• Online: 2.411

cepheid1

Blog voncepheid1

09.08.2020 11:34    |    cepheid1    |    Kommentare (12)

 

Ich bin Analytiker in der Chemie, und was begeistert einen Analytiker? Proben messen und Ergebnisse deuten!

 

Früher oder später musste es also kommen. Den ersten Kontakt mit Ölanalysen hatte ich, als damals mein CR Diesel seinen Ölstand stetig erhöhte. Eine Probe bei oelcheck.de für 50€ zeigte schnell, der Diesel Anteil im Öl war extrem erhöht. Die Injektoren waren verschlissen. Zusätzlich konnte man erhöhte Verschleißwerte nachweisen, bedingt durch das dünne Öl.

 

Schnell erkannte ich den Wert von Ölanalysen.

 

Seit 6.000km ziehe ich also regelmäßig Proben und messe sie selbst auf Verschleißelemente wie Aluminium, Eisen, Silizium, Nickel, Chrom, Mangan, Kupfer & Molybdän. Alles wichtige Elemente von im Motor eingesetzten Legierungen und Beschichtungen. Insb Alu und Eisen sind wichtige Kenngrößen für allgemeinen Motorverschleiß. Je höher desto schlechter, je mehr Eintrag pro gefahrenen km, desto schlechter der Zustand vom Motoröl.

 

Man fängt an und misst das Grundöl, das ist der Nullpunkt. Dann schaut man, wieviel Material vom Motor in das Öl über welchen Zeitraum eingetragen wird. Man kopiert also Zahlen in Excel hin und her, tippelt die eine oder andere Formel ein und voila, eine tolle Tabelle mit Zahlen in bunt, siehe Galerie.

 

 

Und was bedeuten die Zahlen nun? Vorweg kann ich die Oelcheck Wiki wärmstens empfehlen. Viele nützliche Infos sind dort gut beschrieben.

 

Gehen wir nun nacheinander meine Ergebnisse durch:

 

Vorweg die Fahrzeuge (s. auch Profil)

S5 3.0 TFSI ~6,2L => ~5kg Motoröl

A4 2.0 TDI ~5L => ~4kg Motoröl

Ölmengen und Massen sind grob überschlagen, sind abhängig vom Ruß und Kraftstoffanteil.

 

Schauen wir uns die Verschleißwerte (rot) an, sie gehen stetig hoch. Das ist normal, denn über die Zeit wird stetig Eisen in das Öl eingetragen. Wichtiger finde ich den Eintrag pro 1000km. Das sind die gelben Werte.

 

Beim S5 sieht das alles noch gut aus, trotz Tuning Stage I, das Öl ist gerade mal 6600km alt. Beim A4 allerdings ist das normale Longlife (LL) Öl drin. Also das flexible Intervall wo eine Ölfüllung bis zu 30.000km hält.

 

Die letzte Messung bei 16Tkm zeigt stark erhöhte Werte, im Gesamtwert sowie beim Eintrag pro 1000km. Insb letzterer ist bei Eisen (Fe) um Faktor >3 gestiegen.

LL hin oder her, eindeutiges Zeichen, nach 15Tkm ist das Öl durch, der Verschleiß geht dramatisch hoch.

Höchste Zeit für einen Ölwechsel!!

 

Kommen wir zurück zu den Werten. Was bedeuten 78ppm Fe im Öl? Es handelt sich hier um im Öl gelöstes Eisen. PPM steht im allgemeinen für parts per million und hier für mg/kg.

 

Dreisatzrechnung:

A4 - 78mg Eisen in 1kg Motoröl:

Auf etwa 4kg Öl (5L => ~4kg) ergibt das 312mg bzw 0,312g Material, welche von Motor und Kraftstoff (Verbrennungsrückstände) in das Öl gelöst wurden.

 

A4 - 8,5mg Eintrag pro 1000km:

34mg Eisen aus Motor und Kraftstoffrückstände gelangen ins Öl.

 

Es ist schwer einzuschätzen, wieviel davon aus Kraftstoff und Motor kommen. Aber klar ist, je höher der Wert, desto mehr Verschleiß. Zusätzlich zum Verschleiß kommt die katalytisch wirkende Eigenschaft von Eisen, welche mit steigendem Gehalt den Verschleiß weiter erhöht.

