Gemütliches Auto für 2000€ - Automatik - Sicher - geringer Verbrauch
Hallo liebe Motor Talker,
bereits seit einigen Jahren bin ich als Auto-Interessierter stiller Mitleser in dieser netten Community unterwegs, habe jedoch erst jetzt den Weg zur Registrierung gewagt, da ich ein akutes Anliegen habe.
Kurz zu meiner Vorgeschichte/Situation:
Ich bin 23 Jahre alt, gerade mit der Lehre fertig, in die erste eigene Wohnung gezogen und nutze "leihweise" den Golf 5 von Muttern.
In der Vergangenheit fuhr ich ein wunderschönes Honda Civic Coupe, leicht und fahraktiv, teure Versicherung, doch guter Spritverbrauch. Leider musste ich das Auto verkaufen, da ich einen Unfall damit hatte und das Geld zur Reperatur fehlte.
Danach kam ein schnellgekaufter, günstiger 316i Compact (E36), der sich als Fehlkauf entpuppte. Etwas blauäugig kaufte ich den Wagen unter Zeitdruck für 900 € und musste ihn ein knappes halbes Jahr später mit Motorschaden (auf dem Weg zur Abschlussprüfung 😁) für ein Schmerzensgeld abgeben.
Nun konnte ich dennoch immer den Wagen meiner Mutter nutzen (Golf 5 1.4 TSI 122 PS, 6-Gang), doch der Umstand, dass ich nun ausgezogen bin führt automatisch dazu, dass dies mittelfristig ein Problem wird, da es das einzige Auto meiner Eltern ist, und auch wenn sie wenig Fahren natürlich gerne -IHR- Auto nutzen möchten, wenn nötig.
Sorry für den langen Text, nun zum Wesentlichen:
Ich suche ein Auto, dass in erster Linie 3 Kriterien erfüllen muss:
Zuverlässigkeit - nicht wie der BMW mitten auf dem Arbeitsweg in Rauch aufgehen
Komfort- Damit meine ich vorallem ein möglichst ruhiges Innengeräusch, ich mag es leise im Innenraum
Sicherheit- Fahre täglich eine Unfallträchtige Landstraße (15.000KM/ p.A.), daher möchte ich nicht auf Sicherheit verzichten
Des Weiteren darf das Fahrzeug inklusive Tüv nicht mehr als 2000 € kosten, sollte möglichst mit ca. 8 Litern Spritverbrauch zu fahren sein und halt gemütlich sein.
Daher hätte ich auch gerne ein Automatikfahrzeug. Ansonsten sind nur elektrische Fensterheber und Airbags ein muss. Klima u. Sitzheizung wären Nice-to-have aber kein absolutes muss.
Was könnt ihr mir in meiner Situation empfehlen / vorschlagen?
Vielen Dank und beste Grüße
stay_classy
Beste Antwort im Thema
Zitat:
Original geschrieben von stay_classy
Wie sieht es beim Carisma mit dem Comfort aus? Den Innenraum finde ich recht grenzwertig optisch. Design außen ist mir recht gleichgültig, brauche auch kein Prestige, aber innen möchte ich mich schon wohl fühlen, wenn ich mich morgens in Auto setze.Mein Traumwagen wäre ein gepflegter E200 oder C180 Automatik, wenig Ausstattung, Rostfrei aus erster Rentnerhand mit neuem Service und von Privat.
Aber das ist leider mittlerweile sehr schwierig, und die Preise dann entsprechend.
Der Carisma ist absolut unsportlich, aber ein zuverlässiges Gemüt. Der zwischen 1995 und 2004 im ehemaligen DAF-Werk in Born/Holland gebaute Mittelklassewagen macht zwar durch keinerlei Spitzenwerte auf sich aufmerksam und liefert eigentlich in allen Disziplinen faden Durchschnitt, aber er ist sehr zuverlässig, komplett ausgestattet und geräumig, bietet gute Fahreigenschaften und solide Triebwerke, außerdem ist Rost im Ganzen kein Thema. Wer gern leidenschaftlich fährt, ist hier an der falschen Adresse, aber ich glaube, darum geht es hier auch gar nicht; der Mitsubishi ist eher ein Familienfreund und Alltagsheld. Der Carisma fährt sich unspektakulär und langweilig; am ehesten passen die braven Vierzylinder-Benziner mit 103, 115 und 122/125 PS zu diesem Wagen, auch die Diesel sind nicht schlecht. Die GDI-Benzindirekteinspritzer, oft gescholten, sind auch besser als ihr Image, wenn auch der von Mitsubishi versprochene Verbrauchsvorteil in der Praxis kaum zu erreichen ist. Automatikgetriebe sind selten. Dafür geriet die Verarbeitung solide; der aus diversen Volvo-, Renault- und Mitsubishi-Komponenten zusammengebaute Carisma ist ein solides Auto, die ideale Familienlimousine für den wenig autobegeisterten Mittvierziger, der werktags zur Arbeit pendelt, am Wochenende seine Lieben mit in den Verbrauchermarkt nimmt und sonntags spazieren fährt, die Werkstatt nur zur Inspektion aufsuchen möchte und für wenig Geld einfach nur ein gutes Auto haben will.
