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E-Mobilität, ich würde ja gerne...

Jammer, Meckern, aber auch handeln !!

21.09.2021 10:06    |    kr1zl    |    Kommentare (25)    |   Stichworte: E-Auto, E-Auto kaufen, E-Mobilität, Insignia, keine Ladesäule, Kia EV6, Ladeinfrastruktur, Ladesäule, Laternenparker, Tesla, Wallbox

Moin und Willkommen,

 

Ich berichte euch über meine Wünsche, Ideen und Probleme.

 

Zuerst, ich wohne in Niedersachsen, ländlich geprägt. E-Mobilität wird hier belächelt, Autos mit E-Kennzeichen zugeparkt und von den Ladesäulen vertrieben, weil die dichter am Bäcker sind als andere Parkplätze.

 

Ach, halt, das war geschwindelt. Es gibt hier keine E-Ladesäulen !!

Und hier beginnt mein Problem !

 

Ich, Anfang 30, angestellt, seit über 1 Jahr im Home-Office fahre einen Insignia B, tolles Auto, aber schluckt ordentlich.

4x die Woche muss ich privat 40(160) km fahren, am Wochenende mal einkaufen (+20km) oder ein kleiner Ausflug (+50km).

Mehr nicht.

1x im Monat dann eine große Fahrt mit (einfache Stecke) 400km.

 

Ich würde gerne auf ein E-Auto umsteigen (wir tun mal so als hätte ich das Geld dafür). Eines mit Platz für die Familie und Spaßfaktor, Tesla Model S, Kia EV6 und was es da sonst noch so gibt.

 

Mal abgesehen von Faktor Geld, wohne ich zur Miete mit Garage, aber mein Vermieter/in hält nichts von E-Mobilität, Ladeinfrastruktur oder Bereitstellung(Erlaubnis) einer Wallbox.

Somit würde mir nur die Möglichkeit bleiben über Schuko zu laden.

 

Im Umkreis von 15km gibt es keine öffentlichen Ladesäulen, ab 20km von meinem Wohnort gibt es 3 Säulen. Das würde aber bedeuten, zum Laden fahre ich 20km, lade, 20km zurück. Das ja nun wirklich Quatsch.

 

Auf meiner Stecke 4x die Woche gibt es auch keine Lädesäulen oder Destinationcharger. Ergo, wieder nur zu Hause über Schuko laden.

Beim Arbeitgeber gibt es auch keine Ladeinfrastruktur, ins Büro fahren wird also in Zukunft ein weiter Faktor, der mich vor ein Problem stellt, sobald Home-Office vorbei ist.

 

Ein Umzug ist erst einmal nicht in Sicht, wie also E-Mobilität leben, erleben, erfahren, wenn ich das Auto nicht laden kann ?

Schukostecker würde zwar gehen, nimmt mir aber die Flexibilität, wehe das Auto wird mal zu 30 % leer gefahren, dann kann ich das Auto 3 Tage nicht benutzen.

 

Sollte Home-Office vorbei sein, wird das Auto täglich benutzt mit einer Laufleistung von mind. 50km ohne Lademöglichkeit unterwegs.

Es würden mir maximal 6 Stunden Schukostecker zum Laden bleiben. Ist das praktikabel ?!

 

Was meint ihr, welche Tipps habt ihr, welche Erfahrungen habt ihr gemacht ?

Ich bin gespannt !!

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21.09.2021 11:15    |    Grasoman

50 km in 6h ist über Schukostecker und ICCB dicke drin.

 

In 6 Stunden kommen da mit einem einfachen ICCB ca. 6x 230 V x 10 A = 13.8 kWh. Davon landen ca. 12,4 kWh im Akku. Das sind etwa je nach Auto, Größe, Verbrauch: 50 - 80 km.