 

Auf welche Werte speziell zu achten ist, hängt stark vom Motor und den verwendeten Materialien ab. Alu oder Eisenblock, Zylinderbeschichtungen, Wellen und Lager Materialien sind alle unteschiedlich. Beim S5 vermute ich irgendwo eine Molybdän Legierung. Obwohl das Motoröl selbst Molybdän enthält, ich nehme an als friction modifier, steigt der Wert. Der Motor blutet also irgendwo Mo aus. Ich habe bislang aber keine Quelle gefunden mit verlässligen Angaben zu verwendeten Legierungen in dem Motor.

 

 

Man sieht also, die Ölanalysen können viel Aufschluss über den Zustand des Motors geben. Bei großen Baumaschinen und Pumpen sind Ölanalysen Gang und Gebe, sie werden regelmäßig durchgeführt. Ich finde bei den 10.000 - 20.000€ teuren KFZ Motoren lohnt ab und zu eine Ölanalyse.

 

Ich werde meine Analysen weiter fortführen. Bin gespannt auf die Molybdän Werte beim S5. Der Plan ist Audi direkt anzuschreiben, sobald ich mehr Ergebnisse habe. Vielleicht bekommt man raus, welche Materialien wo verbaut wurden.

 

Ich freue mich auf Eure Meinungen und Diskussionen. Meine Erkenntnisse werde ich weiter updaten.

 

Bis dahin!

Ceph

Hat Dir der Artikel gefallen? 8 von 8 fanden den Artikel lesenswert.

28.09.2019 22:57    |    cepheid1    |    Kommentare (0)

Hinfahrt - Großglockner Alpenstraße - Krimmler Wasserfälle/Gerlospass - Kaunertal und Kaunertaler Gletscherstraße

 

 

Ausblick 2750mAusblick 2750m

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Fahrt in das Kaunertal ist für uns Flachland Fuzzis schon besonders. Es schlängeln sich 10km in ein enges Tal zwischen Hunderte Meter hohen Felswänden. Weitblick und Himmelblick Fehlanzeige. Am frühen Nachmittag verschwindet die Sonne schon hinter der Felswand.

 

Von unserer Unterkunft in Feichten aus hatten wir den perfekten Standort für tägliche Touren Richtung Kaunertaler Gletscher. Die Gletscherstraße ist Mautpflichtig. Hier empfiehlt sich eine Karte für mehrmaligen Eintritt zu kaufen.

 

Ziel ist eindeutig die Fahrt zum Gletscher auf 2750m und die Karlesjochbahn auf 3108m. Dort oben hat man einen tollen Ausblick auf die Berge und Täler in Italien. Denn die Bahn fährt einen direkt auf Staatsgrenze zu Italien. Nimmt Euren Reisepass mit, man kann dort oben einen einzigartigen Stempel nutzen :)

Zurück auf 2750m lohnt der Gang in die Gletscherspalte und im Gletscherrestaurant gibts die eine oder andere Leckerei. Leider auch hier wieder ein trauriger Blick auf die schmelzenden Gletscher und das viele Toteis.

 

Alleine die Fahrt nach oben lohnt die Mühen schon. Hier kommen insb die sportlichen Fahrer voll auf ihre Kosten. Kaum Verkehr (kein Vergleich zur Großglockner Straße), viele Kehren und es geht wieder über Serpentinen von 1200m auf 2750m :D

Doch eilt nicht zu schnell nach oben. Auf dem Weg von Feichten hoch auf 2750m gibt es viele Orte die einen Halt lohnen. Ich empfehle die Audioguide App "Locandy" zu laden. Mit dem QR Code auf der Broschüre könnt ihr mit Geo Daten an den vielen Punkten Halt machen und Euch eine Geschichte zu den Orten erzählen lassen.

 

Wusstet Ihr dass Teile der Verfolgungsjagd im Film 007 Spectre am Gepatsch See gedreht wurden?

Hier der 007 Spectre Chase und hier unsere Aufnahme am Gepatsch See

 

 

Aber lasst Euch von der Spannung nicht anstecken. Insb die Fahrt auf der Ostseite des Sees hat ihre Tücken. Enge Straßen, nicht einsehbare Kurven und Gegenverkehr. Achtet aufeinander und lasst Euch platz.

