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Passat B6/3C:

Unterstützung für Kaufinteressenten

Sun Sep 16 15:38:18 CEST 2018    |    Zahnbuerstenlecker    |    Kommentare (1)

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Dsc 0167

EINFÜHRUNG ZUR CHECK"LISTE"

 

Hallo,

schön, dass du den Passat 3C als potentiellen Begleiter in Betracht ziehst.

Damit man viel Spaß mit ihm hat, kann/sollte man auf einige Sachen achten.

 

Für die Familie, für ein platzintensives Hobby, Langstreckenfahrer oder für sonstige Sachen ist ein Passat genau das richtige Auto.

Warum erklärt sich von selbst und möchte ich hier nicht genauer ausführen.

 

Wenn man sich erstmal durch das erschlagende Angebot mit verschiedensten Konfigurationen (Limousine oder Kombi, Diesel oder Benzin, Erdgas oder LPG, Frontantrieb oder Allrad, Manuelles Getriebe, Automatikgetriebe oder Doppelkupplungsgetriebe) geschlagen hat, wird man irgendwann ein interessantes Fahrzeug finden.

 

Steht man dann vor diesem Fahrzeug, sollte man natürlich die Blicke wie bei jedem Gebrauchten kreisen lassen.

Der Passat ist relativ groß, was nicht Jedermanns Sache ist. Daher sind kleinere Rempler nicht selten, aber meist kein Beinbruch.

Gerade, wenn man einen Diesel als Kombi sucht, wird der zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit die ersten ca. 3 Jahre seines Lebens als Firmenwagen gelaufen sein. Das hinterlässt natürlich z.B in Form von Steinschlägen durch ausgeprägte Autobahnbesuche seine Spuren.

Auf Fotos sind diese Steinschläge schwer festzuhalten. Ja, meiner hat natürlich unzählige davon :D

 

Passat-Typisch sind auch mal ausgefallene LED-Segmente in den Rückleuchten, Knarzende Innenräume oder verschlissene Achslager oder gebrochene Fedrn durch das hohe Gewicht gepaart mit höherer Kilometerlaufleistung.

Für Querlenkerlager gibt es Ersatz aus Vollmaterial, welche nahezu unzerstörbar sind.

Auch die Spurstangen(-köpfe) sind gerne mal ausgeschlagen. Das merkt man durch klackern, wenn man im Stand das Lenkrad schnell nach links und rechts bewegt.

 

Aber wenn die HU nicht lange zurückliegt oder der Passat nicht gerade 250.000km aufm Wecker hat, sollte alles in der Richtung weitgehend in Ordnung sein ;)

Der restliche Unterbau hat sich bisher als solide erwiesen. Der Passat B6 ist ja auch noch relativ jung.

 

 

 

 

ROST

Ja, auch der Passat B6 wird nicht von der Blumenkohlbildung verschont.

Keineswegs sind alle wirklich betroffen.

Das war aber leider schon zu seiner Markteinführung 2005 ein Problem.

Das Problem sind VWs Zinkbäder und einige Konstruktionsformen, die die Korrosion begrüßen.

 

Im Laufe der Jahre hat sich das Korrosionsproblem gebessert. Ab Modelljahr 2008 ist das Problem deutlich weniger präsent.

 

Türen:

Rost ist zu finden rund um die Türgriffe, An den Endspitzen der Zierleisten und über der Plastikverkleidung.

Ermöglicht durch Vibration über die vielen Kilometer.

Die Türen sind jedoch nicht so häufig betroffen.

 

Radläufe

Vorne in den Radkästen sind Schaumstoffkeile verbaut, die Geräusche dämmen sollen sich aber mit Wasser vollsaugen und Dreck sammeln. Die Keile begünstigen dann die Korrosionsbildung auf "12 Uhr" der Kotflügel.

Ich empfehle diese Keile zu entfernen und in einem Schritt die Radkästen unter der Verkleidung zu säubern.

An der Stelle, an der sich der hintere Stoßfänger und der Radlauf treffen, kann in seltenen Fällen durch Reibung Korrosion entstehen

Diese Probleme sieht man meist an früheren Modellen, ist aber auch keinesfalls die Regel.

 

Heckklappe

An der Heckklappe des Variants ist nahezu immer etwas Rost zu finden, Das ist aber wie gesagt seit der Markteinführung fast grundsätzlich so.