 

Meine Tipps sind easy:

1) Untersuchung der Elektroinstallation rund um die Garagenschuko, was an dem Stromkreis noch alles dran hängt (Licht, elektrisches Garagentor?, Steckdose wo stundenlang ne Kreissäge dran betrieben wird), auf den Kabelquerschnitt (für 10, 16, 32A?), Adernanzahl (3 Adern für 1 Phase, 5 Adern für 3 Phasen?), und die Sicherungsgröße (meist 16A, ältere manchmal nur 10A). Mit nem Tausch gegen eine Green-Up Schuko (dauerfest für 16A) und einem ICCB für 16A ("mobile Wallbox") kommst du schon auf 60% mehr (um 3,6 kW statt 2,3 kW), dann also so 80-120 km Reichweite in 6 Stunden.

 

Siehe hier:

https://besserladen.de/produkt/legrand-green-up-ladesteckdose-37kw/

 

2) Mit einem Tausch der Schuko gegen eine CEE blau (1phase, 16A, Campingsteckdose) => kommst du auch auf 3,6 kW dauerhaft, wenn der Stromkreis mit 16A abgesichert ist, die Leitung das abkann. ICCBs mit CEE blau sind auch noch Teil der Standardladelösungen.

 

Wer dann später wirklich wieder Schuko braucht, wo jetzt nur noch CEE blau an der Wand ist, kann vorübergehend einen CEE-blau-auf-Schuko-Adapter dazwischen hängen.

 

3) Vermieter bisschen locken mit der 900 EUR-KfW 440-Förderung, doch eine 11kW-Wallbox zu schaffen. Und so technisch und organisatorisch bisschen unterstützen im Finden eines Elektrikers, und Steuerung des Auftrages (Kostenvoranschlag, Umsetzung, ggf. mit/ohne Tiefbauarbeiten).

 

4) Immer schön die Lademöglichkeiten der Umgebung mit im Blick behalten. Da entsteht ja auch dauernd was neues an AC-Ladern und DC-Ladern (z.B. beim Einkauf am Supermarkt). Denn im Nottfall muss eine lange Tour halt erstmal über den nächsten DC-Lader gehen, auch gleich zu Anfang.

 

5) Arbeitgeber nochmal sanft überzeugen, das Thema Lademöglichkeiten auf der Agenda zu behalten.

 

6) Bedenken (Sicherheit, Feuer, und so) über Versicherungen abklären.

 

Letztlich ist das eine Mischung: allzu forsch und rumpelig - das wird nix. Allzu zurückhaltend und vorsichtig: aber auch nicht.

 

7) Sanfte Beteiligung in der lokalen Gemeindeverwaltung/Gemeinderat und Unterstützung, bei öffentlichen Förderprogrammen teilzunehmen über den lokalen Energieversorger. So organisiert man sich günstig ne AC-Säule mit z.B. 2x22 kW aufs Land.

 

8) Dienstwagenfahrer der näheren Umgebung suchen, die alle Nase lang ein neues Auto bekommen. Schon aus den Gründen des geldwerten Vorteils werden die selbst mit hoher Wahrscheinlichkeit BEV oder PHEV wählen.

 

Wer großer Ladeschisser bleibt: PHEV überlegen, also dann so 5er PHEV, C-Klasse/E-Klasse PHEV oder X3/GLC PHEV, Kia Sorento PHEV oder Kia Sportage PHEV oder die Äquivalente aller anderen Marken. Die sind der sanfte Einstieg in die E-Mobilität. Dort kann man problemlos über Nacht an Schuko auch so 50-80 km laden. Und fährt sonst auf Benzin oder halt Diesel (einige MB-Modelle) weiter.


21.09.2021 11:25    |    Grasoman

Zitat:

Schukostecker würde zwar gehen, nimmt mir aber die Flexibilität, wehe das Auto wird mal zu 30 % leer gefahren, dann kann ich das Auto 3 Tage nicht benutzen.

Das ist Quatsch. Du musst nur genug Energie im Akku haben, um sicher zum nächsten DC-Lader zu kommen. Und das dauert maximal - selbst bei leerer Batterie an ICCB mit 2.3 kW - um 4 Stunden.

 

Ein Tesla Model S 100 mit 30% oder ein Kia EV6 mit noch 30% SoC fährt immer noch so um 180 km bzw. 120/150 km weit (eine Strecke bei zurückhaltender Fahrweise). Allein mit dem, was im Akku ist.