Aber zurück zu den schönen Dingen, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Im Tal ist die Straße noch idyllisch, grün und bewaldet. Je höher es geht, desto mehr ändert sich der Charackter in Richtung Forsch. Jeden Moment denkt man, es kommen 2 Hobbits kommen um die Ecke gelaufen. Alle paar Hundert Meter lohnt ein Halt. Abseits der Strecke gibt es so viel zu entdecken, dass man viele Tage dort verbringen kann. Packt also genug Lembasbrot ein. Kein Zufall dass dort viele Zelten oder in Wohnwagen übernachten.

 

Das schöne an solchen Orten ist die Vielfältigkeit. Ob stundenlange Wanderungen, Weichei-Spazieren, Serpentinen Spaß oder Bioexkurs in die Tier- und Pflanzenwelt. Es ist für jeden etwas dabei. Okay, zugegeben, Sommer Sonne Strand sucht man hier vergebens :D

 

Mit ein paar eindrucksvollen Bildern zum Schluss will ich Euch alleine lassen.

 

Gepatsch StauseeGepatsch Stausee

 

 

 

 

 

 

Blick auf die GletscherstraßeBlick auf die Gletscherstraße

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KaunertalKaunertal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

FernergartenFernergarten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wasserfälle und Rinnsale an jeder EckeWasserfälle und Rinnsale an jeder Ecke

Hat Dir der Artikel gefallen? 5 von 5 fanden den Artikel lesenswert.

30.08.2019 11:56    |    cepheid1    |    Kommentare (0)

Teil 2 unserer Alpen Tour

Hinfahrt - Großglockner Alpenstraße - Krimmler Wasserfälle/Gerlospass - Kaunertal und Kaunertaler Gletscherstraße

 

Nachdem wir einige Tage Bergluft geschnuppert und uns an die Höhe etwas gewöhnt haben, ging es weiter zum Krimmler Wasserfall.

 

Die Fahrt von Zell am See nach Krimml ist unspektakulär. Es geht im Tal etwa eine Stunde Richtung Westen. Dennoch erstaunt es immer wieder, wie fließend der Verkehr in Österreich geht. Stau, was ist das?! Ich kann mich nicht an eine einzige Ampel erinnern. Man hält höchstens an den vielen Kreisverkehren einen kurzen Moment. Daraus resultierten Verbräuche von weit unter 8L/100km mit dem S5. In Deutschland freue ich mich, wenn eine 8 vorn steht.

 

 

In Krimml angekommen kann man auf den vielen kostenpflichtigen Parkplätzen parken (~5€). Die Plätze nah am Fall sind sehr schnell voll. Hier werden haufenweise Busse entladen. Deren Inhalt ergießt sich dann zeitnah Richtung Toiletten und Café.

 

Nach einem kurzen Fußmarsch hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Wasserfall. Gerade an heißen Tagen ist das eine willkommene Abkühlung. Man kann sehr nah an das Wasser aber vorsicht: Es ist nass, glatt und felsig. Nimmt Euch Ersatzkleidung oder Regenjacken mit. Mit nassen Schuhen ist zu rechnen.

 

Am Wasserfall entlang führt ein Weg hoch, etwa 2km lang aber knapp 300m hoch. Unterwegs viele Haltepunkte wo man die Aussicht und das Rauschen der Krimmler Ache genießen kann. Ich habe leider keine Fotos für Euch, Telefone waren im Auto. Google bietet aber einige tolle Fotos und Street-View Bilder.

 

Für die Auto Nerds ist der Gerlospass das interessante. Denn am Fuße des Passes ist der Krimmler Wasserfall und spätestens wenn Ihr auf die Karte schaut, wisst Ihr, warum wir die Route in das Kaunertal über Krimml gewählt haben. Der Pass ist zwar kein Vergleich zur Großglockner Hochalpenstraße aber es ist viel weniger Verkehr vorhanden und man hat mehr Platz. Das erhöht den Fahrspaß ungemein, wenn die Beifahrerin nicht ständig mitbremsen würde :D

 

Es geht etwa 35km lang hoch auf 1638m und am Ende runter in das Zillertal. Von dort aus sind wir Richtung Norden auf die A12 Richtugun Innsbruck. Die Stadt selbst lohnt einen Halt. Sei es der Alpenzoo, Burg Hasegg, Schloss Ambras oder die Hofkirche. Von der Strecke liegt es auch gut für einen Zwischenstopp und eine Stärkung.

 

Aber unser Ziel war klar, das Kaunertal. Von Innsbruck selbst fährt man 96 angeneheme Kilometer in das Kaunertal. Im Hotel angekommen genießt man von Feichten einen tollen Ausblick auf den Kaunertal Gletscher. Das Ziel unserer Reise.

