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Sternkreuzer

27.10.2020 15:20    |    metrostinger    |    Kommentare (1)

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Vergleich 220 CDI C-Klasse vs. E-Klasse

Nachdem unsere C-Klasse nun eine neue und gute Heimat gefunden hat und wir mittlerweile mit dem T-Modell bereits die ersten größeren Fahrten unternommen haben, wird es Zeit für einen Vergleich zwischen zwei Autos aus zwei Fahrzeugklassen aus vergangenen Generationen.

Ein Vergleich, der vielleicht den Ein oder Anderen Gebrauchtkäufer anregen kann.

Ein Vergleich, der unserer C-Klasse auch ein ehrendes Andenken bewahren soll.

 

 

 

 

 

 

Die Vergleichsroute:

Start bei Schongau

B17 bis Augsburg

A8 bis Stuttgart

A81 bis AS Pleidelsheim

Reststrecke bis Marbach/N.

275 km

 

Die Fahrzeuge:

Mercedes-Benz C-Klasse 220 CDI, W203 (EZ 2001,143PS, 320NM b. 1.750U/min)

Mercedes-Benz E-Klasse T 220CDI, S211 (EZ 2007, 170PS, 400NM b. 1.800U/min)

 

Aussencheck

Die C-Klasse ist eine relativ kompakte Limousine der unteren Mittelklasse (vergleichbar Audi A4, BMW 3er) in Classic-Ausführung Die Türen verfügen über recht große Öffnungswinkel und geben demzufolge genügend Raum zum Ein- und Ausstieg, auch am Kofferraum öffnet eine gut nutzbare Ladeöffnung mit angenehm niedriger Ladekante.

Die klassisch aufgebaute, strömungsgünstige Karosserie hat einen sehr niedrigen cw-Wert von 0,26, was zu guten Fahrleistungen bei niedrigem Verbrauch führt.

Insbesondere mit den Sommerreifen mit Mischbereifung (vorne 225, hinten 245) auf Original MB-Aluräder steht das Fahrzeug stämmig und selbstbewusst da und wirkt schon im Stand schnell.

Das Fahrzeug aus der ersten Bauserie zeigt Rostpickel an allen Radläufen und im Anfangsstadium an den Türunterkanten. Alles nach fast 20 Jahren noch nicht dramatisch.

Modelle nach der Modellpflege (Mopf) im Sommer 2004 sind offensichtlich besser vor Rost geschützt, aber augenscheinlich an genau diesen Stellen ebenfalls nicht immer und grundsätzlich rostfrei.

 

Die E-Klasse ist als T-Modell ein großzügig geschnittener Kombi der oberen Mittelklasse (vergleichbar Audi A6 Avant und BMW 5er Touring), ebenfalls in der Classic Version ohne Chromzierrat. Die Türen verfügen über recht große Öffnungswinkel und geben demzufolge genügend Raum zum Ein- und Ausstieg, Die Heckklappe öffnet zum riesigen Gepäckraum (690 - 1.900Liter!) mit angenehm niedriger Ladekante.

Das Fahrzeug aus der zweiten Bauserie nach der Modellpflege ist komplett rostfrei.

 

Innenraum

Die vorderen, bequemen Sitze verfügen in der C-Klasse über einen weiten Verstellbereich (sowohl längs, als auch in der Höhe), hier finden auch großgewachsene Fahrer eine angenehme und bequeme Sitzposition mit genügend Kopffreiheit. (Ich spreche als 1,94m Mensch aus Erfahrung!), die Sitzverstellung (Höhe und Lehnenneigung) ist bereits im Basismodell elektrisch.

Auch hinter einem großgewachsenen Fahrer kann problemlos ein weiterer Erwachsener auf der Rückbank Platz nehmen.

Die vorderen Sitze sind recht nahe an die Türen gerückt. Bei schnellen Lenkmanövern touchiert der linke Ellbogen ab und zu die Türverkleidung.

Die Lehne der Rückbank ist geteilt umklappbar, um auch lange Gegenstände transportieren zu können.

Über das Vierspeichen-Multifunktionslenkrad fällt der Blick auf ein aufgeräumtes, allerdings nur bedingt hochwertiges Cockpit (bei den Instrumenten grüsst der selige Vectra A), alle Anzeigen sind blend- und spiegelfrei ablesbar, alle Knöpfe und Schalter sind gut erreichbar. Einzige Ausnahme ist der kombinierte Blinker-/Wischerhebel, der etwas zu tief sitzt.

Die Temperaturanzeige wurde genauso eingespart wie der Ölmessstab im Motorraum. Für beide Informationen muss man im Multifunktionsdisplay die Werte suchen.

Keine Frage, das funktioniert. Ist aber (Temperatur) unpraktisch und (Ölmessstand) zwar sauberer aber auch langsamer.

Vor der ersten Benutzung des Tempomat empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Am Ende der gut einsehbaren Motorhaube prangt prominent der gute Stern, der beim Ein- oder Ausparken bei engen Parklücken durchaus hilfreich sein kann.