21.09.2021 11:53    |    kr1zl

@Gasoman, das ist natürlich richtig und die 3 Tage sind eher plakativ und provozierend gemeint, jedoch kann es nicht das Ziel sein, für seine täglichen Touren die Karre so am Leben zu halten, dass man ersteinmal bevor der Tag startet oder endet zum nächsten DC fährt.

 

Ziel muss es doch sein, das Auto in der näheren Umgebung so vorzubereiten, dass man jederzeiz spontan eine Tour machen kann (Notfall etc) ohne nervös , schnellstmöglich an einen Lader zu kommen.

 

Zu deinen Tipps, danke dafür, aber vieles davon ist hier nicht umsetzbar. Supermärkte werden hier nichts erneuern, die haben nicht mal nen aktuelles Sortiment, da werden die auch keine E-Säule installieren (gar kein Bedarf). Arbeitgeber auch nicht, der fährt gerne DIESEL BMW und wie gesagt, Ladesäulen sind begrenzt im Umkreis von 20km vorhanden, aber wer fährt 40km zum tanken ?!

 

Vermieter/in... ich werde es versuchen, aber bin hier schon alleine beim theor. besprechen auf Granit gestoßen.

Vielleicht haben noch andere User: Erfahrungen wie ich gemacht und können aus ihrem Alltag berichten ?!


21.09.2021 12:01    |    Grasoman

Provozieren ist nicht so mein Stil. Und provoziert werden mag ich erst recht nicht. Immer schön nüchtern bei der Sache bleiben, dann wird es was.

 

Doch, wer daheim nicht schnell laden kann, und ein Auto hat, wo er täglich viel Reichweite verballert, aber nur wenig hat, der muss eben vor dem Weg nach Hause noch mal schnellladen am letzten DC-Lader. Oder von zuhause aus erstmal am DC-Lader aufladen. Genau so geht der Deal, wenn man zuhause nur "Tröpfel-Ladung" realisiert bekommt.

 

Sag mal deine PLZ oder nen Ort, denn deine nächsten Ladestandorte (2x40 km? Oder doch 2x20 km?) klingen mir doch sehr weit weg. Manche schauen nur auf veraltete Ladestandort-Karten oder setzen die Filter falsch.


21.09.2021 12:12    |    XF-Coupe

Meines Erachtens macht in der beschriebenen Situation ein reines E-Fahrzeug wirtschaftlich keinen Sinn, weil das externe Laden (insbesondere DC) deutlich teurer ist, als zu Hause zu laden. Extern AC zu laden macht aus Zeitgründen keinen Sinn, wenn der Ladepunkt etliche km entfernt ist. Daher braucht man ohne Wallbox nicht anfangen, wenn man nicht einen öffentlichen AC-Lader fußläufig von zu Hause erreichbar hat.

 

Grundsätzlich hast Du auch als Mieter einen Rechtsanspruch, Dir einen Ladepunkt auf eigene Kosten zu schaffen. Zahlen muss der Vermieter nichts, aber er kann auch die Zustimmung nicht verweigern, wenn Du das auf eigene Kosten machst. https://www.deurag.de/blog/elektroauto-zu-hause-laden/

 

Ob das lohnt, hängt davon ab, wie groß der Aufwand wäre. Vielleicht mal einen Elektriker den Aufwand berechnen lassen.

 

Ansonsten wäre ein Plug in Hybrid eine Alternative.

 

Für die normalen Strecken wäre die Reichweite ausreichend und für die große Strecke hättest Du den Verbrenner. Wobei hier der Plug in wegen Rekuperation auch sparsamer ist als ein reiner Verbrenner.

 

Die Plug ins haben je nach Fahrzeugkategorie eine Akku-Kapazität zwischen 10 und 15 kwh, das bekommst Du auch in 6 Std. an der Schuko-Steckdose geladen. Wobei man auch hier darauf achten sollte, dass die Elektroinstallation das abkann und nicht noch aus den 60er Jahren ist.


21.09.2021 12:25    |    kr1zl

PLugin habe ich auch schon überlegt, aber da gibt es meiner Meinung nach nicht so viele.. Als Ersatz für den Insignia.