 

 

Im letzen Teil dieses Alpentour Blogs geht es um die wundervollen Fahrten auf der Kaunertaler Gletscherstraße die nochmal höher auf insgesamt 2750m mit dem Auto geht.

Hat Dir der Artikel gefallen? 2 von 2 fanden den Artikel lesenswert.

25.08.2019 17:52    |    cepheid1    |    Kommentare (58)

Bergfahren, Passstraßen und Serpentinen. Die wohl schönsten Strecken, die man fahren kann.

 

Aber solche Straßen sind auch starke Belastungen für die Autos. Bei unseren Berg Touren haben wir immer wieder viele Pannenfahrzeuge gesehen. Warum ist das so und was muss ich beachten damit ich heil ankomme?

 

Gründe für die Belastungen:

  • Höhe und damit verbunden eine geringe Luftdichte
  • Hohe Motorleistungen gefordert bei gleichzeitig geringer Geschwindigkeit
  • Hohe Drehzahlen
  • Enge Kurven
  • Starke Belastingen für Bremsen

 

Gehen wir das ganze physikaisch an und nehmen einen Vergleich zwischen Autobahn und Hill Climbs. Wer sich für die Physik dahinter nicht interessiert, unten gehts weiter mit Tipps zu Fahrten in Bergen.

 

Auf Autobahnen nutzen wir Motorleistung um kinetische Energie zu erhöhen, also die Geschwindigkeit auf einer Ebene.

Bei Hill Climbs erhöhen wir die Potentielle Energie, also die Fahrzeughöhe "ü NN", gleichzeitig nutzen wir einen Teil der Motorleistung um die kinetische Energie aufrecht zu erhalten.

 

Beides benötigt vergleichsweise viel Motorleistung, die nötige Leistung könnt ihr im Momentanverbrauch im Display abschätzen. Wer in Physik aufgepasst hat weiß, dass die Umwandlung von Energie in eine andere Form (Kraftstoff in Bewegung) immer Verlustwärme = Entropie freisetzt. Nur kommt der wichtige Unterschied zwischen Autobahn und Hill Climb: Geschwindigkeit und Luftdichte/-druck

 

Während durch hohe Geschwindigkeit und Luftdichte im Flachland genug Kühlung vorhanden ist, fehlt diese bei Hill Climbs. Dort haben wir geringen Speed trotz hoher Motorlast (Erhöhung Potentielle Energie) und zusätzlich geringeren Luftdruck (niedrigere Kühlwirkung). Und genau darum geht es bergauf.

 

 

 

Im Folgenden Tipps zur schonenden Fahrweise bergauf:

 

Motor:

Als erstes sollten Motor und Getriebe warm gefahren sein. Große V6 und V8 Motoren brauchen lange, bis sie auf Temperatur sind. 10km und 10min Fahrzeit sollte minimum sein.

 

oeltemperaturoeltemperaturWenn Euer Auto eine echte verlässlige Öltemperatur Anzeige hat, solltet Ihr diese im Auge behalten. Die Kühlwasser (KW) Temperatur Anzeige ist in modernen Autos meist eine Fake Anzeige. Bleibt stumpf auf 90°C, das entspricht nicht der Wahrheit. Diese Anzeige ist stark geglättet damit die Kunden nicht denken es wäre was defekt. Ich habe meine KW Temp. bei solchen Fahrten mit Software in Echtzeit ausgelesen. Sie schwankt bergauf bis 120°C und bergab bis 70°C hoch und runter obwohl im Cockpit die Anzeige stumpf auf 90°C steht.

 

Wie heiß der Motor sein darf und wie gut der Wagen die Bergauf Fahrt ab kann, ist stark vom Modell abhängig. Grundsätzlich sollte man ab 120°C (KW & Öl) über Motorkühlung nachdenken. In Richtung 140°C wird es langsam kritisch.

 

Bedenkt auch, dass die Abgasanlage sehr sehr heiß werden kann. Beim 3L Diesel im A4 hatte ich über 700°C am Turbolader worauf der Motor dann Leistung zurück nahm mit "Abgastemperatur zu hoch" Fehler im Speicher. Bei einem Benziner könnt Ihr nochmals paar Hundert Grad auf addieren. Das belastet Krümmer, Abgas-Turbolader und Katalysatoren.

