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Volkswagen SUV Showcar: T-Cross Breeze - Dieses Polo-SUV hat das Dach ab

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Kleine SUV gelten als Umsatzgranaten, SUV-Cabrios dagegen als Ladenhüter. Das beantwortet die Frage, was an dieser VW-Studie Serienchancen hat. Update: Fotos und Bilder direkt aus Genf.

T-Cross Breeze: Die Studie auf dem Genfer Salon zeigt, wie sich VW ein kleines SUV vorstellt.Nicht ganz so klein wie diefrühere Taigun-Studie nämlich T-Cross Breeze: Die Studie auf dem Genfer Salon zeigt, wie sich VW ein kleines SUV vorstellt.Nicht ganz so klein wie diefrühere Taigun-Studie nämlich Quelle: MOTOR-TALK

Genf - Geld verdienen ist eine schöne Sache, wenn es funktioniert. Niemand weiß das besser als André Romell Young alias Dr. Dre. Seine Elektronik-Marke „Beats“ brachte beim Verkauf an Apple rund drei Milliarden Dollar. Und ist trotzdem noch cool genug, um das 300 Watt starke Car-Hifi für VWs neuste Messestudie zu stellen.

Geld verdienen will auch VW, und das geht heute am effektivsten mit SUV. Drei neue Baureihen plant Wolfsburg daher neben Tiguan und Touareg: Ein SUV in Kleinwagen-Größe, eines in Golf-Größe und eines oberhalb des Tiguan.

VW hat zum T-Cross Breeze sogar schon einen Verbrauch: 5,0 l/100 km VW hat zum T-Cross Breeze sogar schon einen Verbrauch: 5,0 l/100 km Quelle: Volkswagen Mit dem T-Cross Breeze gibt VW einen sehr konkreten Ausblick auf das Polo-SUV. Das Cabriodach dazu ist allerdings ein Messe-Gimmick. VW-Markenchef Herbert Diess lässt sich zwar mit folgenden Worten zitieren: „Wir können uns durchaus vorstellen, solch ein Cabriolet auf den Markt zu bringen. Ein preiswertes Spaßmobil mit hoher Alltagstauglichkeit. Ein echter Volks-Wagen.“

4,13 Meter lang, Frontantrieb

Von einem konkreten Cabrio-SUV-Plan kann dennoch keine Rede sein, wie aus Wolfsburg zu hören ist. Beim Basismodell sieht das anders aus. Die Rahmendaten der Genf-Studie klingen seriennah: Die Studie misst 4,13 Meter in der Länge, 1,80 Meter in der Breite und 1,56 Meter in der Höhe. Der Radstand beträgt 2,56 Meter, 9 Zentimeter mehr als der aktuelle Polo.

Das Gewicht des SUV-Konzepts gibt VW mit 1.250 Kilo an, für den Vortrieb sorgt ein 110-PS-Turbobenziner. Ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe leitet die Antriebskraft an die Vorderräder weiter. Sogar Fahrdaten hat VW zu seinem Taigun XL schon parat: Von null auf 100 km/h soll es in 10,3 Sekunden gehen, die Höchstgeschwindigkeit soll 188 km/h betragen, den Verbrauch gibt VW mit 5,0 l/100 km an.

Bei so viel Realismus von außen gönnt sich VW im Cockpit etwas Zukunftsmusik. Der Innenraum zeige das „Bedienkonzept der nächsten Generation“, so VW – und das bedeutet den weitgehenden Verzicht auf Schalter und Knöpfe. Stattdessen verteilten die Designer jede Menge Touch-Flächen, außerdem soll der T-Cross Breeze auf Gesten reagieren.

VW sieht dieses praktisch knopf-freie Cockpit "mittelfristig" in der Serie VW sieht dieses praktisch knopf-freie Cockpit "mittelfristig" in der Serie Quelle: Volkswagen All das sieht VW „mittelfristig in der Serie“. Vielleicht also in manchen Modellen noch in diesem Jahrzehnt. Das „Active Info Display“ soll dabei nicht nur frei konfigurierbar sein. Es interagiert auch mit einem (bei VW) neuen kamera- und radargestützten Straßenbeobachtungssystem. Dieses passt Dämpfer und Lenkung an den jeweiligen Untergrund an.

Auf dem Display erscheinen dann relevante Informationen für die jeweilige Fahrsituation. Zum Beispiel Hinweise, wie man den schwachbrüstig motorisierten Fronttriebler aus unwegsamem Gelände bugsieren könnte.

Update: Erster Eindruck aus Genf

Auf der Messe laufen im Polo-Karosseriemix natürlich nur Demo-Videos. Bis VW ein Cockpit ohne Knöpfe tatsächlich in Serie bringt, müssen die Displays Rückmeldung geben. Das funktioniert theoretisch schon: die Studie „Touch“ (Las Vegas 2014) vermittelt mit Vibrationen in der Oberfläche fühlbare Tasten auf glattem Glas. Wir rechnen mit einer Premiere beim Golf-Facelift im Herbst 2016.

Displays, Touch und verrückte Funktionen gehören aktuell zur Studien-Kür. Wichtiger für VW: Das SUV-Fahrgestell des T-Cross Breeze. Die Kernmarke muss wieder Geld verdienen. Das funktioniert aktuell nicht mit Cabriolets. Der Markt schrumpft, der offene Golf läuft aus.

MT-Redakteur Constantin in VWs SUV-Studie. Im Hintergrund bildet sich Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer eine Meinung MT-Redakteur Constantin in VWs SUV-Studie. Im Hintergrund bildet sich Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer eine Meinung Quelle: MOTOR-TALK Interessanter ist also alles unterhalb der Fensterlinie. Ein Blick auf die Studie deutet an, dass die Planung bereits weit fortgeschritten ist. Unter der Haube arbeitet kein Fantasie-Hybrid mit unrealistischer Leistung, sondern ein Baukasten-Benziner. Frontantrieb genügt bei kleinen SUVs meist aus.

Der Innenraum fühlt sich an vielen Stellen gezwungen futuristisch an. Gut gefallen haben uns die Türöffner aus Metall und der robuste Sitzbezug. An Touch-Bedienflächen am Lenkrad wollen wir uns jedoch nicht gewöhnen.

Wie es mit dem Polo-SUV weitergeht, verrät VW noch nicht. Vielleicht aus Vorsicht, denn viel Glück hatten die Wolfsburger bisher nicht mit neuen SUV. 2012 stellte VW den „Taigun“ auf Up-Basis vor, ließ 2013 sogar Journalisten damit fahren. Das Projekt wurde inzwischen gestrichen.

2013 zeigte VW in Detroit die ebenfalls seriennahe Studie „Crossblue“. Zu dem wichtigen Modell für die Lücke zwischen Tiguan und Touareg gibt es auch drei Jahre später nur Absichtserklärungen. Das gleiche gilt für die Kompakt-SUV-Studie „T-Roc“ von 2014. Immerhin: der Tiguan II hat es geschafft. Der steht ab April 2016 bei den VW-Händlern.

Seht hier den Livestream der Präsentation des VW T-Cross Breeze aus Genf

Avatar von Björn Tolksdorf Björn Tolksdorf (bjoernmg)
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