Passat GTE, mit Virtuellem Display, aber da zahlst du 20.000 € für nen schnöden Passat und VW hat bei mir eigentlich verschis... gibts gute Alternativen, mit ansprechendem Design, Ausstattung und realer E-Reichweite in der Größenordnung Insignia ? bis 20.000 € ?

 

@Grosman, ich wollte nicht dich provozieren, sondern die Diskussion an sich anregen durch die Aussage.

Strecke 2x20km. 20 Hin, 20 zurück !


21.09.2021 12:30    |    XF-Coupe

Skoda Octavia oder Supra, SEAT oder CUPRA Leon, ist aber auch VW-Konzern. Die Franzosen haben glaube ich auch was.

 

Hier eine Auflistung des ADAC https://www.adac.de/.../

 

Ich würde mich erst mal schlau machen, was die Installation einer Wallbox kostet (mit Verkabelung usw. - siehe obiger Link) und danach, wenn es sich lohnen würde, mit dem Vermieter sprechen.

 

Vielleicht ist es ja mit den Kosten gar nicht so schlimm. 900 € bekommst Du ja bei der Installation einer Wallbox von der KfW. Wenn Du eine günstige Wallbox nimmst, bleiben da schon ein paar Euros für die Installation übrig.


21.09.2021 12:33    |    nobrett

Das geht schon bei dieser geringen Fahrleistung.

 

50km täglich bedeuten Worst Case im Winter 20 kWh. Die sind in 10 Stunden an der Steckdose mit 10A wieder aufgefüllt. Oft (meist) kann man eine blaue CEE Steckdose montieren lassen und mit 16A laden. Wenn man nur einphasig laden kann, dann muss man halt nach dem Motto "steht er, dann lädt er" leben und ihn wenn man zu Hause ist immer anstöpseln. Mache ich übrigens auch, um möglichst viel selbst erzeugten Solarstrom zu laden.

 

Und wenn in der Garage schon Drehstrom sein sollte, hat man sowieso gewonnen. Gegen die Nutzung einer roten CEE Dose dürfte dann ja der konservativste Vermieter nichts haben und wenn man die hat, dann kann man auch eine Wallbox installieren und sich mit 900€ fördern lassen.


21.09.2021 12:50    |    Vord

Ich werde noch einige Jahre warten, bis entweder leistungsstärkere, sicherere, umweltschonende und nachhaltige AKkus entwickelt wurden oder auf alternative Techniken (z. B. Wasserstoff, E-Fuels, Hybrid in Kombination mit 2 Zylinder Verbrennern nach Jean Pütz) hoffen. Daneben ist eine Standardisierung der Akkus als auch der Ladesysteme für mich eine der Grundvoraussetzungen für den alltäglichen Gebrauch. Auch sollten die Ladesäulen analog der Tankstellenzapfsäulen uneingeschränkt geeicht (von 6 Systemen sind z. Zt. 3 ungeeicht) sein. Sofern in ein paar Jahren auch noch genügend grüne Elektrizität in Deutschland zur Verfügung steht, steht einer Transmission in E-Mobilität nichts im Wege.


21.09.2021 13:12    |    Grasoman

Zitat:

Passat GTE, mit Virtuellem Display, aber da zahlst du 20.000 € für nen schnöden Passat und VW hat bei mir eigentlich verschis... gibts gute Alternativen, mit ansprechendem Design, Ausstattung und realer E-Reichweite in der Größenordnung Insignia ? bis 20.000 € ?

Gibt es gebraucht. Das Angebot an realen Fahrzeugen ist aber überschaubar, denn für nur noch 20.000 Flocken müssen die schon was älter sein und auch paar km drauf haben, z.B.

 

- Kia Optima PHEV

- BMW 330e / 530e

- Mercedes C350e / E350e

- Volvo V60 D6 Twin Engine - PHEV - 2.4 R5 Turbo Diesel

 

Nicht ganz Insignia-Größe:

- Hyundai ioniq PHEV

- Toyota Prius III PHEV oder Toyota Prius IV PHEV

- Opel Ampera, Chevrolet Volt

- Kia Niro PHEV

- BMW 225xe Active Tourer

 

Noch recht neu:

- Kia Ceed SW PHEV

- Renault Megane PHEV

- Opel Grandland X PHEV

 

Recht groß und günstig:

- Mitsubishi Outlander PHEV

 

(alles aus der VAG habe ich gleich weggelassen - wunschgemäß)

 

Die haben aber (als ältere Modelle) alle nicht viel E-Reichweite: um 20-30 km real. Vielleicht auch mal 35 oder 40 km. In Ausnahmefällen auch mal 50 km.