Die Ersatzteillage ist wie bei vielen älteren Fahrzeugen japanischer Hersteller trotz europäischer Produktionsstätte bescheiden: Bei spezifischen Ersatzteilen führt der Einkauf so gut wie immer zum Vertragshändler, und Mitsubishi hat in der Hinsicht in den letzten zehn Jahren stark abgerüstet. Es gibt nicht mehr viele Händler; einer pro Landkreis oder maximal zwei in größeren Kreisen ist die Regel - das ist nicht viel, und bei einem Low-Budget-Alltagsauto würde ich es mir überlegen, ob ich das auf mich nehmen möchte. Mitsubishi-Autos wie insbesondere der Carisma sind im Low-Budget-Segment durchaus nicht die schlechtesten Optionen; insbesondere erwähnter Carisma kann was und ist wirklich ein brauchbarer Mittelklassewagen zum fairen Preis. Aber wenn ich für Service oder den Kauf eines Ersatzteils, und bei Mitsubishi kann oft nur der Vertragshändler helfen, eine Stunde lang fahren muss, scheidet so etwas für mich trotz aller Vorzüge des Produkts an sich einfach aus. So weit fährt man vielleicht für einen geliebten Exoten oder den verhätschelten Traumwagen (und das dann auch von Herzen gern!🙂), nicht aber für eine Alltags-Limousine, die schon beim Kauf recht preiswert ist.
Zitat:
Ich rate hier zu einer Opel Omega B Limousine, da der Wagen meist aus Rentnerhand und daher gepflegt ist, sehr komfortabel und auch sicher ist. Obendrein eines der zuverlässigsten Autos die man für kleines Geld erstehen kann. Jedoch sollte man keinen der anfälligen V6 Motoren nehmen, sondern einen Vierzylinder. Hier sind auch die Gebrauchtwagen-Guides von italeri1947 zu empfehlen, dort nimmt der Omega auch eine große Rolle ein.
Danke für meine Ernennung -
ich rate zum 2.0-16V mit 136 PS - der 2.2-16V mit 144 PS ist ebenso gut und solide, den bekommt man für 2.000 Euro jedoch allenfalls als ehemaliges Polizeifahrzeug: Die sind zwar lückenlos scheckheftgepflegt, aber das Thema ist dabei, dass diese Fahrzeuge zerstückelte Innenräume haben (ausgebaute Spezialeinrichtungen für die Polizei), teilweise arge optische Macken und im schlimmsten Fall auch noch Rückstände von Folien, Beklebungen, Lackierungen oder den Warnlichtanlagen: Geschmackssache! Wenn ich aber den erstklassig erhaltenen Rentner-Omega für das selbe Geld bekomme - dann will ich den bitteschön auch!
Der Omega B gilt als eine sehr gute Wahl, denn oftmals trifft man den Rüsselsheimer Alltagsklassiker noch in sehr seriösem Zustand an. Gut erhaltene, wenig gefahrene und viel gepflegte Erste-Hand-Rentnerautos von freundlichen Leuten, die dicke Brillen tragen und Schlagersender hören, in einem Zuhause leben, in dem alles aus dunklem Holz besteht und der Fahrzeugbrief im Tresor lagert "damit ihn niemand an sich nimmt", gibt es zuhauf.