Meist in dieser Form: An der Kennzeichenbeleuchtung sammelt sich innen in der Klappe das Wasser. Die Zinkschicht ist an der Griffleiste zu dünn und begünstigt somit die Rostbildung.

 

Des weiteren rostet es manchmal hinter der Zierleiste hoch.

Auch um die inneren Rückleuchten findet man mal die braune Pest.

 

Motorhaube

Selten zu finden ist Rost an den inneren Falzen der Haube.

Häufiger ist der Rost durch unbehandelte Steinschläge auf der Haube.

 

Nochmal: Nicht erschrecken. Das KANN alles sein, muss aber nicht. Sollte man Rost finden, kann man den Preis drücken.

 

 

 

ANTRIEB

 

Beim Antrieb sollte man je nach Konfiguration auf verschiedene Sachen achten.

 

1.9 TDI/2.0 TDI Pumpe-Düse

 

Die Motoren erkennt man an folgenden Kennbuchstaben, welche sich auf der Zahnriemenabdeckung wiederfinden:

-1.9 TDI: BKC,BLS,BXE

-2.0 TDI: BMP,BKP,BMR

 

-Zahnriemen alle 120.000km bzw. 150.000km (je nach Modelljahr, näheres dazu im Bordbuch)

 

-sauberes Kaltstartverhalten (bzgl. PDE-Dichtungen, Tandempumpe oder Vorförderpumpe)

 

-Ölpumpenmitnehmer zu schwach ausgelegt bei den 2.0 TDIs. Sollte überarbeitet werden (mehr dazu im Forum)

 

-Runder Leerlauf und wenig Nageln während der Fahrt (gilt besonders für die Motoren BKP und BMR)

 

-Durchgeführte Serviceaktion 23H9 für Pumpe-Düse Elemente ist von Vorteil (Für die Motoren BKP und BMR, Aufkleber dazu ist in der Reserveradmulde, sofern die Aktion gemacht wurde)

 

-Geräusche beim Treten der Kupplung (Ausrücklager)

 

-Klackern/Rasseln im Leerlauf und beim Abstellen des Motors (defektes Zweimassenschwungrad, klingt so: https://youtu.be/xL4eo9rB3eI , https://youtu.be/a7kENk85Cww)

 

 

1.6 TDI/2.0 TDI Common-Rail

 

Die Motoren erkennt man an folgenden Kennbuchstaben, welche sich auf der Zahnriemenabdeckung wiederfinden:

-1,6 TDI: CAYC

-2.0 TDI: CBAB,CBBB,CBDC,CBAC

 

-"Skandalmotoren" der Baureihe EA189 -> Update sollte gemacht worden sein

 

-Geräusche beim Treten der Kupplung (Ausrücklager)

 

-Frühere Common-Rail Motoren bis ca. Mitte 2009 können Probleme mit der Hochdruckpumpe haben. Man kann das Kraftstofffiltergehäuse auf Späne überprüfen und mit Monzol o.Ä (mehr dazu unten) vorbeugen

 

-Klackern/Rasseln im Leerlauf und beim Abstellen des Motors (defektes Zweimassenschwungrad, klingt so: https://youtu.be/xL4eo9rB3eI , https://youtu.be/a7kENk85Cww)

 

-Bei Modellen gebaut bis zum 03.11.2009 ist der Ölpumpenantrieb ebenfalls mangelhaft (Ausnahme: 110 PS Motor). Wer sichergehen will, lässt diesen überarbeiten. Mehr dazu, wie gesagt, im Forum

 

-Die Motoren sollten wenig bis gar nicht nageln (Injektoren)

 

 

1.6/1.6 FSI/2.0 FSI/2.0 TFSI/1.4 TSI (EcoFuel)/1.8 TSI, 2.0 TSI

 

Da die Benziner im Passat mehr oder weniger ein Nischendasein führen und ich kaum Erfahrung mit ihnen habe, werde ich nur auf einige, grundsätzliche Sachen verweisen.

 

-Auf Rasselgeräusche der Steuerkette beim Kaltstart der FSI und TSI Motoren achten

 

-Der Nockenwellenversteller des 2.0 TFSI sollte nicht klackern

 

-Die Erdgastanks des EcoFuels MÜSSEN rostfrei sein

 

-Auf Indizien für Ölverbrauch achten (Ölflaschen im Kofferraum, Ölflecken am Einfüllstutzen)

 

3.2/3.6 FSI

 

Das Hauptproblem hier liegt auch im Kettenantrieb. Beim Kaltstart sollte die Kette nicht rasseln.