 

Mal ne Frage: das Model S (so ab 40.000 gut abgehangen gebraucht bis 100.000 EUR neu) oder Kia EV6 (gibt's nur neu, ab um 50.000 EUR mit großer Batterie), die du oben nanntest, sind doch deutlich teurer. Und jetzt sind nur 20k für nen gebrauchten Mittelklasse-PHEV da?


21.09.2021 13:17    |    kr1zl

Ein Kia EV6 wäre nur von Interesse, wenn ich auch zu Hause laden könnte, sonst machts keinen Sinn, da bin ich dann auch bereit in die neuste Technik zu investieren. In einen gebrauchten Plugin, mit realer Reichweite von maximal 30km und theor. mind 3. Jahre alter Batterie, investiere ich nicht, 50 % des Preises eines neuen EV6.

Zu deiner Liste, rein optisch wäre nur der Mercedes von Interesse, der Rest ist ja leider potten-hässlich :-)


21.09.2021 13:22    |    Grasoman

Frei kölsch: Jede Jeck is anders. :D


21.09.2021 13:28    |    Hanuse

@Vord: wenn wir alle noch ein paar Jahre warten ist es zu spät und bis sich eFuels, grüner Wasserstoff usw. für PKWs lohnen dauert es noch lang…

 

Zum Thema:

Bei deinem Umfeld und deinem Fahrprofil würd ich auch Richtung PHEV gehen. Ich fahr nen BMW G20 330e und das passt super mit jeden Nacht an der Schuko-Steckdose laden, da fahr ich im Alltag locker 90 % elektrisch und auf Langstrecke mit 5-6 l/100 km.

 

Allerdings sieht es da momentan, wie Du ja selber schon erkannt hast, mit Preisen um 20.000 € für deine Bedürfnisse schlecht aus. Einen F30 BMW 330e wirst dafür vielleicht kriegen, aber der ist von der Technik her meiner Meinung nach veraltet und hat zuwenig Reichweite.

Ich denke da musst noch mind. 2-3 Jahre warten, bis Du nen vernünftigen aktuellen PHEV zu deinen Preisvorstellungen kriegst.

Es gibt da sicher was von Toyota oder so, da kenn ich mich aber nicht aus und weiß nicht, ob sowas für Dich passt…


21.09.2021 13:58    |    BaldAuchPrius

Grüß dich, ich möchte noch einml auf deinen ursprünglichen Text eingehen:

 

Zitat:

...

Zuerst, ich wohne in Niedersachsen, ländlich geprägt. E-Mobilität wird hier belächelt, Autos mit E-Kennzeichen zugeparkt und von den Ladesäulen vertrieben, weil die dichter am Bäcker sind als andere Parkplätze. ...

Das ist kei typisch niedersächsisches Problem. Oftmals ist es eher Unwissen. Ich durfte die Erfahrung machen, dass das freundliche Ansprechen blockierte Ladesäulen befreit. Inzwischen kann man dem Uneinsichtigen auch die möglichen Konsequenzen aufzeigen:

Parken auf dem Ladeplatz= Falschparken, kostet mind. 30€

Wenn dabei ein Ladewilliger behindert wird= gleichbedeutend mit Parken auf Behindertenparkplatz (etwa 175€), zusätzlich der Anspruch des Gehinderten, den Falschparker abschleppen zunlassen (Lauferei und nicht unter 300€).

 

Freundlich vorgebracht bringt das viele zum Nachdenken (könnten teure Brötchen werden)

 

Zitat:

Ach, halt, das war geschwindelt. Es gibt hier keine E-Ladesäulen !!

 

Und hier beginnt mein Problem !

