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Quo vadis Kawa KZ 440?

Ein Newbie unter den Schraubern versucht sich an einer Kawa KZ 440 von 1980, die seit knapp 20 Jahren nicht mehr bewegt wurde. Viel zum Kaputtmachen gibt es nicht, aber viel zu Lernen!

20.05.2020 08:47    |    BMWFreeRiderO    |    Kommentare (5)

Danke an Gijs Coolen auf Pexels
Danke an Gijs Coolen auf Pexels

Der Blog hat einen Namen - den er nicht ohne Grund trägt: Wohin des Weges Kawa KZ 440?

 

Das drückt nämlich ziemlich gut aus, welche Fragen ich mir schon seit Anfang des Projektes stelle! Als erstes war da: "Goil, Scheunenfund, schick machen und dann wrrom wrrom", aber je näher man sich mit seinem Projekt auseinandersetzt - auseinandersetzen muss - desto mehr frage ich mich, was am Ende eigentlich dabei rauskommen soll.

 

In dem Forumsbeitrag, der vor diesem Blog stand, haben mir schon viele einige Tipps geliefert - und mich auch davor gewarnt, ohne allzu große Erfahrungen den Bock komplett auseinander zu nehmen. Kurzum - ich will es trotzdem tun. Eigentlich schade, dass die Maschine noch so gut in Schuss zu sein scheint (die inneren Werte zählen), dann kann ich doch mehr kaputt machen als gedacht...

 

Naja, aber um es mit den Worten von Fynn Kliemann zu sagen: Sag, wie lahm ist das Leben ohne Risiko?

 

Da ich trotzdem den Wunsch hege, es nicht zu versemmeln, bin ich auch gerade dabei, mir viel zu dem Thema anzulesen und mich darüber zu informieren, welche Schrauben ich wo lösen muss und welche Teile ich unter keinen Umständen voneinander lösen sollte. Deswegen dauert es manchmal auch etwas länger, bis ein neuer Beitrag erscheint. Schade, schade...

 

 

So, aber da nun der Entschluss gefasst ist, die Maschine komplett zu zerlegen (Vorfreude pur!), stellt sich die Frage: Wie baue ich sie danach wieder auf? Dies ist kein Hilfeschrei nach einer Anleitung, sondern die Frage: Was will ich aus ihr machen, denn: Soft Chopper ist ehrlich gesagt nicht so mein Ding. Und so gerne ich es auch sehe, wenn Leute ihre Motorräder im Originalzustand restaurieren: Das reizt mich nicht wirklich.

 

Aber was ich genau will, weiß ich selber noch nicht. Cafe Racer finde ich ganz schnieke. Der Hype nimmt zwar bisweilen nervige Ausmaße an, aber hat auch seinen Grund. Es soll aber keinesfalls ins Extreme ausarten.

 

Vielleicht ist Cafe Racer allerdings das falsche Wort, weil der Lenker muss nicht unendlich tief sein und die Sitzbank nicht unendlich gerade und unendlich kurz.

 

Vielleicht eher ein Mix aus Classic Bike und Cafe Racer...

 

Ich habe mal auf Pexel nach lizenzfreien Bildern geschaut, um euch das deutlich zu machen: Also bei der Honda mit NL - Kennzeichen finde ich die Front echt schön: Der Lenker relativ gerade, nicht zu tief, tolles Single Headlight, echt gelungen. Hinten ist nicht so mein Fall: Die Sitzbank, die schon auf Mitte des Hinterrades aufhört. Außerdem würde ich gerne beide Plätze erhalten!

 

Dieses Motorrad vor der Hauswand sagt mir auf jeden Fall auch zu: eher ein Classic Bike. Aber dieses satte schwarz, die klassische Form, die edle aber dezente Optik: definitiv mein Fall. Könnte aber etwas "spannender" sein, also ein Hauch weniger konventionell.

 

Was ich mir bisher so in etwa vorstelle:

- Tank in Anthrazitgrau lackieren - mit roten feuerroten Zierstreifen, im aktuellen Design (oder blaugrau lackieren)

- Schöne dunkelbraune Ledersitzbank

- geraden Lenker verbauen

- Chrom so weit es geht erhalten - evt. mit schwarzen Auspuffbändern

- Motorblock evt. schwarz lackieren

- Hinten etwas kürzer machen, aber nur geringfügig, Haltegriffe anders gestalten

 

Aber genug des Philosophierens! Fakt ist, dass ich kein Vermögen ausgeben will und auch kein Profi bin - weit entfernt davon! Also, die Bilder sind Idealvorstellungen, an die ich mich etwas annähern möchte.

 

Was sind eure Ideen / Meinungen? Haut einfach mal raus!

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20.05.2020 19:53    |    Ascender

Weiß ja nicht was die Kawa gekostet hat, aber "Risiko" ist ja immer Ansichtssache. So viel Geld muss einem der Umbau / die Restauration Wert sein. Da braucht man kein schlechtes Gewissen haben. ;) Wenn man an einem super seltenen Fahrzeug arbeitet, wo noch seltenere Originalteile kaputtrestauriert werden könnten, da würde mir die Muffe gehen. Aber bei sowas? Naja... :) Da ist jeder in seiner Wahrnehmung anders. Was ich sagen will ist, betrachte es als Hobby. Ein Hobby kann auch mal was kosten. Und fast immer artet es aus. :D

 

Gerade bei Motorrädern ist man ja super flexibel, weil die Technik recht einfach und überschaubar ist. Wenn es einem nach fünf Jahren nicht zusagt, baut man es halt wieder um. Und wenn zwischendurch der Lenker doch zu niedrig ist, dann tauscht man ihn halt aus.