Gepflegte Erste-Hand-Omegas sind bei den Limousinen eigentlich eher die Regel; der typische Omega-Fahrer zählte beim Neuwagenkauf schon durchschnittlich weit über 60 Jahre. Diese Autos gilt es heute zu kaufen, und speziell die Limousinen sind in erster Linie eines: Extrem billig. Keiner will sie haben - das Senioren-Image schreckt viele vom Erwerb eines Opel Omega ab. Ein böses Klischee, aber es ist was dran. Meist wurde der Wagen nämlich als Limousine von älteren Herrschaften gekauft, die ihren Opel wenig fuhren, in der Garage abstellten, aber viel Geld in Service und Reparatur beim Opel-Händler "um die Ecke, wo wir schon den Omega A, den Rekord und in den 60ern den Kadett gekauft haben" investierten und, wenn es sein musste, auch bei 10-15 Jahre alten Omegas noch Rechnungen des Autohauses im vierstelligen Bereich anstandslos überwiesen, "weil die schon wissen, was sie machen und sich gut auskennen". Ich weiß, das ist ein böses Klischee, aber schaut euch die typischen Omega-Neuwagenkunden der 90er-Jahre an, dann wisst ihr: Das ist näher an der Realität, als man zunächst denkt! Platz hat der Omega satt, er ist sehr komfortabel, und wirklich gut zusammengebaut worden. Rost ist ab 1999 ein Fremdwort gewesen; vorher war der Omega B auch schon recht erträglich (auch ein 1994er kann als 2.0-16V ohne Rostprobleme ein guter Kauf sein, wurde er nachweislich gut gepflegt!).
Aber der Opel hat auch seine Schattenseiten: Im Interesse einer ehrlichen Beratung will ich diese nicht unterschlagen, auch wenn ich großer Omega-Liebhaber bin. Man muss aufpassen, denn beim Omega B sind die Baujahre 1994 bis 1997 qualitativ im Ganzen teilweise erheblich schlechter als die zwischen 1989 und 1993 gebauten, ausgereiften späteren Modelle des Vorgängermodells!
Zum verbesserungsbedürftigen Rostschutz kamen erstmals Elektroprobleme hinzu, die der Omega A nie gekannt hat - außerdem rostet der Omega B der ersten Baujahre noch aggressiver und gefährlicher als sein Vorgänger. Die Motoren sind auch nicht mehr so robust wie beim Omega A, wo die Technik keine Rätsel aufgibt; einzig die beiden Zweiliter-Benziner und mit Abstrichen auch den BMW-Dieselmotor kann man reinen Gewissens empfehlen, den Rest spart man lieber aus (ich meine die "Ecotec"-Sechszylinder namens 2.5 V6 und MV6). Auch die im Grunde sehr robusten Automatikgetriebe sind wartungsintensiv: Opel schaffte 1994 den Getriebeölwechsel ab, was sich als Trugschluss erwies. Hier muss man das Öl regelmäßig wechseln. Zahlreiche Händler haben diesen Unsinn damals auch nicht mitgemacht, indem sie die Kunden von Automatik-Omegas weiterhin auf die Wichtigkeit des ATF-Wechsels hingewiesen haben.
Die alte Opel-Automatik ist dafür ein problemloses, grundsätzlich enorm zuverlässiges Aggregat. Ältere Automatik-Autos stammen am besten von Opel, Mercedes oder von Herstellern, die ZF- oder Aisin-Getriebe verbaut haben (BMW, Citroen, Peugeot, Volvo...). Wichtig aber: Opel schaffte 1994 den Getriebeölwechsel ab, was sich als Trugschluss erwies. Der ATF-Ölwechsel ist zwingend vorzunehmen! Dauerthema Zahnriemen: Alle 60.000 Kilometer ist er beim X20XEV (2.0-16V) zu wechseln - und zwar dringlichst!
Von den Baujahren bis Sommer 1997 rate ich jedoch ab, denn im Grunde setzte Opel die selben Anfangsschwierigkeiten des Omega A (1986-1988) beim Nachfolger von 1994 bis 1997 genau so fort oder schaffte das Kunststück, sie noch schlimmer werden zu lassen. Man versprach zwar überall, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, aber letzten Endes trat das Gegenteil ein: Der frühe Omega B sprengte alle bekannten Grenzen! Auch wenn es mir als Opel- und insbesondere Omega-Fan schmerzt: Man kann das nicht verleugnen!
Auch unschön: Die Lackabplatzer; schon kleine Steinschläge sorgen für großflächige Lackschäden. Mangelhafte Lackqualität am Omega B betraf vor allem Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierungen (aufpreispflichtig). Stinkende oder ganz defekte Klimaanlagen, Zentralverriegelungen, Radios und Displays sowie ratternde Tachowellen sind auch gut bekannt!