Ja, an manchen Orten sind Ladesäulen Mangelware, aber der Ausbau ist erfreulich schnell, stöber hier mal bissle, es gibt sogar Anbieter, die sich Standorte vorschlagen lassen und auch umsetzen.

 

 

Zitat:

Ich, Anfang 30, angestellt, seit über 1 Jahr im Home-Office fahre einen Insignia B, tolles Auto, aber schluckt ordentlich.

 

4x die Woche muss ich privat 40(160) km fahren, am Wochenende mal einkaufen (+20km) oder ein kleiner Ausflug (+50km).

 

Mehr nicht.

Das sind weniger als 300 km .. ist knapp ganz ohne Zwischenladung darstellbar.

 

Zitat:

1x im Monat dann eine große Fahrt mit (einfache Stecke) 400km.

Auf der wirst sicher zwischenladen müssen.

 

 

Zitat:

 

Ich würde gerne auf ein E-Auto umsteigen (wir tun mal so als hätte ich das Geld dafür). Eines mit Platz für die Familie und Spaßfaktor, Tesla Model S, Kia EV6 und was es da sonst noch so gibt.

Schön, dass du dir vorher so ausgibig Gedanken machst.

 

Zitat:

Mal abgesehen von Faktor Geld, wohne ich zur Miete mit Garage, aber mein Vermieter/in hält nichts von E-Mobilität, Ladeinfrastruktur oder Bereitstellung(Erlaubnis) einer Wallbox.

Inzwischen bist nichtbmehr deren gnade ausgesetzt, du hast einen Anspruch auf die Erlaubnis, auf eigene Kosten eine Lademöglichkeit zu schaffen.

 

Zitat:

Somit würde mir nur die Möglichkeit bleiben über Schuko zu laden.

Mehr habe ich auch nicht daheim, und ich fahre zwischen 80 und 230 km am Tag mit einem 30 kWh Akku (also optimistischen 190 km Reichweite) 

Zitat:

Im Umkreis von 15km gibt es keine öffentlichen Ladesäulen, ab 20km von meinem Wohnort gibt es 3 Säulen. Das würde aber bedeuten, zum Laden fahre ich 20km, lade, 20km zurück. Das ja nun wirklich Quatsch.

Wenn du da nur zum Laden hin müsstest, ja.

Frage: bei deinen km sollte ein Besuch pro Woche dort reichen, könntest du einen Besuch an einer dieser Säulen mit irgend etwas anderem koppeln?

 

Zitat:

Auf meiner Stecke 4x die Woche gibt es auch keine Lädesäulen oder Destinationcharger. Ergo, wieder nur zu Hause über Schuko laden.

Ja, allerdings, die 40 km bekommst du auch an deiner Schuko ohne Probleme über Nacht wieder voll

 

Zitat:

Beim Arbeitgeber gibt es auch keine Ladeinfrastruktur, ins Büro fahren wird also in Zukunft ein weiter Faktor, der mich vor ein Problem stellt, sobald Home-Office vorbei ist.

Kommt drauf an, wie weit du da fahren musst.

 

 

Zitat:

Ein Umzug ist erst einmal nicht in Sicht, wie also E-Mobilität leben, erleben, erfahren, wenn ich das Auto nicht laden kann ?

Du kannst ja laden ;-)

Ja, 11 kW Wallbox wäre schöner, aber aus inzwischen 3 Jahren Erfahrung: es geht auch mit Schuko.

 

Zitat:

Schukostecker würde zwar gehen, nimmt mir aber die Flexibilität, wehe das Auto wird mal zu 30 % leer gefahren, dann kann ich das Auto 3 Tage nicht benutzen.

Gemessen an der angedeuteten Fahrzeugwahl, hättest dann aber deinen üblichen Radius deutlich verlassen, kommst du da dann nicht an einer Ladegelegenheit vorbei? Dann würdest nicht mit nur 30% heim kommen.

Schau mal bei Going Electric, die haben eine sehr umfangreiche Karte.

 

Zitat:

Sollte Home-Office vorbei sein, wird das Auto täglich benutzt mit einer Laufleistung von mind. 50km ohne Lademöglichkeit unterwegs.

