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Abgasgegendruck bei Turbodiesel verringern sinnvoll?

Themenstarteram 15. Mai 2018 um 21:57

Hallo

 

Habe seit 5 Wochen meinen ersten turbodiesel.

Bis jetzt dachte ich immer bei Turbo Motoren wäre es am besten gar keinen gegendruck ab dem Turbo zu haben. Entlastet den Turbo und er kann leichter drehen und die Temperaturen sinken in der AGA.

 

Jetzt hab ich Dr. Google befragt und da gehen die Meinungen anscheinend auseinander.

 

Könnt ihr rein technisch sagen ob es Sinn macht zb ab dem Turbo ein einfaches Rohr zu haben ohne Töpfe oder ist das zu vernachlässigen.

 

Mir geht's hier nicht um legal oder illegal und auch nicht um high end getunte 400ps Diesel. Sondern um einen Standart 2L Diesel

Beste Antwort im Thema

Abgasgegendruck brauchst du für das AGR Ventil. Die zurückgeführten Abgase müssen ja gegen Ladedruck "drücken". Deswegen muss der Abgasgegendruck höher sein als der Ladedruck.

Mit anderen Worten es besteht ein Zusammenhang zwischen der Luftmasse, Ladedruck, Abgasgegendruck und der Rückführrate. Das wird alles von der Motorsoftware akribisch berechnet. Ohne Abgasgegendruck funktioniert die Abgasrückführung nicht bzw. die Abgasreinigung. Wenn der Ladedruck höher wäre als der Abgasgegendruck, würde die Ladeluft durch das AGR Ventil in die Abgase gelangen, was wiederum zu viel Luftmasse am LMM und zu wenig Rückführrate bedeuten würde und ein moderner Diesel dank seiner Lambdasonden den Salat wahrnehmen würde hättest du einen Haufen Fehlermeldungen. Wenn die Abgasrückführrate nicht erfüllt ist, bekommst du Fehlermeldungen wie Sand am Meer und der Motor geht in den Notlauf. Da aber die neue Abgasuntersuchung den Schwindel auch merken würde, hast du auch ein Problem mit der AU.

Hier auf der Seite 17 steht einiges Darüber geschrieben:

https://books.google.de/books?...

Erst bei dem neuen Mercedes bzw. beim OM654 und OM656 werden die Abgase für die Rückführung HINTER dem DPF abgegriffen und der Verdichtung zurückgeführt. Diese Motor braucht keinen Abgasgegendruck, weil es zum Teil eine Niederdruck-Abasrückrührung hat. Bis die andern Hersteller soweit sind, dürften noch 10 Jahre vergehen. Das ist eine Innovation.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_OM_654#Aufladung_und_Abgas

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Zitat:

@e36-320i schrieb am 15. Mai 2018 um 21:57:48 Uhr:

Mir geht's hier nicht um legal oder illegal und auch nicht um high end getunte 400ps Diesel. Sondern um einen Standart 2L Diesel

Bei dem wäre es vollkommen sinnfrei.

Themenstarteram 15. Mai 2018 um 22:31

Warum?

 

Kann ich nicht genau bei den alltagsdiesel dadurch das ansprechverhalten und die thermische Verhalten verbessern?

Der Effekt dürfte sich im Rahmen der (leistungsmäßigen) Serienstreuung bewegen.

Nach dem Turbo sitzt der Kat und der hat es gerne warm um gut zu funktionieren. Kurzum es geht nicht nur um Leistung sondern immer stärker um Umwelt und saubere Verbrennung.

Abgasgegendruck brauchst du für das AGR Ventil. Die zurückgeführten Abgase müssen ja gegen Ladedruck "drücken". Deswegen muss der Abgasgegendruck höher sein als der Ladedruck.

Mit anderen Worten es besteht ein Zusammenhang zwischen der Luftmasse, Ladedruck, Abgasgegendruck und der Rückführrate. Das wird alles von der Motorsoftware akribisch berechnet. Ohne Abgasgegendruck funktioniert die Abgasrückführung nicht bzw. die Abgasreinigung. Wenn der Ladedruck höher wäre als der Abgasgegendruck, würde die Ladeluft durch das AGR Ventil in die Abgase gelangen, was wiederum zu viel Luftmasse am LMM und zu wenig Rückführrate bedeuten würde und ein moderner Diesel dank seiner Lambdasonden den Salat wahrnehmen würde hättest du einen Haufen Fehlermeldungen. Wenn die Abgasrückführrate nicht erfüllt ist, bekommst du Fehlermeldungen wie Sand am Meer und der Motor geht in den Notlauf. Da aber die neue Abgasuntersuchung den Schwindel auch merken würde, hast du auch ein Problem mit der AU.

