man auch für die Zukunft durchschnittlich annehmen. Wenn Ich ein Auto also z.B. 1 Jahr halten möchte, sollte ich den aktuellen Benzinpreis nehmen (z.B. unter www.aral.de zu finden) ... und 10 Cent aufschlagen und mit diesem die Kosten berechnen. Das fängt dann auch Ausreißer nach oben ab. Möchte ich das Auto 2 Jahre halten, dann würde Ich empfehlen 15 Cent aufzuschlagen. Dann mitteln sich die Preisanstiege im großen und ganzen raus und die Berechnung ist zumindest in der Grundannahme für 2-3 Jahre nutzbar. Wie sich dies jedoch de fakto entwickelt ist leider nicht genau vorhersagbar, so dass hier immer eine gewisse Unsicherheit vorhanden sein wird.

Es ist jedoch festzustellen ... das diese Berechnung nicht 100%ig genau ist, sondern lediglich der Orientierung dienen kann. Zum einen können sich die Versicherungseinstufungen eines Fahrzeuges ändern, so dass hier die Versicherungskosten sich verändern können, weiterhin sind Vorhersagen bzgl. der Benzinpreises nahezu unmöglich. Der errechnete Wert kann daher nur eine Orientierung sein, für mehr als 2 Jahre würde ich eine solche Rechnung nicht anstellen. Jedoch ist die Tendenz natürlich auch in 4 Jahren noch gleich. Aus einem in dieser Rechnung sehr günstigen Fahrzeug ist nicht in 4 Jahren eines der teuersten Autos geworden. Positionen können sich aber verschieben, wenn in den Kosten nur 30 Euro Differenz bestehen.

IV. Ich weiß nun welche Fahrzeuge für mich in Frage kommen

Nachdem nun aus dem Wust an Fahrzeugen von mobile.de und Co. noch eine Handvoll Typen und Motorisierungen übrig geblieben sind, muss man dahinterkommen, was die typischen Macken der einzelnen Fahrzeuge sind. Hierzu kann man ein entsprechendes Fachforum bei Motor-talk verwenden und dort nach den typischen Schwachstellen einer Baureihe und einer Motorisierung fragen. Weiterhin kann man mittels google.de nach einer Kaufberatung bzw. Mängelliste der Fahrzeuge suchen. Insbesondere bei älteren Fahrzeugen gibt es oftmals sehr ausführliche Kaufberatungen im Netz. Weiterhin kann man auf Quellen wie z.B. autobild.de nach einer Gebrauchtwagenberatung zum entsprechenden Typ suchen und sich z.B. in den jährlichen Veröffentlichungen des TÜVs über die regelmäßig auffallenden Mängel des Fahrzeuges informieren.

Viel Spass bei der Autosuche :)

Gruß Kester

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