Die gute Pflege durch viele ältere Omega-Limousinen-Fahrer konnte zwar vieles im Zaum halten, aber eben auch nicht alles. Es mag noch absolut rostfreie 1994er Omega B geben, sicher - aber dafür sind umso mehr bereits vor Jahren entsorgt worden, und das in einem Alter, in dem andere gehobene Mittelklassen jener Jahre (Audi A6 C4, BMW E34, Mercedes W124/W210) erst so richtig in Fahrt kamen, gehobene Gebrauchtwagenpreise erzielten und gut verkauft wurden - und sogar der geschmähte Scorpio überlebte viele frühe Omegas. Gemessen am Gesamtbestand, dürfte es mehr alte Scorpios als alte Omegas noch geben. Das ist für ein Auto, das mit "wir haben verstanden" beworben wurde und als Oberklasse galt, eigentlich sehr schwach, so schade das auch ist!
Das mit den geringeren Verkaufszahlen des Omega B hing aber auch stark mit den gestiegenen Preisen und der anderen Positionierung zu; der Omega A war hier noch "bürgerlicher", "erschwinglicher" und weniger auf Oberklasse konzipiert. Nicht zu vergessen der allgemeine Wandel: Mancher, der noch den Omega A gekauft hat, griff beim nächsten Neuwagenkauf eher auf kleinere Konzepte wie Vectra und Astra zurück - oder wechselte die Marke. Gern gekauft wurden damals japanische Komplettpakete wie Mitsubishis Galant E50, der ab 1993 gebaut wurde, der Toyota Carina E, der neue, geduckte Honda Accord ab Ende '92 oder auch der Nissan Primera sowie der sechs-zwo-sechs von Mazda, nachdem Mazda ab Ende 1993 wieder ein preiswertes Einstiegsmodell angeboten hatte. Auch die preislich sehr attraktiven Auslaufmodelle vom Audi 100 C4 sowie die Tatsache, dass es inzwischen nicht mehr auf die Größe eines Autos ankam, sondern mehr Umweltbewusstsein im Vordergrund stand, und fernerhin, dass ein Gebrauchter nicht mehr als "Arme-Leute-Auto" galt, kratzten am Omega B.
37 Antworten
Mein Nachbar ist 46 und fährt jedes Jahr zwischen 30 und 40.000 Kilometern mit seinem alten Rover. Das Coupe erhält beim Kauf frischen TÜV, außerdem kann man den noch ordentlich runterhandeln (eben wegen der vielen Kilometer)...
HIER wäre noch einmal ein ähnliches Inserat, allerdings mit deutlich weniger Kilometern. Vielleicht stimmt das ja den einen oder anderen Kritiker milde...
Zitat:
Original geschrieben von stay_classy
Wie sieht es beim Carisma mit dem Comfort aus? Den Innenraum finde ich recht grenzwertig optisch. Design außen ist mir recht gleichgültig, brauche auch kein Prestige, aber innen möchte ich mich schon wohl fühlen, wenn ich mich morgens in Auto setze.Mein Traumwagen wäre ein gepflegter E200 oder C180 Automatik, wenig Ausstattung, Rostfrei aus erster Rentnerhand mit neuem Service und von Privat.
Aber das ist leider mittlerweile sehr schwierig, und die Preise dann entsprechend.
Der Carisma ist absolut unsportlich, aber ein zuverlässiges Gemüt. Der zwischen 1995 und 2004 im ehemaligen DAF-Werk in Born/Holland gebaute Mittelklassewagen macht zwar durch keinerlei Spitzenwerte auf sich aufmerksam und liefert eigentlich in allen Disziplinen faden Durchschnitt, aber er ist sehr zuverlässig, komplett ausgestattet und geräumig, bietet gute Fahreigenschaften und solide Triebwerke, außerdem ist Rost im Ganzen kein Thema. Wer gern leidenschaftlich fährt, ist hier an der falschen Adresse, aber ich glaube, darum geht es hier auch gar nicht; der Mitsubishi ist eher ein Familienfreund und Alltagsheld. Der Carisma fährt sich unspektakulär und langweilig; am ehesten passen die braven Vierzylinder-Benziner mit 103, 115 und 122/125 PS zu diesem Wagen, auch die Diesel sind nicht schlecht. Die GDI-Benzindirekteinspritzer, oft gescholten, sind auch besser als ihr Image, wenn auch der von Mitsubishi versprochene Verbrauchsvorteil in der Praxis kaum zu erreichen ist. Automatikgetriebe sind selten. Dafür geriet die Verarbeitung solide; der aus diversen Volvo-, Renault- und Mitsubishi-Komponenten zusammengebaute Carisma ist ein solides Auto, die ideale Familienlimousine für den wenig autobegeisterten Mittvierziger, der werktags zur Arbeit pendelt, am Wochenende seine Lieben mit in den Verbrauchermarkt nimmt und sonntags spazieren fährt, die Werkstatt nur zur Inspektion aufsuchen möchte und für wenig Geld einfach nur ein gutes Auto haben will.
