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Beschleunigte Grundqualifikation im Ausland machen?

Themenstarteram 20. Dezember 2018 um 21:14

Hallo MT-Community,

seit 2012 bin ich im Besitz der Klasse CE. Um nun einen "vollwertigen" LKW-Schein mit der 95 als Eintrag zu besitzen muss ich die Beschleunigte Grundqualifikation absolvieren.

Das wäre auch kein Problem wenn nicht die hohen Kosten wären.

Aus diesem Grund würde ich gerne die Möglichkeit prüfen ob man im billigeren Ausland (Polen, Tschechien...) diese auch machen kann bzw. diese dann auch in Deutschland anerkannt wird.

Es geht hier auch nicht darum das Ding "geschenkt" zu bekommen. Ganz im Gegenteil, möchte auch etwas lernen. Nur die Kosten in Deutschland finde ich einfach unverschämt hoch.

Wo erwerben eure ausländischen Kollegen die 95? Gibt doch bestimmt auch Verkehrsausbildungszentren die nach einem einheitlichen Standard ausbilden.

Danke für die Hilfe!

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19 Antworten

...welche Führerscheinklassen hast du vorher und wann erworben?

Wenn du mindestens die Klasse BE vor dem 09.09.2009 erworben hast, bist du bereits automatisch grundqualifiziert.

BE erworben vor dem 09.09.2009 = Grundqualifikation

siehe Berufskraftfahrer-Qualifikation: Klasse BE 79.06 zum Zweiten

Schon so mancher hat aus Unwissenheit von Fahrschulen und auch Führerscheinbehörden eine Grundqualifikation absolviert um irgendwann hinterher festzustellen, dass das alles unnötig war.

Trifft obiges auf Dich zu, so benötigst du nur 5 Module für die "95".

PS: ...mit dem "Lernen", das kannste mal ganz schnell wieder vergessen... die Grundqualifikation, das sind ebenso wie die Module einfach nur etliche Stunden an Zeit absitzen um sich mit vollkommen lebensfremden Quatsch zutexten zu lassen.

Ich -CE bereits 2007 erworben und damit grundqualifiziert- hab mir die "Inhalte" so einer Grundqualifiaktion letztes Jahr während dreier "Modulsitzungen" bei denen auch ne nette "Grundqualifikantin" anwesend war mal angeguckt - Ergebnis: wennst im Gegensatz dazu das Telefonbuch auswendig lernen würdest, dann hätteste mit Sicherheit mehr davon.

Bei den nächsten Modulsitzungen werde ich mir mit Sicherheit was zum Lesen mitnehmen... z.B. das Buch für die Fachkunde Güterkraftverkehr... um die Zeit nicht komplett mit themenfremden Sachen tot zu schlagen ;)

Themenstarteram 20. Dezember 2018 um 21:44

Hallo Gast365,

vielen Dank für die nette Antwort. Das mit dem BE ist interessant. Hilft mir nur leider nicht weiter weil ich am 12.04.2002 nur B erworben habe.

Am 20.12.2012 habe ich C erworben und am 14.01.2013 dann noch CE. Somit muss ich die Beschleunigte Grundqualifikation absolvieren um die 95 zu bekommen. Zumindest laut den Informationen die mir vorliegen.

Was die Schulungen und Module betrifft denke ich ähnlich wie du. Aber gut, vielleicht gibt es ja doch etwas seriöses.

An die Sprache auch gedacht?

Themenstarteram 21. Dezember 2018 um 8:20

Ja!

die 95 muß dort gemacht werden

wo man seinen wohnsitz hat

da hat man nen D führerschein in dem die 95(neuerFS nöti) eingtragen wird

es gibt zahlreiche möglichkeiten in D die 5 module zu machen

oft sogar bei speditionen als "trittbrettfahrer"auch samstagskurse

zum evtl günstigeren ausl tarif kommt aber noch die unterkunft+berufliche untätigkeit

...er benötigt aber, wie es aussieht nicht nur 5 Module sondern tatsächlich ne Grundqualifikation... das sind mal eben 140 Stunden, in denen 35 Stunden Quark ähm Unterrichtsstoff mehrfach hin und her, rauf und runter, vorwärts und rückwarts runtergebetet wird um mühsam irgendwie die Zeit zu füllen.

