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Quo vadis Kawa KZ 440?

Ein Newbie unter den Schraubern versucht sich an einer Kawa KZ 440 von 1980, die seit knapp 20 Jahren nicht mehr bewegt wurde. Viel zum Kaputtmachen gibt es nicht, aber viel zu Lernen!

11.05.2020 18:24    |    BMWFreeRiderO    |    Kommentare (0)

So langsam geht es ans Eingemachte!
So langsam geht es ans Eingemachte!

Mensch Leute, ihr solltet mir doch in den Hintern treten, wenn ich so lange Zeit nichts schreibe!

 

Aber ich hatte tatsächlich leider keine Zeit gehabt, um groß was zu machen. Dafür melde ich mich heute mit tollen Neuigkeiten und Fotos einer Maschine zurück, die nun ein bisschen anders aussieht als noch vor einer Woche.

 

Also das Projekt Hebebühne habe ich erst einmal abgehakt. Zwar ist die jetzt aufgebaut und einsatzbereit, aber die Maschine müsste ich wohl oder übel auf den Krümmern aufbocken. Dazu habe ich recherchiert und die Mehrheit der Meinungen tendierte zu: Mach es lieber nicht. Schließlich will ich den Krümmern nicht noch mehr zumuten, als sie eh schon ertragen mussten die letzten Jahre.

Auch dazwischen ist kein Rahmen zu sehen, sondern nur der Lüfter / Ventilator. Auch der würde es mir bestimmt übel nehmen, wenn er auf auf einmal 170 kg zu tragen hat.

 

170 kg sind es allerdings gar nicht mehr, denn heute ist ordentlich was runtergekommen! Tank weg, Vergaser weg, Sitzbank weg, Seitendeckel weg. Was sich hier so leicht anhört, war am Ende das Ergebnis einiger Stunden Arbeit. Nachdem ich vorher bei meinem Alltagsmotorrad (GPZ500S) den Vergaser ausgebaut hatte - und dabei ungewollt das Kühlsystem halb entleert hatte - war ich hier nun doch ganz froh, auf keine giftgrüne Suppe treffen zu können! Ach ja, luftgekühlt, wie schön!

 

Der Vergaser lässt sich noch super bewegen, öffnen und schließen, sieht außer dem äußerlichen Rost funktional ziemlich einwandfrei aus! Trotzdem kommt das gute Stück einmal in den Ultraschallreiniger, damit kann man nichts verkehrt machen. Hoffe ich.

 

Der Tank ist auch dicht und lässt sich sogar bauchfrei fotografieren, ohne dass oben etwas ausläuft! Hätte ich selbst nicht erwartet.

 

Auch Schalten lässt sich die Maschine übrigens echt gut.

 

Kommen wir zur zweitschönsten Erkenntnis heute: Die Batterie ist nicht ausgelaufen! Glück gehabt!

 

Der schönste Augenblick aber war, als ich der Maschine zum ersten Mal ein Lebenszeichen entlockte - und was für eines! Nachdem ich eine 12 V Batterie einer anderen Maschine (die Kawa Batterie von 2001 ist wohl eher nicht mehr zu gebrauchen (?)) angeschlossen hatte, gingen ihr sämtlich Lichter auf! Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht, Blinker - sogar das Bremslicht (über Hand- und Fußbremshebel) funktionierte einwandfrei! Und damit nicht genug: Auch die Kontrolleuchten im Display - alles ohne Tadel! Und dann machte sie ihre ersten Geräusche: Möpmöp! Gut, die Hupe wirkt selbst für ihre Größe unterdimensioniert - aber es war schon ein toller Moment!

 

Jetzt noch ein paar Bilder angehängt und morgen geht es hoffentlich weiter!

 

Eine Sache hätte ich fast noch vergessen! Ich weiß jetzt endlich welches Modell es genau ist: Kawasaki KZ 440 A1! Ich hatte es ja schon vermutet, dass der Fahrzeugschein nicht ganz richtig ist mit 440 ccm und 184 kg Leergewicht. Ein genauer Blick auf das Typenschild vorne brachte die Erkenntnis: 443 ccm. Das sowie der Kettenantrieb und das Design des Luftfilterkastens machten es eindeutig. Da sie 1980 das erste Mal zugelassen wurde, passt das alles. Ein Fragezeichen weniger! Und vor allem kann ich mich jetzt allein auf das Service Manual verlassen und muss nicht dieses blöde Ergänzungsheft zu den Versionen A2, A3, B2, etc. pp. usw. heranziehen.

 

Und noch ein zweites P.S.: Am Luftfilterkasten war kein Schaumstofffilter integriert, wie es sein sollte, sondern nur ein schwarzer Stofffetzen. Das nennt sich dann wohl "Marke Eigenbau".

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