Die Ersatzteillage ist wie bei vielen älteren Fahrzeugen japanischer Hersteller trotz europäischer Produktionsstätte bescheiden: Bei spezifischen Ersatzteilen führt der Einkauf so gut wie immer zum Vertragshändler, und Mitsubishi hat in der Hinsicht in den letzten zehn Jahren stark abgerüstet. Es gibt nicht mehr viele Händler; einer pro Landkreis oder maximal zwei in größeren Kreisen ist die Regel - das ist nicht viel, und bei einem Low-Budget-Alltagsauto würde ich es mir überlegen, ob ich das auf mich nehmen möchte. Mitsubishi-Autos wie insbesondere der Carisma sind im Low-Budget-Segment durchaus nicht die schlechtesten Optionen; insbesondere erwähnter Carisma kann was und ist wirklich ein brauchbarer Mittelklassewagen zum fairen Preis. Aber wenn ich für Service oder den Kauf eines Ersatzteils, und bei Mitsubishi kann oft nur der Vertragshändler helfen, eine Stunde lang fahren muss, scheidet so etwas für mich trotz aller Vorzüge des Produkts an sich einfach aus. So weit fährt man vielleicht für einen geliebten Exoten oder den verhätschelten Traumwagen (und das dann auch von Herzen gern!🙂), nicht aber für eine Alltags-Limousine, die schon beim Kauf recht preiswert ist.
Zitat:
Ich rate hier zu einer Opel Omega B Limousine, da der Wagen meist aus Rentnerhand und daher gepflegt ist, sehr komfortabel und auch sicher ist. Obendrein eines der zuverlässigsten Autos die man für kleines Geld erstehen kann. Jedoch sollte man keinen der anfälligen V6 Motoren nehmen, sondern einen Vierzylinder. Hier sind auch die Gebrauchtwagen-Guides von italeri1947 zu empfehlen, dort nimmt der Omega auch eine große Rolle ein.
Danke für meine Ernennung -
ich rate zum 2.0-16V mit 136 PS - der 2.2-16V mit 144 PS ist ebenso gut und solide, den bekommt man für 2.000 Euro jedoch allenfalls als ehemaliges Polizeifahrzeug: Die sind zwar lückenlos scheckheftgepflegt, aber das Thema ist dabei, dass diese Fahrzeuge zerstückelte Innenräume haben (ausgebaute Spezialeinrichtungen für die Polizei), teilweise arge optische Macken und im schlimmsten Fall auch noch Rückstände von Folien, Beklebungen, Lackierungen oder den Warnlichtanlagen: Geschmackssache! Wenn ich aber den erstklassig erhaltenen Rentner-Omega für das selbe Geld bekomme - dann will ich den bitteschön auch!
Der Omega B gilt als eine sehr gute Wahl, denn oftmals trifft man den Rüsselsheimer Alltagsklassiker noch in sehr seriösem Zustand an. Gut erhaltene, wenig gefahrene und viel gepflegte Erste-Hand-Rentnerautos von freundlichen Leuten, die dicke Brillen tragen und Schlagersender hören, in einem Zuhause leben, in dem alles aus dunklem Holz besteht und der Fahrzeugbrief im Tresor lagert "damit ihn niemand an sich nimmt", gibt es zuhauf.
Gepflegte Erste-Hand-Omegas sind bei den Limousinen eigentlich eher die Regel; der typische Omega-Fahrer zählte beim Neuwagenkauf schon durchschnittlich weit über 60 Jahre. Diese Autos gilt es heute zu kaufen, und speziell die Limousinen sind in erster Linie eines: Extrem billig. Keiner will sie haben - das Senioren-Image schreckt viele vom Erwerb eines Opel Omega ab. Ein böses Klischee, aber es ist was dran. Meist wurde der Wagen nämlich als Limousine von älteren Herrschaften gekauft, die ihren Opel wenig fuhren, in der Garage abstellten, aber viel Geld in Service und Reparatur beim Opel-Händler "um die Ecke, wo wir schon den Omega A, den Rekord und in den 60ern den Kadett gekauft haben" investierten und, wenn es sein musste, auch bei 10-15 Jahre alten Omegas noch Rechnungen des Autohauses im vierstelligen Bereich anstandslos überwiesen, "weil die schon wissen, was sie machen und sich gut auskennen". Ich weiß, das ist ein böses Klischee, aber schaut euch die typischen Omega-Neuwagenkunden der 90er-Jahre an, dann wisst ihr: Das ist näher an der Realität, als man zunächst denkt! Platz hat der Omega satt, er ist sehr komfortabel, und wirklich gut zusammengebaut worden. Rost ist ab 1999 ein Fremdwort gewesen; vorher war der Omega B auch schon recht erträglich (auch ein 1994er kann als 2.0-16V ohne Rostprobleme ein guter Kauf sein, wurde er nachweislich gut gepflegt!).