 

Also ab und zu in der Haltebucht stoppen und die Haube bei laufendem Motor öffnen. Mit einem Schluck Wasser die Aussicht genießen, paar Kekse und 749 Fotos später geht's weiter.

 

Egal was, niemals beim Climb anhalten und den Motor abstellen (Start/Stopp ausschalten)!! Das erzeugt eine Menge Hitzestau und Motor und Bauteile können Schaden nehmen. Den Fehler habe ich damals im A4 gemacht. Einige Monate später musste ich den Turbolader wechseln ;)

Es gibt auch einige Motoren, die nach Abstellen eine elektrischer Kühlwasserpumpe eine Zeit laufen lassen zur internen Motorkühlung. Super feature!!

 

 

Kommen wir zum Getriebe:

Es gibt mehrere Bauformen, der klassische Handschalter, Doppelkupplungsgetriebe, Hydraulischer Drehmomentwandlerund mit Planetengetriebe (kurz Wandler) und das CVT Getriebe. Erklärung zur Funktionsweise findet man zu Haufe im Netz, darauf will ich hier nicht eingehen.

 

Die Beste Getriebevariante für Bergfahrten ist klar der Wandler. Das Anfahren geht bei diesem Getriebe praktisch Verschleißfrei, während in allen anderen o.g. Getrieben Kupplungsbeläge das Anfahren bewältigen, diese verschleißen natürlich. Auch ist der Wandler meist auf deutlich mehr Drehmoment ausgelegt als die anderen Getriebe, da er intern das Eingangsdrehmoment wandelt, also Drehzahl zu Drehmoment, daher der Name Wandler ;)

Wechselt nicht zu häufig die Gänge und vermeidet unnötiges Anfahren steil bergauf.

 

Technischer Hintergrund zum Wandler:

Im hydraulischen Drehmomentwandler wird während der Anfahrphase durch Scherung das Öl erhitzt bis zu dem Punkt, wo die Wandlerüberbrückungskupplung (WÜK) zu macht und voller Kraftschluss vorhanden ist. Das Öl ist aber sehr gut über einen Kühlkreislauf gekühlt. Bei meinem A4 mit dem 6 Stufen ZF6HP19 Getriebe ging die Getriebeöltemperatur nie über 70 bzw 80°C (eins von den beiden Werten, habs vergessen :D). Auch die vielen Anfahrten bergauf haben das Öl nie überhitzt.

 

Es empfiehlt sich die Gänge durchaus höher zu drehen auf mehrere Tausend Umdrehungen. Bei den meisten Automatik Fahrzeugen lassen sich die Gänge manuell wählen, über Schaltwippen am Lenkrad oder den Getriebehebel in der Mittelkonsole. Einfach mal ausprobieren, kann auch Spaß machen ;)

 

 

Insb bei Single-Turbomotoren erleichtern höhere Drehzahlen die Lastwechsel, da schnell Ladedruck da ist. Bedenkt, durch den geringen Luftdruck muss der Turbo deutlich mehr Arbeit leisten, um den nötigen Ladedruck zu erzeugen. Saugmotoren dürften einen spürbaren Leistungsverlust haben, während Turbomotoren mit einem größeren Turbolag kommen. Einige Zahlen dazu, bei 2500m Höhe üNN haben wir nur rund 750mbar Luftdruck. Also 3/4 des normalen Druckes. Diesen fehlenden Druck muss der Turbo ausgleichen bzw es fehlt dem Saugmotor. Weniger Druck = weniger Luftmasse = weniger Leistung.

 

Weiterer Vorteil durch höhere Drehzahlen: Bei Autos mit mechanisch angetriebenen Wasserpumpen erhöht das den Kühlwasser Durchsatz durch den Radiator und verbessert die Motorkühlung. Auch wird der Motor durch höhere Ölflussraten gekühlt. Wichtig insb. bei Turbomotoren.

 

Reifen und Bremsen:

Ohne dass Ihr es merkt, das ESP greift in den engen Kehren oft ein. Das erhöht Reifen und Bremsen Verschleiß. Obwohl ihr bergauf nicht einmal gebremst habt, können die Bremsen dennoch sehr heiß werden. Erfahrene dürfen das ESP gerne abschalten ;)

 

Der Motor strahlt viel Wärme ab, der erhitzt insb die Vorderreifen, sie werden weich. Auch Abwärme der Bremsen erhitzen die Reifen weiter. Die optimale Temperatur der Reifen ist unterschiedlich, das ist eine Wissenschaft für sich. Meist haben warme Gummis mehr Grip und verschleißen schneller. Irgendwann kommt der Punkt wo sie zu heiß sind, zu weich werden und stark verschleißen.