 

Es würden mir maximal 6 Stunden Schukostecker zum Laden bleiben. Ist das praktikabel ?!

Auch diese 50 km bekommst du garantiert in 6h an Schuko nachgeladen.

 

 

Dir wurden schon einige gute Tips gegeben, Steckdose auf 16A aufrüsten, oder Installation prüfen, ob nicht 3 phasig machbar ist.

 

Wenn du aber noch gewaltiges Unbehagen hast, wäre es auch sicher kein Fehler, noch ein paar Monate zu warten und zu beobachten.

 

Vielleicht hast du einen netten Händler in der Nähe, der dir ein BEV mal für mehrere Tage mitgibt, sodass du es selbst austesten kannst.


21.09.2021 16:39    |    Grasoman

Zitat:

Vielleicht hast du einen netten Händler in der Nähe, der dir ein BEV mal für mehrere Tage mitgibt, sodass du es selbst austesten kannst.

Ich würde sagen: 80% dessen kann man ohne das BEV in einer Excel-Tabelle "simulieren". Oder mit paar Zahlen auf einem Kastchenpapier.

 

Und dann unterscheiden sich die BEVs auch noch gewaltig: der geliehene Smart Fortwo EQ mit 18 kWh und ggf. ohne 22kW-Schnelllader und ohne CCS, oder selbst ein e-Golf mit CCS ist dann doch ne andere Nummer als z.B. ein EV6 77 kWh (brandneu, wird schwierig werden) oder Model S 100 kWh (den gibt's nicht wirklich geliehen für mehrere Tage mal so). Ein gewisses Basiswissen gehört dann also dazu. Man kann nur schon mal warm werden mit: Ladekarten, Ladeapps, Verbrauchsschätzungen, Restreichweite und so Themen.

 

Naja, und für mehrere Tage => nen gewisses Geld wird das schon kosten als Fahrzeugmiete. Das mag gut investiertes Geld sein, aber zumindest wer sich vorher bisschen mit beschäftigt hat, braucht dann eigentlich nur noch eine Verifikation der getroffenen Annahmen.

 

Die PHEV sind da variabler in ihrem Verhalten. Dort lohnt sich das Testen also irgendwie eher.


21.09.2021 18:04    |    notting

Rechtliches: https://www.adac.de/.../

Natürlich sollte man den Vermieter _sanft_ darauf hinweisen. Und der Vermieter kann fordern, dass du alles bezahlst, inkl. Abbau wenn du warum auch immer ausziehst.

KfW-440 kennst du bzw. dein Vermieter? Dann braucht man aber eine Wallbox. Was mobiles mit Schuko oder CEE wird nicht gefördert.

 

Bei Schuko muss man ggf. den Strom reduzieren, da die 16A max. 1h erlaubt sind und gerade bei älteren Dosen 10A auch längerfristig kritisch sein können. Lieber CEE.

 

Wenn eh Kabel gezogen werden dann gleich 3phasig -> 11kW.

 

Wenn das mit den 11kW daheim wirklich nicht klappen sollte: PHEV, wurde hier auch schon angesprochen. Leider haben die meist auch nur max. 3,6kW Ladeleistung.

 

Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 können zwar sauschnell laden, aber DC-Laden ist generell recht teuer. Trotzdem mal die Vielnutzer-Tarife von EnBW und Maingau anschauen. Leider ist Maingau schnell trotz schlechterer weiterer Konditionen teurer als Stromanbieter die man in Preisvergleichen findet.

https://www.motor-talk.de/.../...r-neue-tarife-2021-juli-t7125610.html

 

notting


27.09.2021 11:40    |    kr1zl

wow, vielen Dank für die tollen und ausführlichen Kommentare.

 

Ich bin am Wochenende ein Tesla Model 3 gefahren, macht wirklich Spaß, Laden untwerwegs war auch kein Problem dank SC Netzwerk.

 

Wenn da nicht das ABER wäre, zu Teuer ( Anschaffung ) und leider zu klein, hinzu kommt, dass ich den Innenraum einfach nicht leiden mag.