Aber der Opel hat auch seine Schattenseiten: Im Interesse einer ehrlichen Beratung will ich diese nicht unterschlagen, auch wenn ich großer Omega-Liebhaber bin. Man muss aufpassen, denn beim Omega B sind die Baujahre 1994 bis 1997 qualitativ im Ganzen teilweise erheblich schlechter als die zwischen 1989 und 1993 gebauten, ausgereiften späteren Modelle des Vorgängermodells!
Zum verbesserungsbedürftigen Rostschutz kamen erstmals Elektroprobleme hinzu, die der Omega A nie gekannt hat - außerdem rostet der Omega B der ersten Baujahre noch aggressiver und gefährlicher als sein Vorgänger. Die Motoren sind auch nicht mehr so robust wie beim Omega A, wo die Technik keine Rätsel aufgibt; einzig die beiden Zweiliter-Benziner und mit Abstrichen auch den BMW-Dieselmotor kann man reinen Gewissens empfehlen, den Rest spart man lieber aus (ich meine die "Ecotec"-Sechszylinder namens 2.5 V6 und MV6). Auch die im Grunde sehr robusten Automatikgetriebe sind wartungsintensiv: Opel schaffte 1994 den Getriebeölwechsel ab, was sich als Trugschluss erwies. Hier muss man das Öl regelmäßig wechseln. Zahlreiche Händler haben diesen Unsinn damals auch nicht mitgemacht, indem sie die Kunden von Automatik-Omegas weiterhin auf die Wichtigkeit des ATF-Wechsels hingewiesen haben.
Die alte Opel-Automatik ist dafür ein problemloses, grundsätzlich enorm zuverlässiges Aggregat. Ältere Automatik-Autos stammen am besten von Opel, Mercedes oder von Herstellern, die ZF- oder Aisin-Getriebe verbaut haben (BMW, Citroen, Peugeot, Volvo...). Wichtig aber: Opel schaffte 1994 den Getriebeölwechsel ab, was sich als Trugschluss erwies. Der ATF-Ölwechsel ist zwingend vorzunehmen! Dauerthema Zahnriemen: Alle 60.000 Kilometer ist er beim X20XEV (2.0-16V) zu wechseln - und zwar dringlichst!
Von den Baujahren bis Sommer 1997 rate ich jedoch ab, denn im Grunde setzte Opel die selben Anfangsschwierigkeiten des Omega A (1986-1988) beim Nachfolger von 1994 bis 1997 genau so fort oder schaffte das Kunststück, sie noch schlimmer werden zu lassen. Man versprach zwar überall, aus der Vergangenheit gelernt zu haben, aber letzten Endes trat das Gegenteil ein: Der frühe Omega B sprengte alle bekannten Grenzen! Auch wenn es mir als Opel- und insbesondere Omega-Fan schmerzt: Man kann das nicht verleugnen!
Auch unschön: Die Lackabplatzer; schon kleine Steinschläge sorgen für großflächige Lackschäden. Mangelhafte Lackqualität am Omega B betraf vor allem Metallic- oder Mineraleffekt-Lackierungen (aufpreispflichtig). Stinkende oder ganz defekte Klimaanlagen, Zentralverriegelungen, Radios und Displays sowie ratternde Tachowellen sind auch gut bekannt!
Die gute Pflege durch viele ältere Omega-Limousinen-Fahrer konnte zwar vieles im Zaum halten, aber eben auch nicht alles. Es mag noch absolut rostfreie 1994er Omega B geben, sicher - aber dafür sind umso mehr bereits vor Jahren entsorgt worden, und das in einem Alter, in dem andere gehobene Mittelklassen jener Jahre (Audi A6 C4, BMW E34, Mercedes W124/W210) erst so richtig in Fahrt kamen, gehobene Gebrauchtwagenpreise erzielten und gut verkauft wurden - und sogar der geschmähte Scorpio überlebte viele frühe Omegas. Gemessen am Gesamtbestand, dürfte es mehr alte Scorpios als alte Omegas noch geben. Das ist für ein Auto, das mit "wir haben verstanden" beworben wurde und als Oberklasse galt, eigentlich sehr schwach, so schade das auch ist!