 

 

Bergab:

Bremsen, Bremsen, Bremsen, achtet auf Eure Bremsen, bitte quält sie nicht mit Dauerbremse bergab. Ihr habe eine Motorbremse, nutzt diese. Der 2. Gang reicht bei den meisten Autos aus, um das Auto unter 60km/h zu halten. Versucht beim Runterschalten bei Handschaltern mit Zwischengas zu arbeiten um Kupplung und ZMS zu schonen. Überschätzt die Motor Kühlung bergab nicht. Die Motorbremse macht auch nichts anders als kinetische Energie durch innermotorische Reibung und Kompression in Wärme umzuwandeln.

 

Obwohl moderne hydraulische Scheibenbremsen eine Menge ab können, unterstützt diese mit etwas Motorbremse. Musstet Ihr eine längere Zeit kräftig bremsen, solltet ihr diese etwas kalt fahren. Grundregel bei starkem Bremsen, niemals anhalten und die Bremse getreten lassen oder die Handbremse anziehen. Sind die Bremsen zu heiß, können die Beläge verglasen und Ihr verliert eine Menge Bremsleistung => neue Bremsen. Wenn Ihr anhalten müsst, versucht das Auto per Getriebe (P-Modus oder 1. Gang) zu sichern. Ebenso Pfützen vermeiden, heiße Bremsen und schlagartige Abkühlung in Wasserstellen führen zu schlagartigem erkalten der Bremsscheibe und kann diese verziehen => Starke Bremsvibrationen => Neue Bremsen.

 

Letzter und sehr wichtiger Punkt bei Bremsen: Die Bremsflüssigkeit muss alle 2 Jahre gewechselt werden. Die Flüssigkeit reichert Wasser an. Ist der Wassergehalt zu hoch, kann die Flüssigkeit in den Bremsleitungen kochen. Die Bremsen werden locker mehrere Hundert Grad heiß.

Hier kommen wir zurück zur Physik, Gase lassen sich komprimieren, Flüssigkeiten nicht. Kocht die Bremsflüssigkeit, wird das Bremspedal weich und die Bremswirkung lässt schlagartig massiv nach. LEBENSGEFAHR!!

 

 

Viele Regeln die zu beachten sind. Bergfahrten sind nunmal keine Fahrt zum Supermarkt, sie sind starke Belastungen für das Material, entsprechend muss man fahren.

 

 

Doch es lohnt den Aufwand. Atemberaubender Ausblick, wundervolle Straßen und Fahrspaß :)

Ich hoffe mit meinen Erfahrungen kommt Ihr sicher am Ziel an. Hier noch ein paar Schmankerl um Euch etwas Appetit zu machen.

 

 

2300m2300m

2750m2750m

~2000m~2000m

2750m Ende2750m Ende

Hat Dir der Artikel gefallen? 15 von 21 fanden den Artikel lesenswert.

23.08.2019 19:04    |    cepheid1    |    Kommentare (4)

Teil 1 unserer Alpen Tour

Hinfahrt - Großglockner Alpenstraße - Krimmler Wasserfälle/Gerlospass - Kaunertal und Kaunertaler Gletscherstraße

 

Los gehts,

 

unsere erste größere Tour in unserem S5 Coupe (s. Profil). Wir sind das dritte mal in Österreich mit dem Auto. Zuvor waren wir schon 2x mit dem A4 in AUT. Die Tour geht von Norddeutschland (Region HH) nach Österreich mit Zwischenhalt in Hannover => ~950km

 

Vorweg, wir haben Ferienwohnungen gebucht und hatten entsprechend etwas mehr Gepäck dabei. Das hat alles wunderbar in den S5 gepasst. Wir sind Weichei-Wanderer und haben also wenig sperriges Wandergepäck dabei gehabt. Also alles eingepackt und los gehts:

 

Bei der Hinfahrt haben wir die Route an Leipzig vorbei über die A9 gewählt statt der A7. Was soll ich sagen, richtige Entscheidung Wir sind morgens 4:30 ab Hannover los gefahren. 10min Stau an einer Baustelle, das wars. Die Autobahnen waren frei und wir hatten sehr wenig Verkehr. A7 war die vergangenen Jahre immer die reinste Katastrophe. Morgens, Nachmittags, Nachts, haben wir alles schon hinter uns. Mit Pausen sind wir ab Hannover nach etwa 10h am Ostufer in Zell am See angekommen mit einem phantastischen Ausblick.

