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Dienstwagenbesteuerung - Limits?

Themenstarteram 24. Juli 2020 um 11:48

Hallo!

Gibt es bei der 0,5 Regelung für Plug-In Hybride eigentlich eine Obergrenze, die das Fahrzeug kosten darf?

22 Antworten

Nein, die Pauschalbesteuerung gilt für alle Fahrzeuge, der Wert des Fahrzeugs ist dabei egal. Es gab da sogar mal ein entsprechendes Urteil, welches sich mit dem "Neidfaktor" befasst. Theoretisch könntest Du also mit dem Bugatti Veyron zur Arbeit fahren, und den mit der 1% Regel versteuern. Bei Elektroautos gilt lediglich der verminderte Satz von 0,5%.

Hi, es gibt aber Limits, da das Fahrzeug als Dienstwagen "angemessen" sein muß und auch nach objektiver Betrachtung den Sinn eines Dienstwagens erfüllen muss.

Also Putzfrau / mann mit einem Bugatti zum Putzen zu fahren ist vermutlich nicht angemessen.

Auch, wie der eine Doktor, einen Ferrari als Dienstwagen anzumelden um mit ihm ein mal auf eine Medizinerkongress zu fahren, dann zur Inspektion und eine Ausfahrt im Jahr hat das Gericht als unzulässig bewertet und das Fahrzeug verlor den Status des "Dienstwagens".

Zudem muss man mit dem Dienstwagen auch eine gewisse "Dienstliche" Nutzung nachweisen in Form von dienstlich gefahrenen Kilometern.

Das ist aber grundsätzlich Voraussetzung für eine pauschale Besteuerung eines Dienstfahrzeugs. Je nach Finanzamt müssen mindestens 10, meistens aber mindestens 30-40% aller Fahrten dienstlich begründet sein. Wenn also die Putzfrau mit dem Ferrari zu ihren Kunden fährt, und z.B. mehr als 50% der gefahrerenen Kilometer im Jahr dienstlich waren, kann kein Finanzamt das ablehnen. Es kann höchstens den Nachweis per Fahrtenbuch verlangen, und wird dies in aller Regel auch tun.

Und wenn der Doktor nicht nur zum Kongress fährt, sondern regelmäßig zu seiner Praxis oder zu Patienten, wird das auch funktionieren. Vor allem dann, wenn es das einzige Fahrzeug ist, welches auf ihn zugelassen ist.

Der Punkt ist halt, das man dem Finanzamt glaubhaft machen kann, das dies das Hauptfahrzeug für seine Arbeit ist.

Bei all dem muss es aber völlig egal sein, wieviel das Auto wert ist. Der angesprochene Doktor hätte den Fall also auch verloren, wenn es sich um einen Polo gehandelt hätte.

Eine Angemessenheit des Dienstwagens muß gegeben sein, sonst gibts Ärger bei der Steuerprüfung. Eine Putzfrau wird keinen Ferrari pauschalbesteuert durchbekommen, selbst wenn sie damit wirklich zur Putzstelle fahren sollte. Da könnte man es höchstens über ein Fahrtenbuch versuchen.

Das schrieb ich ja, ein Fahrtenbuch muss geführt werden, um den Anteil der beruflichen Fahrten nachzuweisen. Die "Angemessenheit" hat aber nichts mit dem Fahrzeugpreis zu tun. Es wäre schließlich ungerecht wenn der Vorstand eines großen Konzerns ein 200000 Euro Fahrzeug absetzen dürfte, die Putzfrau aber nicht. Und was, wenn die Putzfrau so erfolgreich war, das sie mittlerweile viele Filialen hat, und deshalb viel verdient, bzw. viel Umsatz generiert, ihre Konkurrentin ihre selbständige Arbeit aber alleine ausführt? Darf diese dann kein teures Fahrzeug fahren? Das könnte vielleicht wichtig sein, um Erfolg zu vermarkten. Die Kunden kommen vielleicht extra zu ihr weil sie denken, wenn sie so erfolgreich ist, muss sie gut sein.

Deshalb hat "angemessen" nichts mit dem Fahrzeugpreis zu tun. Denn es wäre arrogant und verletzend zu sagen, das das Fahrzeug nicht zu einer "Putze" passt. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, nach Fahrzeugwert zu unterscheiden.

Und genau aus diesem Grund fahren auch viele Versicherungsvertreter oder Finanzberater teure Autos, um Erfolg zu suggerieren.

Nachtrag: Grundsätzlich muss aber jeder auch nachweisen, das der Umsatz bzw. Gewinn ausreichend ist, um nicht nur das Fahrzeug, sondern auch sein eigenes Leben davon finanzieren zu können. Wenn man nur 30000 Euro Umsatz macht, und sich dann ein 100000 Euro teures Fahrzeug finanziert, könnte man (das Finanzamt) stutzig werden. Aber warum z.B. sollte eine Putzfrau (z.B. im Jahr 2012, als es noch keine große Auswahl gab) kein Modell S absetzen können, wenn sie sich den Umweltschutz auf die Fahnen schreibt, und damit wirbt?

Zugegeben, der Bugatti war natürlich extrem, und würde vermutlich Probleme machen. Es sollte nur verdeutlichen, das der Fahrzeugwert nicht massgeblich ist.

