Gelogene Herstellerangaben
Hallo
Mich würde einmal die Rechtliche Seite interessieren.
Ich kaufe mir ein neues Auto, weil ich aus der Beschreibung (Herstellerangaben)entnommen habe, das dieses Fahrzeug, ich nen ihn jetzt mal Smart 40% weniger Benzin verbraucht als mein alter Wagen.
Ich bin also einer der ersten ,die diesen Wagen kaufen und es liegen noch keine Tests von irgendwelchen Automobilclubs oder dergleichen vor.
Ich fahr also die ersten Tanks (auf vorschriftsmäßiger Weise) leer und bemerke einen wesentlich höheren Verbrauch als beim Hersteller angegeben. Reklamiere in der Werkstatt und trotz allem neuen Einstellungen und Überprüfungen und auch nachdem der Motor eingefahren ist der Verbrauch 30-50% höher als angegeben und es ist nichts daran zu ändern, es sei den ich stell den Wagen auf einen Prüfstand, schalte alle elektrischen Geräte aus, habe spezielle Reifen , spezielles Oel drinn und es ist absolut Windstill.
Wovon sprechen wir hier ? Von Betrug ? Ich würde sagen JA !
Von Betrug mit Vorsatz ? Ich würde sagen Ja !!
Von vorsätzlicher Arglistigen Täuschung ?? Ganz klar Ja !!
Den mein neues Auto verbraucht jetzt mehr als mein altes !!
WOW schlechtes Geschäft gemacht zumal ich Vielfahrer bin.
Und was sagt der Gesetzgeber dazu ?? Tja is wohl so
Was wäre der richtige Weg ??
Die Mehrverbrauchskosten sich vom Hersteller erstatten zu lassen ? Somit wär wenigstens der Vertrag erfüllt. (Wär wohl was umständlich)
Oder den Wagen wegen Nichterfüllung des angebotenen Artikels und Vertrags von 30-50% zurückzugeben ?
Wie denkt ihr darüber?
Müssen wir uns so einen Betrug gefallen lassen ??
Viele Grüße Wolfgang
10 Antworten
Da ich kein Jurist bin, kann ich zur rechtlichen Seite nichts beitragen. Aber mein Sohn, Azubi bei einer Kfz-Werkstatt wird auch regelmässig mit Kunden konfrontiert, die sich über den hohen Verbrauch beklagen (zum Teil um 100% über der Werksangabe). Diese Kunden schickt der Meister dann zu ihm. Er erklärt ihnen, wie die Werksangaben zustande kommen, und fährt dann mit ihnen einige Kilometer in ihrem Wagen - zunächst der Kunde am Steuer, dann er.
Das Resultat ist in der Regel, das der Kunde erkennt, wie man ohne nennenswerten Zeitverlust erheblich weniger verbraucht, und damit auch deutlich näher an den Werksangaben liegt. Ich liege mit meinem Wagen etwa 8% über der Werksangabe. Er hat mir bewiesen, das es sogar möglich ist, fast 30% unter der Werksangabe zu fahren.
Die Richtlinien zur Verbrauchsermittlung mögen nicht praxisgerecht sein. Sie wurden dafür geschaffen einen direkten Vergleich zu ermöglichen, auch wenn die ermittelten Werte in der Praxis kaum zu halten sind. Wie der tatsächliche Verbrauch in der Praxis dann aussieht, liegt zu 90% am Fahrer. Womit ich nicht gesagt haben will, das du nicht doch möglicherweise ein "Montagsauto" erwischt hast.
Da hast du rechtlich keine Chance.
Das ist keinesfalls eine Form von Betrug.
Du musst dich nur erstmal informieren, wie diese Verbrauchswerte zustande kommen.
Diese Angaben werden nach einer bestimmten Strecken- und km/h Vorgabe berechnet.
Das man im wirklichen Leben nie so fährt und nie die gleiche Strecke mit selben Kurven und Steigungen zurücklegt steht ja wohl außer Frage.
Also sind diese "Absolut-Werte" keinesfalls ein Maß dafür, wie viel bei "normaler" Fahrweise verbraucht wird.
Und da du auch bestimmt nirgends eine Aussage finden wirst in der steht, dass der angegebene Tiefst-Verbrauch auch bei normaler Fahrweise im täglichen Straßenverkehr gilt, liegt auch zu keiner Zeit ein Betrug vor!
Das sind nur absolute Tiefst-Werte, die real wahrscheinlich nie eintreten werden.
Es geht hier nicht um ein konkretes Beispiel.
Habe gestern im Fernsehen einen Bericht gesehen gesehen wie die Autoindustrie den Verbraucher mit Vorsatz täuscht.
Es ist klar das es schwer sein wird diese angegebenen Verbrauchswerte zu erreichen.
Sie müssen aber erreichbar sein.
In dem Fall wurde der neue Smart genannt, der sogar bis 60% mehr verbraucht.
Und nach umfangreichen Tests des ADAC die angegebenen Werte mit allen normal zu Verfügung stehenden Mittel auch nicht annähernd erreicht werden können.
Und das ist Betrug ! nur wenn sich alle betrügen lassen und sagen ja ja ist normal , dann ist das schon verwunderlich.
Wenn so bewust falsche Angaben vorgetäuscht werden wie soll man dann noch Vertrauen in das Auto haben, vieleicht sparen die noch an anderen Sachen um mit möglichst geringen Aufwand Kunden anzulocken.