Der Schalthebel liegt gut zur Hand, das Schaltgefühl ist allerdings etwas hakelig. Das Getriebe wehrt sich auch nach einer Befüllung mit frischem Getriebeöl erfolgreich gegen schnelle Gangwechsel.

Den Rückwärtsgang erreicht man, indem der komplette Schalthebel nach oben gezogen wird.

Die Klimaregelung sitzt etwas zu tief.

Die verwendeten Materialien fassen sich gut an und wirken optisch auch nach beinahe 20 Jahren noch immer hochwertig. Abblätternde Softlacke oder andere Alterungs- und Abnutzungsspuren scheint man in Stuttgart nicht wirklich zu kennen.

 

Die vorderen, sehr bequemen Sitze in der E-Klasse verfügen über einen weiten Verstellbereich (sowohl längs, als auch in der Höhe), hier finden auch großgewachsene Fahrer eine angenehme und bequeme Sitzposition mit genügend Kopffreiheit, trotz Schiebedach. (Ich spreche als 1,94m Mensch immer noch aus Erfahrung!), die Sitzverstellung (Höhe und Lehnenneigung) ist bereits im Basismodell elektrisch. Die hier eingebauten Multikontursitze verfügen zusätzlich noch über einstellbare Seitenwangen, die Sitzhöhe lässt sich vorne (Oberschenkel) und hinten (Po) getrennt einstellen und somit auch die Neigung der Sitzfläche.

Auch hinter einem großgewachsenen Fahrer kann problemlos ein weiterer Erwachsener auf der Rückbank Platz nehmen.

Dank der großzügigen Fahrzeugbreite haben alle Mitfahrer in jede Richtung genügend Raum.

Die Lehne der Rückbank ist geteilt umklappbar, um auch lange Gegenstände transportieren zu können.

Über das Vierspeichen-Multifunktionslenkrad fällt der Blick auf ein aufgeräumtes und hochwertiges Cockpit, alle Anzeigen sind blend- und spiegelfrei ablesbar, alle Knöpfe und Schalter sind gut erreichbar, hier sitzt auch der kombinierte Blinker-/Wischerhebel am richtigen Platz

Vor der ersten Benutzung des Tempomat empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung.

Am Ende der gut einsehbaren Motorhaube prangt prominent der gute Stern, der beim Ein- oder Ausparken bei engen Parklücken durchaus hilfreich sein kann.

Der Schalthebel liegt gut zur Hand, das Schaltgefühl ist butterweich und lässt auch schnelle Gangwechsel zu.

Den Rückwärtsgang erreicht man, indem der komplette Schalthebel nach oben gezogen wird.

Die Klimaregelung sitzt in der E-Klasse am perfekten Platz.

Die verwendeten Materialien fassen sich gut an und wirken optisch auch nach über 10 Jahren noch immer hochwertig. Abblätternde Softlacke scheint man in Stuttgart nicht zu kennen.

Entsprechend der höheren Fahrzeugklasse findet sich innen nicht nur an der Mittelkonsole bis zur Armlehne eine Holzblende, sondern zusätzlich durchgehend vom Türöffner der Fahrertür bis zum Türöffner der Beifahrertür.

 

Fahreindruck

Die C-Klasse liegt bei jeder Geschwindigkeit satt auf der Straße, das Fahrwerk ist sehr komfortabel abgestimmt, lässt aber dennoch hohe Kurvengeschwindigkeiten mit nur geringer Karosserieneigung zu. Die Lenkung ist angenehm direkt ohne hypernervös zu wirken, das Fahrzeug folgt jedem Lenkwinkel sofort und spurstabil.

Die Seitenwindempfindlichkeit ist kaum der Rede wert. Die Geräuschdämmung ist sowohl bei den Wind- als auch bei den Abrollgeräuschen hervorragend, auch der Motor ist gut gedämmt, vom Diesel ist nur ein leichtes Brummen hörbar.

Der Motor schiebt schon bei unter 2.000 U/min mit dem vollen Drehmoment von 320Nm mächtig an, Überholvorgänge sind damit schnell abgeschlossen.

Dank des guten cw-Wertes erreicht das Auto spielerisch die werkseitig angegebene Höchstgeschwindigkeit von 220km/h, mit etwas Anlauf sind laut GPS-Überwachung 230km/h Spitze möglich. Die Tachoabweichung liegt bei nur 2-3 km/h.

Die Bremsen sind standfest, die Verzögerungswerte hervorragend.

Das Fahrzeug ist auf der Langstrecke, auch mit schneller gefahrenen Abschnitten, problemlos mit ca. 7,5 L/100km zu bewegen, der Durchschnittsverbrauch lag langfristig bei 6,8l/100km.

Für ein Fahrzeug mit 1,6t Gewicht und diesen möglichen Fahrleistungen ein guter Wert.

Obwohl das Fahrzeug lediglich über H7-Halogenlicht verfügt, ist die Lichtausbeute und Fahrbahnausleuchtung auch bei schlechten Witterungsbedingungen hervorragend

 

Die E-Klasse liegt bei jeder Geschwindigkeit satt auf der Straße, das Fahrwerk ist dank Luftfederung extrem komfortabel abgestimmt. Obwohl das Auto durchaus fahrdynamische Qualitäten mitbringt, liegt der Grundcharakter des Autos im souveränen, zügigen Gleiten ohne Hektik.