Inhaltlich ists, wie oben schon erwähnt ebenso sinnvoll, wie wennst das Telefonbuch auswendig lernst... ich hab mir den Mist letztes Jahre von der hübschen "Grundqualifikantin" zeigen lassen - übrigends, das war die Chefin von einem kleinen Natursteinbetrieb, die den CE mit "95" gemacht hat um notfalls auch mal mitm firmeneigenen 7,5 Tonner Material zu einer Baustelle liefern zu können.

Themenstarteram 23. Dezember 2018 um 12:02

Und genau das ist der Schwachsinn an der Sache. Auch ich bräuchte die 95 nur um gelegentlich Material von A nach B zu fahren wenn ein Familienmitglied ausfällt.

Dafür nun aber so einen teuren und zum Teil auch sinnlosen Kurs zu machen wiederstrebt mir aber.

Ist euch generell schon mal aufgefallen das LKW-Fahrer der einzigste Beruf ist zu dem man als Angestellter Geld mitbringen muss.

- Grundqualifikation

- Module

- Gebühren für Führerscheinverlängerung

- ...

In manchen Fällen zahlen zwar die Speditionen aber das wird auch immer weniger.

Zitat:

@Renegade1000 schrieb am 23. Dezember 2018 um 12:02:24 Uhr:

...

Ist euch generell schon mal aufgefallen das LKW-Fahrer der einzigste Beruf ist zu dem man als Angestellter Geld mitbringen muss.

- Grundqualifikation

- Module

- Gebühren für Führerscheinverlängerung

- ...

In manchen Fällen zahlen zwar die Speditionen aber das wird auch immer weniger.

...das Problem an der Sache ist , dass die Fahrer endlich ihre "fetten, müden & platt gesessenen Ärsche" in die Höhe bringen müssen um mit den Füßen abzustimmen.

Das einzige was man von den Fahrern hört ist dummes Gejammere über die miesen Bedingungen, dazu die Dummheit vieler Fahrer, die sich von ihren Arbeitgebern instrumentalisieren lassen indem sie genau das in die Öffentlichkeit hinausposaunen, was diese ihnen vorbeten um die vorherrschende Situation zu zementieren.

Dass es die Herrn Spediteure seit Jahren eher Jahrzehnten nicht schaffen auf dem Markt entsprechend auskömmliche Frachtpreise durchzusetzen, weil sie sich lieber gegenseitig unterbieten, statt vernünftig zu wirtschaften... das hört man keinesfalls.

Es ist immer alles und alle anderen Schuld... Dieselpreise, Maut, die böse Konkurrenz aus dem Ausland und kaum regt sich endlich mal etwas, das die Situation verbessert... kommt das Gejammer vom angeblichen Fahrermangel.

NEIN, einen Fahrermangel gibt es nicht - es gibt zum Glück inzwischen einen Mangel an Idioten, die für 1.000,- bis 1.500,- EUR (brutto) 60 Stunden die Woche buckeln.

Leider, das hab ich in meiner Zeit als Fahrer festgestellt haben sehr viele Fahrer nicht den Arsch in der Hose (viele sind auch nicht gerade die hellsten Lichter aufm Kuchen) etwas an der Situation zu ändern... und genau deshalb ist die Situation so wie sie ist.

Im Gegenteil da solidarisieren sich die einheimischen Fahrer hilfsbereits noch mit den Fahrern der Dumping-Konkurrenz aus dem Ausland, die Frachtpreise und damit die Löhne und dazu die Arbeitsbedinungen in Grund und Boden fahren.

Hier so ein medienwirksam verwurstetes Beispiel, diese Volldeppen hier (klick), statt gegen die Verursacher des Problems vorzugehen, spannt man noch die Willkommens-Plakate für die Niedriglöhner auf und füttert se auf den Rastplätzen durch.

Andere Berufsgruppen, Handwerker, Arbeiter, Angestellte würden bei ähnlichen Arbeitsbedingungen & Löhnen schon seit Jahren den Aufstand proben, nur die Fahrer, ja die lassen sich seit Jahren von ihren Arbeitgebern... der Wirtschaft und im Endeffekt von der Gesellschaft, die als AG auf deren Leistung angewiesen ist verarschen.

Themenstarteram 24. Dezember 2018 um 21:24

Maulhelden gibt es genug und die Speditionen werden sich durch ihren Preiskampf selbst ruinieren.

Dann kommt Waberer und Co und zieht mit den Preisen wieder an.

...eine sehr große Ursache für die Dumping-Frachtpreise sehe ich im Leasing.