Das Problem der defekten Kettenspanner lässt sich verzögern/vermeiden, indem man kein Longlife-Öl mehr verwendet und das kurze Intervall eincodiert.

 

 

 

Manelles Getriebe

 

-Gerade bei 5-Gang Getrieben auf Geräusche und vernünftiges Schaltverhalten achten

 

-Geräusche beim Kuppeln deuten oft auf ein verschlissenes Ausrücklager hin

 

 

 

Doppelkupplungsgetriebe "DSG"

 

-Alle 60.000km MUSS das DSG-Öl gewechselt werden

 

-Fährt der Passat ruppig an? (Zweimassenschwungrad verschlissen, Altes DSG Öl, Adaptionswerte suboptimal)

 

-Geräuscharmes Hoch- sowie Runterschalten sollte gegeben sein

 

-Beim Ausrollen von mittlerer Geschwindigkeit sollte der Drehzahlmesser keine Sprünge machen. Das deutet auf Probleme mit der Mechatronik hin

 

 

Automatikgetriebe "Tiptronic"

 

Das Getriebe ist relativ selten. Es sollte einfach sauber schalten. Die Tiptronic ist ein altes Wandlergetriebe, welches relativ robust ist.

 

 

 

Weiteres

 

Es ist empfehlenswert den Fehlerspeicher auszulesen, um Probleme frühzeitig zu erkennen.

Probleme mit dem Turbolader, Abgasrückführung, Rußpartikelfilter, dem DSG oder Automatikgetriebe usw. kann man erkennen, da bei Fehlfunktionen ein Fehlercode im jeweiligen Steuergerät hinterlegt wird, sofern der Verkäufer die Fehler nicht gelöscht hat.

 

Wenn der Passat unterdurchschnittlich wenig Kilometer gelaufen hat, lohnt es sich mit der App "Carly" und dem passenden Adapter die Steuergeräte auszulesen, um eine eventuelle Manipulation aufzudecken.

So ein Adapter ist relativ günstig und kann auch in Zukunft für andere Sachen weiterverwendet werden.

Die OBD Schnittstelle befindet sich beim Passat unter dem Armaturenbrett im Fußraum nahe der Motorhaubenentriegelung

 

Ich empfehle bei den erwähnten 2.0 TDI Motoren bis zum 03.11.2009 das Ausgleichswellenmodul wegen der bereits oben genannten Ölpumpenproblematik überarbeiten zu lassen.

Die Firma Wild-Motoren bietet so etwas an. Preise finden sich auf deren Homepage.

Sollte der Ölpumpenantrieb ausfallen, kann innerhalb weniger Sekunden nach der Öldruckwarnung der Motor klotten sein.

 

Ich empfehle auch das Öl alle 15.000km zu wechseln und je nach belieben noch dazu ein 0W40 Öl zu verwenden, da das Longlifeöl den Motor gerne verschlammen und verkoken lässt.

 

Bei den Common-Rail Motoren sollte/kann man ein Additiv beim Tanken verwenden, welches die Schmierung in der Hochdruckpumpe verstärkt, um dem horrend teuren Ausfall der Pumpe vorzubeugen. Da gibt es z.B Monzol. Im Forum findet man viele Hinweise und Erfahrungsberichte dazu.

 

Und das Geklacker der Stellmotoren aus dem Armaturenbrett ist Standard bei sämtlichen VWs :D

 

Alles in allem, ist der Passat ein toller, geräumiger, ggf. luxuriöser und sparsamer Begleiter. Er ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

 

 

 

Soo, das sind so alle Sachen die mir aus eigener Erfahrung spontan eingefallen sind.

Kritik, Rückmeldung oder Verbesserungsvorschläge erwünscht.

 

Grüße

Nico

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Sun Sep 16 20:20:50 CEST 2018    |    Racer_1995

Der Ölpumpenmitnehmer hat unserem das Genick gebrochen. Schon eine tolle Qualität, die man da bekommt.


Deine Antwort auf "Wenn man einen Kandiadaten gefunden hat..."

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