Hier auf der Seite 17 steht einiges Darüber geschrieben:

https://books.google.de/books?...

Erst bei dem neuen Mercedes bzw. beim OM654 und OM656 werden die Abgase für die Rückführung HINTER dem DPF abgegriffen und der Verdichtung zurückgeführt. Diese Motor braucht keinen Abgasgegendruck, weil es zum Teil eine Niederdruck-Abasrückrührung hat. Bis die andern Hersteller soweit sind, dürften noch 10 Jahre vergehen. Das ist eine Innovation.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_OM_654#Aufladung_und_Abgas

Zitat:

@e36-320i schrieb am 15. Mai 2018 um 22:31:00 Uhr:

Warum?

Kann ich nicht genau bei den alltagsdiesel dadurch das ansprechverhalten und die thermische Verhalten verbessern?

Das thermische Verhalten eines Diesels wird durch die Motorsoftware genau berechnet. Der Motor entscheidet welche Verbrennungstemperatur er gerade haben möchte. Das passiert durch die Abgasrückführrate und durch die Anfettung des Gemisches und durch die Nacheinspritzung. Mein OM642 kann die Abgastemperatur von 240 Grad auf 700 Grad einfach so erhöhen und die Regeneration einleiten. Wenn die Regeneration zu Ende ist, wird die Temperatur in wenigen Sekunden wieder auf 250 Grad abgesenkt. Das Ganze bei konstanter Geschwindigkeit, selbst im Stand. Der Motor kann mit der Temperatur regelrecht spielen.

Ich weiß nicht wie alt dein Diesel ist aber ein Diesel Motor ist ein Dutzend Mal komplizierter als deine alten Benziner.

Willkommen in der Diesel Welt.

Themenstarteram 16. Mai 2018 um 6:16

Ok es würde sich in meinen Fall um den 2L Diesel aus dem Renault Trafic 2 mit 90ps bzw 115ps handeln m9r782/ 786

 

Das ist nur ein Euro 4 Motor ohne dpf bzw kat.

 

Warum sollte das AGR nicht funktionieren, der Gegenstück ist ja vorhanden

Zitat:

@e36-320i schrieb am 16. Mai 2018 um 06:16:06 Uhr:

Ok es würde sich in meinen Fall um den 2L Diesel aus dem Renault Trafic 2 mit 90ps bzw 115ps handeln m9r782/ 786

 

Das ist nur ein Euro 4 Motor ohne dpf bzw kat.

 

Warum sollte das AGR nicht funktionieren, der Gegenstück ist ja vorhanden

Damit AGR funktioniert, muss der Abgasgegendruck höher sein als der Ladedruck.

Wenn Ladeluft und Abgase vom AGR in der Mischkammer vermischt werden, muss das Druckverhältnis Abgasgegendruck +Ladedruck stimmen. Der Abgasgegendruck drückt sozusagen die Abgase gegen den Ladedruck in die Mischkammer.

Zitat:

 

Erst bei dem neuen Mercedes bzw. beim OM654 und OM656 werden die Abgase für die Rückführung HINTER dem DPF abgegriffen und der Verdichtung zurückgeführt. Diese Motor braucht keinen Abgasgegendruck, weil es zum Teil eine Niederdruck-Abasrückrührung hat. Bis die andern Hersteller soweit sind, dürften noch 10 Jahre vergehen. Das ist eine Innovation.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_OM_654#Aufladung_und_Abgas

VW verbaut in Deutschland kombinierte ND und HD-AGR schon seit einführung des MQB, also schon ein paar Jahre.

Davor bereits länger in den USA (seit 2008, also hast du Recht, andere Hersteller haben 10 Jahre gebraucht) mit indirekter LLK und zylinderdruckgeführter Verbrennung (Drucksensor in jedem Zylinder).

https://bit.ly/2L61wxm

 

In den europäischen Modellen alles seit MQB vorhanden. ;)

Uh, man lernt nie aus. So ein Bauer wie ich kennt nur seine Schafe.

Spannend. Der Dieselmotor wird immer komplizierter.

Themenstarteram 16. Mai 2018 um 11:21

Stimmt man lernt nie aus. Ich hab heute den wagen das erste mal von gesehen. Habe nicht gewusst das Diesel auch einen kat haben. Dachte immer das der dpf der kat bei den dieseln sei. :-)

 

Somit ist das entfernen eines Topfes eh Wurscht weil der Staudruck sowieso vom kat kommt.

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