Ein Dienstwagen muß immer auch eine dienstliche Veranlassung haben, d.h in der Firma auch zum Firmenzweck genutzt werden können. Ich hatte das vor Jahren mit einem Betriebsprüfer mal durchgesprochen. Umsatz und Ertrag stimmen bei meinen Läden, einen Porsche Cayenne Turbo S hätte er durchgewunken (kann innerbtriebliche Transporte machen, Anhänger ziehen, Kunden vom Flughafen abholen, ...) einen viel billigeren 11er Carrera würde er bei meiner Firma immer als privat veranlaßt und damit verdeckte Gewinnausschüttung einstufen.

Um ein solches Auto einsetzen zu können müßtest Du z. B. Immobilienmakler für Schicki-Micki Wohnungen sein. Vor Jahren hat mal ein Unternehmens oder Vermögensberater (genau weiß ich es nicht mehr) einen Ferrari als Dienstwagen durchbekommen, der mußte dadür aber bis zum Bundesfinanzhof prozessieren.

Damit bestätigst Du ja meine Meinung, der teurere Wagen wäre durchgegangen. Aber klar, die Nutzung muss plausibel sein... :)

... wollte nur vermeiden, dass jemand sich aufgrund der "immensen" Förderungen für Dienstwagen unbedarft ins Abenteuer mit den Finanzbehörden stürzt.

Wenn eine Putzfrau 200.000€ verdient, dann hab ich den falschen Job. Oder sie "schafft an" - ist also Managerin damit ihrer Funktion einem Vorstand gleichzustellen.

Denke, wir kennen nicht die genauen Lebensumstände für die Frage. Wenn er Arbeitnehmer ist, dann ist das das Problem des Arbeitgebers.

Oder ist er Selbständig? Dann darf er sich mit den Tiefen der Steuergesetzgebung "herumschlagen"....

Wer weiß, vielleicht hat sie ja auch nur die richtige Klientel... :)

Aber es stimmt schon, das Fahrzeug muss "passen".

Dann darf es aber auch gerne etwas teurer sein...

Zitat:

@Christian Harm schrieb am 24. Juli 2020 um 20:48:36 Uhr:

Damit bestätigst Du ja meine Meinung, der teurere Wagen wäre durchgegangen. Aber klar, die Nutzung muss plausibel sein... :)

Du hattest von einer Putzfrau mit Ferrari geschrieben und der geht nie durch völlig egal wie viel Gewinn sie macht, selbst wenn es ein uralter Mondial also vergleichsweise billig wäre.

@ Stelen - darauf würde ich es ankommen lassen. Meine letzte "Meinungsverschiedenheit" bezüglich Dienstwagen hat das Finanzgericht zu meinen Gunsten entschieden.

Warum sollte sie keinen gebrauchten Ferrari gestattet bekommen, aber einen gleich teuren Passat? Zumindest, wenn sie ihr benötigtes Equipment da rein bekommt.

Vielleicht bietet sie ja auch Fahrzeugaufbereitung an, da wäre ein alter Testarossa ein schönes Aushängeschild

Aber das ist, zugegebenermaßen, auch alles etwas an den Haaren herbei gezogen.

Mir ging es halt in erster Linie darum, das die Frage des Dienstwagens eben nicht immer eine Frage des Preises ist.

Muss kurz nochmals intervenieren

Die Dienstwagenpauschale geht auf den "Bruttolistenneuwert". Also den Wert des Fahrezuges wie es urpsrünglich verkauft wurde. Ohne Sonderrabatte. Wer ein Fahrzeug mit 4 Jahren als Dienstwagen anmeldet zahlt geschäftlich die AFA für ein altes Fahrzeug - privat aber den vollen Satz. (Finde ich ungerecht...)

Heisst - unsere Regierung möchte haben, dass wir viele NEUE Autos kaufen.

Ein Ferrari kostet Neu 250.000€ (Beispiel).

Nach 4 Jahren ist er noch 125.000€ Wert. (Beispiel)

Mein geschäftlicher Anteil wird mit 125.000€ kalkuliert.

Mein privater Anteil ist 0,5% des Listenneupreises des Neuwagens pro MONAT. Wenn ich mich nicht verkalkuliert habe 1.250€ Privatanteil je Monat. Bei 12 Monaten ist also mein privater Anteil ca. 14.000€

Je nach Nutzungsgrad kann das sinnvoll sein.

Muss man halt kalkulieren, ob die Regelung für einen sinnvoll ist....

Das ist richtig, ich könnte mir aber vorstellen, das es bei Oldtimern anders gehandhabt wird, da sie ja, je nach Modell, auch teurer sein können, als sie neu gekostet haben.

Wissen tue ich das aber nicht...

Aber ein kleiner Denkfehler: Einen Ferrari müsstest Du mit 1% versteuern, da es kein E-Auto oder Hybrid ist. Es gibt zwar einen Hybriden, der ist aber meines Wissens kein Plugin.

Aber ein Model X würde auch schon als Beispiel reichen, und das kann gerne die 150000 überschreiten.

Vom Grundsatz her hast Du aber recht.

Oldtimer waren lange (ich weiß nicht ob das inziwschen geändert wurde) die perfekte Möglichkeit dem FA eine lange ase zu machen, wenn man mit einem alten Auto persönlich leben kann.

Ein perfekt restaurierter 300SE 6.3 geht als Limo immer locker durch. Mit Anschaffungskosten von sagen wir 300.ooo € mußte er dann nur mit den 100.ooo Mark also grob 50k€ die er seinerzeit neu gekostet hat versteuert werden. Das Einzige wo es da manchmal Sabbelei gab war, das das FA dafür auch eine Original-Asulieferungsrechnung oder zumindest eine Original-Preisliste aus dem Baujehr haben wollte.

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