Das mit den geringeren Verkaufszahlen des Omega B hing aber auch stark mit den gestiegenen Preisen und der anderen Positionierung zu; der Omega A war hier noch "bürgerlicher", "erschwinglicher" und weniger auf Oberklasse konzipiert. Nicht zu vergessen der allgemeine Wandel: Mancher, der noch den Omega A gekauft hat, griff beim nächsten Neuwagenkauf eher auf kleinere Konzepte wie Vectra und Astra zurück - oder wechselte die Marke. Gern gekauft wurden damals japanische Komplettpakete wie Mitsubishis Galant E50, der ab 1993 gebaut wurde, der Toyota Carina E, der neue, geduckte Honda Accord ab Ende '92 oder auch der Nissan Primera sowie der sechs-zwo-sechs von Mazda, nachdem Mazda ab Ende 1993 wieder ein preiswertes Einstiegsmodell angeboten hatte. Auch die preislich sehr attraktiven Auslaufmodelle vom Audi 100 C4 sowie die Tatsache, dass es inzwischen nicht mehr auf die Größe eines Autos ankam, sondern mehr Umweltbewusstsein im Vordergrund stand, und fernerhin, dass ein Gebrauchter nicht mehr als "Arme-Leute-Auto" galt, kratzten am Omega B.
Der verkratzte, beige-weiße Volvo S70 2.5 Automatik ist ein Glücksgriff - seriöser geht es kaum noch. Im Inserat bleiben keine Fragen offen; das Auto ist ohne Frage ein sehr guter Gegenwert. Aber er ist keine 3.000 Euro mehr wert - 2.200 Euro und nicht mehr wären zu zahlen! Den will keiner haben: Volvo als Limousine, alte Automatik, deutliche optische Macken, weißer Lack - das ist ein Langsteher; da muss man erbarmungslos handeln! Wer so etwas verkauft, der muss Kompromisse eingehen. 3.500 Euro sind noch schlimmer - noch nicht einmal eine Basis-E-Klasse von damals wäre so viel Geld wert, und die ist gefragter als ein Stufenheck-Volvo. Historie hin und her; ist alles schön und gut, steigert aber nicht den Wert eines so unbeliebten Fahrzeugs. Wenn du Interesse hast, melde dich dort mal - aber mehr als 2.500 Euro (höchstens!) sind nicht zu bezahlen. Wenn du warten kannst, warte ab - der wird definitiv billiger: Da hat jemand offenbar auch keine Ahnung, was er da verkauft!
Zum Thema "niedriger Verbrauch" sei gesagt, dass eine alte Automatik aus den 80er- oder 90er-Jahren kein Sparwunder sein kann. Zehn Liter sollte man einkalkulieren - wobei die Basismotorisierung nicht immer am sparsamsten ist. Der Audi 80 2.0 Automatik mit 90 PS, eine echte Wanderdüne überdies, kann bis zu vierzehn Liter schlürfen, was angesichts der erzielten Fahrwerte ein Witz ist und schon 1992 nicht sparsam war. Der Audi 80 2.0E Automatik mit 115 PS braucht etwas weniger und ist zudem deutlich schneller, auch wenn keine Wunderwerke zu erwarten sind!
Ansonsten wäre Mercedes ein dickes Thema, das man unbedingt im Auge haben muss: Ich würde einen Mercedes C180 W202 empfehlen - bevorzugt aus erster Rentnerhand mit geringen Kilometerständen; für 2.000 Euro kann man so etwas kaufen. Ein Baujahr vor April 1997 ist aufgrund des danach schlechteren Rostschutzes vorteilhaft und empfehlenswert. Der alte 190er ist sicher auch ein Tipp und ein pflegeleichtes Fahrzeug, aber enger, weniger sparsam, meist schlechter ausgestattet und einfach "älter", was man auch spürt - ich würde den moderneren W202 mit ABS und zwei Airbags (ab Ende 1994; vorher ein gern gekauftes Aufpreis-Extra) bevorzugen, wenn ich den auch schon dafür haben kann. Beim W124 gilt Selbiges, zumal der oft schon unappetitlich teuer ist: Da kann man den W210 für weniger Geld kaufen und kriegt ein faktisch in jeder Hinsicht zeitgemäßeres Auto. Mein E280 Classic Automatik von 1996 kostete weniger als 2.000 Euro und stammte aus erster Hand von einer alten Dame, deren verstorbener Mann den Wagen einst neu gekauft hat. Er geizt zwar mit der Ausstattung, ist jedoch sehr gepflegt (nicht nur nach Scheckheft). Schaue da auch am besten einmal nach einem E200 W210.