 

Klassische Motorräder gefallen mir auch am besten. Muss ja nicht immer ein Cafe Racer oder eine Scrambler sein. Standard reicht auch. ;)

Ich selbst spiele mit dem Gedanken mir eine Scrambler zu bauen um damit den TET zu fahren (Trans Euro Trail), und vlt. mal eine Tour nach Südostasien. :)

 

Das ist übrigens meine Idealvorstellung:

 

https://www.youtube.com/watch?...

 

Sich Bilder raussuchen und Ideen sammeln ist auf jeden Fall vor jedem Umbau eine gute Idee.


21.05.2020 08:55    |    Dynamix

Glaube das kommt auch immer darauf an was man da für eine Einstellung hat. Bei meinen Autos habe ich auch immer scheu vor irgendwelchen Verschlimmbesserungen, dafür hat es mich bei der Vespa umso mehr gejuckt von dem Originalitätsgrundsatz abzuweichen aber das gehört bei Vespa genauso dazu wie bei einer Harley. Da fährt glaube ich auch keiner mehr im Originalzustand herum :D

 

Einem richtigen Gralshüter geht eh das Messer in der Tasche auf wenn er sieht das meine Vespa nicht mehr 100% original ist und dabei sind die kleinen 4-Takter bei der ET-Reihe schon wirklich Exoten, gerade in Deutschland. Scheine da irgendwie ein Fabel für zu haben.

 

Ansonsten zum Thema Ideen:

 

Das Prinzip "je länger man darüber nachdenkt, desto schwieriger wird es" kenne ich nur zu gut ;) Irgendwann hat man aber alles mal irgendwie gegeneinander abgewogen. Dann steht dein Konzept auch irgendwann ;)


23.05.2020 19:04    |    BMWFreeRiderO

Danke für euere motivierenden Posts! :cool:

 

450€ hat der Bock gekostet, also wirklich zu viel falsch machen kann man dabei nicht :p

 

Die Maschine in dem Video gefällt mir seeeehr gut! :eek: Auf welche Details er alles geachtet hat, ist schon großartig! Und vor allem, wie praktisch die auch ist, da geht ja mega viel Gepäck drauf :eek: Schade nur, dass man in Deutschland so etwas wohl nie durch den TÜV bekommen würde... Die würden den Schock ihres Lebens bekommen, wenn sie das vor sich sehen.

 

Trans Euro Trail habe ich noch nicht gehört, was ist das?

 

Ja, die Angst vor Verschlimmbesserungen, wie du es so schön nennst, ist schon da :D Aber da muss man wohl durch :D Naja, das schöne ist ja auch: Es muss nicht bei einem Projekt bleiben, sondern auch danach ist noch ganz viel Zeit, alle möglichen Ideen auszuprobieren ;)

 

Im Moment bin ich leider nicht ganz fit, aber wenn das vorüber geht, soll es voran gehen! Ich halte euch hier auf dem Laufenden!


24.05.2020 17:04    |    Ascender

Na siehst du. 450 EUR ist doch wirklich nicht die Welt. Vor allem wenn man auf das Bike im Alltag nicht angewiesen ist. Du kannst dabei viel lernen, selbst wenn du es verhunzt. Und selbst das Richten der Fehler, oder ein nochmaliger Komplettumbau, wird nicht soooo teuer. Und man kann bei einem Bike auch mehr selbst machen. Es ist simpler, und vor allem sind die essentiellen Teile auch nicht so schwer wie bei einem Auto.

 

Ich finde man sollte sich zuerst Ideen holen, und sich dann überlegen wie das Ganze umsetzbar ist und wie viel Budget man hat. Vlt. für den ersten Build nicht direkt zu hohe Ansprüche haben oder hohe, unerreichbare Ziele setzen. Man kann ja auch einen Teil der Arbeiten selbst machen, und für manche Sachen einen Experten beauftragen.

 

Trans Euro Trail (oder kurz TET) ist im Wesentlichen eine Ansammlung von öffentlich geteilten GPS-Koordinaten. Sie umfassen vor allem (legal befahrbare) Offroad-Strecken, B- und C-Straßen in ganz Europa. Man kann alleine fahren, oder in Gruppen. Einen Teil- oder den Gesamtkurs. Das ist kein Wettbewerb. Vor allem für Einsteiger gut geeignet um GPS-Koordination und Offroad-Erfahrungen zu sammeln.

 

https://www.youtube.com/watch?v=Hst6JRbDmNw

 

Gute Besserung. :)


28.05.2020 19:32    |    BMWFreeRiderO

Danke, danke! Bin wieder fit, also weiter geht es!

 

Ja, stimmt schon! Mut zum Desaster! Eigentlich habe ich es mir ja auch genau dafür geholt: ein Moped, dass ich schön zerlegen kann, ohne in eine Sinnkrise zu stürzen, wenn etwas kaputt geht oder nachher nicht (mehr) funktioniert. Macht dadurch tatsächlich auch nochmal eine Ecke mehr Spaß als bei meinem Alltagsmotorrad, wo ich die Arbeiten mehr aus der Motivation heraus tue, es fit für die nächsten Ausfahrten zu halten ;) (Und wo es dann echt ärgerlich ist, wenn im Norden ausnahmsweise GUTES Wetter ist und die Maschine gerade in Teilen daliegt)

 

Das mit dem Trans Euro Trail klingt nach einer coolen Geschichte! Das Video werde ich definitiv mal auschecken!


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