 

Zeller SeeZeller See

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zell am See selbst ist eine Araber Touri Hochburg, auf Burkas und bärtige Männer muss man sich einstellen :D

 

Aber nun das wichtige, die Großglockner Hochalpenstraße und die Sehenswürdigkeiten.

 

Vom Zeller See geht es in 15min zur Mautstation Richtung Großglockner. Es folgen 15km wunderschöne Serpentinen von 1151m bis hoch zur Edelweißspitze auf 2572m (Achtung, Schwindelgefahr für untrainierte Flachland Weicheier :D).Dort angelangt erhält man einen wunderbaren Panorama Ausblick auf die Berge. In der Edelweißhütte bekommt man eine leckere Stärkung.

 

 

Im weiteren Verlauf geht es 23 weitere km bergauf und -ab zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf den Großglockner und Abstieg auf den Gletscher See. Aber nicht so schnell, auf dem Weg gibt es viele Punkte wo man halten und die Natur genießen kann. Insb der Naßfeldspeicher/Stausee mit Wasserfall lohnt einen Halt.

 

 

 

NassfeldspeicherNassfeldspeicher

 

 

Die Tour Großglockner Hochalpenstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe ist ein ganzer Tagestrip. An jeder Ecke lohnt der Halt und Blick in die Natur. Allerlei tolle Pflanzen, Vögel und insb Murmeltiere sieht man an jeder Ecke. Auch der wundervolle Ausblick lohnt das eine oder andere Foto. Sehr schöne Auto Fotos lassen sich dort machen ;)

 

 

AusblickAusblick

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer Fahrspaß mag und Serpentinen genießt, kommt voll auf seine Kosten. Da empfehle ich eine Fahrt früh morgens oder spät abends. Ab 10 Uhr wird es recht voll auf den Straßen. Dann hat man Camper, Kleinwagen, Oldtimer und vor Allem viele viele Radler mit Eiern aus Stahl. Der eine oder andere Radler überholt Dich bei der Abfahrt mit >60km/h :D

Während sich Radler leicht überholen lassen, ist es durch die begrenzte Sicht nicht immer möglich PKW zu überholen. Hängt man ewig hinter einem Tempo 30 Pampersbomber, kann es einem den Fahrspaß schnell nehmen.

 

 

Das bringt uns zum nächsten Thema, der Fahrweise. Von 40PS Oldtimern über 200PS Renn-Bikes, Erlkönigen, Familien Kutschen und Supersportlern, fährt alles zusammen auf einer meist einspurigen Straße. Ebenso breit ist das fahrerischer Können gefächert. Für eine sichere Fahrt solltet Ihr einige Regeln beachten:

 

Rücksicht auf andere nehmen und nicht drängeln. Es geht steil bergab, ihr wollt nicht abstürzen.

Abstand halten bei Abfahrten, alle haben unterschiedlich starke Bremsen und Ihr wollt mit Eurem SUV nicht ins Heck eines 911er fahren, welche bekanntlich enorm gut ankern.

Es folgen viele nicht einsehbaren Kurven und Kehren, nicht die Kurven schneiden. Hinter jeder Kurve könnte der Gegenverkehr kommen oder ein Hindernis auf der Straße sein.

Motorrad Fahrer benötigen in Kurven viel seitlichen Platz. Lasst Motorräder vorbei, sie kriegen Euch meist eh ;)

Dann haben wir sehr langsame Radler bergauf aber verdammt schnelle Radler bergab :D

 

Bedenkt, dass viele zur Erhohlung und Aussicht dort fahren. Es gibt viele Stellplätze nah der Straße wo Menschen und Kinder laufen, für Bilder und Selfies.

 

In einem separaten Blog Eintrag werde ich über die schonende Fahrweise in Serpentinen erzählen. Schließlich soll der Urlaub ohne Autopanne enden, denn eine Bergfahrt ist für das Auto eine starke Belastung und unerfahrene können da schnell Schäden am Auto verursachen.

Hat Dir der Artikel gefallen? 4 von 4 fanden den Artikel lesenswert.