Praktisch jeder Depp kann sich dadurch von heute auf morgen LKWs kaufen und ne Spedition aufmachen. Die Einstiegshürden durch die Fachkundeprüfung / Transportgenehmigung und die 9.000,- EUR für den ersten und 5.000,- EUR für jeden weiteren LKW sind einfach zu niedrig.

Stehen nun die Leasing-Karren für pro Stück 2 bis 3.000,- EUR / Monat auf dem Hof... dann wird gefahren und zwar um jeden Preis, auch zu Dumping-Preisen um wenigstens einen Teil der Ausgaben / der Leasing-Rate zu erwirtschaften.

Bei Preisen zu denen jeder seinen eigenen / "bar gekauften" / abgezahlten LKW lieber in die Ecke stellt und sagt zu unter Preis fahr ich nicht rollt die Leasing-Karre noch immer, denn am nächsten ersten will die Bank Kohle sehen...

Wenn ich da an die kleine Spedition denke, wo ich damals angefangen hab zu fahren... wir hatten 4 SZM mit einer ganzen Armada ca. 20 Stück Auflieger, aber alles eigenes -teils auch recht altes- Material.

Der Chef und auch seine Frau hatten früher, bevor sie sich mit der Spedition selbstständig gemacht haben bei einer größeren Bank gearbeitet - da wurde die komplette Buchhaltung z.B. auch die Lohnabrechnung selbst gemacht und nicht durch ein externes Lohnbüro, was mir sagt, die beiden haben was auf dem Kasten und wußten was sie tun.

Regelmäßig, wenn die Frachtpreise schlecht / im Keller waren haben wir die LKWs stehen lassen und vorhandene Touren / Aufträge über Frachtenbörsen verkauft. Die Fahrer haben in der Zeit entweder Urlaub genommen oder waren aufm Hof und haben zusammen mit dem Chef Reparatur-/Servicearbeiten an den LKWs gemacht...

Ich kann mich noch gut an den Spruch des Chefs erinnern - Leute, wenn wir fahren würden, würden wird draufzahlen und Geld verbrennen, aber da draußen fahren so viele Idioten zu Preisen rum, da verdienen wir sogar noch gut an jeder verkauften Ladung... da wär ich ja dumm, wenn ich euch rausschicken würde.

Und wenn man sich so manche "große Spedition" anguckt, was machen die? Genau das, Ladungen nicht mehr selbst fahren, sondern nur noch vermitteln... oder kann mir mal jemand z.B. eine richtige Dachser-Zugmaschine zeigen, also nicht eine die nem Sub "gehört" und in Dachser-Farben lackiert ist.

Oder LKW-Walter... 2 Mrd. Umsatz mit grad mal 1.600 Mitarbeitern, das sind 1,25Mio. Umsatz pro Mitarbeiter... die bewegen ganz schöne Mengen, aber eine Zugmaschine hab ich jedenfalls von denen noch keine gesehen - nur Auflieger, die von Subs gezogen werden oder gleich ganze Züge von Subs.

Auf dem Markt gibt es so viele Deppen, die in der Sklaverei / unter der Knute der Kredite / des Fremdkapitals gezwungen sind zu jedem Preis zu fahren, da wärs dumm selbst LKWs zu kaufen.

Ich hab mir vor ein paar Wochen spaßeshalber mal vom Vogel-Verlag die Bücher zur Fachkunde Güterkraftverkehr und das Kraftverkehrshandbuch 2019 (44. Auflage) besorgt. Da sind sog. Kalkulationshilfen / Musterkalkulationen drin abgedruckt u.a. für einen Sattelzug mit Plane (Seite 241ff.) ... mal ein paar Zahlen daraus:

Zitat:

Leistungsdaten

  • Leer-km-Anteil: 12,80% = 14.720km
  • km-Leistung / Tag: 500km
  • Einsatztage im Jahr: 230
  • Jahreskilometerleistung: 115.000 km

Gesamtkosten im Jahr: 166.563,57 €

Jahresgewinn: 4.164,09 EUR

Umsatzziel im Jahr: 170.727,66 €

Umsatzziel am Tag: 742,29 €

Umsatzziel pro Stunde (9,0 Stunden Tag): 84,84 €

variable Kosten SZM / Auflieger / kmpl. Zug: 0,581 € / 0,024 € / 0,605 € pro km

variable Fahrzeugkosten gesamt / Jahr: 69.560,66 €

Fixkosten im Jahr SZM / Aufl. / kmpl. Zug: 97.002,91 € / 700,00 € / 97.702,91€

Fahrzeugfixkosten im Jahr (Steuern, Versicherung, Prüfkosten): 7.129,-€

Anschaffungskosten SZM / Auflieger: 75.000,-€ / 27.000,-€

Abschreibung (Afa, SZM 5 Jahre, Auflieger 6 Jahre): 19.500€

Zinssatz Finanzierung: 6,75% = 3.442,50€

Personal-/Verwaltungskosten: 51.637,27€

daraus ein paar interessante Posten:

  • Bruttolohn Fahrer pro Monat: (12x) 2.546,00€
  • Weihnachtsgeld Fahrer: 707,-€
  • Urlaubsgeld Fahrer: 510,-€
  • kalkulatorischer Aufwand für Urlaubs-/ Krankheitsvertretung: 20%

Arbeitgeberanteile

  • Rentenversicherung: 9,30%
  • Krankenversicherung: 7,30%
  • Pflegeversicherung: 1,28%
  • Arbeitslosenversicherung: 1,50%
  • Berufsgenossenschaft: 4,06%
  • sonstige Personal / Verwaltungskosten: 2.100,-€

Gemeinkosten (Vers., Dispoaufwand, Steuern, Verw.kosten, etc.): 15.294,14€

...jetzt einfach einmal die Gesamtkosten inkl. Gewinn & Risiko pro Gesamtkilometerleistung = 170.727,66€ / 115.000km = 1,48 € / km

...und zu welchen Preisen fahren se in der Realität?

2012 als ich aufgehört hab zu fahren, hat mir der damalige Chef erzählt er ist grad mitm Hauptspediteur / also dem AG -eine große intern. Spedition, Namen nenne ich jetz mal nicht- am Verhandeln... es geht um die magische 1,-EUR-Grenze.

Und ein Spediteur, den ich öfter mal beauftrage und der auch mal selbst zu uns auf den Hof zum Laden kommt hat mir erzählt, er hat den richtigen Fernverkehr / Skandinavien-Verkehr aufgehört zu fahren, weil der Preis inzwischen irgendwo zwischen 80 und 90 Cent / km liegt... da fährt er lieber fürs Baugewerbe.

Themenstarteram 25. Dezember 2018 um 11:28

Danke für die tolle Aufstellung und deine Erfahrungen + Beobachtungen. So kenne ich das auch Erzählungen auch noch.

Schuld am Verfall der Preise sind alle die sich ausbeutfn lassen. Es gibt immer wieder einen der seinen Kollegen in den Rücken fällt.

Deswegen lasse ich nur vom örtlichen Spediteur fahren dem seine 4 SZM und 7 Auflieger noch gehören. Da hab ich auch kein Problem ein paar Euro mehr zu bezahlen. Dafür kommt auch immer alles pünktlich und ordentlich ans Ziel. Zudem beschwert sich der Kunde auch nicht das er den Fahrer nicht verstanden hat.

Leben und Leben lassen!!!

Zitat:

@gast356 schrieb am 21. Dezember 2018 um 17:38:52 Uhr:

Grundqualifikation... das sind mal eben 140 Stunden, in denen 35 Stunden Quark

Es reichte auch die beschleunigte Grundquali, das ist EINE Prüfung von 7,5 Stunden, mehr nicht, keine Unterricht, nichts. Vorbereiten muss man sich dann selber.

Zitat:

@Renegade1000 schrieb am 23. Dezember 2018 um 12:02:24 Uhr:

LKW-Fahrer der einzigste Beruf ist zu dem man als Angestellter

NEIN, ist es nicht (wenn sowieso der einzige, nicht einzigste), es gibt etliche "Berufe" wo man selbst die Weiterbildungskosten zu tragen hat, z.B. Schweißer etc.

Vielleicht ist der LKW Fahrer aber der einzige, der so doof ist und das ganze selbst bezahlt und nicht die Firma zahlen lässt.

Wobei ich eigentlich niemanden kenne der das selbst bezahlt bei uns hier im Breich Südwestfalen/ Siegerland übernehmen das so gut wie immer die Unternehmer.

Zitat:

@worti32 schrieb am 26. Dezember 2018 um 12:15:26 Uhr:

Wobei ich eigentlich niemanden kenne der das selbst bezahlt bei uns hier im Breich Südwestfalen/ Siegerland übernehmen das so gut wie immer die Unternehmer.

da kennst du gott sei dank nur die guten

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