Die C-Klasse W202 gilt als einer der besten Low-Budget-Gebrauchtwagen überhaupt. Oft gibt es wie beim Opel Omega sehr gute Exemplare aus Rentnerhand, bei denen, dreht man zur Probefahrt den Schlüssel um, der örtliche Radiosender für Schlager und Volksmusik in voller Lautstärke durch den Innenraum dröhnt - in der Regel ein gutes Zeichen.
Bis ein W202 mal wirklich aggressiv rostet und Durchrostungen sich einstellen, muss schon sehr viel geschehen, die Technik an sich genießt bei geringem Wartungsaufwand das ewige Leben. Echte Schwachstellen sind sehr selten. Zudem sind bei Mercedes-Benz alle Teile ziemlich preiswert und immer lieferbar. Mercedes fahren ist gar nicht so teuer, wenn man sich damit auseinandersetzt.
Ich würde mir vielleicht einen W202 als C180 Automatik mit fünfstelliger und nachvollziehbarer Laufleistung kaufen; für 2.000 Euro gibt es so was, auch wenn das keine voll ausgestatteten Fahrzeuge mit allen Extras sind: Schiebedach, Kasettenradio, vielleicht Metalliclackierungen und klappbare Rücksitze oder eine Hängerkupplung, ab Ende 1995 verstärkt eine manuelle Klimaanlage, eine Mittelarmlehne vorn und elektrische Fensterheber - aber das reicht ja auch aus. Teilweise gibt es auch verträumte Farbkombinationen mit knallroten oder blauen Innenräumen - ein Volltreffer!
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Vielleicht auch interessant wäre dieser Pontiac Sunbird. Erste Hand und in einem (augenscheinlich) guten Zustand.
Diese ganzen Exoten würde ich ausschließen. Sicher sind das allesamt nette Autos, auch der Sunbird wirkt zum Beispiel wirklich gepflegt, der 1992er Rover aus Rentnerhand ist noch hübscher - aber die Teileversorgung kann heikel und teuer werden. Muss das sein?
Also erst einmal besten Dank an italeri!!! Werde gleich noch einmal genau durchlesen, deine genialen Blog kenne ich bereits.
Exotische und extravagante Autos kommen absolut nicht in frage! Es muss gutmütige, dankbare Technik sein, die jede Hinterhofwerkstatt im zweifel Instandsetzen kann!
Favoriten bisher: w202 c180 und opel omega!
Vielen dank schon mal.
Entschuldigt Bitte dir Orthographie, tippe gerade vom Handy aus!
Beste grüße
Stay_classy
Bei allen sehr guten Fahrzeugtipps bitte eines bedenken:
Zitat:
Original geschrieben von stay_classy
Ich suche ein Auto, dass in erster Linie 3 Kriterien erfüllen muss:Zuverlässigkeit - nicht wie der BMW mitten auf dem Arbeitsweg in Rauch aufgehen
stay_classy
Dafür kann dir in der 2000-Euro-Klasse letztlich niemand eine Gewähr geben.
Solch ein Fahrzeug kann (bei entsprechender Pflege und Investitionen) 10 Jahre oder auch ewig halten - aber auch hier gibt es die Fälle, wo sich ein Rentnerfahrzeug nach einem halben Jahr als das berühmte "Fass ohne Boden" herauskristallisiert, welches man dann doch besser in den Export weiterreicht.
Ich möchte hier nichts "mies machen" - ich bin mit einigen Altwagen besser gefahren als mit neueren, günstiger meist sowieso - aber hier im Forum sind die Erwartungen gerade in der Kleinpreis-Klasse oft besonders hoch.
Und umso größer die Enttäuschung, wenn dann doch mal einige Hunderter Reparaturkosten anfallen, kurze Zeit später geht noch die Kopfdichtung hops..
Und das, wo doch das Fahrzeug als so solide galt!.
Einen W202 mit seriöser Historie halte ich auch für absolut empfehlenswert, dennoch ist ein Bekannter damit (Reparaturen) "reingefallen", und auch hier zeigt ja ein Blick in die Markenforen, was eben doch so passieren kann.
Ganz ohne Grund ist es eben nicht, dass so ein Fahrzeug nach 15, 16, 17 Jahren nur noch einen Bruchteil des Neupreises kostet.
Glück und Pech können einfach nah beieinander liegen, wenn man so ein Fahrzeug im ganz normalen Alltagseinsatz nutzt, darüber sollte man sich vorher bewusst sein.