Das Die es mit Versprechungen die nicht eingehalten werden können machen, haben Die ja bewiesen.
Also beim Smart CDI liegt laut Spritmonitor der Durchschnittsverbrauch mit 653 Fahrzeugen bei 4,29 l/100km Gesamtlaufleistung und Spritverbrauch insgesamt 13.624.682 km und 585.150 l
Wie hoch soll denn die Herstellerangabe gewesen sein?
Vermutlich hat man in der Sendung mal wieder Extrembeispiele herausgegriffen. Ich beklage mich jedenfalls nicht über den Verbrauch meiner Suzi SX4. Werksangabe 6,3 Liter. Um eine 7 vor dem Komma zu verbrauchen, müsste ich schon sehr agressiv fahren. Unser Bestwert vor wenigen Wochen: 4,429 L/100Km bei einer Fahrstrecke von 480 Km.
also bei mir liege ich auch teilweise unter herstellerangaben..weiß nicht was du da falsch machst...
Bitte jetzt nicht falsch vestehen
Es geht darum das jetzt der neue Smart laut ADAC diese Werte nicht erreichen können soll , weil unter absolut unrealistischen Bedingungen getestet wurde.
Wenn dem also so wäre, das er zwischen 30 und 40% mehr verbraucht, was hätte ich für Rechte als Verbraucher, da ich das Auto ja unter vollkommen anderen Voraussetzungen gekauft habe ?
Eines ist aber trotz dieser Betrachtung "Testverbrauch vs. Realität" festzustellen, es gibt Modelle und sogar ganze Hersteller die sehr deutlich über Angaben liegen und andere die da idR. nicht über 1 L abweichen.
Das kann ich mir wiederum nicht so ganz erklären. Kann man tatsächlich ein Motor durch Einbruch der Drehmomentkurve etc. an den relevanten Stellen für den Testzyklus so ausgestalten dass er dort wenig verbraucht und schon 200upm weiter oder tiefer gleich 50% mehr? Sowas in der Art wäre eine ansatzweise Erklärung.
Ah nennen wir doch Namen, war es nicht BMW wo die Abweichungen zum Realverbrauch extrem sind ? Lese massenhaft davon.
Aber Eins ist klar, 40% mehr unter der Annahme er fährt nicht mit quietschenden Reifen, ist wirklich sehr komisch. 1L bzw. bis 15% mehr muss man immer rechnen, aber doch nicht 40%. So extrem wird der Fahrstil wohl kaum sein.
Und übrigens die gleiche Rechtfertigungsart beim Testzyklus wie beim EuroNCAP Test wird mal wieder ausgepackt. Ich weiss dass ein definierter Zyklus sein muss um Vergleiche anstellen zu können, aber das ist kein Argument um die Praxisferne des Tests zu entkräften, wir wollen doch seriös argumentieren. Was spricht ein Heckaufprall beim Crashtest mitzumachen und die Geschwindigkeit leicht zu erhöhen und was spricht beim Verbrauchstestzyklus mal die Klimaanlage mitlaufen zu lassen und so zu fahren wie es im Alltag im Durchschnitt passiert? D.h. mehr Zuladung, mehr Stop and Go, auch ein gutes Stück mit 150 km/h u.s.w. Diese Stufenweise lineare Geschwindigkeit und andere praxisferne Umgebungsvariablen müssen nicht sein, ein Testzyklus kann auch anders definiert werden.
Ihr werdet sehen, in 10 Jahren werden sie ihn verändern, bis dahin werden sich aber alle schützend davor werfen und mit gequälten Argumenten das rechtfertigen was heute Standard ist.
p.s. Verklagen kann man versuchen, wenn sie aber bem Gutachten (und dieses nimmt ein Testzyklus als Grundlage, nicht den Praxisbetrieb) rauskommt dass es keine grosse Abweichung gibt, hat man Pech. Es ist quasi Dein Problem und Pflicht zu wissen dass der Testverbrauch nur der Testverbrauch ist.
Wenn Du Dir was auf so eine Angabe was für die Praxis herleitest, so ist es Dein Problem - so ihre Meinung. Auf "Aber andere Hersteller weichen nicht so stark von der Angabe in der Praxis ab" wird man Dir max. sagen dass sie damit mehr machen als sie müssen, aber daraus kan man kein Anspruch für Smart herleiten. Tut mir leid, bei aller Sympathie kann ich Dir nur raten das Teil zu verkaufen falls es Dich so sehr stört, alles andere ist sinnlos.
Aktueller Artikel vom 13. September 07 zum Thema:
Die Industrie dagegen wehrt sich gegen die Anschuldigungen. Für die Verbrauchsmessung werde der EU-weit gültige Standard NEFZ benutzt. Und dieser Standard habe nicht zum Ziel, den Verbrauch bei realen Fahrzuständen abzubilden, sondern Daten für den durchschnittlichen Verbrauch zu ermitteln, heißt es zum Beispiel vom Verband der Automobilindustrie (VDA). „Dass es zu Abweichungen je nach individuellem Fahrverhalten im Alltag kommt, ist also keineswegs überraschend“, sagt ein Sprecher des Verbandes. Umgekehrt sei es auch möglich, mit einem modernen Diesel-PKW die Werte zu unterschreiten.
Quelle: www.aol.de