Die Seitenwindempfindlichkeit ist typisch Kombi etwas höher, aber jederzeit gut kontrollierbar.

Die Geräuschdämmung ist sowohl bei den Wind- als auch bei den Abrollgeräuschen hervorragend, auch der Motor ist gut gedämmt, vom Diesel ist kaum ein leichtes Brummen hörbar.

Der Motor schiebt schon bei unter 2.000 U/min mit dem vollen Drehmoment von 400Nm mächtig an, Überholvorgänge sind damit schnell abbgeschlossen.

Dank des guten cw-Wertes erreicht das Auto spielerisch die werkseitig angegebene Höchstgeschwindigkeit von 218km/h und hat dann noch etwas Luft nach oben.

Die Tachoabweichung liegt bei nur 2-3 km/h.

Dank standfester Bremsen (als Mopf ohne anfällige SBC-Bremse) mit hohen Verzögerungswerten verfügt das Auto auch hier über sehr hohe Sicherheitsreserven.

Das Fahrzeug ist auf der Langstrecke, auch mit schneller gefahrenen Abschnitten, problemlos unter 8 L/100km zu bewegen, der Durchschnittsverbrauch liegt derzeit bei 6,9l/100km.

Für ein Fahrzeug mit über 1,8t Gewicht und diesen möglichen Fahrleistungen ein guter Wert.

 

Das Fahrerlebnis in der E-Klasse ist schlicht grandios. Dieser Luxusdampfer lässt einen den Alltag vergessen. Der adaptive Tempomat mit Abstandsregelung funktioniert auf der Autobahn hervoragend.

Das adaptive Bi-Xenon-Licht mit Kurvenfunktion kann man nur sensationell nennen. Das Auto schaut förmlich um die Ecke.Die zusätzliche Abbiegelichtfunktion über die Nebelscheinwerfer wäre hier auch verzichtbar.

 

Mein Fazit

Die C-Klasse vom Typ W203/S203 führt derzeit ein Schattendasein als wahlweise verbrauchte Rostschleuder (Vormopf) oder als langweilige Rentnerkarre (Mopf). Beides wird dem Auto nicht gerecht.

Mit diesem Alter sehen auch vollverzinkte, vermeintlich rostfreie Autos selten besser aus und dass das Auto komfortabel und zuverlässig ist, sollte eigentlich nicht als Vorwurf missbraucht werden.

Technisch ist das Auto absolut solide und langlebig konstruiert und funktioniert mit guten Winterreifen trotz Heckantrieb auch im Winterbetrieb absolut problemlos und zuverlässig.

 

Wer für ein schmales Budget ein zuverlässiges, familientaugliches Auto sucht, wird hier fündig!

 

Die E-Klasse vom Typ W211/S211 wird auch Eisenschwein oder Bauerndaimler genannt. ???

Ich vermute, diese Spitznamen stammen eher von ahnungslosen Neidern.

Wenn ein Auto das Versprechen der „eierlegenden Wollmilchsau“ erfüllt, dann der S211!

 

Raum, Luxus, Zuverlässigkeit, bedingungslose Alltagstauglichkeit, souveräne Fahrleistungen - das findet sich hier alles.

 

Was beide Fahrzeuge vereint? Das typische Mercedes-Gefühl. „Willkommen Zuhause“- so empfängt Einen nur ein Mercedes!

 

Bei den 4-Zylindermodellen braucht man übrigens auch keine Sorge vor exorbitanten Premium-Ersatzteilpreisen haben, diese sind im Gegenteil oft überraschend günstig (der sogenannte Taxibonus). Und den Einbau und Service erledigen auch freie Werkstätten...

Wichtig ist natürlich, wie bei jedem Gebrauchten, der allgemeine Wartungs- und Pflegezustand.

Bei einem Mercedes muss dann auch ein höherer Kilometerstand nicht abschrecken, diese Autos sind zum Fahren gebaut und schaffen bei einem Mindestmaß an Pflege und Sorgfalt eine halbe Million Kilometer...

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28.10.2020 11:11    |    pico24229

Gehe ich im Grunde so mit.

 

Besonders den Innenraum des W211 finde ich überraschend hochwertig! Türtafeln mit Stoff unten und sogar die B-Säule mit Stoff bezogen anstatt mit Hartplastik wie bei den meisten anderen Autos (sogar X7, 5er etc).

Mir gefällt das rundliche Design aber nicht soo gut, da fande ich den W210 deutlich schöner, der hat einen der schönsten Innenräume überhaupt.

 

Der W211 ist allgemein und besonders als Mopf mit der gepfeilten Front ein sehr schönes und elegantes Auto.

Ich hätte aber keinen Classic genommen, finde den Mehrwehrt beim Elegance gewaltig.

 

Der W203 ist auch ein Mercedes, das merkt man :) Vom design her gefällt er mir aber nicht so gut. FInde W202 und W204 schöner.


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