 

Nen Pluginhybrid ist für mich in meiner aktuellen Wohnsituation wohl das beste. Ich werde mir den Markt mal genauer angucken. Schade, dass es für gebrauchte keine Förderung gibt. Ist ja theor. nachhaltiger als eine Neuanschaffung.


27.09.2021 11:56    |    Grasoman

Model Y statt Model 3 behebt zumindest das Problem "leider zu klein", wenn das maßgeblich auf den Kofferraum bezogen war.

Der Innenraum bleibt aber weitgehend.

Zu teuer. Jepp, aber die Alternativen (BEV, PHEV, HEV, ICE, neu oder gebraucht) kosten auch was. Erst im Vergleich ergibt sich dann die Einschätzung.


27.09.2021 12:05    |    nobrett

Das ist der Grund warum ich einen Polestar 2 habe. Praktischer Kofferraum, schöner Innenraum und mächtig Vorschub. Daheim laden für 30ct und Unterwegs mit Ionity für 35ct.


27.09.2021 20:46    |    notting

@nobrett: Nur ist dort noch nicht klar wie die Grundgebühr für den Ionity-Tarif sein wird. Bei anderen Herstellern sind's meist 13EUR/Monat Aufpreis.

 

notting


27.09.2021 20:51    |    nobrett

Zur Zeit gibt es keine Grundgebühr und es ist auch kein Planung bekannt das zu ändern.


28.09.2021 15:43    |    Vord

Wenn folgende Voraussezungen erfüllt wären, würde ich sofort umsteigen. Kein Stromglättungsgesetz wie in GB, standardisierte Akkus, standardisierte Ladesäulen, Akkus ohne Kobalt u.s.w., Stahlhülle der Akkus (Brandschutz) bezahlbarer Preis (d. h. ohne Förderung) und Mindestreichweite netto 800 km


28.09.2021 17:42    |    ballex

Zitat:

Wenn folgende Voraussezungen erfüllt wären, würde ich sofort umsteigen. [...] standardisierte Akkus, standardisierte Ladesäulen, Akkus ohne Kobalt u.s.w., Stahlhülle der Akkus (Brandschutz) [...]

Standardisierte Akkus wird es nicht geben, da am Akku sich die Unterschiede zwischen den Hersteller ergeben - sprich das ein Verkaufsargument ist. Standardisierte Ladesäulen gibt es hingegen schon längst - in Europa ist Typ2 der Standard für AC-Ladung und CCS der Standard für DC-Ladung - kein neues Fahrzeug kommt mehr mit anderen Anschlüssen heraus.

Akkus ohne Kobalt gibt es schon von einigen Herstellern, Stichwort LFP. Ebenso sind Stahlhüllen für die Akkus schon lange Standard - einen LFP-Akku kann man übrigens sogar durchbohren und er fängt nicht an sich zu erhitzen. Viele der von dir genannten Punkte sind also schon gelöst. ;)

Zitat:

...und Mindestreichweite netto 800 km

800km schaffen doch schon die meisten Benziner (und manche Diesel) nicht. Aber auch da kommen die ersten E-Autos (EQS, Lucid Air,...) doch schon fast hin...alles eine Frage der Zeit, wobei der reale Reichweitenbedarf, von Leuten, die noch nie ein E-Auto gefahren sind, aus meiner Sicht völlig überschätzt wird. 800km fährt zudem kaum jemand ohne Pause - wenn dafür eine kurze Pause reicht, reichen auch 400km RW locker aus. Im Sinne der Ressourcenschonung sollte man das auch berücksichtigen.


28.09.2021 17:42    |    kr1zl

@Vord , Kobalt, Standartisierung etc kann ich alles verstehen, aber die Nettoreichweite von 800km ist für mich kein Grund nicht umzusteigen, mein Insignia B- Benziner schafft keine 750km bei moderater Fahrweise, im Mix sogar noch weniger !! 450km bei 130 km/h wären schon top !!


28.09.2021 17:50    |    Vord

@kr1zl maßgeblich ist für mich die Strecke Hamburg - München in einem Rutsch aber zugegeben, wenn das Laden auch zügig funktioniert (10 Min.) sind ca. 500 km ein guter Richtwert für einenZwischenstopp


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