12.08.2019 14:03    |    cepheid1    |    Kommentare (0)

DPF, Ruß, Asche...was ist das? Was stört, was ist normal?

 

Ihr kennt es vom Grillen, 2kg Kohle, viel Fleisch und am nächsten Morgen verbleibt graue Asche im Grill. So ähnlich ist es im DPF:

 

Ruß wird bei der Verbrennung im Kolben gebildet und im DPF gesammelt. Ist der DPF voll, wird ein anderes Motorprogramm gefahren, um die DPF Temperatur zu erhöhen. Bei ~600°C geht es dann los und der Ruß wird mit dem Restsauerstoff und dem NOx als Oxidator verbrannt zu CO2 Gas. Übrig bleibt die Asche.

 

Die Asche besteht aus allerlei nicht löslichen Stoffen, die bei 750°C noch stabil sind. Das ist insb Abrieb aus Motor und Abgasanlage und von Herstellung und Transport des Kraftstoffes. Wischt beim Tanken mal mit einem Tuch am Zapfhahn entlang, dann wisst ihr was ich meine. Auch alles was ihr durch den Luftfilter ansaugt gelangt in den DPF, feiner Staub beispielsweise. Motoröle haben auch Ascherückstände. All das landet im DPF.

 

Mit der Zeit steigt der Ascheanteil im DPF und die Kapazität für Ruß sinkt. Es muss immer häufiger regeneriert werden, bis schließlich die DPF Leuchte im Cockpit angeht.

 

Die Asche ist zum Großteil nicht löslich und temperaturbeständig. Man bekommt sie also von alleine nicht heraus. Lösung bietet hier nur Ausbau und Reinigung oder Austausch.

 

Die Probleme vom DPF könnt ihr hinauszögern, indem ihr den Motor Luftfilter häufig wechselt und Motoröl mit geringem Sulfatascheanteil verwendet. Qualitativ hochwertiger Kraftstoff leistet auch seinen beitrag.

Hat Dir der Artikel gefallen?

12.08.2019 13:50    |    cepheid1    |    Kommentare (0)

Viele kennen sie. Dose öffnen, durch die Lambdasonden Öffnung einsprühen und schwupps ist der DPF von der Asche befreit.

 

Klingt super, oder? Nicht ganz. Man stößt immer wieder auf Fälle, wo der DPF geschmolzen oder gebrochen ist. Warum passiert das?

 

Im Folgenden eine kurze Erklärung zum chemischen Hintergrund:

 

Die Reiniger enthalten zumeist Ammoniak oder dessen Verbindungen. Zum Glück sind Hersteller in GER verpflichtet in den Sicherheitsdatenblättern (SDB) auf die Gefahrstoffe hinzuweisen. Also stößt man schnell auf Inhaltsstoffe wie Ammoniak (NH4) oder Ethanolamin wenn man nach SDB sucht. Letzteres ist auch nur ein Liefernant für NH4.

 

Der Sinn von NH4 ist die Reaktion mit NOx im Abgas zu Ammoniumnitrat (NH4NO3). Hier werden einige schon hellhörig. NH4NO3 ist ein Zusatz für einige Sprengstoffe und wird Brandfördernd. Es beschleunigt also die Reaktionen im Abgas und erhöht die Temperatur. Das ist überall in der Literatur beschrieben.

 

Das ist erwünscht um den Ruß frei zu brennen und durch Temperatur Erhöhung lassen sich einige Aschen auch entfernen. Problematisch daran ist aber, dass das Motorsteuergerät die Reaktion und die Temperatur nicht kontrollieren kann. Lokal können in Folge weitaus höhere Temperaturen entstehen als der DPF verträgt. In Folge kann es zu Brüchen und Schmelzen im DPF Kern kommen. Womit der DPF dann zerstört wäre.

 

Es geht bei diesen NH4 haltigen Reinigern also nur um Temperatur Erhöhung. Im DPF haben wir alles für eine kleine Bombe:

brennstoff (Ruß)

Sauerstoff

Brandbeschleuniger

Temperatur

 

 

Leute, lieber den DPF ausbauen und zur Reinigung einschicken. Dort wird in Öfen kontrolliert und schonend (langsam) der DPF erhitzt und abgekühlt. Das Schock erhitzen mittels Reiniger mach Euch den DPF nur kaputt.

Hat Dir der Artikel gefallen?

Blogautor(en)

cepheid1 cepheid1

1-4-3-6-2-5